Wir hatten mehrfach über Kosten und Nutzen der praktizierten „Energiewende“ in Deutschland berichtet. Hier zeigten wir, dass es wohl seit 2019 ca. 500 Mrd. Euro waren, die dafür aufgewendet wurden, die CO2-Reduktion betrug jedoch nur 1,5%/Jahr. Der Trend ist so gering negativ, dass er statistisch nicht signifikant ist, also in den Monatsschwankungen sich nicht genug manifestiert. Wir hatten weiterhin hier gezeigt, dass nach 2017 die Anzahl der Windkraftanlagen (WKA) praktisch nicht (nur zu 1%) die Menge des damit produzierten Stroms beeinflusste. Mit anderen Worten: die über 6600 Anlagen, die seitdem neu aufgestellt wurden oder Altanlagen ersetzten, hinterließen nahe null Wirkung auf das Ergebnis.
Wenn dem so ist, so die naheliegende Frage: Was hat denn dann Einfluss?
Bleiben wir zunächst bei der Windkraft. Es liegt nahe, dass die Windgeschwindigkeit hier den entscheidenden Einfluss hat. Mit Daten von „Agora“ für die monatlich produzierte Arbeit (als Multiplikation von Leistung und Zeit) und ERA5 für das monatliche Mittel der Windgeschwindigkeit ergibt sich dieses Diagramm:

Gezeigt sind die monatlichen Werte und die beste Näherung (gestrichelt), sie gehorcht einer Funktion in der dritten Potenz, weil die Leistung einer WKA so von der Windgeschwindigkeit beeinflusst wird.
Tatsächlich wird die Nutzbare Arbeit aus Wind zu 86 % durch die Windgeschwindigkeit beeinflusst. Auch gut zu sehen an den beiden „Ausreißern“ rechts (sie stammen vom Februar 2020 und Februar 2022 als der Wind im Mittel mir über 6,5 m/s blies): wenn es zu viel Wind gibt, muss abgeregelt werden. Bei ca. 20TWh /Monat ist bei der gegenwärtig installierten Anzahl der WKA das Ende der Fahnenstange erreicht. Die benötigte Arbeit/Monat im Stromnetz liegt jedoch zwischen 39 und 54 TWh, das Mittel bei 44 TWh. Gänge es nach der installierten Arbeitsfähigkeit, würde das mit 47 TWh im Mittel erreicht, in Wahrheit kann das bei „günstigsten Winden“ also nur zu 30% ausgeschöpft werden. Beim statistischen Mittelwert sind das nur 18%. Nur diese 18% der installierten Leistung bringt die Windkraft also im Mittel „auf die Straße“, selbst wenn der Wind auch wirklich bläst wie „im Monatsmittel“. Der schwankt jedoch auf kürzere Zeiten sehr, die Beschreibung „Flatterstrom“ ist durchaus gerechtfertigt. Das geht auch mit (chemischen) Speichern kaum zu verändern: Wir rechnen in Dutzenden von Terrawattstunden, die da „zwischengeparkt“ werden müssten im System, das ist illusorisch.
Nun ein Blick auf die Photovoltaik (PV), die zweite „große Stütze“ der „Energiewende“. Die ist in großen Zügen von der Sonneneistrahlung abhängig und die weist auf 50° nördlicher Breite einen ausgeprägten Jahresgang auf:

Der Jahreszyklus der Sonneneinstrahlung am Boden in Deutschland. Der dunkelste Monat ist der Dezember mit nur ca. 25 W/m², der hellste der Juni mit um 200 W/m². Auch hier wurde als Datensatz ERA5 verwendet. Die Abbildung wurde mit dem KNMI Climate Explorer generiert.
Welche Arbeit pro Monat leistet die installierte PV-Leistung (84 TWh Arbeit im Monat) real?

Das ist zu 79 % von der Sonnenstrahlung am Boden abhängig. Ist da vergleichsweise viel möglich (ab ca. 100W/m²) beginnt offensichtlich auch schon die Abregelung um das Stromnetz nicht instabil werden zu lassen. Mehr als 12 TWh sind noch nie erreicht worden im Monatsmittel. Das Mittel liegt auch im Hochsommer bei 8 TWh, die installierte Leistung wird nicht zu 10% ausgeschöpft. Von den dunkleren Monaten schweigen wir lieber, bei 150 W Einstrahlung sind es nur noch ca. 7%.
Was bleibt? Wenn der Bedarf an Strom sicher produziert werden muss, so leistet weiterhin die Kohlenstoffverbrennung den Hauptanteil. Und genau deshalb geht der CO2-Emissionskoeffizient auch kaum zurück. Man kann so viel installieren bis alle Mittel erschöpft sind, der „Wirkungsgrad“ von Sonne und Wind bei der Stromproduktion ist viel zu schlecht für das, was Deutschland in die „Energiewende“ investiert. Nennenswerte Besserung ist daher nicht abzusehen. Der beschrittene Weg der Substitution der Kohlenstoffverbrennung nur durch „Erneuerbare Energien“ ist offensichtlich eine Sackgasse. Beim Rennen in diese wird der gewinnen, der zuerst wendet. Wir brauchen also eine Energiewende von der „Energiewende“, so sagen es nackte Zahlen, keine Politik! Da gibt es Vorbilder: Frankreich weist im Mittel nur 1/10 der CO2-Emissionen von Deutschland auf, man benutzt dort klimafreundliche Kernkraft.