Von „ansteigender Klimawandel-Skepsis in Deutschland“ und den Ursachen 

Von Frank Bosse

Eine aktuelle Studie in „Science-Global Environmental Change“ versucht das zu beleuchten.  

Sie stellt fest, dass nach 2022 die Skepsis stark anwuchs und zeigt das in der ersten Abbildung: 

Quelle: Fig.1 der verlinkten Studie 

„Skepsis“ sei kein Nischenphänomen mehr, sondern eine Massenerscheinung. 

Leider wird in der Studie nicht erklärt, welche „Skepsis“ genau gemeint ist. Eigentlich gehört Skepsis zur Wissenschaft, ausdrücklich wird darauf aufmerksam gemacht, dass mit „Skepsis“ nicht nur „Leugnung“ jedes menschlichen Einflusses auf das Klima gemeint ist. Ein „Skeptiker“ ist schon, wer den Satz: „Die Zukunft liegt in Erneuerbaren Energien (EE) “ nicht unterschreiben mag. Dabei hat das IPCC AR6 WGIII schon 2021 geklärt, dass in EE nur EIN Teil der Zukunft liegt, andere sind Kernkraft (in Deutschland verboten) und Kohlenstoffabscheidung aus Abgasen von Verbrennungen (in Deutschland bis vor kurzem verboten).  

Die Studie ist dann auch sehr schnell bei den Ursachen für die schnell wachsende Skepsis:  

Die schnell wachsende Zustimmung zu rechten Parteien sei der Hauptgrund. Das Anwachsen der AfD von 4,7% auf 20,8 % von 2013 bis 2025 erlaube diese Zuschreibung. Da wird also eine Korrelation beschrieben zwischen wachsender Skepsis und wachsendem Einfluss rechter Parteien. Und fertig ist die Kausalität in der Studie. Zwar wird in der Zusammenfassung der Satz nachgeschoben:  

„we cannot rule out the possibility of reverse causality: increasing CCS could also strengthen hierarchical or individualistic worldviews and push political orientations further to the right.” 

der immerhin auch eine Umkehrung der Kausalkette zugesteht. Nur lässt eine Korrelation in der Wissenschaft viele Kausalitäten zu:  

„Wenn A und B korrelieren, kann A von B oder B von A oder A und B von C, D, E… abhängig sein.“  

Es können also viele andere Faktoren auf beide Beobachtungen wirken: zunehmende „Klimawandelskepsis“ und das Wachstum rechter Parteien auch in Deutschland. Diese Möglichkeiten in der Wissenschaft werden in der „Science“-Arbeit überhaupt nicht beachtet. Das muss verwundern!  

Hier ein Vorschlag für „C“, eine gemeinsame Ursache: Der Klima- Alarmismus in Deutschland. Beispiele gibt es genug. Aus aktuellem Anlass zunächst ein Verweis auf den Alarmismus und die Panikmache zum arktischen Meereis im September. Der „Spiegel“ titelte im Jahre 2007

„Arktis- Meereis könnte in 13 Jahren verschwunden sein“ 

Es wurden Wissenschaftler vom „National Snow and Ice Center“ (NSIDC) zitiert:  

„Viel eher als bisher berechnet werde es im Sommer kaum noch oder gar kein Meereis mehr um den Nordpol herum geben – möglicherweise schon im Jahr 2020.“ 

Das trat, wie wir wissen, nicht ein.  

Nach den aktuellen Daten auch des NSIDC sieht es heute ganz anders aus:  

Die Ausdehnung in 2026 (4,8 Mio. km²) wurde mit aktuellen August-Daten geschätzt. 

1 Mio. km² gilt als “eisfrei”.  

Seit 2007 ist da ein Null-Trend, nun 20 Jahre lang. 

Was „die Wissenschaft“, damals im „Spiegel“ zitiert, im Jahre 2007 mutmaßte war ein großer Irrtum. Das passiert: „Die Wissenschaft von heute ist der Irrtum von morgen“, nur sollten sich die Akteure dieser Regel auch immer bewusst sein und nicht unter der Flagge von „der Wissenschaft“ diese Irrtümer an die große Glocke hängen mit „Katastrophen-Prophezeiungen“. Sonst verstimmt sich die „große Glocke“ zusehends und die Öffentlichkeit wird „skeptisch“. 

Das muss gar nichts ursächlich mit „rechten Parteien und Medien“ zu tun haben. 

Ein weiteres Beispiel ist das Katastrophen-Geschrei zur „Atlantischen Umwälzzirkulation“ (AMOC). Wir hatten oft aktuell informiert. So legten wir im Juni 2026 dar, dass es in Wahrheit nur das Ding einer „Handvoll Forscher“ ist, die da so tröten. Immer wieder zeigten sie mit (ausgesuchten) „CMIP“-Klimamodellen, wie die AMOC noch in diesem Jahrhundert versiegt. Das Vorgehen ist dabei immer ähnlich, wir zeigten es im August 2025.  

Ein aktuelles Papier von Klimaforschern, die Teile der Creme de la Creme der Zunft bilden, sagt zu den Fähigkeiten der Klimamodelle bei der Abbildung von Ozeaneigenschaften:  

„Selbst wenn die Theorie eine adäquate Beschreibung der CMIP-Modelle liefern würde, sollte man bedenken, dass diese Modelle selbst nur unvollkommene Annäherungen an die Realität darstellen. Ihre Ozeandynamik ist quasi-laminar und nicht, wie in der Realität, hochgradig turbulent. Dieser Effekt wird durch statistische Korrekturen zu berücksichtigen versucht.“ 

Da steht inhaltlichDie bisherigen Modelle sind überhaupt nicht in der Lage, turbulente Meeresströmungen wie die AMOC zu erfassen, sie können turbulente Erscheinungen gar nicht abbilden. 

Erhebt sich die Frage: Warum wird es dann gemacht und erscheint in der Literatur? Ein Verdacht drängt sich auf: Auch hier soll wieder etwas „an die große Glocke“ gehängt werden, was am Ende nur zu größerer Skepsis führt.  

Noch ein Beispiel gefällig? Immer wieder hören und lesen wir von Horrorzahlen der Erwärmung bis 2100. Im Oktober 2025 informierten wir, dass eine aktuelle Studie eine Zahl von ca. 2,4 Grad annimmt als zentralen Wert (davon sahen wir schon ca. 1,5 Grad bis 2025), 3 Grad seien nur zu 9 % wahrscheinlich. Ein Buch von Prof. Rahmstorf nahm diese 3 Grad als beste Schätzung. Der Unterschied macht für Deutschland ca. 1 Grad aus, das ist nicht wenig!  

Auch hier wieder „die große Glocke“ als eigentliches Ziel. Und politische Botschaften, wie sie weiland auch Greta Thunberg formulierte, nun eher ins antisemitische Milieu abgedriftet. Mit den mittel- und langfristigen Folgen: immer mehr Skepsis einer großen Masse in der Bevölkerung gegenüber den „Glöcknern“ und ihren Predigern. Es passiert also genau das, was die „Science“ Arbeit zu „Skepsis“ feststellt: Ein recht schnell verlaufender Prozess bei großen Teilen der Bevölkerung. Als Ergebnis von ständigem „Glockenschellen“.  

Hört zuerst damit auf und schiebt Reaktionen auf das Versagen in der „Klimakommunikation“ nicht auf zeitlich parallele Vorgänge, die dann korrelieren! Das tun auch Geburtenzahlen und die Anzahl der Klapperstörche, das ist die berühmte „Storchenkorrelation“. 
Nur was hat so etwas in “Science” verloren?        

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