Vom Morgenthau zur Abenddürre

Leserbrief  von Dr. Gerhard Reinmüller:

In meinem Leserbrief vom 3.März 2026 hatte ich festgestellt, dass bei der derzeitigen, seit Merkel verfolgten Politik in Deutschland man sich nicht wundern darf, wenn kritische Gedanken, wie die folgenden, aufkommen können:

„Nachdem heute ein starkes Deutschland nicht mehr benötigt wird, wie dies zu Zeiten des Kalten Krieges und der Sowjetunion der Fall war, sollte nun endlich der „Morgenthau-Plan“ mit Zerstörung des Wirtschaftsstandortes umgesetzt werden“. 

Henry Morgenthau Jr. hatte im August 1944 einen Plan zur De-Industrialisierung Deutschlands und Rückentwicklung in einen Agrarstaat vorgeschlagen. Ein Plan, der danach wegen des kalten Krieges nicht umgesetzt wurde, weil man der Ausdehnung des Kommunismus in Europa entgegenwirken wollte.

Mit der heute fanatisch vertretenen Energiewende Politik, die nach wiederholten Feststellungen von Herrn Prof. Vahrenholt zu De-Industrialisierung und Wohlstandsverlusten führen wird  (KN vom 20. 12.2024 und 12.06.2025, sowie Apollo News in KN vom 12. August 2026)) und die entgegen jeder wirtschaftlichen Vernunft nur der Ideologie folgend derzeit in Deutschland von den links-grünen Gruppen durchgepeitscht wird (vgl. dazu auch meinen LB vom 3. März 2026), können schon Gedanken aufkommen, dass nun der Morgenthau-Plan durchgezogen werden sollte.

Dass es dazu viele kritische Stimmen gibt, scheint die politisch Verantwortlichen nicht zu beeindrucken, bzw. folgen sie willenlos der vom Mainstream vorgegebenen Strategie.    

Wenn Evonik-Chef Christian Kullmann zuletzt feststellte (KN vom 6.August 2026), dass die Energiewende bislang rund 1000 Milliarden (=1 Billion) Euro gekostet hat und dem Land nichts brachte, so müsste das jeden verantwortlichen Politiker in Panik versetzen. Mit anderen Worten – der Morgenthau-Plan brachte dem Land eine Abend-Dürre, wie sie nur in der Vergangenheit vorkam.

Mit mittelalterlichen Energiegewinnungsmethoden, wie Windmühlen und Wassernutzung haben wir leider wieder mittelalterliche Probleme bekommen. Ebenso wie heute niemand Segelschiffe für den Transport auf den Meeren einsetzen würde, dürfte auch kein verantwortungsbewusster Wirtschaftspolitiker Wind und Sonne, bzw. Wasser als alleinige Grundlage der Energieversorgung eines Industrielandes im 21. Jhdt. nehmen.

In meinem Leserbrief vom 26.04.2025 hatte ich den Artikel vom 1. April 2025 „Über Sonne und Wind und die Energieproduktion“ und die im Newsletter von Herrn Prof. Vahrenholt analysierte „Klimaneutralität“ zum Anlass genommen, um festzustellen, dass es sich bei der Deutschen Energiewende um eine – seit langem geplante – De-Industrialisierungs-strategie handelt, die schon vor Jahrzehnten konzipiert wurde und die jetzt nahezu teuflisch durchgezogen wird.

Bereits 1977, wurden auf einer Tagung am Internationalen Institut für Angewandte Systemanalyse IIASA in Laxenburg bei Wien die „soft“ Energien (sog. Erneuerbare) als Gegenpol zu den „harten“ Energien (Kernenergie, Fossile) aufgebaut. Die dort angestrebte Strategie war vom Beginn an eindeutig gegen die Kernenergie gerichtet und hatte das Ziel die sog. Erneuerbaren als politische Waffe für einen Systemwechsel einzusetzen. Damals war auch klar, dass unter technisch-wirtschaftlichen Aspekten das Konzept des „Soft Energy- Path“ nicht lebensfähig war! „Das technische Potential der Soft-Technologien ist nicht in der Lage, mit der quantitativen und qualitativen Entwicklung der Menschheit Schritt zu halten und den voraussehbaren Energiebedarf bei einer katastrophenfreien Entwicklung zu decken“.

Um akzeptiert zu werden müsste ein tiefgreifender sozialer Wandel stattfinden und drastische Änderungen von Wertvorstellungen angestrebt werden. Wie immer wird dabei mit Angst gearbeitet, nur um die Menschen gefügig zu machen. Dafür wurde CO2 als alleiniger Schuldiger für den Klimawandel, der natürlich menschengemacht sein muss, ausgewählt und die Erderwärmung auf den CO2-Anstieg zurückgeführt. Im Gegensatz dazu stellte Herr Prof. Vahrenholt bereits in seinem Newsletter im September 2023 fest, dass rd. 70% der Erderwärmung auf solare Einstrahlungs-bedingungen zurückzuführen sind und CO2 nur einen geringen Einfluss hat. Wie weit sich jedoch die Erderwärmung auf den Klimawandel auswirkt bzw. diesen hervorruft ist viel zu wenig erforscht. Dass die Erderwärmung in den vergangenen Warm-perioden zu einer Blütezeit führte, ganz im Gegensatz zu den Kälteperioden in denen Not und Hunger herrschten, wird heute von den „Klimaaposteln“ negiert.

