Quelle: Phys.org – https://phys.org/news/2026-08-cannabis-farming-streams-california-experts.html | Autor: Simon Fraser University | Veröffentlichungsdatum: 4. August 2026
Cannabisanbau verändert Fließgewässer in Kalifornien, warnen Experten
Der Anbau von Cannabis kann in Kaliforniens „Emerald Triangle“ erhebliche Auswirkungen auf die Wasserführung von Bächen und Flüssen haben. Eine neue Studie von Forschern der Simon Fraser University, der University of California, Berkeley, und des US-Landwirtschaftsministeriums zeigt, dass insbesondere die Entnahme von Grundwasser zur Bewässerung von Cannabispflanzen den Abfluss von Quell- und Oberläufen deutlich verringern kann. In einzelnen Fällen können Gewässer, die normalerweise ganzjährig Wasser führen, während des Sommers vollständig austrocknen. (Phys.org)
Das sogenannte Emerald Triangle im Norden Kaliforniens ist eine der weltweit bedeutendsten Regionen für den Cannabisanbau. Die landwirtschaftlichen Flächen liegen teilweise in abgelegenen, gebirgigen Einzugsgebieten. Gerade dort besteht eine enge Verbindung zwischen Grundwasser und Oberflächengewässern. Wasser, das aus unterirdischen Speichern entnommen wird, steht deshalb nicht zwangsläufig ausschließlich den landwirtschaftlichen Kulturen zur Verfügung, sondern kann zugleich die Wasserführung nahe gelegener Bäche beeinflussen.
Die Forscher weisen darauf hin, dass Grundwasser und Fließgewässer häufig als voneinander getrennte Wasserressourcen betrachtet werden. Tatsächlich bilden sie jedoch vielfach ein zusammenhängendes hydrologisches System. Wird Grundwasser abgepumpt, kann dadurch die Menge des Wassers sinken, die später über Quellen und unterirdische Zuflüsse in Bäche gelangt. Besonders problematisch ist dies während Hitzeperioden und Dürren, wenn der Bewässerungsbedarf der Landwirtschaft steigt und gleichzeitig die natürlichen Ökosysteme besonders stark unter Wassermangel leiden.
Für ihre Untersuchung entwickelten die Wissenschaftler ein Modell, mit dem sie die Auswirkungen unterschiedlicher Mengen an Grundwasserentnahme auf die Wasserführung von Bächen analysierten. Insgesamt wurden 580 verschiedene Szenarien betrachtet. Dabei wurden sowohl der Wasserbedarf der Landwirtschaft als auch unterschiedliche klimatische und hydrologische Bedingungen berücksichtigt. (Phys.org)
Die Ergebnisse zeigen, dass bereits ein vergleichsweise kleiner Anteil landwirtschaftlich genutzter Flächen innerhalb eines Einzugsgebietes messbare Auswirkungen haben kann. Unter realistischen Bedingungen für den landwirtschaftlichen Wasserbedarf können saisonal wasserführende Bäche bis zu fünf Wochen früher trockenfallen. In bestimmten Fällen kann die Grundwasserentnahme sogar dazu führen, dass Bäche, die normalerweise das ganze Jahr über Wasser führen, im Sommer vollständig austrocknen.
Besonders stark sind die Auswirkungen in trockenen Jahren. Ebenfalls empfindlich reagieren Einzugsgebiete, deren Untergrund nur über eine begrenzte Fähigkeit zur Speicherung von Grundwasser verfügt. Dort kann eine zusätzliche Wasserentnahme schneller zu einem Rückgang des Grundwasserstands und damit zu einer Verringerung der Grundwasserzuflüsse in die Bäche führen. (Phys.org)
Die Folgen reichen über die unmittelbar betroffenen Bäche hinaus. Die untersuchten Oberläufe sind Teil größerer Flusssysteme und stellen wichtige Lebensräume für Fische dar. Eine geringere Wasserführung kann deshalb den Lebensraum von Lachsen beeinträchtigen und gleichzeitig die Wassermenge reduzieren, die weiter flussabwärts zur Verfügung steht.
Die Studie verdeutlicht damit einen wichtigen Zusammenhang zwischen landwirtschaftlicher Grundwassernutzung und Gewässerökologie. Entscheidend ist nicht allein die Gesamtmenge des entnommenen Wassers, sondern auch der Zeitpunkt und der Ort der Entnahme. Eine Wasserentnahme während einer sommerlichen Trockenperiode kann wesentlich problematischer sein als dieselbe Entnahmemenge zu einer Jahreszeit mit hoher Wasserverfügbarkeit.
Zusätzliche Bedeutung erhält das Problem durch den Klimawandel. In den Gebirgsregionen des westlichen Nordamerikas spielt die Schneedecke traditionell eine wichtige Rolle als natürlicher Wasserspeicher. Schnee speichert Niederschläge über den Winter und gibt das Wasser im Frühjahr und Frühsommer allmählich an Böden, Grundwasser und Fließgewässer ab. Steigende Temperaturen und geringere Schneemengen verändern diesen natürlichen Speichermechanismus.
