Quelle: https://phys.org/news/2026-04-host-positive-regenerate-nature.html – Autor unbekannt – veröffentlicht im April 2026
Eine Vielzahl positiver „Kipppunkte“ kann die Natur regenerieren
Wissenschaftler erklären, dass positive Kipppunkte helfen können, geschädigte Ökosysteme wiederherzustellen. Dabei handelt es sich um Entwicklungen, die sich selbst verstärken und dadurch große Veränderungen auslösen. Die Forscher betonen, dass nicht nur negative ökologische Kipppunkte existieren. Auch positive Prozesse könnten sich rasch ausbreiten. Dies könne zu einer Erholung von Wäldern, Feuchtgebieten und anderen Lebensräumen führen. Die Studie hebt hervor, dass menschliche Entscheidungen dabei eine zentrale Rolle spielen. Politische Maßnahmen könnten regenerative Entwicklungen beschleunigen. Ebenso wichtig seien lokale Gemeinschaften und ihre Erfahrungen.
Die Autoren erklären, dass Naturregeneration wirtschaftliche Vorteile bringen könne. Gesunde Ökosysteme verbesserten Wasserqualität und Bodenschutz. Zudem könnten sie große Mengen Kohlenstoff speichern. Dadurch lasse sich der Klimawandel teilweise abschwächen. Die Forscher nennen Beispiele erfolgreicher Renaturierungsprojekte. Dazu gehören wiedervernässte Moore und aufgeforstete Landschaften. Auch die Rückkehr bestimmter Tierarten könne positive Kettenreaktionen auslösen. Solche Veränderungen stärkten die Stabilität ganzer Ökosysteme. Die Wissenschaftler warnen jedoch vor zu langsamem Handeln. Viele Ökosysteme befänden sich bereits in einem kritischen Zustand. Werden bestimmte Schwellen überschritten, könne sich Natur dauerhaft verschlechtern. Deshalb müsse die Gesellschaft möglichst früh reagieren.
Die Studie fordert internationale Zusammenarbeit. Regierungen sollten langfristige Strategien für Naturschutz entwickeln. Unternehmen könnten regenerative Ansätze ebenfalls fördern. Verbraucher hätten durch ihr Verhalten ebenfalls Einfluss. Die Autoren sehen Chancen für eine grundlegende Veränderung der Beziehung zwischen Mensch und Natur. Sie betonen die Bedeutung von Bildung und öffentlicher Aufklärung. Positive Beispiele könnten Menschen motivieren, selbst aktiv zu werden. Die Forscher sprechen von einem möglichen Wendepunkt zugunsten der Natur. Voraussetzung sei jedoch entschlossenes Handeln auf vielen Ebenen. Nur so könne eine großflächige Regeneration der Umwelt gelingen.
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Quelle: https://phys.org/news/2026-04-climate-decline-hot-cold-extreme.html – University of Alabama in Huntsville – veröffentlicht am 21. April 2026
US-Klima zeigt seit 1899 einen Rückgang sowohl heißer als auch kalter Extremtemperaturen, fanden Forscher
Eine umfassende neue Studie erweitert die Temperaturdaten des US Historical Climatology Network bis ins Jahr 1899. Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass sowohl heiße als auch kalte Temperaturrekorde in den zusammenhängenden USA zurückgegangen sind. Die Forschung wurde von Dr. John R. Christy durchgeführt. Christy war Klimatologe des Bundesstaates Alabama und Professor an der University of Alabama in Huntsville. Die Analyse basiert auf mehr als 40 Millionen täglichen Temperaturmessungen. Laut der Studie liefert dies den bislang vollständigsten Langzeitüberblick über extreme Hitze und Kälte in den USA. Die Arbeit wurde in der Fachzeitschrift „Theoretical and Applied Climatology“ veröffentlicht. Die Forscher nutzten Daten von 1.211 Wetterstationen in den unteren 48 Bundesstaaten.
Viele Datensätze mussten mithilfe benachbarter Stationen rekonstruiert werden. Die Studie untersucht, wann und wo die heißesten und kältesten Tage auftraten. Außerdem analysiert sie die Häufigkeit täglicher Temperaturrekorde. Ebenso wird die Entwicklung von Hitze- und Kältewellen seit dem späten 19. Jahrhundert betrachtet. Der Aufbau des Datensatzes dauerte mehrere Jahre. Die Forscher mussten tausende Originalformulare manuell auswerten. Damit wurden Lücken in den NOAA-Daten geschlossen. Christy bezeichnete die Arbeit als „eine Arbeit aus Liebe und Neugier“. Er verweist auf eigene Temperaturbeobachtungen aus Fresno in Kalifornien. Diese zeigen laut ihm deutliche Auswirkungen wachsender Städte auf Temperaturmessungen. Nächtliche Mindesttemperaturen in Fresno seien heute mehr als fünf Grad Fahrenheit höher als an umliegenden Stationen.
