Warum Baumgrenzen nicht einfach mit dem Klima nach oben wandern

Quelle: Phys.org: https://phys.org/news/2026-04-treelines-dont-simply-climate.html, Autor: University of Basel, veröffentlicht am 9. April 2026

Warum Baumgrenzen nicht einfach mit dem Klima nach oben wandern

Eine internationale Studie der Universität Basel zeigt, dass sich Baumgrenzen weltweit deutlich komplexer verändern als bislang angenommen. Zwar wanderten zwischen 2000 und 2020 rund 42 Prozent der untersuchten Baumgrenzen bergauf, gleichzeitig verschoben sich jedoch etwa 25 Prozent hangabwärts. Die Forscher betonen deshalb, dass steigende Temperaturen allein diese Veränderungen nicht erklären können.

Die Wissenschaftler analysierten globale Satellitendaten und verglichen die tatsächliche Baumgrenze mit jener Höhenlage, in der Bäume klimatisch eigentlich wachsen könnten. Dabei zeigte sich, dass Landnutzung eine entscheidende Rolle spielt. Besonders in den Alpen werden hochgelegene Weideflächen zunehmend aufgegeben. Dadurch können Bäume in Gebiete zurückkehren, die früher künstlich offengehalten wurden.

Auch Brände beeinflussen die Entwicklung stark. Laut Studie stehen weltweit rund 38 Prozent der absinkenden Baumgrenzen mit Feuerereignissen in Zusammenhang. Gleichzeitig seien viele moderne Waldbrände indirekt ebenfalls vom Menschen beeinflusst, etwa durch Klimawandel oder veränderte Landschaftsnutzung.

Die Forscher warnen davor, Baumgrenzen nur als einfachen Temperaturindikator zu betrachten. Vielmehr spiegeln sie ein komplexes Zusammenspiel aus Klimawandel, menschlicher Nutzung und natürlichen Störungen wider. Historische Fotos und Satellitenbilder machen diese Veränderungen besonders sichtbar und zeigen, wie stark Menschen Landschaften direkt und indirekt verändern. (Phys.org)

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Quelle: ScienceX: https://sciencex.com/news/2026-05-air-thinner-clouds-century-pollution.html, Autor: Sayan Tribedi, veröffentlicht am 6. Mai 2026

Saubere Luft, dünnere Wolken? Ein hundert Jahre altes Rätsel der Luftverschmutzung

Neue Klimasimulationen legen nahe, dass die Luft im 19. Jahrhundert möglicherweise deutlich stärker verschmutzt war als bisher angenommen. Rauch aus Kohlefeuern und Holzverbrennung könnte damals bereits erhebliche Mengen an Aerosolen in die Atmosphäre eingebracht haben. Das würde die bisherige Einschätzung der historischen Wolkenbildung und Klimaentwicklung verändern.

Aerosole wirken als Kondensationskeime für Wassertröpfchen. Je mehr Partikel vorhanden sind, desto mehr und kleinere Wolkentröpfchen entstehen. Dadurch reflektieren Wolken mehr Sonnenlicht und erscheinen heller. Bekannt ist dieser Effekt etwa von hellen Wolkenstreifen hinter Schiffen auf dem Ozean.

Bislang gingen viele Klimamodelle davon aus, dass die Atmosphäre vor der Industrialisierung relativ sauber gewesen sei. Falls die Luft damals jedoch bereits stärker belastet war, könnte sich die Wirkung moderner Luftverschmutzung auf Wolken und Klima anders darstellen als bisher berechnet.

Die Forscher simulierten die Entwicklung des Klimas von 1850 bis 2050 mit unterschiedlichen Szenarien historischer Emissionen. Dabei traten besonders in Teilen der USA und Großbritanniens überraschende Effekte auf. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass historische Luftverschmutzung die heutige Klimasensitivität beeinflussen könnte und bisherige Modelle möglicherweise angepasst werden müssen. (Science X Network)

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Quelle: Phys.org: https://phys.org/news/2026-05-wars-destroy-climate-military-emissions.html, Autorin: Tamara Krawchenko, veröffentlicht am 4. Mai 2026

Kriege zerstören nicht nur Menschenleben, sondern auch das Klima

Ein neuer Beitrag in „The Conversation“ weist darauf hin, dass militärische Aktivitäten und Kriege enorme Mengen an Treibhausgasen verursachen, diese Emissionen jedoch bislang nur unzureichend erfasst werden. Nach Schätzungen verursachen Streitkräfte und ihre Lieferketten rund 5,5 Prozent der weltweiten Emissionen – mehr als viele Industriestaaten.

Besonders stark wirken sich moderne Kriege durch die Zerstörung von Infrastruktur aus. Der Wiederaufbau zerstörter Wohnungen, Straßen, Krankenhäuser und Energieanlagen verursacht enorme zusätzliche Emissionen durch Zement-, Stahl- und Energieverbrauch. Studien zu den Kriegen in der Ukraine und im Gazastreifen zeigen, dass der Wiederaufbau klimatisch oft schwerer wiegt als die eigentlichen Kampfhandlungen.

Die Autorin kritisiert, dass militärische Emissionen seit den Kyoto-Verhandlungen in den 1990er Jahren weitgehend von verbindlichen Berichtspflichten ausgenommen wurden. Auch unter dem Pariser Klimaabkommen melden viele Staaten ihre Militärdaten nur freiwillig oder unvollständig. Besonders große Militärmächte wie die USA, China und Russland veröffentlichten bislang kaum detaillierte Angaben.

Forschungsgruppen und Umweltorganisationen arbeiten inzwischen an Methoden, um die Klimafolgen von Kriegen systematisch zu erfassen. Experten fordern verpflichtende internationale Standards für militärische Emissionen. Gleichzeitig wächst die Sorge, dass steigende globale Militärausgaben Investitionen in Klimaschutz und Energiewende verdrängen könnten. (Phys.org)

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