Von Frank Bosse
Da gab es diese Veröffentlichung des RKI zu „Hitze und Übersterblichkeit in Deutschland“.
Darin wird auch die Methodik erklärt: Man filtert die Kalenderwochen mit über 20 °C Mitteltemperatur heraus und erklärt die vom statistischen Bundesamt gelieferten Zahlen zur Übersterblichkeit in diesen Zeiten zu „Hitzetoten“. Das „Modell“ ist simpel und liefert die gewünschten Ergebnisse: In diesem Jahr sahen wir schon bis zur Kalenderwoche 29 fast 10.000 Hitzetote. Die Unterscheidung „an Hitze“ oder „mit Hitze“ wird nicht mal versucht (wie schon bei den Covid-19 Toten), könnte aber sehr wohl wichtig sein zur Einschätzung der eigentlichen Ursache eines Todesfalles. Die Überschrift steht und wird eifrig zitiert: „Der Klimawandel kostete x tausend Tote!“
Die 3. Abbildung des RKI zeigt die Todesfälle/Jahr ab 2016. Sie treten in den Sommermonaten auf. Was liegt näher, als ein (ebenso) simples Modell zu bauen, das die Jahreszahlen an Todesfällen direkt mit den mittleren Sommertemperaturen verknüpft? Auch dieses „Modell“ schert sich nicht um reale Physiologie und Auswirkungen von Hitze auf den Menschen.
Wann ist Hitze real lebensgefährlich?
Dafür gibt es die „Feuchtkugeltemperatur“. Man kann sie selbst bestimmen: Wickeln Sie ein Textil um ein Thermometer und halten es feucht. Was folgt ist Verdunstung, die kühlt. Wieviel hängt auch von der Feuchte der Umgebungsluft ab. Die Größe misst beides, und ab ca. 30°C an diesem so präpariertem Thermometer wird es kritisch für den Menschen, dann geht auch mit der Thermoregulation (schwitzen) zu wenig.
Welche Werte sind real? Am 30.7.2026 wurden um 16:00 Uhr in Berlin 37°C gemessen, der Taupunkt lag bei 12 °C.
Die Feuchtkugeltemperatur ergab sich zu 21°C. Da fehlen ca. 9 °C bis zur kritischen Schwelle. Die Hitze war NICHT lebensbedrohlich, dafür war die Luft zu trocken, die Thermoregulation konnte noch wirkungsvoll arbeiten. All das kann das RKI nicht berücksichtigen, es benutzt einzig die „Mittlere Lufttemperatur“.
Als dann, das RKI-„Modell“ für die Jahreszahlen ist in wenigen Minuten „nachgebaut“.
Die Daten der vom RKI angenommenen Todesfälle kann man hier herunterladen. Interessant sind nur die Zahlen für Deutschland. Nun braucht man noch die „Sommermitteltemperaturen“ des DWD von hier.
Ein Scatterplot entsteht mit den Daten 2016-2025 im Nu:

Tatsächlich hängt nun die Zahl der Todesfälle zu 81% von den Mitteltemperaturen ab (Das R²). Aus der Geradengleichung im Diagramm entsteht ein Tool, die RKI-Zahlen nachzuvollziehen:

Die Übereinstimmung ist hinreichend, der mittlere Fehler beträgt nur 21%.
Nun kann man das „Modell“ ab 1950 anwenden. Nach ihm stirbt bei einer mittleren Sommertemperatur von unter 17,4 °C keiner “an” Hitze. Darüber schon! Die Mitteltemperaturen sagen aber über reale „Hitze“ an einzelnen Tagen kaum etwas aus.

Den Vogel schießt bis 2025 das Jahr 2003 ab, mit fast 8.700 Toten durch Hitze. Nur hat davon das RKI noch nichts mitbekommen. Danach wurden ab 1950 insgesamt rund 72.000 Personen zu „Hitzeopfern“
Soweit das „Modell“ mit einer simplen linearen Regression. Es verknüpft schlicht Mitteltemperaturen mit „Hitzetoten“ und entspricht sehr gut dem „Model“ des RKI mit den dort angegebenen Unsicherheiten.
Beiden ist gemein, dass sie nichts, aber auch gar nichts mit Physiologie zu tun haben und echten Hitzegefahren für die Gesundheit. Die „Hitzetoten“ sind ein reines statistisches Artefakt. Man „nimmt an“, dass die Übersterblichkeit in einer warmen Woche von der Hitze kommt. Das letzte Bild zeigt die gewünschte Wirkung: „Schaut mal, wie viele Todesopfer der Klimawandel kostet!“
Das alles durch ein „Modell“ eines Instituts, dessen Aufgabe es eigentlich ist, valide Risikoanalysen für die menschliche Gesundheit zu liefern. Sein „Hitzetote-Modell“ ist ein Witz ohne jeden physiologischen Hintergrund! Sollte das Institut schon wieder rein politischen Interessen dienen? Das wäre wirklich tragisch!