Extreme Sommerhitze habe insgesamt nicht zugenommen. Kennzahlen wie die höchsten Jahrestemperaturen oder die Anzahl von Hitzewellentagen zeigten seit 1899 eher leichte Rückgänge. Besonders starke Hitzewellen konzentrierten sich auf die Jahre 1925 bis 1954. Vor allem die 1930er Jahre seien durch extreme Hitze geprägt gewesen. Extreme Kälte habe dagegen deutlich abgenommen. Seit den 1990er Jahren seien rekordkalte Wintertemperaturen wesentlich seltener geworden. Laut Studie könnten sowohl atmosphärische Erwärmung als auch menschliche Bebauung an Wetterstationen dafür verantwortlich sein. Insgesamt seien Temperaturunterschiede weniger extrem geworden. Die Spannweite zwischen den heißesten und kältesten Temperaturen habe sich um etwa sechs Grad Fahrenheit verringert. Regionale Unterschiede spielten weiterhin eine wichtige Rolle. Während der Westen der USA zuletzt mehr Hitzewellen erlebte, zeigten zentrale und östliche Regionen langfristige Rückgänge.
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Quelle: https://phys.org/news/2026-04-climate-ocean-diverge-drought.html – Cyrus Moulton, Northeastern University – veröffentlicht am 20. April 2026
Warum Klimamodelle und Ozeanbeobachtungen voneinander abweichen – und was das für Regen und Dürre bedeutet
Klimamodelle sagen voraus, dass sich die Ozeane der Nordhalbkugel schneller erwärmen als jene der Südhalbkugel. Beobachtungsdaten der vergangenen 70 Jahre zeigen jedoch das Gegenteil. Demnach erwärmen sich die Ozeane der Südhalbkugel schneller. Neue Forschung der Northeastern University versucht diese Abweichung zu erklären. Laut dem Forscher Chengfei He reagieren Klimamodelle zu empfindlich auf Treibhausgase. Dadurch werde eine wichtige Rückkopplung zwischen Windgeschwindigkeit, Wassertemperatur und Verdunstung überschätzt. Dies habe Folgen für tropische Wetterentwicklungen. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Nature Communications“ veröffentlicht. Klimamodelle basieren laut NOAA auf bekannten physikalischen Prozessen. Dazu zählen etwa Sonneneinstrahlung, Wolkenbildung und Meeresströmungen. Mithilfe mathematischer Gleichungen simulieren die Modelle den Austausch von Wärme und Wasser.
Die Modelle lassen sich mit realen Messdaten vergleichen. Die meisten Modelle verwenden die durchschnittliche Oberflächentemperatur der Weltmeere. Diese Größe wird als globale mittlere Oberflächentemperatur bezeichnet. Laut He stimmen Modelle und Beobachtungen darin überein, dass sich die Erdoberfläche seit Beginn des 20. Jahrhunderts um etwa 1,5 Grad Celsius erwärmt hat. Für Vergleiche zwischen Nord- und Südhalbkugel sei dieser globale Mittelwert jedoch ungeeignet. Er verdecke Unterschiede zwischen beiden Hemisphären. He erklärt dies anhand eines vereinfachten Temperaturbeispiels. Entscheidend sei stattdessen der Temperaturkontrast zwischen Nord- und Südhalbkugel. Dieser beschreibt die Differenz der mittleren Meeresoberflächentemperaturen beider Hemisphären.
Betrachtet man diesen Kontrast, widersprechen die Beobachtungen den üblichen Klimamodellen. Die Südhalbkugel erwärmt sich demnach schneller. Als Ursache nennt He eine komplexe positive Rückkopplung mit Passatwinden. Temperaturunterschiede zwischen Ozean und Atmosphäre verstärkten die Winde. Stärkere Winde führten zu mehr Verdunstung. Dadurch werde die Meeresoberfläche wiederum abgekühlt. Dieser Prozess verstärke die Windgeschwindigkeit zusätzlich. He zufolge überschätzen viele Modelle die Stärke dieses Mechanismus. Deshalb könnten sich tropische Regengebiete weiter südlich verlagern als bisher angenommen. Regionen nördlich des Äquators könnten dadurch trockener werden und häufiger unter Dürre und Waldbränden leiden.
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