Übertriebene Schlagzeilen über einen Kollaps der AMOC

Quelle: https://phys.org/news/2026-04-exaggerated-amoc-collapse-headlines-cloud.html – Maynooth University – veröffentlicht am 10. April 2026

Übertriebene Schlagzeilen über einen Kollaps der AMOC könnten Irlands tatsächliche Sturm- und Regenrisiken verschleiern

Die tatsächlichen Klimarisiken für Irland durch Veränderungen der Atlantikströmungen werden laut dem Ozeanographen Dr. Gerard McCarthy durch übertriebene Medienberichte und Filme verdeckt. McCarthy arbeitet an der Maynooth University im Irish Climate Analysis and Research Units Center. Er leitete Forschungen, die kürzlich in „Nature Climate Change“ veröffentlicht wurden. Die neue Arbeit blickt auf eine einflussreiche Studie aus dem Jahr 2015 zurück. Diese Studie wurde von Professor Stefan Rahmstorf geleitet. Darin wurde eine langfristige Abkühlung des Atlantiks als Zeichen einer Abschwächung der Atlantischen Meridionalen Umwälzzirkulation interpretiert. Laut McCarthy seien extreme Zusammenbruchsszenarien wie im Film „The Day After Tomorrow“ wissenschaftlich nicht realistisch.

Dennoch gebe es ernsthafte Risiken für Irland, die eine sorgfältige Planung erforderten. McCarthy kritisierte wechselnde Schlagzeilen über einen angeblich bevorstehenden Kollaps der AMOC. Diese würden politische Entscheidungsträger verunsichern und verwirren. Stattdessen brauche es eine breitere wissenschaftliche Bewertung der vorhandenen Forschungsliteratur. Die frühere Studie von Rahmstorf analysierte Meeresoberflächentemperaturen aus mehr als einem Jahrhundert. Dabei zeigte sich, dass das Gebiet zwischen Irland und Kanada die einzige Region der Erde sei, die sich langfristig abgekühlt habe. Die neue Rückblicksstudie wurde gemeinsam mit Professor Hans-Otto Pörtner vom Alfred-Wegener-Institut erstellt. Sie betont die Notwendigkeit eines klareren wissenschaftlichen Konsenses. Dies bildet die Grundlage für das internationale Projekt „AMOC in Focus“.

An diesem Projekt arbeiten 60 Wissenschaftler aus 14 Ländern mit. Ziel ist es, belastbare Empfehlungen für politische Entscheidungsträger zu erarbeiten. McCarthy erklärte, dass für Irland wahrscheinlich eine relative Abkühlung des Atlantiks zu erwarten sei. Größere Sorgen bereiteten ihm jedoch Veränderungen bei Niederschlag und Sturmaktivität. Eine schwächere AMOC verstärke Temperaturunterschiede, die Atlantikstürme antreiben. Dadurch könnten mehr Stürme in Richtung Irland gelenkt werden. Irland liege direkt am Ende dieses Systems und sei stark von dessen Wärmetransport abhängig. Deshalb sei eine klare und wissenschaftlich fundierte Einschätzung notwendig. McCarthy gilt als Experte für die AMOC, die oft auch Golfstromsystem genannt wird. Dieses Strömungssystem ist entscheidend für das milde Klima Irlands. Obwohl Irland auf einer ähnlichen geografischen Breite wie Süd-Alaska liegt, sorgt die Meeresströmung für deutlich mildere Bedingungen.

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Quelle: https://phys.org/news/2026-05-indian-nio-drove.html – University of Maryland – veröffentlicht im Mai 2026

Der Indische Ozean-Dipol trieb extreme Klimaschwankungen in der Vergangenheit an

Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass der Indische Ozean-Dipol in der Vergangenheit bedeutende Klimaveränderungen beeinflusst hat. Wissenschaftler untersuchten dazu Sediment- und Klimadaten aus verschiedenen Regionen. Der Indische Ozean-Dipol beschreibt Temperaturunterschiede zwischen westlichen und östlichen Teilen des Indischen Ozeans. Diese Schwankungen beeinflussen Niederschläge und Wettermuster in vielen Teilen der Welt. Laut der Studie spielte das Phänomen eine wichtige Rolle bei extremen Klimaereignissen. Die Forscher analysierten Daten aus vergangenen Warm- und Kaltphasen der Erdgeschichte. Dabei fanden sie Hinweise auf starke Veränderungen von Monsunregen und Dürren. Besonders betroffen seien Regionen rund um den Indischen Ozean gewesen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass der Dipol auch globale Wettersysteme beeinflusst habe.

