Von Frank Bosse
Wir hatten mehrfach angemerkt, dass die „Energiewende“ ihrem erklärten Ziel der Reduktion von CO2 bei der Energieerzeugung kaum näherkommt. So hatten wir hier gefunden, dass der Trend im Emissionsfaktor (g CO2/kWh) nach 2018 nicht mehr signifikant fällt, da auch der Anteil von Windkraft und Solarenergie im Mix kaum noch wächst. Das ist auch hier gezeigt,
Dabei sind immer die offiziellen Daten von „Agora Energiewende“ verwendet.
Nun gingen Meldungen durch die Medien, dass die Kosten für die „Energiewende“ wohl weitere fast 6 Billionen Euro (!) bis 2049 betragen werden. Woher kommt das?
Es seien die ersten drei Quartale (Januar-September) der Jahre ab 2012 ausgewertet.
Dass da kaum noch Wachstum in EE seit 2018 im Energiemix nachzuweisen ist, muss verwundern. Seitdem wurden bis 2026 32% Windkraft zugebaut, bei Solar sind es gar Faktor 2,4.
Das ist jedoch stets die installierte Leistung, sie wuchs tatsächlich von Jahr zu Jahr.
Allerdings ist das nur eine „Aufwandsgröße“ für die Zielerreichung nur wenig erheblich. „Entscheidend ist, was hinten rauskommt“ formulierte der Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl.
Das sei nun gezeigt:

Da ist klar zu sehen, dass das Maximum im Jahre 2020 auftrat, 22,8% der installierten Leistung wurde auch wirksam. Leider sah das in den 3 ersten Quartalen am Ende im Mittel wieder schlechter aus: es waren nur noch 18 %. Das meiste an Zubau wurde nicht wirksam.

Bei Solarenergie (PV) ist es ähnlich: Seit 2023 sehen wir da nur im Mittel 10% Wirksamkeit der Installationen.
Die ganzen „Jubelmeldungen“ über die Fortschritte bei der „Energiewende“ beziehen sich in aller Regel jedoch auf Installationen. Nur werden die in eine volatile Umwelt hineingebaut, die die Ausbeute stark begrenzt.
Insgesamt bleiben wir in Deutschland seit Jahren so bei ca. 300…350 g CO2/kWh im Mittel der Quartale 1-3 hängen und da ist auch kaum noch Bewegung nach unten. Der Anteil Wind und Solar dümpelt so um die 50-Prozentmarke aller erzeugten Energie. Das muss besorgen, dieses „Waten in Sirup“ bringt Deutschland auf keinen“ grünen Zweig“ in Europa. Wir sind unter den 5 Ländern mit dem höchsten CO2-Koeffizienten da. Der eingeschlagene Kurs bringt auch – wenn überhaup t- nur im Schneckentempo voran.
So ist denn auch eine Abbildung (Quelle: Bundesnetzagentur im Oktober 2026) einzuordnen, die eine Projektion wagt:

Der Ausbau von installierter Solarenergie soll im bisherigen Tempo ab 2022 weitergehen, die installierte Windenergie soll noch viel stärker ausgebaut werden als nach 2023. Klar, denn der bereits erfolgte Ausbau wurde ja nahezu „aufgefressen“ von wechselnden Winden, wie gezeigt! Immer dabei vergegenwärtigen: von ersterer kommen nur im Mittel 10% im Netz an, von Wind sind es ca. 18%. Die Frage ist, ob der riesige Aufwand, der durch Volatilität von Energien niedriger Dichte entsteht, realistisch zu stemmen sein wird. Die Orte mit „guten“ windreichen Onshore-Plätzen für Windräder sind lange besetzt, der Ausbau von Offshore- Anlagen stockt, statt wie gefordert im Bild oben exponentiell zu wachsen. Die Probleme, den Strom in den Netzen auch dort verfügbar zu machen, wo er gebraucht wird, werden nicht kleiner. Diese Netze waren ursprünglich für eine „Top-Down“ Struktur ausgelegt: Oben stand die Erzeugung (am Ort noch in Hochspannung verwandelt) und weiter unten auf den Spannungsebenen erfolgte der Verbrauch.
Heute ist das anders: erzeugt wird in allen Ebenen bis hin zum Niederspannungsnetz bei kleinen Haus-PV-Anlagen. Das macht die Sache komplex und sehr teuer. Immer wieder kommt es vor, dass (vor allem im Sommer) EE-Anlagen abgeregelt werden müssen, weil die Leistung das Netz nicht aufnehmen kann. Das führt zu noch weniger Ausbeute.
Erhebt sich die Frage, ob das wirklich ein sinnvoller Weg ist, das Problem CO2 durch Kohlenstoffverbrennung zu lösen, wenn da immer zäherer Sirup an den Beinen klebt auf dem Weg dahin. Es gibt eine Technologie ohne diese Probleme: Die Kernkraftnutzung. Das hat andere Nachteile: Die Technologie ist vor allem deshalb so komplex, weil man einen Unfall (ungebremste Kettenreaktion, das „will“ Physik) unbedingt verhindern muss. Die Endlagerung von radioaktiv strahlendem Material ist ebenso eine Herausforderung. Auf der Haben-Seite steht: nahezu umweltunabhängige CO2-arme Erzeugung von Energie und viel einfacher zu designende Netze. Das muss man abwägen. Dass man nachhaltig die Physik zähmen kann, beweist das statistisch sicherste Verkehrsmittel der Welt: Das Flugzeug. Das Gravitationsgesetz will, dass es herunterfällt. Technologie und Fortschritt verhindern das sehr sicher bei Millionen Flugbewegungen global.
Das finnische Endlager in Onkalo geht nach nur 22 Jahren Bauzeit bald in Betrieb. Der Beweis: Wenn der Wille da ist, kann es sicher sein und viel schneller gehen als in Deutschland. Hier fehlte schlicht der Wille und mindestens ein technisch taugliches Endlager ist längst gefunden: Gorleben. Es wurde mehr politisch ausgeschlossen.
Ob das bei den trüben Aussichten (technisch und pekuniär) mit „nur EE“ anders wird? Man kann es nur hoffen als Bürger, denn jeder „Klimabesorgte“ DARF nur den Blick auf das haben „was hinten rauskommt“. Das ist der CO2-Emissionsfaktor, der lag im September 2026 in Frankreich mit 69 % beteiligter Kernkraft bei 33 g CO2/kWh, in Deutschland war er 10mal höher (338 g CO2/kWh). Jeder Klimaforscher (ein Beispiel), der also die Technologie (fachfremd!) bewertet und damit NICHT das Ergebnis sieht, der sollte sich eher auf sein Fachgebiet konzentrieren und den kumulativen CO2-Klimaantrieb realistisch einordnen.
In Abwandlung eines Satzes von Willi Brandt steht auch hier: „Mehr Optimismus wagen.“