Globale Mangrovenwälder erholen sich und geben Anlass zur Hoffnung für Klima und Küstenresilienz

Quelle: https://phys.org/news/2026-06-global-mangrove-forests-rebound-climate.html – Autor: Tulane University, redaktionell bearbeitet von Sadie Harley, geprüft von Robert Egan – Veröffentlichungsdatum: 4. Juni 2026

Globale Mangrovenwälder erholen sich und geben Anlass zur Hoffnung für Klima und Küstenresilienz

Mangrovenwälder, die einst als eines der am stärksten bedrohten Küstenökosysteme der Welt galten, zeigen laut einer neuen Studie der Tulane University weltweit Anzeichen einer Erholung. Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass jahrzehntelange Verluste inzwischen weitgehend durch Wiederbewaldung und Ausbreitung ausgeglichen wurden.

Die Studie basiert auf vier Jahrzehnten Satellitendaten und wurde in der Fachzeitschrift Science veröffentlicht. Sie zeigt, dass die Mangrovenwälder der Erde insgesamt nicht mehr schrumpfen, sondern wieder wachsen. Nach Jahrzehnten der Verluste durch Abholzung und Küstenentwicklung breiten sich Mangroven in vielen Regionen wieder aus. Dies geschieht vor allem durch natürliche Regeneration und die Besiedlung neu entstandener Küstenflächen.

Die Ergebnisse deuten auf eine positivere Entwicklung dieser Ökosysteme hin. Mangroven spielen eine wichtige Rolle beim Schutz von Küsten, der Unterstützung von Fischbeständen und der Speicherung von Kohlenstoff.

„Nach Jahrzehnten der Verluste erleben wir endlich einen weltweiten Wendepunkt für Mangroven“, sagte Zhen Zhang, Postdoktorand an der Tulane University und Hauptautor der Studie.

Die Forscher betonen die bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit der Mangroven. Zugleich verweisen sie auf ihr Potenzial als natürliche Lösung für Klimaschutz und Küstenschutz.

Zwischen den 1980er Jahren und 2010 gingen weltweit fast 2.900 Quadratkilometer Mangroven verloren. In den vergangenen 16 Jahren übertrafen die Zugewinne jedoch die Verluste.

Bis 2023 hatten sich die Mangrovenbestände so weit erholt, dass über den gesamten Vierzigjahreszeitraum nur noch ein Nettoverlust von etwa einem Prozent verbleibt. Dieser Wert liegt deutlich unter früheren Schätzungen.

Die Forscher sehen darin einen echten Wandel. Die weltweiten Mangrovenflächen nehmen inzwischen wieder zu, während sich die Geschwindigkeit der Schädigung verringert.

Obwohl weiterhin Mangroven verloren gehen, könnte sich dieses Ökosystem zu einer seltenen Erfolgsgeschichte des Naturschutzes entwickeln. Es sei außerdem eine wichtige Quelle des Optimismus für den Klimaschutz.

Die Erholung wird durch Wiederherstellungsprojekte und natürliche Prozesse gleichermaßen vorangetrieben. In vielen Regionen besiedeln Mangroven verlassene Aquakulturanlagen erneut.

Zudem breiten sie sich auf neu entstandenen Schlickflächen entlang von Küsten aus. Besonders ausgeprägt ist dieser Prozess in Flussdeltas, wo Sedimentablagerungen günstige Wachstumsbedingungen schaffen.

An der Golfküste der USA zeigt sich ein verwandter Mechanismus. Im Mississippi-Delta gingen die Mangrovenflächen zunächst leicht zurück, bevor sie ab Ende der 1990er Jahre wieder zunahmen.

Nach 2012 beschleunigte sich die Ausbreitung deutlich. Die Wissenschaftler führen dies vor allem auf steigende Temperaturen zurück.

Das wärmere Klima ermöglicht es Mangroven, in höhere Breiten vorzudringen. Auch im US-Bundesstaat Louisiana wurden über die vergangenen vier Jahrzehnte Nettozuwächse festgestellt.

Neben der Flächenausdehnung gibt es einen weiteren positiven Trend. Viele bestehende Mangrovenwälder werden dichter und gesünder.

Geschlossene Mangrovenbestände, die mehr Kohlenstoff speichern und einen besseren Küstenschutz bieten, haben weltweit zugenommen. Gleichzeitig gingen die Schädigungsraten seit den 1980er Jahren deutlich zurück.