Für den komplexen Klimawandel und den Einfluss von CO2 wurde von führenden Klimaforschern, wie Judith A. Curry ein vernünftiger Umgang vorgeschlagen und Lösungsmöglichkeiten behandelt. Damit wurde dann auch die ganze CO2-Hysterie ad absurdum geführt.  ( Judith A. Curry: „Climate Uncertainty and Risks Rethinking Our Response“). Bei näherer Betrachtung dieser Tagung kann doch der Verdacht aufkommen, dass der Morgenthau-Plan als Orientierungs-Vorlage verwendet wurde.

Einer der Tagungs-Teilnehmer, Dr. Penczinsky bewies in seinem Buch „Welche Energiestrategie können wir wählen?“ 1977 ganz klar, dass eine „Gesellschaftsveränderung anvisiert und diese dann schrittweise von den Radikalen Grünen umzusetzen getrachtet würde.“

In meinem LB vom 14.08.2024 hatte ich festgestellt, dass der von Merkel, durchgeführte Atomausstieg doch als klares Zeichen gesehen werden kann, dass Deutschland als Wissenschafts- und Industriestandort abgeschafft werden sollte.

Ein paar Beispiele dafür:  CCS war eine deutsche Erfindung und musste dann nach Kanada auswandern, ähnlich wie es beim DFR der Fall war. Zum „Dual Fluid Reaktor“ (DFR) hatte ich bereits in meinem Leserbrief vom 1.Okt. 2023 geschrieben:

Deutschland hätte die Möglichkeit auf Grund seiner erstklassigen Physiker die Kernkraft hochwirksam zu nutzen. Abgesehen von Kernkraftwerken die inkl. Fachpersonal -ähnlich wie dies bei der Magnetschwebebahn der Fall war – nach China nahezu verschenkt wurden, gibt es in Berlin am Institut für Festkörper Kernphysik das Projekt des Dual Fluid Reaktors (DFR), einem Kernreaktor der vierten Generation.

Dieser wäre nicht nur inhärent sicher, sondern könnte auch die abgereicherten Uranbrennstäbe von Atomkraftwerken der dritten Generation, welche heute endgelagert werden müssen, als Brennstoff verwenden und somit eine Lösung zum Abbau der Endlager bieten.

Mit einem geringen Teil der für die Energiewende damals ausgegebenen 500 Mrd. EURO [nach dem Evonik-Chef sind es sogar 1000Mrd.= 1 Billion Euro] hätte man den DFR serienreif machen können. Damit hätte Deutschland in Zukunft eine saubere und gesicherte Energieversorgung und auch ein „klimafreundliches“ Exportprodukt. Der DFR musste jedoch nach Kanada auswandern, um die Möglichkeit für den Bau eines Prototyps zu erhalten.

Am 20. Sept. 2023 erschien im BILD ein Artikel „Endlagerproblem gelöst. Deutsche Forscher bauen Atommüll-Vernichter“ in welchem die Leser informiert wurden, dass vom DFR ein Prototyp in RWANDA/Ostafrika gebaut werden soll und der DFR eine Lösung zum Abbau der Endlagerstätten darstellen wird. Eine Lösung die deutsche Physiker schon lange wussten und die ich Frau Prof. Grimm schon im Sept. 2021 vorgeschlagen hatte.

Herr Professor Michael Thorwarth der Universität Hamburg vertrat bereits im November 2023 die Ansicht, dass Moderne Kernkraft und Salzschmelze-Reaktoren die Lösung für die weltweiten Energieprobleme sein werden. Die einzigartige Entwicklung des DFR könnte eine technische Revolution einleiten die größer als die Industrielle-Revolution wäre, als man menschliche und tierische Arbeit mit einfachen Werkzeugen durch Maschinen ersetzen konnte. Das Ausmaß einer solchen technischen Revolution lässt sich auch aus den Erntefaktoren ersehen (vgl. dazu Anhang 1).

Energiewende-Umkehr mit blühenden Ländern und frischem Morgen-Tau

Es wird daher eine Umkehr aus der Sackgasse der Erneuerbaren Energien notwendig sein, um Deutschland wieder eine Chance in der Zukunft zu geben und nach der Abend-Dürre doch noch einen frischen, kräftigenden Morgen-Tau zu erhalten.

Hoffen wir, dass dies schon bald möglich sein wird.

Mit herzlichen Grüßen und den besten Wünschen

Dr. Gerhard Reinmüller.

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Anhang1) 

 Erntefaktoren (Energy Return on Investment=EROI) sind das Verhältnis von erzeugter(=genutzter) Energie zur für Herstellung, Betrieb und Instandhaltung (+Abbau) eingesetzten Energie.

Beispiele für Erntefaktoren:

Laufwasserkraftwerke rd. 50 / Kohle- und Gaskraftwerke rd. 30 / Kern-KW der 3.Generation rd. 70-100 Windkraftwerke, sowie Photovoltaik sind im einstelligen, bzw. niedrigen zweistelligen Bereich, nach Prof. Thorwarth bei 3,9. Der Energie-Erntefaktor des Dual Fluid Reaktors liegt nach Prof.  Thorwarth bei etwa 2000, d.h. bis zu 100-mal höher als die Erneuerbare Energie Anwendungen.

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