Malaysia plant künstliche Regenfälle für dürregeplagte Reisanbauregion

Quelle: Phys.org, ausgeschriebene URL: https://phys.org/news/2026-05-malaysia-cloud-seeding-drought-rice.html, Autoren: Aneeta Bhole und Ebrahim Harris, veröffentlicht am 8. Mai 2026

Malaysia plant künstliche Regenfälle für dürregeplagte „Reisschüssel“

Malaysia setzt auf künstliche Regenfälle, um die schwere Dürre im Norden des Landes zu bekämpfen. Besonders betroffen ist die Region Kedah, die als wichtigste Reisanbauregion Malaysias gilt. Aufgrund der anhaltenden Trockenheit konnten Bauern zwei der üblichen drei Aussaatphasen nicht durchführen. Die Wasserstände in den Reservoirs sind drastisch gefallen, teilweise auf nur noch acht Prozent der Kapazität.

Die Regierung plant deshalb sogenannte Cloud-Seeding-Maßnahmen. Dabei werden Partikel wie Silberiodid oder Salz in Wolken eingebracht, um Niederschläge auszulösen. Ministerpräsident Anwar Ibrahim kündigte entsprechende Einsätze der Luftwaffe an. Allerdings hängt der Erfolg stark davon ab, ob überhaupt genügend Wolken vorhanden sind.

Landwirte berichten zusätzlich von stark gestiegenen Produktionskosten, insbesondere wegen höherer Treibstoffpreise. Viele Bauern fürchten Ernteausfälle und geringere Erträge. Einige weichen auf trockenere Aussaatmethoden aus, die jedoch weniger produktiv sind.

Die Lage wird zusätzlich durch die mögliche Rückkehr des El-Niño-Phänomens verschärft. Meteorologen warnen vor einer besonders starken Entwicklung, die in Teilen Asiens weitere Hitze und Dürre bringen könnte. Da Malaysia bereits heute nur etwa die Hälfte seines Reisbedarfs selbst produziert, wächst die Sorge um die Ernährungssicherheit des Landes. (Phys.org)

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Quelle: Phys.org: https://phys.org/news/2026-04-madagascar-ancient-baobabs-years-climate.html, Autoren: Estelle Razanatsoa, Lindsey Gillson und Malika Virah-Sawmy, veröffentlicht am 20. April 2026

Madagaskars uralte Baobabs speichern 700 Jahre Klimageschichte

Forscher haben erstmals mithilfe von Baobab-Bäumen eine jahrhundertelange Klimarekonstruktion für Madagaskar erstellt. Die gewaltigen Bäume, von denen viele über tausend Jahre alt sind, enthalten in ihren Jahresringen chemische Signaturen vergangener Niederschläge. Dadurch konnten Wissenschaftler eine durchgehende Regenfallgeschichte bis zurück ins Jahr 1300 rekonstruieren.

Die Analyse zeigt, dass der Südwesten Madagaskars zwischen 1350 und 1450 besonders feucht war. Danach folgte eine lange und schwere Trockenperiode von etwa 1600 bis 1750. Seit dem 18. Jahrhundert beobachten die Forscher einen langfristigen Rückgang der Niederschläge.

Zusätzlich untersuchten die Wissenschaftler Pollen- und Holzkohlereste. Die Ergebnisse zeigen, dass nicht nur klimatische Veränderungen, sondern auch menschliche Eingriffe die Landschaft nachhaltig verändert haben. Wälder gingen zurück und wurden zunehmend durch Graslandschaften ersetzt. Gleichzeitig passten sich Menschen und Ökosysteme gemeinsam an die trockener werdenden Bedingungen an.

Die Forscher betonen, dass solche langfristigen Klimadaten wichtig seien, um heutige Klimaveränderungen besser einordnen zu können. Die Erkenntnisse sollen künftig helfen, Naturschutz, Landwirtschaft und Anpassungsstrategien an den Klimawandel besser miteinander zu verbinden. (Phys.org)

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Quelle: Phys.org, https://phys.org/news/2026-04-carbon-credits-enabled-vital-tropical.html, Autor: University of Cambridge, veröffentlicht am 29. April 2026

CO₂-Zertifikate halfen beim Schutz tropischer Wälder – trotz massiver Überbewertung

Eine neue Studie der Universität Cambridge kommt zu dem Ergebnis, dass viele REDD+-Projekte tatsächlich zur Verringerung der Abholzung tropischer Wälder beigetragen haben. Gleichzeitig stellten die Forscher jedoch fest, dass im freiwilligen CO₂-Markt fast elfmal mehr Emissionszertifikate ausgegeben wurden als gerechtfertigt gewesen wäre.

Besonders problematisch waren einige wenige Großprojekte, die einen Großteil der überhöhten Zertifikate erzeugten. Ursache waren fehlerhafte Vergleichsmodelle: Die Referenzgebiete für mögliche Abholzung waren oft stärker bedroht als die tatsächlich geschützten Waldflächen. Dadurch wurde die Klimawirkung der Projekte überschätzt.

Trotz dieser Kritik betonen die Wissenschaftler, dass viele Schutzprojekte reale positive Effekte erzielt haben. Vier von fünf untersuchten Projekten hätten die Entwaldung erfolgreich gebremst. Die Forscher warnen deshalb davor, den Markt für Waldschutz-Zertifikate vollständig aufzugeben.

Stattdessen schlagen sie Reformen vor: Künftig sollen deutlich weniger Zertifikate vergeben werden, dafür aber zu höheren Preisen und auf Basis unabhängiger Daten. Nach Ansicht der Autoren bleiben Kohlenstoffmärkte eine der wenigen Finanzierungsquellen, mit denen tropische Wälder in großem Umfang geschützt werden können.

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