Von Frank Bosse
Zunächst die reinen Wetterdaten, wie sie der DWD meldete:

Gezeigt sind jeweils die Deutschlandmittel sowie eine 30-jährige Glättung (fett). Demnach lagen die mittleren Temperaturen in diesem Winter bei 1,8°C, das ist völlig unauffällig. In 32 der 100 Vorjahre war der Winter wärmer, davon auch 12 vor 1980. Also weder besonders warm noch besonders kalt. Die Sache hat nur einen Haken: Keiner wohnt in „Mittel“. So war es in Brandenburg im aktuellen Winter um 1,3°C kühler als in „Mittel“, im Saarland um 2°C wärmer. Subjektiv ist das am Ende ein gänzlich anderes Empfinden.
Einen Grund für diesen Kontrast lieferte die recht stabile Großwetterlage über große Teile des Winters: Über Skandinavien hatte sich ein hartnäckiges Hoch eingenistet und schickte wieder und wieder kühlere Luft vor allem in den Nordostteil Deutschlands, der Südwesten wurde viel mehr von wärmerer Atlantikluft beeinflusst. Über Deutschland lag also sehr oft eine Luftmassengrenze, an der es schneite und es auch mehrmals Glatteis gab: Sehr eindrückliche Wintererlebnisse.
Der mittlere Niederschlag lag bei 135 mm, das ist zwar unter dem Mittel, im Kontext der 100 Vorjahre jedoch nicht unnormal: 30 Jahre waren noch trockener. Im Unterschied zu den Temperaturen (die stiegen seit 1975 im Langzeitwert um über 2°C an) ist beim Niederschlag kein Langzeittrend auszumachen. Kein Kunststück: noch der Winter 2023/24 war mit 277 mm einer der nassesten überhaupt.
Der Klimawandel lässt also auch die Wintertemperaturen ansteigen (auch wenn man das subjektiv das eine Jahr mehr merkt, das andere weniger wie in diesem), am Niederschlag ändert er bisher gar nichts.
Welche Folgen hatte nun dieser im Mittel „stinknormale“ Winter?
Es gab viel Aufregung über die Versorgung mit Gas. Bereits am 13. Januar 2026 hatten wir das thematisiert, damals lag die Speicherfüllung noch bei 48%. Später mahnten wir: Wenn „kein Wunder“ passiert, sehen wir am 17. Februar 2026 nur noch 20% Restfüllung. Welcher Wert stellte sich ein? Am Morgen des 20. Februars waren es noch 20,65%.
Vorher gab es auch medial einigen Aufruhr, der wohl bei den Verantwortlichen etwas ausgelöst hat: Es wurde etwas mehr Gas „aufgetrieben“ auf dem Markt, sodass sich die Ausspeicherbeträge netto in Abhängigkeit von der Temperatur etwas verringerten und es erschien auch noch „ein weißer Ritter“: in der dritten Februardekade wurde es merklich wärmer (auch mit Rekordtemperaturen am Ende des Monats, bei denen sogar kleine Mengen netto eingespeichert werden konnten) das hielt die Speicher in Summe bisher über der kritischen Marke von 20%.
„Noch mal gut gegangen“ kann man wohl resümieren. Nur braucht solche Spannung wohl kein Mensch, die Verantwortlichen haben mit Sicherheit dazugelernt.
Doch weiter mit der „Folgensuche“ eines stinknormalen Winters. Unsere Energieversorgung über die 3 Monate ist exemplarisch für die Probleme der „Energiewende“. Aus welchen Quellen wurde Strom erzeugt nach den Daten von “Agora“? Ein Strich unter den täglichen Daten fördert Folgendes zu Tage:
54% des Stroms wurde durch Kohlenstoffverbrennung erzeugt, davon ganze 8% durch „Bioenergie“, auch das ist selbstverständlich viel CO2-erzeugend, weil dabei Pflanzenmaterial mit im Vergleich zu “fossilen” Energieträgern” niedriger Energiedichte verbrannt wird. Das Argument: „Es wurde ja in der Wachstumssaison auch entzogen“ ist ein Scheinargument, wenn extra „Energiepflanzen“ angebaut werden. Stünde dort Wald, sähe es viel besser aus mit der CO2-Bilanz!
Was leisteten „erneuerbare Energien“? Der Wind trug zu 35% bei, Photovoltaik (PV) nur zu 5%, in der dunklen Jahreszeit wenig überraschend. Man muss dazu wissen, dass Windkraft mit 78 GW installierter Leistung theoretisch im Mittel in der Lage wäre, ganz allein den Strom zu produzieren. Leider brachte sie nur 27% davon ans Netz. Die mathematische Lösung: Vervierfachung der Anzahl von heute schon 30.000 Windkraftanlagen ist illusorisch und hilft gar nichts: Bei Flaute bleibt auch 120.000 *0=0!
Dass die gigantische bereits installierte PV-Leistung von 107 GW winters nur zu 2,7% ausgenutzt werden kann, ist wenig überraschend. Das ganze Dilemma der „Energiewende“ wird auch über einen längeren Zeitraum deutlich: Ohne Kohlenstoffverbrennung kann sie nicht funktionieren und wird sie auch nicht. Die Tatsachen zeigen: Der fortgesetzte „Propaganda-Sprech“ mit „Wir lösen „fossil“ ab“ ist mit dieser „Energiewende“ im Rücken Gewäsch. Im Gegenteil: Sie ist die Lebensversicherung für fortgesetzte Kohlenstoffverbrennung, weil es anders gar nicht geht. So ist das Ergebnis beim CO2-Koeffizienten denn auch so wie es ist: Im Winter 2025/26 entstand im Mittel 371 g CO2/kWh.
Ein Vergleich mit einem Land, das von Anfang an auf Kernkraft setzte: Frankreich erzeugte im gleichen Zeitraum nur 38 g CO2/kWh, weil Kohle praktisch überhaupt nicht beteiligt ist (in Deutschland deckte sie den Strombedarf zu 21%!), auch die Verbrennung von Erdgas zur Stromgewinnung ist in Frankreich homöopathisch, hierzulande mit über 24% beteiligt, Tendenz steigend.
In den letzten Tagen war große Aufregung um die Vergütungen für PV in Deutschland. Die Zahlen oben machen deutlich, warum da endlich etwas geschehen muss mit der Förderung von Energie, „die die Sonne kostenlos bereitstellt“. An hellen Sommertagen mit viel Wind ist da schlicht zu viel Energie mit ganz schlechten Regeleigenschaften im Stromnetz, auch wenn sich die „Energiewende“ dann noch selbst kannibalisiert: Wind wird abgeregelt! Die Herausforderungen vor allem mit kaum abregelbaren „Hausanlagen“ ist spätestens seit dem „Iberout“ Ende April (wir informierten) bekannt und schon Anfang Mai 2025 so kommuniziert: Das Problem der „Stromspitzen“ im Netz bei kaum beherrschbarer „wilder Einspeisung“. Der Rummel jetzt ist daher auch nur Theaterdonner.
„Was ist eigentlich nicht nur Spiegelfechterei um die praktizierte Energiewende?“ so fragt sich ein Beobachter, der die Faktenlage ein wenig kennt. Leider versucht man immer weiter die Physik auszuhebeln mit Politik und markigen Sprüchen, statt real wirksam die Klimawirkung von CO2 anzugehen!
Wie lange geht das noch gut?