Prof. Volker Quaschning in der Kritik

Die Sonne schicke keine Rechnung, lautet ein bekannter Spruch von Solarstrom-Fans. Das Elektrizitätswerk hingegen macht gerne die hohle Hand. Und das nicht zu knapp: Wenn man ehrlich rechnet, kostet Solarstrom von Dachanlagen im Winter das Vier- bis Fünffache verglichen mit Strom aus neuen Kernkraftwerken, hat der Schweizer Energiekonzern Axpo kürzlich vorgerechnet. Alex Reichmuth hat im „Nebelspalter“ die Details zusammengetragen: https://www.nebelspalter.ch/themen/2026/03/die-solaranlage-auf-dem-dach-liefert-den-teuersten-winterstrom

Neue Studie der Axpo
Die Solaranlage auf dem Dach liefert den teuersten Winterstrom

Die Fakten: Laut einem Bericht des Energieunternehmens Axpo ist der Förderaufwand, um im Winter Strom von Dach-Photovoltaikanlagen zu erzeugen, verglichen mit anderen Arten von Elektrizität weitaus am grössten (siehe hierhier und hier).

Warum das wichtig ist: Seit vielen Jahren wollen die Promotoren der Solarenergie weismachen, dass Sonnenstrom unschlagbar günstig sei – insbesondere viel günstiger als Strom von neuen Kernkraftwerken. Die Axpo entlarvt solche Behauptungen nun als Märchen. Das Gegenteil ist wahr.

Das Zitat: «Solarstrom wird immer günstiger.» (Jürg Grossen, Präsident der Grünliberalen Partei und des Sonnenstrom-Verbands Swissolar, siehe hier)

Hier ist der Link zum Beitrag: https://www.nebelspalter.ch/themen/2026/03/die-solaranlage-auf-dem-dach-liefert-den-teuersten-winterstrom

Den wöchentlichen Newsletter „Klima und Energie“ von Alex Reichmuth kann man hier abonnieren: https://www.nebelspalter.ch/newsletter/klima-energie

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Leserpost von Dipl. Ing. Martin Krohn:

Betreff: IKEA-Markt in Norwegen

Sehr geehrte Damen und Herren,

einige Anmerkungen zum Blog vom 21. 04. 26. In einem Artikel wird berichtet, dass ein geplanter IKEA-Markt nur 183 Parkplätze für Autos anbieten darf, jedoch mindestens 1099 Stellplätze für Fahrräder stellen muss.

Diese Vorgabe ist vollkommen unsinnig und geht komplett an der Realität vorbei. Im Artikel wird bereits berichtet, dass IKEA viele verpackte Möbelprodukte zur Selbstmontage anbietet. Eine solche Mitnahme ist mir dem Fahrrad sicher nicht zu bewerkstelligen.

Außerdem liegen solche Möbelgeschäfte nicht dicht beieinander, sondern es sind für viele Kunden doch eine Reihe von Kilometern (oft 40, 50 oder mehr) zurückzulegen. Und das sollen Kunden mit dem Fahrrad schaffen? Und dann noch den Weg zurück?

Da haben wohl einige Politiker nicht richtig nachgedacht.

Viele Grüße
Dipl. Ing. Martin Krohn

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Beitrag von Dr.-Ing. Ernst-Jürgen Niemann

Zu dem Artikel von Frank Bosse in den Klimanachrichten vom 19.04.2026 bezüglich verwirrender Ausführungen von Prof. Volker Quaschning über die angebliche Unmöglichkeit Kernkraft technisch sinnvoll in das Deutsche Stromnetz zu integrieren, habe ich ergänzende Anmerkungen:

Zur Erinnerung noch einmal der Post von Volker Quaschning vom 18.04. 2026:

Aus technischer Sicht lassen sich #Kernkraftwerke in den bestehenden deutschen Energiemix mit viel Sonne und Wind nicht mehr sinnvoll integrieren. Aber CDU/CSU setzen weiter unbeirrt auf Kernenergie. Gibt es niemanden, der ihnen simple technische Zusammenhänge erklären kann?