Wenn weniger Schnee fällt oder die Schneedecke früher schmilzt, steht im späteren Frühjahr und Sommer weniger Wasser für die natürliche Auffüllung des Grundwassers zur Verfügung. Gleichzeitig steigt bei höheren Temperaturen der Bewässerungsbedarf. Dadurch verschärft sich der Konflikt zwischen landwirtschaftlicher Wassernutzung und dem Schutz der Gewässer.
Die Autoren sehen in den Ergebnissen daher nicht nur ein Problem für den Cannabisanbau in Kalifornien. Die grundlegenden Zusammenhänge sind auf viele andere Regionen übertragbar, in denen Landwirtschaft zunehmend auf Grundwasser angewiesen ist. Besonders kritisch sind Gebiete, in denen trockene Sommer, steigende Temperaturen und eine abnehmende natürliche Wasserverfügbarkeit zusammentreffen.
Die Untersuchung liefert zudem einen Ansatz für eine bessere Wasserbewirtschaftung. Wenn bekannt ist, wie empfindlich einzelne Einzugsgebiete auf Grundwasserentnahmen reagieren, können Behörden und Wassermanager die Entnahme gezielter steuern. Dadurch könnte versucht werden, den landwirtschaftlichen Wasserbedarf mit dem Schutz von Bächen, Fischbeständen und anderen ökologischen Funktionen in Einklang zu bringen.
Die Forscher betonen letztlich, dass Grundwasser nicht als isolierte Ressource betrachtet werden sollte. Gerade in Gebirgsregionen können Eingriffe in unterirdische Wasserspeicher erhebliche Auswirkungen auf die Wasserführung an der Oberfläche haben. Angesichts zunehmender Dürren und veränderter Niederschlags- und Schneeverhältnisse dürfte die Bedeutung dieser Zusammenhänge künftig weiter zunehmen. (Phys.org)
Die wissenschaftliche Arbeit „Assessing streamflow depletion from agricultural groundwater use in headwater catchments using storage-discharge functions“ wurde im Journal of Hydrology veröffentlicht. Die Studie stammt von Philip Georgakos und weiteren Forschern und untersucht mit Hilfe von Speicher-Abfluss-Funktionen, wie sich landwirtschaftliche Grundwasserentnahmen auf die Wasserführung von Oberläufen auswirken. (Phys.org)
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Der Klimawandel soll schuld sein an den Waldbränden in Frankreich, Spanien und Griechenland , hört man allenthalben. Richtig ist wohl eher, dass die EU dahintersteht. Diesen Schluss kann man jedenfalls aus neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen ziehen. Diese besagen, dass in mediterranen Schutzgebieten Waldbrände häufiger vorkommen, weil sich dort mehr brennbares Material ansammelt und der Mensch dieses nicht entfernen darf. Und die EU stellt immer mehr Gebiete unter Naturschutz. Also fördert sie damit Waldbrände. Die Details hat Alex Reichmuth im Nebelspalter ausgeführt: https://www.nebelspalter.ch/themen/2026/08/die-eu-heizt-mit-ihrer-umweltpolitik-waldbraende-an
Schutz von Wäldern
Die EU heizt mit ihrer Umweltpolitik Waldbrände anDie Fakten: Die Europäische Union stellt immer mehr Waldgebiete unter Naturschutz. Damit fördert sie in mediterranen Gebieten aber Waldbrände. Denn geschützte mediterrane Wälder sind feueranfälliger, wie wissenschaftliche Studien zeigen.
Warum das wichtig ist: Vor allem Frankreich, Spanien und Griechenland wurden in den letzten Wochen von verheerenden Waldbränden heimgesucht. Allenthalben wird der Klimawandel für diese Ereignisse verantwortlich gemacht. Bei so viel Fixierung auf die Erderwärmung wird übersehen, dass es vielmehr die Umweltpolitik der EU ist, welche Brände fördert.
Das Zitat: «Wenn man den Menschen aus dem System entfernt, sammelt sich mehr Brennmaterial an – und dann entstehen schlimmere Brände.» (Erklärung des spanischen Forstwirtschaftsexperten Victor Resco de Dios, warum die Umweltpolitik der EU und der damit verbundene Verzicht auf menschliche Eingriffe in Wäldern zu mehr Feuern führt, «Wall Street Journal», siehe hier)
Den ganzen Artikel kann man hier nachlesen: https://www.nebelspalter.ch/themen/2026/08/die-eu-heizt-mit-ihrer-umweltpolitik-waldbraende-an
Den Newsletter „Klima und Energie“ von Alex Reichmuth kann man hier abonnieren: https://www.nebelspalter.ch/newsletter/klima-energie