Die Forscher sehen darin einen Erfolg von Schutzmaßnahmen und Wiederherstellungsprogrammen. Die Entwicklung deutet darauf hin, dass Mangroven möglicherweise mehr Kohlenstoff aufnehmen als bisher angenommen.

Gleichzeitig warnen die Wissenschaftler vor Risiken. Extreme Wetterereignisse können Fortschritte rasch zunichtemachen.

In Texas beispielsweise breiteten sich Mangroven über Jahre hinweg aus, wurden jedoch 2021 durch eine außergewöhnliche Kältewelle stark geschädigt. Dies verdeutlicht die Anfälligkeit gegenüber Klimaextremen.

Die Erholung sei deshalb noch nicht abgeschlossen. Junge Mangrovenbestände können viele ökologische Funktionen älterer Wälder noch nicht vollständig erfüllen.

Außerdem bleibt die Abholzung in einigen Regionen ein Problem. Küstenflächen werden dort weiterhin für Landwirtschaft oder Bebauung umgewandelt.

Die Studie unterstreicht daher die Bedeutung eines dauerhaften Schutzes. Die wirksamste Maßnahme sei weiterhin die Verhinderung von Abholzung.

Werden Mangroven gerodet, gelangen große Mengen lange gespeicherten Kohlenstoffs in die Atmosphäre. Bleiben die Wälder erhalten, können sie weiterhin Kohlenstoff binden und speichern.

Ebenso wichtig ist der Schutz natürlicher Prozesse. Die Ausbreitung vieler Mangroven hängt von einer ausreichenden Sedimentzufuhr durch Flüsse ab.

Die Ergebnisse zeigen zudem, dass Naturschutzstrategien nicht allein auf die Gesamtfläche schauen sollten. Auch die Qualität und Struktur der Bestände sind entscheidend.

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Quelle: https://phys.org/news/2026-05-deforestation-brazil-amazon-lowest.html – Redaktion: Andrew Zinin – Veröffentlichungsdatum: 27. Mai 2026

Abholzung im brasilianischen Amazonasgebiet sinkt auf den niedrigsten Stand seit 2019

Die Abholzung im brasilianischen Amazonasgebiet ist im vergangenen Jahr auf den niedrigsten Stand seit 2019 gefallen. Dies geht aus einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht hervor und wird als positive Nachricht für Präsident Luiz Inácio Lula da Silva gewertet.

Brasilien verlor im vergangenen Jahr 985.000 Hektar einheimischer Vegetation. Das entspricht einem Rückgang von 20,6 Prozent gegenüber 2024.

Die Zahlen wurden vom Überwachungsnetzwerk MapBiomas veröffentlicht. Es handelt sich um den niedrigsten Wert seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2019.

In den Daten sind Waldverluste durch Brände nicht enthalten. Nach der Rekordbrandsaison des Jahres 2024 blieb Brasilien im vergangenen Jahr jedoch weitgehend von größeren Feuerkatastrophen verschont.

Präsident Lula hat den Kampf gegen die Abholzung zu einem zentralen Bestandteil seiner Politik gemacht. Er strebt bei den Wahlen im Oktober eine vierte Amtszeit an.

Der Rückgang der Entwaldung wird von Umweltorganisationen und Forschern als positives Signal gewertet. Die Entwicklung deutet darauf hin, dass Schutzmaßnahmen und eine stärkere Kontrolle Wirkung zeigen.

Dennoch bleibt die Herausforderung groß. Noch immer gehen erhebliche Flächen natürlicher Vegetation verloren.

Der Amazonas-Regenwald gehört zu den wichtigsten Ökosystemen der Erde. Er spielt eine bedeutende Rolle für den globalen Kohlenstoffkreislauf und das regionale Klima.

Die neuen Zahlen zeigen jedoch, dass sich die Entwicklung zumindest vorübergehend in die gewünschte Richtung bewegt. Der Rückgang der Abholzung wird als wichtiger Schritt für den Schutz des Regenwaldes angesehen.

Gleichzeitig weisen Fachleute darauf hin, dass langfristige Erfolge von einer konsequenten Fortsetzung der Schutzmaßnahmen abhängen. Nur dadurch könne verhindert werden, dass die Entwaldung erneut zunimmt.

Die Daten von MapBiomas liefern dafür eine wichtige Grundlage. Sie ermöglichen eine kontinuierliche Beobachtung der Veränderungen in den brasilianischen Ökosystemen.

Die aktuelle Entwicklung wird daher aufmerksam verfolgt. Insbesondere mit Blick auf die internationalen Klimaschutzziele besitzt sie große Bedeutung.

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