Rohstoffe: Wunsch und Wirklichkeit

In der dritten Folge der Dokureihe “Unsere Erde” in der ARD geht es wieder um Rohstoffe, dieses Mal in erster Linie Kupfer und Lithium. Im Fokus steht dabei das Land Chile. Es hat einen Marktanteil von 24% der Weltkupferförderung. Deutschland braucht für seine Energiewende viele Rohstoffe. Aber nach dem Bericht stehen die Chancen, dass Deutschland in Chile groß zum Zuge kommt, eher schlecht. Chile kann seine Produktion nicht beliebig erhöhen. Eine Managerin von Codelco umschreibt es so:  

“Ich verstehe nicht, wie Deutschland nach 2030 nur noch Elektroautos verkaufen will. Es ist wichtig die Dimensionen zu verstehen und warum mal nicht mal so eben mehr produzieren kann. Chile müsste seine Produktion verdoppeln, das geht aber gar nicht.”  

Auch die Beauftragte der Außenhandelskammer Chile gibt sich kritisch. 

“Die Formulierung der Klimaziele hat nicht in Betracht gezogen, was dieses braucht an Produktion von Rohstoffen.” 

Die Sendung ist noch bis zum 01.03.2026 in der ARD-Mediathek zu sehen. 

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Russlands Export von Pipelinegas nach Europa ist rückläufig, aus Gründen. Nicht rückläufig ist der Export von LNG aus Russland nach Europa, nur teurer. Die Tagesschau

“Obwohl die EU jüngst das 13. Sanktionspaket gegen Russland verabschiedet hat, sind Gaslieferungen davon bislang ausgenommen. Auch die deutsche Bundesregierung fordert keine Sanktionierung von Gaslieferungen, sie argumentiert noch immer mit einer „angespannten Versorgungslage“. Offiziell bekomme Deutschland kein russisches Gas mehr, könne aber nicht ausschließen, dass kleinere Mengen auf Umwegen über europäische Nachbarländer ins Land kommen. […] Das LNG ist für den Kreml inzwischen fast so wichtig wie die verbliebenen Einnahmen aus den Pipeline-Lieferungen. Derzeit schätzen Fachleute das Volumen der nach und über Europa transportierten LNG-Mengen auf einen Wert von rund zwölf Milliarden Euro jährlich. Doch Putin will das Geschäft in den nächsten Jahren verdreifachen. Das Ziel sei, Europa so in eine erneute Abhängigkeit von russischem Gas zu treiben, sagt der russische Umweltaktivist Wladimir Sliwjak. Mit seiner Organisation „Umweltverteidigung“ erhielt er 2021 den Alternativen Nobelpreis und musste Russland verlassen, um nicht in Haft zu kommen.” 

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Geld spielt offenbar keine Rolle. Deutschland will das Geschäft von Tennet im eigenen Land kaufen. Kommt eine staatliche Netzbetreibergesellschaft? Nochmal die Tagesschau

“Tatsächlich ist TenneT nicht der einzige Netzbetreiber, der ins Visier des Bundes geraten ist. So hat sich der Bund über die KfW 2018 bereits ein Fünftel des ostdeutschen Netzbetreibers 50Hertz einverleibt – und damit den Einstieg eines chinesischen Konzerns verhindert. Die Absicherung einer kritischen Infrastruktur gegen ausländische Interessen stand hier somit im Vordergrund. Darüber hinaus erwägt der Bund einen Staatseinstieg beim Stromnetzbetreiber TransnetBW, einer Tochter des deutschen EnBW-Konzerns. Der Versorger verfolgt umstrittene Pläne zu einer Teilprivatisierung seiner Netze. Die KfW könnte über eine Option 25 Prozent der Anteile an TransnetBW übernehmen. Sollte der Bund seine Pläne bei TransnetBW und TenneT umsetzen, so wäre er an drei der vier großen Netzbetreiber-Gesellschaften in Deutschland beteiligt, die da heißen: 50 Hertz, TenneT, TransnetBW und Amprion.” 

