Beitrag von Dr.-Ing. Ernst-Jürgen Niemann:
Rekordnegativpreise an der Strombörse dank Photovoltaik
Am Sonntag 26.04.2026 wurde ein neuer Niedrig-Großhandelspreis-Rekord an der Börse erzielt. Dank Photovoltaik (PV) wurde in der Stunde von 14:00 bis 15:00 zu -41,3 ct/kWh (Minus!) gehandelt. Die PV Produktion betrug 39203 MWh bei einer Netzlast von 42555 MWh. Über die Dauer von 10:00 bis 17:00 waren die Preise negativ. Auch an den Vortagen gab es negative Preise. In der nachfolgenden Grafik ist der Zusammenhang zwischen PV und negativen oder nahe Null Börsenpreisen eindeutig erkennbar.
Dass durch den Einfluss von PV der ganze Kraftwerkspark Strom erzeugt, der an der Börse wertlos ist oder sogar gegen hohe Kosten entsorgt werden muss, ist nicht gesund. Irgendwie müssen ja die Kosten reingeholt werden, soweit sie nicht durch Subventionen abgedeckt sind. Vermutlich ergeben sich dadurch die relativ hohen Grosshandelspreise nachts. Und dabei hatten wir am 26.04. noch lange nicht Sonnenhöchststand und die längste Tageslichdauer. Am geographischen Mittelpunkt Deutschlands wird die Sonne noch bis zur Sommerwende um 10 ° steigen und die Tageslichtdauer um 2 Stunden länger werden. Das kann also noch viel schlimmer werden.
Dass der Einfluss von PV auf den Strommarkt bereits kritisch ist, ist offensichlich. Umso verwunderlicher ist, dass die Regierung weiterhin den ungeregelten Zubau von netzgekoppelten PV subventioniert.

Quelle: SMARD, Bundesnetzagentur
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Am 26. April hat sich die Atomkatastrophe von Tschernobyl zum 40. Mal gejährt. Alex Reichmuth hat im Nebelspalter eine Serie zu diesem Ereignis gebracht. Er zeigt dabei auf, wie sich damals in Deutschland eine irre Strahlenangst ausbreitete, wie die Schweizer Behörden den Unfall auch heute noch Nutzen, um Panik vor der Kernenergie zu verbreiten, und welche haltlos hohen Opferzahlen herum geboten werden.
Teil 2 dürfte für das deutsche Publikum der interessanteste Teil dieser Serie sein: https://www.nebelspalter.ch/themen/2026/04/wie-deutsche-behoerden-und-medien-die-strahlenangst-foerderten
40 Jahre Tschernobyl – Folge 2
Wie deutsche Behörden und Medien die Strahlenangst fördertenDie Fakten: Nach der Atomkatastrophe in Tschernobyl vor genau 40 Jahren wurden in Mitteleuropa leicht erhöhte Radioaktivitätswerte registriert. Während die Schweiz recht gelassen reagierte (siehe Teil 1 hier), führten die Messungen in Deutschland zu einer eigentlichen Hysterie. Die Anordnungen der Behörden und die Berichterstattung in den Medien verstärkten die Ängste vor der Strahlung noch deutlich.
Warum das wichtig ist: Deutschland hat inzwischen alle Kernkraftwerke abgestellt und taumelt darum in der Energiepolitik von Problem zu Problem. Die Panik nach Tschernobyl war ein wichtiger Faktor, der dazu beitrug, dass das passieren konnte.
Das Zitat: «Die Vorfreude auf ein Picknick im Grünen am ersten Mai schlägt um in Angst vor Wiesen. Angst vor Regen. Angst vor dem Strahlentod.» (So beschrieb die «Zeit» 2016 die Vorgänge in Deutschland im Jahr 1986, nachdem infolge des Reaktorunglücks in Tschernobyl erhöhte Radioaktivitätswerte registriert worden waren, siehe hier)
Den ganzen Beitrag kann man hier nachlesen: https://www.nebelspalter.ch/themen/2026/04/wie-deutsche-behoerden-und-medien-die-strahlenangst-foerderten
Die anderen beiden Teile sind über diese Links zu erreichen:
Den wöchentlichen Newsletter „Klima und Energie“ von Alex Reichmuth kann man hier abonnieren: https://www.nebelspalter.ch/newsletter/klima-energie
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16,5 Milliarden Euro für wertlosen Strom – Streit über Wind- und Solar-Subventionen eskaliert
2025 flossen nach der Jahresabrechnung der Stromnetzbetreiber 16,5 Milliarden Euro Subventionen an Betreiber von Wind- und Solaranlagen, obwohl Strom in vielen Stunden kaum noch Marktwert hatte, teils verschenkt wurde oder wegen Netzengpässen gar nicht erzeugt werden konnte. Auslöser ist das Fördersystem mit festen Einspeisevergütungen über 20 Jahre, das auch dann zahlt, wenn mittags zu viel Solar- und Windstrom gleichzeitig ins Netz drückt. Das Risiko liegt deshalb im Überangebot bei Sonne und Wind, während in anderen Stunden teure Importe nötig werden. Die Folgen tragen Mieter, Autofahrer und Betriebe, die über CO2-Preis, Heizkosten, Kraftstoffpreise und hohe Stromkosten zusätzlich belastet werden. Zugleich wächst der politische Streit, weil Reformideen sofort auf Widerstand aus SPD und Grünen stoßen (netztransparenz: 10.03.26).
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Barclays warnt vor Milliardenrisiko – erneuerbare Energien drohen massiv an Wert zu verlieren
Die britische Großbank Barclays, eine der weltweit größten Investmentbanken und Finanzdienstleister, hat Anfang März 2026 Investoren vor steigenden Risiken bei Anlagen in erneuerbare Energien gewarnt. Auslöser ist laut einer Analyse der Bank nicht ein Mangel an Wind- oder Solarprojekten, sondern vor allem das schwache Zusammenspiel mit dem Stromnetz. Wenn neue Anlagen ihren Strom nicht zuverlässig einspeisen können, drohen nach Einschätzung der Autoren sogenannte „stranded-like outcomes“, also Vermögenswerte mit stark sinkendem Nutzwert. Der Hintergrund ist brisant, denn trotz Rekordinvestitionen in saubere Energie bleibt der weltweite Verbrauch von Öl, Gas und Kohle hoch, während Energieversorgung und Preisstabilität vielerorts Vorrang vor Klimazielen erhalten. Für Investoren, Projektentwickler und Energieversorger wächst deshalb das Risiko von Verzögerungen, Mehrkosten und sinkenden Bewertungen (bfsi.economictimes.indiatimes: 05.03.26).