Gefährdete Infrastruktur

Spätestens seit den Ereignissen um die Nordstream-Pipelines ist das Thema ganz oben auf der Agenda. Die NATO warnt nach einem Bericht bei Montel vor russischen Angriffen. Diese müssten nicht einmal physisch erfolgen. Immer mehr Anlagen sind an das Internet angeschlossen und bieten auch die Möglichkeit, elektronisch zu schaden. Wer meint, das betrifft nur Pipelines, der irrt. Auch Windkraftanlagen können anfällig sein, denn sie werden ebenfalls über das Internet gesteuert und haben Datenverkehr. Vor ziemlich genau 2 Jahren war die Fernwartung bei Tausenden WIndkraftanlagen gestört. Damals berichtete Agrarheute:

“Die Fernüberwachung und -steuerung der Anlagen mit einer Gesamtleistung von 11 GW ist seit dem 24. Februar, dem Tag des russischen Angriffs auf die Ukraine, nur noch eingeschränkt möglich. Energiepolitiker halten einen Angriff russischer Hacker auf das Satellitennetzwerk, über das unter anderem mit den Windkrafträdern kommuniziert wird, für möglich. Das Unternehmen selbst geht ebenfalls von einer Cyber-Attacke aus. Da die Anlagen zur kritischen Infrastruktur zählen, hatte der Konzern den Vorfall an das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) gemeldet.”

Bei der aktuellen Meldung warnt nun sogar die NATO.

“”[Russland hat] seit Jahrzehnten kritische Unterseekabel und Pipelines, von denen wir abhängig sind, kartiert“, sagte James Appathurai, stellvertretender Nato-Generalsekretär für Innovation, Hybrid- und Cybersicherheit, am Montag beim Clean Energy Summit in Brüssel. Diese Aktivitäten verfügten über „sehr gute Ressourcen“ und würden von Russland fortgesetzt, sagte er. Die Pipelines Nord Stream 1 und 2 von Russland nach Deutschland mussten 2022 nach mutmaßlichen Sabotageakten den Betrieb einstellen bzw. wurde für die Pipeline Nord Stream 2 infolge von Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine keine Betriebserlaubnis erteilt. Die Pipeline Baltic Connector zwischen Estland und Finnland wurde im vergangenen Oktober aufgrund einer Beschädigung durch unbekannte Akteure außer Betrieb gestellt. Zudem sei auch die Cybersicherheit bedroht, da mit Erpressungssoftware-Attacken auf kritische Infrastrukturen das Einbringen schädlicher Programme in Kontrollsysteme verschleiert werde, so Appathurai.”

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Es wäre eine komplette Abkehr von der bisherigen Praxis und es ist eine späte Einsicht bei Kanzler Olaf Scholz. n-tv:

“Bundeskanzler Olaf Scholz lehnt Subventionen für die Energieerzeugung strikt ab. Es sei ein Fehler bei der Förderung der Solarenergie in Deutschland gewesen, am Anfang hohe Subventionen ohne Degression zu zahlen, sagte Scholz. Dies habe „Handwerksbuden“ ermöglicht, Geld zu verdienen, ohne dass sie einen Anreiz hatten, sich um eine billigere, industrielle Fertigung zu kümmern, fügte der Kanzler hinzu, ohne Firmen zu nennen. China habe dies „brutal“ für sich ausgenutzt und eine industrielle Produktion aufgezogen. „Das dürfen wir nicht wieder machen“, mahnte Scholz. „Es kann nicht sein, dass ein zentraler Wirtschaftszweig wie die Energieerzeugung, der demnächst einhundert Prozent erneuerbar sein wird, subventioniert wird“, fügte der SPD-Politiker hinzu. Es sei absolut richtig gewesen, dass er sich dem Wunsch nach einem subventionierten Industriestrompreis von sechs Cents pro Kilowattstunde widersetzt habe.”

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Wirtschaftsminister Habeck war zu Gast in Hamburg bei Aurubis, einem börsennotierten Produzenten von Kupfer. Dort wurde auch das Thema Wasserstoff angesprochen. Wie Habeck allerdings den Faktor 5 bei den Kosten wegbekommen will, das bleibt ein Rätsel. Es sei denn, auch hier subventioniert der Staat. Die Welt:

„Aktuell liegt der Preis von Wasserstoff um den Faktor 5 – bei grünem Wasserstoff sogar noch weit höher – über dem von konventionellem Erdgas, welches wir aktuell für den gleichen Einsatzzweck verwenden“, sagt ein Aurubis-Sprecher der WELT. „Somit ist Wasserstoff selbst unter Berücksichtigung der Kosten für Kohlendioxid-Emissionen beim Erdgaseinsatz weit entfernt davon, ein aus finanzieller Sicht attraktives Substitut zu sein.“ Kämen dann noch die Systemkosten wie Investitionen in Infrastrukturen hinzu – etwa in Wasserstoffpipelines und -speicher –, „zeigt sich aktuell keine Möglichkeit eine Wirtschaftlichkeit darzustellen ohne massive staatliche Subventionen.“

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Netzentgelte werden weiter steigen. Das berichtet Energie und Management.

