Kontrolle von Wasserstoffemissionen entscheidend für den Klimanutzen einer künftigen Wasserstoffwirtschaft

Quelle: https://phys.org/news/2026-06-global-surveys-carbon-uptake-tropics.html – University of Western Australia, bearbeitet von Sadie Harley, geprüft von Robert Egan – veröffentlicht am 16. Juni 2026

Globale Messkampagnen zeigen: Kohlenstoffaufnahme der Tropen wurde überschätzt

Eine internationale Forschergruppe hat herausgefunden, dass tropische Pflanzen deutlich weniger Kohlendioxid aus der Atmosphäre aufnehmen, als viele bisherige Klimamodelle angenommen hatten. Die Ergebnisse könnten erhebliche Auswirkungen auf das Verständnis des globalen Kohlenstoffkreislaufs und auf Strategien zum Klimaschutz haben.

An der Studie war unter anderem Dr. Michael Bertolacci von der University of Western Australia beteiligt. Geleitet wurde das Projekt vom Earth Observing Laboratory des US-amerikanischen National Center for Atmospheric Research. Die Ergebnisse erschienen in den „Proceedings of the National Academy of Sciences“.

Da sich der Austausch von Kohlendioxid zwischen Vegetation und Atmosphäre nicht an jedem Ort der Erde direkt messen lässt, greifen Wissenschaftler auf indirekte Verfahren zurück. Dabei wird zunächst die CO₂-Konzentration in der Atmosphäre gemessen. Mithilfe von Wetterdaten und Windmodellen lässt sich anschließend zurückverfolgen, aus welchen Regionen die Luftmassen stammen und wo Kohlendioxid aufgenommen oder freigesetzt wurde.

Die australische Forschungsgruppe arbeitet im Rahmen des NASA-Projekts WOMBAT mit zahlreichen internationalen Partnern zusammen. Dort werden weltweit Daten über Kohlendioxidquellen und -senken gesammelt und miteinander verglichen. Für die neue Untersuchung wurden diese Berechnungen mit unabhängigen Schätzungen der Emissionen aus den Ozeanen und der Verbrennung fossiler Energieträger kombiniert. Hinzu kamen neue Flugzeugmessungen der CO₂-Konzentration über tropischen Regionen.

Gerade diese zusätzlichen Messungen lieferten neue Erkenntnisse. Sie zeigen, dass die Tropen offenbar wesentlich weniger Kohlendioxid binden als viele bisherige Modelle vorhergesagt hatten. Nach den neuen Berechnungen könnte die gesamte tropische Region im Mittel nahezu ausgeglichen sein, sodass sie insgesamt weder eine besonders starke Kohlenstoffsenke noch eine bedeutende Kohlenstoffquelle darstellt.

Diese Erkenntnis ist für die Klimaforschung von großer Bedeutung. Bisher galten tropische Wälder als besonders leistungsfähige natürliche Kohlenstoffsenken. Sollten sie tatsächlich weniger Kohlendioxid aufnehmen als angenommen, müssten zahlreiche Klimamodelle und Prognosen entsprechend angepasst werden.

Die Autoren betonen außerdem die große Bedeutung neuer Messkampagnen mit Forschungsflugzeugen. Nur durch solche direkten Beobachtungen lasse sich der globale Kohlenstoffkreislauf ausreichend genau erfassen. Gleichzeitig weisen sie darauf hin, dass die Finanzierung entsprechender Forschungsprogramme weltweit rückläufig sei. Langfristige Unterstützung sei jedoch unverzichtbar, um belastbare Informationen über den Zustand des Klimasystems und die Wirksamkeit natürlicher Kohlenstoffsenken zu gewinnen.

Weiterlesen: https://phys.org/news/2026-06-global-surveys-carbon-uptake-tropics.html

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Quelle: https://phys.org/news/2026-06-hydrogen-emissions-key-maximizing-climate.html – Centre for International Climate and Environmental Research, bearbeitet von Lisa Lock, geprüft von Robert Egan – veröffentlicht am 4. Juni 2026

Kontrolle von Wasserstoffemissionen entscheidend für den Klimanutzen einer künftigen Wasserstoffwirtschaft

Forscher kommen in einer neuen Übersichtsarbeit zu dem Schluss, dass Wasserstoff zwar eine wichtige Rolle beim Übergang zu einer klimafreundlichen Energieversorgung spielen kann, sein tatsächlicher Nutzen für das Klima jedoch entscheidend davon abhängt, dass Emissionen entlang der gesamten Liefer- und Nutzungskette möglichst gering bleiben.

Wasserstoff gilt als wichtiger Energieträger für Bereiche, die sich nur schwer elektrifizieren lassen. Dazu gehören unter anderem die Stahl- und Chemieindustrie, der Schwerlastverkehr, die Schifffahrt sowie große Energiespeicher. Mit einer zunehmenden Nutzung wächst jedoch auch die Bedeutung möglicher Wasserstoffverluste in die Atmosphäre.

Obwohl Wasserstoff selbst kein Treibhausgas ist, beeinflusst er die chemischen Prozesse in der Atmosphäre. Entweichender Wasserstoff verändert unter anderem die Konzentrationen von Methan, Ozon und Wasserdampf in höheren Atmosphärenschichten. Dadurch kann er indirekt zur globalen Erwärmung beitragen.

Die Autoren stellen fest, dass die wissenschaftlichen Kenntnisse inzwischen ausreichend belastbar sind, um politische Entscheidungen und Investitionen zu unterstützen. Nach den derzeit besten Abschätzungen besitzt Wasserstoff über einen Zeitraum von 100 Jahren ein globales Erwärmungspotenzial, das etwa zwölfmal so hoch ist wie das von Kohlendioxid – bezogen auf dieselbe ausgestoßene Masse.

Die Leitautorin Maria Sand vom norwegischen Forschungsinstitut CICERO betont, dass Wasserstoff lange Zeit als praktisch klimaneutral angesehen worden sei. Inzwischen sei jedoch klar, dass auch Wasserstoffemissionen in Klimabilanzen berücksichtigt werden müssten, wenn der Ausbau der Wasserstoffwirtschaft erfolgreich und nachhaltig erfolgen solle.

Gleichzeitig weisen die Wissenschaftler darauf hin, dass weiterhin wichtige Unsicherheiten bestehen. So müssen die tatsächlichen Wasserstoffverluste entlang der gesamten Wertschöpfungskette wesentlich genauer erfasst werden. Ebenso besteht Forschungsbedarf beim Verständnis der natürlichen Aufnahme von Wasserstoff durch Böden sowie bei der Darstellung der Wasserstoffchemie in Klimamodellen.

Diese offenen Fragen werden unter anderem im internationalen Forschungsprojekt HYway untersucht. Ziel ist es, die Wissenslücken zu schließen und damit eine wissenschaftlich fundierte Grundlage für politische Entscheidungen und Investitionen in die Wasserstoffwirtschaft zu schaffen. Nur wenn Wasserstoffverluste konsequent minimiert werden, könne sein Potenzial zur Verringerung der Treibhausgasemissionen vollständig ausgeschöpft werden.

Weiterlesen: https://phys.org/news/2026-06-hydrogen-emissions-key-maximizing-climate.html

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