Schmelzwasser aus Grönland schwächt die Atlantische Umwälzzirkulation, doch ein Kipppunkt ist nicht in Sicht

Quelle: https://phys.org/news/2026-07-greenland-meltwater-amoc-weakening-sight.html – Autor: Krystal Kasal (Phys.org), veröffentlicht am 4. Juli 2026

Schmelzwasser aus Grönland schwächt die Atlantische Umwälzzirkulation, doch ein Kipppunkt ist nicht in Sicht

Die Atlantische Meridionale Umwälzzirkulation (AMOC) gehört zu den wichtigsten Komponenten des globalen Klimasystems. Sie transportiert warmes Oberflächenwasser aus den Tropen in den Nordatlantik und führt kaltes Tiefenwasser wieder nach Süden. Dadurch verteilt sie Wärme über den Globus und beeinflusst Wetter, Meeresökosysteme und das Klima ganzer Regionen. Wissenschaftler untersuchen seit Jahren, ob die fortschreitende Erwärmung und das zunehmende Schmelzen des Grönlandeises diese Zirkulation so stark schwächen könnten, dass sie abrupt zusammenbricht. (Phys.org)

Bisherige Klimamodelle berücksichtigten den zusätzlichen Süßwassereintrag durch das Abschmelzen des grönländischen Eisschildes häufig nur unzureichend. Eine neue Studie hat diesen Faktor nun in ein modernes Klimamodell integriert und untersucht, wie sich das Schmelzwasser langfristig auf die AMOC auswirkt. Die Ergebnisse zeigen, dass das Schmelzwasser tatsächlich zu einer zusätzlichen Abschwächung der Meereszirkulation beiträgt. Allerdings fanden die Forscher keine Hinweise darauf, dass dadurch in absehbarer Zeit ein plötzlicher und nicht mehr umkehrbarer Zusammenbruch ausgelöst wird. (Phys.org)

Die Wissenschaftler nutzten das Klimamodell EC-Earth3, das zur Klasse der modernen CMIP6-Modelle gehört, und simulierten die Entwicklung bis zum Jahr 2300 unter einem Szenario mit sehr hohen Treibhausgasemissionen. Dabei verglichen sie Modellläufe mit und ohne zusätzliches Grönland-Schmelzwasser. Das Ergebnis: Das Schmelzwasser verstärkt die Abschwächung der AMOC vor allem nach dem Jahr 2100, aber die Veränderung verläuft eher schrittweise und proportional zur zunehmenden Erwärmung. Ein plötzliches „Umkippen“ der Zirkulation, wie es bei klassischen Kipppunkt-Szenarien erwartet würde, trat in den Simulationen nicht auf. (Phys.org)

Nach den Berechnungen verursacht das zusätzliche Schmelzwasser bis 2100 eine zusätzliche Abschwächung von etwa einem Sverdrup, was ungefähr zehn Prozent der durch den CO₂-Anstieg verursachten Schwächung entspricht. Bis 2300 könnte dieser zusätzliche Effekt auf etwa vier Sverdrup anwachsen. Die AMOC würde dadurch schwächer und flacher werden, aber nicht vollständig zum Stillstand kommen. (Phys.org)

Die Forscher untersuchten außerdem, ob die Veränderungen wieder rückgängig gemacht werden könnten. In Modellversuchen, bei denen der CO₂-Ausstoß später reduziert oder der zusätzliche Schmelzwassereintrag wieder entfernt wurde, erholte sich die AMOC langsam über mehrere Jahrhunderte. Dies deutet darauf hin, dass die durch Grönland-Schmelzwasser verursachten Veränderungen nicht zwangsläufig dauerhaft irreversibel sind. (Phys.org)

Die Autoren betonen jedoch, dass die Ergebnisse auf einem einzelnen Klimamodell beruhen. Andere Modelle könnten aufgrund unterschiedlicher Annahmen zu abweichenden Ergebnissen kommen. Weitere Untersuchungen mit mehreren Klimamodellen sind notwendig, um die Stabilität der AMOC noch zuverlässiger einzuschätzen. (Phys.org)