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Ist Europa nicht genügend auf den Klimawandel vorbereitet? Der Standard über das Thema: 

“Europa muss nach Einschätzung der Europäischen Umweltagentur (EUA) dringende und zusätzliche Maßnahmen ergreifen, um sich auf „katastrophale“ Folgen des Klimawandels vorzubereiten. Die globale Erwärmung werde extreme Wetterereignisse wie Hitzewellen, Dürren, Waldbrände und Überschwemmungen selbst „in optimistischen Szenarien verschlimmern und die Lebensbedingungen auf dem gesamten Kontinent beeinträchtigen“, warnt die EUA in ihrem am Montag vorgelegten ersten Bericht. Wetterextreme seien schon heute „die neue Normalität“, erklärte EUA-Chefin Leena Ylä-Mononen. „Sie müssen zugleich ein Warnschuss sein.“ Der Bericht listet 36 wichtige Klimarisiken für Europa auf. 21 erfordern demnach sofortige zusätzliche Maßnahmen und acht sogar dringendes Handeln. Dazu gehören vor allem Risiken für Europas Ökosysteme, vor allem in den Meeren und an den Küsten.” 

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In etwas 2-3 Monaten beginnt die Schmelzsaison in der Arktis. Wie hat sich das Oberflächenbilanz entwickelt in dieser Saison? Sie liegt nahe am Mittelwert 1981-2010. Entscheident wird sein, wie es im Sommer aussieht. Im letzten Jahr setzte das Schmelzen erst spät ein, nämlich erst Ende Juni. 

(Abbildung: Screeenshot Polarportal.dk) 

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Zwei Farmer aus Colorado haben Wetterstationen manipuliert, um mehr Subventionen zu erhalten. Cbsnews

“The group allegedly damaged rain gauges located in Springfield, Ordway, La Junta, Walsh, and Ellicott, Colorado, and others in Syracuse, Coolidge, and Elkhart, Kansas. Wires were cut, funnels to rain collectors were filled with silicone, holes drilled or punched in collectors, parts of collectors were disassembled, and objects such as cake pans or pie tins were placed over the gauges during rainstorms. The incidents occurred between July 2016 and June 2017. The affected gauges are part of the Automated Surface Observing System operated by the National Weather Service and the National Oceanic and Atmospheric Administration. There are more than 900 of the units nationwide. ASOS „serves as the nation’s primary surface weather observing network,“ according to the NWS.” 

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Nach den kommenden Wahlen ins EU-Parlament könnten die Rechtsparteien einen Strich durch die Klimaambitionen der Union machen. Alex Reichmuth hat für den Nebelspalter (https://www.nebelspalter.ch/themen/2024/03/stellt-der-vormarsch-der-rechtsparteien-die-eu-klimapolitik-in-frage) recherchiert, welche Positionen die „Rechtspopulisten“ in den einzelnen Ländern in Sachen Klima genau haben. Soviel vorweg: Sie sind ziemlich unterschiedlich.

Reichmuths Faktencheck:
Stellt der Vormarsch der Rechtsparteien die EU-Klimapolitik in Frage?

Die Ausgangslage: Die Denkfabrik «European Council on Foreign Relations» hat vor kurzem gewarnt, nach den Wahlen für das EU-Parlament im Juni könnte es für die Europäische Union deutlich schwieriger sein, ihre Klimaziele zu erreichen. Denn wegen des Vormarsches von «rechtspopulistischen» Parteien drohe im Parlament eine Koalition, die gegen die Klimapolitik gerichtet sei (siehe hier).

Warum das wichtig ist: Die EU ist weltweit Vorreiter in Sachen Klimapolitik. Kein Kontinent will den Klimaschutz mit einem «Green Deal» derart entschlossen vorantreiben, wie die EU: Bis 2030 soll der Ausstoss an Treibhausgasen um 55 Prozent gegenüber 1990 reduziert werden («Fit for 55»). Wie vor kurzem bekannt wurde, will die EU den Klimagasausstoss bis 2040 gar um 90 Prozent verringern. Gehen klimaskeptische Rechtsaussen-Parteien bei den EU-Parlamentswahlen gestärkt hervor, könnte das diese Bemühungen bremsen.

Die ganze Story gibt es im Nebelspalter (https://www.nebelspalter.ch/themen/2024/03/stellt-der-vormarsch-der-rechtsparteien-die-eu-klimapolitik-in-frage). Der Beitrag kann nach 20 Sekunden Werbung freigeschaltet werden.

