Das Januar-Wetter und was wir davon haben 

Von Frank Bosse

Der Januar 2026 war recht deutlich unternormal warm im Deutschlandmittel. Der DWD gab einen vorläufigen Wert von -0,7 °C an, das sind noch 0,2 °C unter dem Mittelwert 1961- 1990. Die Daten der letzten 101 Jahre:  

Eingezeichnet sind die Daten und ein 30-jähriger Tiefpass (fett). Der aktuelle Januar war in der Tat recht kühl im Vergleich zu den Vorjahren, 66 der 100 Januare seit 1926 waren wärmer. Die große Variabilität der Temperaturen zeigt auch, dass so etwas keinesfalls so selten ist. Es passiert immer dann, wenn die Luftströmung bei uns vorrangig auf Ost/Nord springt. Das kommt in Wintern ziemlich regelmäßig vor, wie die „eingesprenkelten“ kalten Monate im Bild zeigen. Wir hatten über den Zusammenhang zur nordatlantischen Oszillation (NAO) schon berichtet, z.B. hier. Dort klärten wir auch die „sagenhafte“ Winterwetterprognose aus dem Jahr 2000 von Mojib Latif auf („kein Schnee und Eis mehr in Deutschland“), die ihm bis heute regelmäßig bei kalter Winterwitterung auf die Füße fällt. Problem: Man hatte eine These zur Entwicklung der Winter-NAO zu positiven Werten hin durch die Erwärmung damals voreilig medienwirksam in die breite Öffentlichkeit getragen als vermeintliche Tatsache, die später von der Forschung als irrig identifiziert wurde. So etwas passiert leider immer wieder, vergleiche aktuelle Thesen zur atlantischen Umwälzzirkulation (AMOC).  

Zurück zu den Daten. Der Verlauf des Tiefpasses zeigt an, dass auch die Januartemperaturen seit den 70er Jahren um ca. 2°C wärmer wurden im Mittel. Die am Ende gestrichelte Linie zeigt eine Schwäche des auch vom DWD verwendeten Verfahrens: sie berücksichtigt nur die Januare bis 2025. Ein kälterer Monat in 2026 bewirkt, dass der Verlauf auch in den Vorjahren recht deutlich verändert wird, um bis zu fast 0,5°C beim verwendeten 30-jährig glättenden Tiefpass. In jedem Fall zeigt er jedoch an: Klimawandel wirkt auch hier im Januar, nur recht unzuverlässig von Jahr zu Jahr, weil die Variabilität durch die NAO unverändert darüber liegt.  

Der Niederschlag im Januar 2026, ebenfalls im Kontext eines Jahrhunderts: 

Hier kann man sich kurzfassen: Kein Langzeittrend. Es wurden 2026 45 mm festgestellt, das ist zwar nicht allzu viel, von „zu trocken“ zu sprechen geht jedoch zu weit, in 26 der 100 Vor-Januare war es noch trockener. 1996 schoss in dieser Beziehung den Vogel ab mit nur 7mm, sein Vorjahr wies wiederum den Positiv- Rekord im Januar von 119 mm auf. Auch hier sehen wir also viel Variabilität durch Wetter und Witterung.  

Die recht niedrigen Temperauren im Januar haben in diesem Jahr eine neue Folge: Die Gasspeicher sind zu Beginn
des Februars nur noch zu 32 % gefüllt.  

Auch hier wurde das am 22.1.26 zutreffend modelliert.  

Für den Mittelwert der Februar- Temperaturen 1991-2000 (er beträgt 1,5°C) spuckt dieses Modell einen Februar-Bedarf von 18,3 % aus, dann wären die Speicher also nur noch zu ca. 14% gefüllt. Bei 20% Rest tritt jedoch die „Gasmangelsituation“ ein, also deutlich vor Februarende. Ob dieser Temperaturmittelwert erreicht wird, ist offen: die „Blockade“ durch ein stabiles Hochdruckgebiet über Skandinavien / Osteuropa wird zunächst anhalten wie sie über große Januar-Zeiträume war. Der aktuelle NAO-Forecast geht von negativen Vorzeichen bis Monatsmitte aus:  

Es kann sehr gut sein, dass noch mehr Gas verbraucht werden wird, weil die Temperaturen im Mittel von Deutschland kühler werden könnten als das Mittel 1990-2020. Leider wurde im Januar 2026 auch noch 20-25% unseres Stromes damit erzeugt. „Erneuerbare Energien“ (Solar+ Wind) liefern bei solchen auch NAO-bedingten Witterungen einfach zu wenig. Das ist beileibe keine neue Erkenntnis, so tragen solche Bedingungen dazu bei, dass der eigentlich erhoffte Output der „Energiewende“ über die letzten 6 Jahre nicht eintrat: Eine signifikante Reduktion des CO2-Ausstoßes der Stromproduktion.  

Der gestrichelte Trend ist so gering fallend, dass er statistisch nicht signifikant ist.  

Das jedoch ist der Schlüssel für Treibhausgas- Verminderungen des gesamten Lebens im Sinne von E-Autos, Wärmepupen etc.  

Eine Studie im Auftrag des DIHK hat ermittelt, dass die „Energiewendekosten“ gegenwärtig bei 83 Mrd. Euro/ Jahr liegen. Der Gesamthaushalt lag 2025 bei ca. 500 Mrd. Euro. Es wurden also im letzten Jahr für die „Energiewende“ rund 17 % ausgegeben. Das war offensichtlich bei weitem nicht genug, denn die tritt schon 6 Jahre auf der Stelle. Das ist alles keine Politik, sondern sehr einfache Mathematik. Ebenso wie die fast sichere Gasmangellage bereits im Februar, auch mit von der „Energiewende“ verursacht, weil die so hohe Verbrennungsraten bei Gas erfordert, um überhaupt zu funktionieren. Man kann nur hoffen, dass die deutsche Politik bei Gasmangelsituation dann endlich richtig reagiert und über das strikte Kernkraft- Nutzungsverbot nachdenkt. Sie verbietet damit nämlich in Wahrheit einen sinnvollen Klimaschutz bei hoher, witterungsunabhängiger Verfügbarkeit.  

Der „Großversuch“ mit ausschließlich EE ist bei nüchterner Betrachtung sehr teuer (fast 500 Mrd. Euro über die Zeit seit 2019) gescheitert.    

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