Ergänzung zum Artikel vom 4. Mai 2026: „Hitzewelle in Skandinavien 2026“.
In der dort zitierten Meldung des ZDF in „heute“ war viel von „Hitze nördlich des Polarkreises“ die Rede. Im Originalbericht von Copernicus bezog man sich jedoch bei der „Hitzewelle 2025“ auf ein größeres Gebiet. Das Zitat im Ursprungsartikel lautete:
„Weiter geht’s im Video und gleich im Anschluss (bei 0:15 Min.) kommt da ein Dr. Pappenberger zu Worte mit diesen Aussagen:
„Die ganze Region so von Norwegen bis …Russland hatte eine 21-tägige Hitzewelle, die wir noch nie davor gesehen haben“
Unter „die ganze Region“ versteht der „Copernicus“-Bericht selbst die Region nördlich 60°N, also ganz Skandinavien und Teile Russlands. Im Artikel hier wurde nur das Gebiet nördlich 65°N behandelt, so stand es auch im ursprünglichen Diagramm.
Die Daten für die komplette skandinavische Halbinsel sagen aus:

Quelle: KNMI Climate Explorer
Es ist der „WSDI“ gezeigt, das ist die Summe der „warmen Tage“ pro Jahr. Die Grenze für „warm“ wird dabei durch die Jahre 1961-1990 definiert und die oberen 10% der Temperaturen in diesem Zeitraum. Es war damals im Vergleich zu heute deutlich kühler, als Grenze ist daher ein Wert unter der Definition „Sommertag“ (25°C) angewendet.
Hier war das Jahr 2025 tatsächlich der Rekordhalter. Man erkennt auch sehr plastisch die Wirkung des Klimawandels, seit Mitte der 80er Jahre steigt dieser Index recht kontinuierlich an.
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Drei Projekte zur Wasserstoff-Erzeugung im Saarland gescheitert
Die deutsche Regierung will Wasserstoff zügig verfügbar machen. Im Saarland endet dieses Vorhaben vorerst in einem herben Rückschlag, denn die drei geplanten Projekte zur Wasserstoff-Erzeugung in Völklingen, Saarlouis und Perl werden nicht umgesetzt. Ausschlaggebend sind hohe Strompreise, fehlende Großabnehmer und Regeln, die Investitionen in Elektrolyseure in Deutschland für entsprechende Investoren erschweren. Für die Stahlindustrie verschärft das die Lage, weil der Umbau für grünen Stahl durch Direktreduktion mit Wasserstoff planbare Mengen erfordert (saarbruecker-zeitung: 15.01.26).
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Deutscher Wasserstoff-Hochlauf gescheitert – Anwender fehlen und Projekte kippen
Auf der E-world in Essen, Europas Leitmesse der Energie- und Wasserwirtschaft, zeigte sich im Februar ein ernüchterndes Bild: Der deutsche Wasserstoff-Hochlauf kommt praktisch nicht voran, weil es weder eine tragfähige Nachfrage noch ausreichend wirtschaftliche Erzeugung gibt. Auslöser der Debatte war das Eingangsstatement von Thyssengas-CEO Stefanie Kesting, die den Hochlauf „wie eine heiße Kartoffel“ fallengelassen sieht, während zugleich die Hauptfolgen greifbar werden: Investoren stoppen Vorhaben, Betreiber finden keine Abnehmer und der Staat diskutiert neue Stützmechanismen, obwohl die Kosten für Wasserstoff weiterhin hoch bleiben und die Industrie auf belastbare Lieferketten wartet. Zentraler Risikofaktor bleibt das Henne-Ei-Problem, das sich verfestigt hat: Ohne Käufer keine Produktion, ohne Produktion kein Markt.
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Bielefeld legt Wasserstoff-Müllwagen-Flotte still – nächste Tankstelle zu weit weg
Bielefeld hat sieben wasserstoffgetriebene Müllwagen stillgelegt, weil die bislang genutzte H2-Tankstelle in Rheda-Wiedenbrück geschlossen wurde. Für jede Betankung fielen zuvor rund 80 Kilometer Hin- und Rückfahrt an. Nach dem Ausfall dieser Station bleibt als Alternative nur eine deutlich längere Tankfahrt, die den Regelbetrieb sprengt (electrive: 09.02.26). Die Flotte kostete rund 7 Millionen Euro, also etwa 1 Million Euro pro Fahrzeug, und galt durch Bundesmittel als hochsubventioniert. Bielefeld setzte den ersten Wasserstoff-Müllwagen 2021 in den Betrieb. Die sechs weiteren Fahrzeuge kamen deutlich später dazu und wurden erst vor rund zwei Jahren in Betrieb genommen.
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Großer Stellenabbau bei Erlanger Wasserstoff-Pionier
Einst galt Wasserstoff als Energieträger der Zukunft. Weil die Branche seit Jahren nicht in Gang kommt, streicht der Erlanger Branchen-Pionier Hydrogenious erneut massiv Stellen – und richtet sich strategisch neu aus.
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Nach Pleiten und Stilllegungen – Bund pumpt 220 Millionen in Wasserstoff-Lkw und Tankstellen
Der Bund legt eine neue Förderung für Wasserstoff-Tankstellen und Wasserstoff-Lkw auf. Dafür stehen 220 Millionen Euro bereit. Das Programm soll bis zu 40 Stationen sowie bis zu 400 Lkw anschieben. Gleichzeitig zeigt die Praxis in Deutschland ein anderes Bild, denn etliche Vorhaben kippten wegen fehlender Wirtschaftlichkeit. Viele Wasserstoff-Tankstellen wurden bereits geschlossen und anschließend zurückgebaut (ecomento: 30.01.26).