Während positiver Phasen des Dipols erwärmte sich der westliche Indische Ozean stärker. Gleichzeitig kühlten östliche Regionen ab. Dadurch verschoben sich Niederschlagsmuster erheblich. Einige Regionen erlebten stärkere Regenfälle, andere langanhaltende Dürren. Laut den Forschern könnten solche Mechanismen auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Der menschengemachte Klimawandel könne die Intensität solcher Schwankungen zusätzlich verstärken. Die Wissenschaftler betonen, dass der Indische Ozean bisher weniger Aufmerksamkeit erhalten habe als der Pazifik mit dem El-Niño-Phänomen. Dennoch könne der Dipol große Auswirkungen auf Landwirtschaft, Wasserverfügbarkeit und Ökosysteme haben.

Die Studie zeigt außerdem, dass natürliche Klimaschwankungen komplex miteinander verbunden sind. Veränderungen im Indischen Ozean könnten Wetterextreme in Afrika, Asien und Australien beeinflussen. Auch historische Hungersnöte und Überschwemmungen könnten teilweise mit solchen Ozeanprozessen zusammenhängen. Die Forscher fordern deshalb eine stärkere Einbeziehung des Indischen Ozeans in Klimamodelle. Nur so lasse sich die zukünftige Entwicklung regionaler Wetterextreme besser verstehen. Moderne Beobachtungssysteme und Klimasimulationen seien dafür entscheidend. Die Autoren sehen ihre Ergebnisse als wichtigen Beitrag zur Erforschung langfristiger Klimadynamiken. Gleichzeitig warnen sie vor zunehmenden Risiken durch extreme Niederschläge und Dürren in einer wärmer werdenden Welt.

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Quelle: https://phys.org/news/2026-04-rainfall-hard-world.html – University of Oxford – veröffentlicht im April 2026

Warum starke Regenfälle in einer wärmeren Welt schwerer vorherzusagen werden

Starke Regenfälle könnten in einer wärmeren Welt schwieriger vorherzusagen werden als bislang angenommen. Das geht aus neuer Klimaforschung hervor. Wissenschaftler untersuchten die Entwicklung extremer Niederschläge unter steigenden Temperaturen. Dabei zeigte sich, dass Regenereignisse komplexer auf Erwärmung reagieren als viele Modelle bisher annahmen. Extreme Niederschläge gehören zu den gefährlichsten Folgen des Klimawandels. Sie verursachen Überschwemmungen, Erdrutsche und große Schäden an Infrastruktur. Die Forscher erklären, dass wärmere Luft mehr Wasserdampf aufnehmen kann. Dadurch steigt grundsätzlich das Potenzial für starke Regenfälle.

Dennoch sei die tatsächliche Entwicklung regional sehr unterschiedlich. Einige Regionen könnten deutlich stärkere Regenextreme erleben. Andere Gebiete könnten trotz Erwärmung weniger Niederschlag erhalten. Laut der Studie hängt dies von komplexen Wechselwirkungen in der Atmosphäre ab. Dazu zählen Luftströmungen, Wolkenbildung und lokale Wetterbedingungen. Besonders schwierig sei die Vorhersage kurzer und intensiver Starkregenereignisse. Diese könnten sich in einer wärmeren Atmosphäre schneller entwickeln. Die Wissenschaftler betonen, dass bestehende Klimamodelle solche Prozesse oft nur begrenzt erfassen. Deshalb seien Unsicherheiten bei regionalen Prognosen weiterhin groß.

Die Autoren fordern bessere Beobachtungsdaten und genauere Modellierungen. Moderne Hochleistungsrechner könnten helfen, kleinräumige Wetterprozesse besser abzubilden. Auch langfristige Messreihen seien wichtig, um Veränderungen zuverlässig zu erkennen. Die Forschung zeigt zudem, dass Städte besonders gefährdet sind. Dort verstärken versiegelte Flächen die Folgen von Starkregen zusätzlich. Gleichzeitig könnten manche Regionen häufiger von Dürren betroffen sein. Der Klimawandel führe daher nicht einfach zu mehr Regen überall auf der Welt. Vielmehr nehme die Variabilität von Niederschlägen zu. Die Wissenschaftler sehen darin eine große Herausforderung für Wasserwirtschaft und Katastrophenschutz. Frühwarnsysteme müssten künftig besser an extreme Wetterereignisse angepasst werden. Auch Infrastruktur und Stadtplanung sollten stärker auf zunehmende Wetterextreme vorbereitet werden.

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