“Der Bundesverband der Energie-Abnehmer (VEA) ermittelte durchschnittlich erhöhte Netzentgelte seit 2023 in der Mittelspannung um 1,47 Ct/kWh und in der Niederspannung um 2,02 Ct/kWh. Unter 792 Netzbetreibern ermittelte der Bundesverband der Energie-Abnehmer (VEA) die Entwicklung der Netzentgelte. Laut der Preisabfrage sind 2024 durchschnittlich im M/M-Bereich (mittelspannungsseitige Lieferung und Messung) 6,89 Ct/kWh und im N/N-Bereich (niederspannungsseitige Lieferung und Messung) 11,09 Ct/kWh zu entrichten. Damit sind die Preise innerhalb der letzten zwölf Monate durchschnittlich in der Mittelspannung um 1,47 Ct/kWh oder 27,2 Prozent gestiegen. In der Niederspannung haben sich die durchschnittlichen Preise um 2,02 Ct/kWh oder 22,3 Prozent verteuert, so der VEA.”

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Der Beruf des Klima-Klebers kann anstrengend sein. Ein Aussteiger berichtet. HNA:

“”Die ständigen aggressiven Reaktionen von Autofahrern haben mich psychisch und mental immer mehr belastet“, so der ehemalige Aktivist. „Dazu kam noch die Erschöpfung aufgrund der vielen Reisen durch ganz Deutschland.“ Laut Bild.de nahm er an insgesamt 60 Straßenblockaden teil und klebte sich 25 Mal fest. Als Klima-Kleber wurde er so über die Zeit zu einem der prominentesten Gesichter der „Letzten Generation“. Nach dem Vorfall wurde es für Riedacher immer schwieriger, zur Ruhe zu kommen. „In vielen Nächten bekam ich kein Auge zu. Wenn ich mal einschlief, schreckte ich aus Albträumen hoch“, berichtet er. Die Erfahrungen auf der Straße hätten ihm „Leiden und Qualen“ bereitet. Heute gehe es dem 27-Jährigen allerdings wieder gut: „Ich habe zum Glück rechtzeitig die Notbremse gezogen und professionelle Hilfe in Anspruch genommen.“ Die Ziele der „Letzten Generation“ unterstütze er weiterhin.”

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Mehrfach haben wir an dieser Stelle auf Fehler im Dürremonitor hingewiesen (z.B. hier, hier, hier, hier). Lange hat es gedauert, aber nun hat der Betreiber endlich eingesehen, dass da was nicht in Ordnung ist. Tagesspiegel am 27.2.2024:

Forscher sehen Ende der TrockenheitExtreme Dürre in Deutschland ist vorbei

Seit 2018 hatte die Natur in Deutschland, vor allem im Osten und Norden des Landes, mit extremer Trockenheit zu kämpfen. Forschern des Helmholtz-Zentrums zufolge ist das nun vorbei.

[…] Die Klimaforscher nehmen die aktuelle Situation auch zum Anlass, den Dürremonitor zu überprüfen. Er ist ein Berechnungsmodell für die Bodenfeuchte. Nach Auflösung der Dürre seien einzelne Fehlerquellen offenbar geworden, sagte Marx. Zum Beispiel habe eine Station in Hannover-Langenhagen die Niederschlagsmenge systematisch als zu niedrig erfasst. Die Folge war, dass dort fälschlich weiterhin eine Dürresituation angezeigt wurde.

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Net Zero Watch:

Prospects for Commercial Nuclear Fusion

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Das Schweizer Parlament hat das neue CO2-Gesetz verabschiedet, mit dem der Klimagasausstoss bis 2030 verglichen mit 1990 auf die Hälfte reduziert werden soll. Nachdem eine erste Version des Gesetzes vor drei Jahren Schiffbruch beim Volksreferendum erlitten hat, kommt die neue Fassung nun ziemlich zahnlos daher. Ob damit die Ziele erreicht werden können, sei fraglich, schreibt Alex Reichmuth im Nebelspalter (https://www.nebelspalter.ch/themen/2024/03/das-neue-co2-gesetz-ist-ziemlich-zahnlos).

Parlament: Das neue CO-Gesetz ist ziemlich zahnlos

Die Fakten: Das Parlament hat diese Woche das neue CO-Gesetz fertig beraten. Am Ende hat sich der Ständerat auf der ganzen Linie durchgesetzt und Abschwächungen erreicht.

Warum das wichtig ist: Mit dem Gesetz will die Schweiz ihren Ausstoss an Klimagasen bis 2030 auf die Hälfte verglichen zu 1990 senken. Zu diesem Ziel hat sich das Land im Klimaabkommen von Paris verpflichtet. Nachdem 2021 eine erste Version des CO-Gesetzes an der Urne gescheitert ist, soll es nun die neue Fassung richten. Diese setzt vor allem auf Subventionen statt auf Abgaben.

Weiterlesen im Nebelspalter (https://www.nebelspalter.ch/themen/2024/03/das-neue-co2-gesetz-ist-ziemlich-zahnlos). Der Artikel kann nach 20 Sekunden Werbung freigeschaltet werden.

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