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Pressemitteilung der Beratungsstelle für Nachhaltige Entwicklung und Change Management:

Politische und mediale Fokussierung auf die Wärmepumpe offenbart fehlende Technologieoffenheit

Berater für Nachhaltige Entwicklung kritisiert mangelndes Bewerben von alternativen Heizungsformen

Nachdem sich unter anderem Bundesbauministerin Geywitz auf die Wärmepumpe als Technologie der Zukunft fokussiert hat, schließen sich ihr auch immer mehr Medien in der Berichterstattung an. Dies kritisiert der Berater für Nachhaltige Entwicklung und Change Management, Dennis Riehle (Konstanz). Er erklärt in einem Statement wie folgt:

Dass sich nun auch immer mehr Medien in einem derart vor Lobhudelei auf die Wärmepumpe triefenden Journalismus zum Steigbügelhalter und Lobbyisten von Habecks Energiewende macht, überrascht und enttäuscht mich. Insbesondere die im Beitrag zu Wort kommenden „Experten“ sind überaus einseitig ausgewählt. Es kommt daher nicht zu einer kritischen Auseinandersetzung mit den erheblichen Hürden und Risiken, welche von dieser gepushten Technologie insbesondere mit Blick auf Kosten in Alt- und Bestandsbauten ausgehen können. Es mag in einigen Fallkonstellationen unter massivem Einsatz von energetischen Sanierungen zu einer langfristigen Effizienz kommen. Allerdings erlebe ich in meinem persönlichen Umfeld von Freunden und Nachbarn, die von Öl oder Gas dahin gewechselt sind, spätestens bei der ersten Stromrechnung ein böses Erwachen. Das wiederum allein der CO2-Ausstoß als Referenz für das Gelingen der Transformation herangezogen und dabei wirtschaftliche wie soziale Aspekte weitgehend außen vor gelassen werden, entspricht nicht meinem Verständnis von objektiver Berichterstattung. Gerade, weil aktuell auch die Bundesbauministerin wiederum für einen klaren Ausstieg der Bürger aus den Fossilen gefordert hat, scheint sich eine Achse der die Bürger noch weiter unter moralischen Druck setzenden Aktivisten gebildet zu haben. Frau Geywitz möchte man an dieser Stelle deshalb gerne entgegenhalten:

Sie führen in Ihrer Stellungnahme zum Start des Gebäudeenergiegesetzes lang und breit aus, was die Bürger nicht tun sollen. Doch Sie geben gerade den Menschen, die von ihrem Energieberater erfahren haben, dass in ihrem Haus eine Wärmepumpe nicht effizient funktionieren kann, keinerlei Antwort über praktikable Alternativen abseits von Öl und Gas. Wesentlicher Kardinalfehler in Ihrem und im Habeck’schen Gesetz ist die nahezu vollständige Fokussierung auf eine einzige Technologie, die Sie auch jetzt wieder in lobbyistischer Manier anpreisen – und von deren Herstellern wir ja mittlerweile auch recht unverhohlen wissen, dass dort beispielsweise Grünen-Politiker als Steigbügelhalter und Gesprächspartner ein- und ausgehen. Schlussendlich streben Sie nichts anderes an, als eine planwirtschaftliche Verwirklichung einer nicht-machbaren Energiewende, die dieses Land weiter in die Ruinen treiben wird, aus denen uns die Koalition in ihren Phantasien später einmal auferstehen lassen will. Ökonomie und Wohlstand mit der Abrissbirne platt machen, um sich dann als Erlöser in der Not aufzuspielen. Bildlich gesprochen, ist das wie ein Todesengel, der jemanden in allergrößte Lebensgefahr bringt – um ihn unter dem Risiko, dass die Reanimation nicht gelingen wird, als gefeierter Retter zurück ins Diesseits holt. Es geht der Ampel-Regierung nicht um das Volk, sondern allein um den Kick der Macht, die Republik für das Ausprobieren von ideologischen Traumwelten in Geiselhaft zu nehmen.

Die Beratungsstelle für Nachhaltige Entwicklung ist kostenlos unter www.dennis-riehle.de erreichbar.

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