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Quelle: https://phys.org/news/2026-07-antarctic-ozone-loss-drove-unexpected.html – Autor: Hannah Bird (Phys.org), veröffentlicht am 3. Juli 2026

Verlust der Ozonschicht über der Antarktis verursachte unerwartete Abkühlung des Südpolarmeeres

Während die meisten Ozeane der Erde durch die zunehmende Konzentration von Treibhausgasen wärmer geworden sind, zeigte das Südpolarmeer rund um die Antarktis im späten 20. und frühen 21. Jahrhundert ein ungewöhnliches Verhalten: Zeitweise kühlte sich die Meeresoberfläche ab. Gleichzeitig nahm das antarktische Meereis vorübergehend zu, bevor in den vergangenen Jahren ein deutlicher Rückgang einsetzte. Eine neue Klimamodellstudie liefert eine Erklärung für diese scheinbare Abweichung vom globalen Erwärmungstrend. (Phys.org)

Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass der vom Menschen verursachte Abbau der Ozonschicht über der Antarktis einen wichtigen Beitrag zur Abkühlung des Südpolarmeeres zwischen 1982 und 2005 geleistet hat. Die Studie zeigt, dass Veränderungen in der hohen Atmosphäre Auswirkungen bis hinunter zur Meeresoberfläche haben können und dadurch die Temperaturen und Meereisbedingungen in der Antarktis beeinflussen. (Phys.org)

Das Ozonloch entstand vor allem durch künstlich hergestellte Chemikalien, die im 20. Jahrhundert freigesetzt wurden. Der Verlust von Ozon führte zu einer Abkühlung der unteren Stratosphäre und veränderte den Temperaturunterschied zwischen den Polarregionen und den Tropen. Dadurch veränderten sich auch die starken Westwinde, die die Antarktis ringförmig umkreisen. (Phys.org)

Die Forscher um Shouwei Li von der Princeton University fanden heraus, dass der Ozonverlust diese Westwinde verstärkte und näher an den antarktischen Kontinent verlagerte. Die stärkeren Winde beeinflussten die Meeresströmungen durch den sogenannten Ekman-Transport. Dabei bewegen Windkräfte die obersten Wasserschichten des Ozeans, wobei die Erdrotation die Richtung dieser Bewegung verändert. (Phys.org)

Durch die verstärkten Winde wurde kaltes Oberflächenwasser aus der Region südlich etwa des 46. Breitengrades nach Norden transportiert. Dadurch verteilte sich kaltes Wasser über größere Teile des Südpolarmeeres und führte zu einer messbaren Abkühlung der Oberfläche. Andere Prozesse, etwa der Wärmeaustausch zwischen Atmosphäre und Ozean oder das Aufsteigen wärmerer Tiefenwasserschichten, wirkten teilweise entgegen, konnten den kühlenden Einfluss der Windveränderungen aber nicht vollständig ausgleichen. (Phys.org)

Die Studie verdeutlicht, dass die Entwicklung des Südpolarmeeres nicht allein durch den Treibhauseffekt bestimmt wird. Mehrere Faktoren wirken gleichzeitig: Treibhausgase verursachen eine langfristige Erwärmung, während Veränderungen der Ozonschicht regionale Gegenwirkungen auslösen können. Die Ozonabnahme konnte die globale Erwärmung jedoch nicht aufheben, sondern führte lediglich zu einer zeitlich und räumlich begrenzten Abkühlung im antarktischen Raum. (Phys.org)

Die Ergebnisse zeigen außerdem, wie eng Atmosphäre und Ozeane miteinander verbunden sind. Veränderungen in einer Höhe von mehreren Kilometern können über Wind- und Strömungsmuster Prozesse im Meer beeinflussen und damit das Klima ganzer Regionen verändern. (Phys.org)

Weiterlesen: https://phys.org/news/2026-07-antarctic-ozone-loss-drove-unexpected.html

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