Als die „Bild Zeitung“ dem „Dürremonitor“ auf den Leim ging

Von Frank Bosse

Wir hatten uns zuletzt um den „Helmholtz-Dürremonitor“ im Juli 2025 kümmern müssen und damals feststellen können, dass wohl der zuvor oft beschriebenen „Trocken-Bias“ mit einer „Methodenumstellung“ behoben war. 

Am 28.4.2024 wurden wir nun eines Besseren belehrt. „Bild“ berichtete unter der Überschrift „Böden schon so ausgetrocknet wie sonst im Hochsommer“ über eine angebliche aktuelle Boden-Trockenheit in Deutschland. Da finden sich solche Sätze wie: 

„Im Osten Deutschlands seien vor allem die tieferen Bodenschichten bis rund 1,80 Meter, aus denen Bäume und Tiefwurzler ihr Wasser ziehen, flächendeckend ausgetrocknet.“ 

Als „Kronzeuge“ wurde der „Dürremonitor“ bemüht und seine Karte der „Dürre“ des Gesamtbodens ziert den Artikel. 

Quelle: „Bild“, Legende ergänzt

Jörg Kachelmann auf X hatte das auch gesehen und machte einen ironischen Kommentar: 

Screenshot X

Er veröffentlichte auch eine Karte der aktuellen Bodenfeuchte von „Kachelmannwetter“:

Dort ist zu sehen, dass nirgends in Deutschland die Feuchte der oberen 60 cm unter 50% liegt, das ist (sehr) weit weg von „ausgetrocknet“. 

Wir hatten schon vor einiger Zeit die Aussagen des „Dürremonitors“ mit den Angaben des DWD-Bodenfeuchteviewerverglichen, so auch diesmal. Der Autor dieser Zeilen war am 26.4.2026 in Lebus an der Oder („Geheimtipp“: Der „Oderblick“ da ist ein tolles Restaurant) und es entstand dieses Foto:

[Foto: üppige grüne Vegetation an See] Aus Copyright-Gründen bitte im Original auf bild.de anschauen.

„100 Shades of Green“, Wiesenblumen wie üblich in der Jahreszeit. „Der Osten Deutschlands ausgetrocknet??“ muss sich jeder neutrale Beobachter fragen. Daher ein detaillierter Blick in den „Dürremonitor“ für den Gesamtboden dort: 

Mithilfe der Legende kommt man zum Ergebnis: „Dürre wie nur alle 10 Jahre, örtlich schlimmer“. Das vergleichen wir mit dem Bodenprofil des DWD von da: 

Quelle: DWD

Was man sieht: in KEINER Bodentiefe bis 2m beträgt die Sättigung mit Feuchte gegenwärtig unter 90% nutzbarer Feldkapazität. 

Für ganz Deutschland auf den Oberboden (wichtig für den Ackerbau) geblickt:

In großen Teilen Ostdeutschlands sehen wir Blautöne (>90% Sättigung), nirgends Orange („Trockenstress“). 

Was das Foto samt Untertitelung in „Bild“ also mit der Realität zu tun haben soll, bleibt das Geheimnis der Zeitung samt ihrer „Quellen“:

[Foto: Traktor pflügt Feld] Aus Copyright-Gründen bitte im Original auf bild.de anschauen.

Quelle: Bild

In „Bild“ wird ein gewisser Dominick Jung so zitiert: 

„In Harzgerode (Sachsen-Anhalt) liegt die Bodenfeuchte laut Jung unter dem Wert, der sonst normalerweise für Mitte August üblich ist.“

Das hat er offenbar exklusiv, der DWD zeichnet dieses Bodenprofil dort: 

Quelle: DWD

Aktuell sieht man bis in eine Tiefe von 1,5 m 90% und mehr nutzbare Feldkapazität, darunter über 70%, nichts mit „Trockenheit“! 

„Warum wird so etwas Realitätsfremdes in die Presse lanciert?“ das ist eine berechtigte Frage!

Mit „Zahlen, Daten und Fakten“ hat es überhaupt nichts zu tun! Soll da wieder am „Mythos“ gestrickt werden der „Trockenheit durch Klimawandel“? 

Wer gegen den Augenschein an-argumentieren will, hat es sehr schwer! Jeder, der mit offenen Augen durch die Welt geht und dort (gemäß Daten) nichts von „Dürre“ feststellen wird, ist dann der natürliche Feind solcher Erzählungen. Ob sich die Protagonisten darüber im Klaren sind? Falls nein: das wäre wirklich jammerschade!    

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