Quelle: Screenshot X

Frank Bosse hat bereits gezeigt, dass in besagter KW 15 ständig fossile Kraftwerke mitlaufen mussten. Die minimale Gesamtleistung konventioneller Kraftwerke war 9,5 GW (am 06.04.2026). Das sind etwa 22 % des Lastbedarfs im Netz (der Netzlast) und entspricht etwa dem Minimum, was man an regelbarer Stromerzeugung zusammen mit den begrenzten Regelmöglichkeiten von Biogas- und Wasserkraft für die Stabilisierung des Netzes (Spannung, Frequenz und Phase) benötigt. Ein Diagram, in dem auch die Im- und Exporte aufgeführt sind, ist unten beigefügt.

Wer mit Mitarbeitern einer Leitwarte eines Übertragungsnetzbetreibers spricht, kann schnell lernen, welchen großen Aufwand man betreiben muss, um das Netz trotz wachsender installierter volatiler Stromerzeugung (Sonne, Wind) stabil zu halten und warum ein Mindestmaß an verbliebenenen, regelbaren  Konventionelle Kraftwerken (Kohle, Gas oder ggf. auch Atom) dabei unabdinglich ist.  Auch wenn es nicht direkt sein Fachgebiet ist: Ein Professor für regenerative Energiesysteme sollte solche elementaren technischen Notwendigkeiten nicht einfach ignorieren. In einem Post einfach Solar-und Windenergie zu addieren und zu unterstellen, dass damit der Strombedarf in einzelnen Zeiträumen gedeckt werden kann, geht an der Technischen Realität vorbei und ist absurd.  Nein! Situationen mit viel Wind und Solar wie in KW 15 führen dazu, dass konventionelle Kraftwerke am Netz bleiben müssen und Solar- und Windstrom in erheblichen Umfang exportiert oder abgeschaltet werden muss. Am Montag in KW 15  waren es mehr als 20 % (bezogen auf die Netzlast) an Solar- und Windstromüberschuß, die billigst ins Ausland entsorgt werden mussten, um das Netz mit Hilfe von regelbaren Kohle- und Gaskraftwerken stabil halten zu können.

Quelle: SMARD, Bundesnetzagentur

Die derzeit notwendige Kohlekraftwerkskapazität könnten technisch gesehen zum großen Teil durch Atomkraft ersetzt werden. Wenn man ernsthaft CO2 freie Erzeugung will, dann wäre Atomkraft als Ersatz der netzführenden Kohlekraftwerke (und auch Gaskraftwerke) die einzige realistische Alternative.  

Bei der Analyse der Stromdaten in der von Volker Quaschning ausgewählten KW 15 zeigt sich deutlich, dass ein ganz anderer Energieträger als Atomkraft „nicht mehr sinnvoll ins Netz integriert werden kann“. Das betrifft netzgekoppelte Photovoltaik. Wie im nachfolgenden Diagramm dargestellt, hat der tagsüber einschießende Photovoltaikstrom praktisch keinen Marktwert („day ahead prices“ in der Nähe von Null oder sogar negativ). Trotzdem wird PV Strom weiterhin auch bei Neuanlagen über 20 Jahre Dauer subventioniert, führt zu kostspieligen Redispatch-Maßnahmen, die ebenfalls durch Subventionen abgefangen werden, muss zu immer größeren Teilen ins Ausland entsorgt werden und führt wegen nicht abschaltbarer PV-Dachanlagen zu weiteren schwer beherrschbaren Verwerfungen im Netz.  

Ein Zubau von Photovoltaik hat auf absehbare Zeit keinen Mehrwert und treibt die volkswirtschaftlichen Stromsystem-Erzeugungskosten sinnlos weiter in die Höhe. Dass eine Regierung, die kaum in der Lage ist, einen Bundeshaushalt zu finanzieren, sich immer noch den Luxus von 20 Jahre gebundener hoher Subventionierung von „Wegwerfstrom“ leistet, hat mit rationaler Politik nichts zu tun! Logischerweise müsste der Finanzminister doch den schon länger überfälligen Stopp dieser teuren und nutzlosen Subventionen von PV-Neuanlagen zur Entlastung seines Haushalts begrüßen und nicht schon bei kleinsten, vom Wirtschaftsministerium geplanten Maßnahmen in diesem Bereich, sein Veto einlegen, oder?

Quelle: SMARD, Bundesnetzagentur

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