Von Frank Bosse
Der DWD veröffentlichte seine monatliche Vorausmeldung für den Mai 2026.
Darin enthalten auch die vorläufigen Flächenmittelwerte für Temperatur (14,1 °C) und Niederschlag (65mm).
Bei den Temperaturen waren 14 der 100 Vormonate Mai wärmer als der von 2026, den Vogel schoss 2018 ab mit 16 °C. Es gibt einen klaren Erwärmungstrend, nur 3 Maienmonate waren vor 1980 wärmer (Daten).
Die Niederschläge verhalten sich dagegen sehr gemischt im Mai, von den 100 Vorjahren waren 44 trockener, vor 1980 deren 25. Der trockenste Mai war der von 1989 (28,2mm), der feuchteste der von 2007 (131,1 mm).
Grafisch:

Gezeigt sind die Einzelwerte und (fett) ein 30-jähriger Loess-Tiefpass, ähnlich zur DWD-Methode.
Zu erkennen ist ein Anstieg bis etwa 1950, dann ein Abfall um ca. 0,5 °C, nach 1980 ein Anstieg um 1,4°C, nach 2006 mehr oder weniger Trend-Stillstand. Auch nach 2000 ist sehr viel Variabilität auf den Daten, zwischen 2018 und 2019 liegen 5°C!
Viel Wetter (wie üblich bei Einzelmonaten), der Trend trotzdem eindeutig.
Das Frühjahr insgesamt (Mittelwerte März, April, Mai:

Hier ist der Trend nach 1980 noch eindeutiger, nach 1980 steigt er um ca. 2 °C. Mit einem Wert von 9,9 °C bleibt 2026 um 1 Grad hinter dem bisher wärmsten Frühjahr (2024) zurück und es gab insgesamt 6 wärmere, keines vor 1980.
Der Niederschlag:

Hier kann man sich kürzer fassen: ein ziemliches „Gezappel“ ohne markanten Trend. Interessant: Zwischen 2005 und 2015 gab es eine „Trendbeule“ nach oben: Offensichtlich zufällig häuften sich „nasse Maienmonate“.
Was man bei den Temperaturen sehen kann, ist eine „Klimawirkung“, recht robust, wenngleich im Mai seit ca. 20 Jahren stagnierend, trotz des Rekords von 2018. Beim Frühjahr insgesamt ist keine Trend-Stagnation zu sehen.
So etwas ist beim Niederschlag beim besten Willen nicht festzustellen. Er könnte im Mai variabler werden, die wilden „Zacken“ nach 2000 deuten vielleicht so etwas an, vergleicht man es mit den Jahren vor 1980. Insgesamt war der Mai 2026 beim Niederschlag völlig normal. Irgendwelche aktuelle „Dürrephantasien“ (wir berichteten davon) sind völlig unangebracht und nicht evidenzbasiert.
Auch beim Gesamtfrühjahr:

kann man zusammenfassen: Es war zwar nicht sehr feucht (127,1 l), jedoch ist das beileibe nicht so besonders. Insgesamt 14 der 100 Vorgängerfrühjahre waren trockener, davon 6 vor 1980. Auch auf diesen Daten ist kein Klimatrend, nur sehr viel natürliche Variabilität.