Der Juli 2026 in Deutschland meteorologisch

Von Frank Bosse

Die Pressemitteilung des DWD beinhaltet die vorläufigen Juli-Mittelwerte: Es war 19,7 °C warm im Juli und es fielen ca. 40 mm Regen im Mittel des Landes.

Im Kontext der letzten 100 Jahre:

Gezeigt sind die Einzelwerte und jeweils ein 40-jähriger Tiefpass (Loess, fett), sehr ähnlich zu der Aufbereitung durch den DWD.

Der Juli 2026 war um 0,7°C wärmer als der nichtlineare Trend, insgesamt war es in 6 Jahren zuvor wärmer, z.T. recht erheblich.

Auf dem „Treppchen“ bleiben 2006 (mit 22°C) vor 1994 mit 21,3°C (vor 32 Jahren) und 1983 (vor 43 Jahren) mit 20,4°C. Einzelwerte haben also nicht zu viel Aussagekraft, es ist der Trend, der seit Mitte der 70er Jahre um ca. 2°C ansteigt.

Das ist beim Niederschlag anders. Hier sehen wir eine „Beule“ ab den späten 80ern mit dem Höhepunkt um 2000, danach wieder eine moderate Abwärtsbewegung. Die sehr große Jahr-zu- Jahr Variabilität macht es Langzeittrends sehr schwer. Der aktuelle Wert ist mit 40mm recht niedrig (in den letzten 100 Jahren gab es nur 6 noch trockenere Julis), wie das rauf und runter geht, zeigt das Vorjahr mit über 113 mm. Den „Deutschen Julirekord“ nach oben hält das Jahr 1954 mit 168,5 mm, den nach unten das Jahr 1983 mit nur 27,5 mm, deutlich noch trockener als das aktuelle im Juli.

Allerdings sagt besonders beim Regen das „Gebietsmittel“ über vor-Ort-Situationen noch weniger aus als bei den Temperaturen.

So war zwischen 7% des Mittels im Raum Köln-Bonn und 140% in Berlin alles dabei, Quelle

Ein Blick auf die „Hitze“ mit dem Index für Berlin bis Ende Juli:

Er ist ein sehr guter Ausdruck für die Feuchtkugeltemperatur, Hitze beginnt bei ihr bei ca. 21°C dieser Größe (das entspricht ca. 44°C des gezeigten Index), kleinere Werte gehen nicht ein, sind keine „Hitze“.

Man erkennt sehr gut den sehr steilen Anstieg Ende Juni 2026 (eine starke Hitzewelle), danach bis kurz vor Monatsende kaum Bewegung. So enteilte 2019 (gelb) wieder deutlicher, auch 2006 setzte um den 22. Juli erfolgreich zum Überholen an und selbst 1994 liegt nun kurz vor dem aktuellen Jahr. Später „lauert“ schon das Jahr 2015, das eine mächtige Hitzewelle zwischen dem 3.8. und 15.8. produzierte. Das Vorjahr war in Punkto „Hitze“ ein völliger Ausfall in Berlin, endete beim Mittel 1981-2010, wobei gerade bei der taggenauen Betrachtung solcher Phänomene der Mittelwert kaum Bedeutung hat.

So ist der Juli 2026 zwar wärmer als das arithmetischen Mittel 1991-2020 (18,3°C), nur zeigt der nichtlineare Trend in der ersten Abbildung, dass das nicht ungewöhnlich sein kann in Zeiten des Klimawandels.

Die großen Fluktuationen und ein weitgehend fehlender Langzeittrend beim Juli- Niederschlag verhindern auch hier das Prädikat „sehr ungewöhnlich“. Auch in Punkto realer Hitze (zumindest in Berlin) konnte der Juli bei weitem nicht an den Juni anschließen.

Vor uns liegen die letzten 4 Wochen des Sommers 2026. Wie wird die Gesamtbilanz ausfallen?

Stay tuned!    

Teilen: