Algerien will Grünen Wasserstoff produzieren und exportieren.
Im Gegensatz zu Deutschland hat das Land in Nordafrika eine deutlich bessere Sonneneinstrahlung.
Strom lässt sich dort also günstiger produzieren. Warum so viele Energiewende-Fans immer noch von einer Wasserstoff-Produktion in Deutschland träumen bleibt rätselhaft.
Tagesschau:
In einem kleinen Labor an der technischen Universität Blida nahe Algier analysieren angehende Chemie-Ingenieurinnen Wasserproben. In ihrem Kurs geht es um klimafreundlich erzeugten grünen Wasserstoff. Seit diesem Semester gibt es an der Uni einen eigenen Master-Studiengang Wasserstoff-Energie.
Die Sahara sei nun mal ein Ort mit gigantischer Sonneneinstrahlung, so die Studentin Akbel Doukhi. „Man kann diese Flächen nutzen und Photovoltaikanlagen aufstellen und die dann mit der Technik zur Produktion verknüpfen.„Produziert wird noch nicht, aber Algerien stellt die Weichen für grünen Wasserstoff: Der größte Gasexporteur Afrikas baut eine große Photovoltaikanlage nach der anderen. Noch fließt Strom aus Gas durch die Leitungen, mitten durch die riesigen Wüstengebiete Algeriens.
Kürzlich fertig gestellt: die vier Quadratkilometer große Anlage „Tendla“ im Norden der Sahara: ein Ort mit besonders hoher Sonneneinstrahlung und Teil der grünen Energie-Offensive des Landes.
Im April des vergangenen Jahres lag die installierte Leistung für Erneuerbare Energien in Algerien bei 400 Megawatt. Bis 2035 will man auf 15.000 Megawatt aufstocken. Das entspricht in etwa der Leistung von 15 Atomkraftwerken.
+++
Adaption an ein sich wandelndes Klima macht auch die Natur.
Im Podcast von SWR Das Wissen geht es um Veränderungen der Pflanzen- und Tierwelt.
Was bedeuten sich ändernde Umweltbedingungen und wie schnell passen sich Pflanzen und Tiere an.
+++
Moore genießen einen guten Ruf, wenn es um CO2-Senken geht.
Es gibt neue Forschungsergebnisse zum Thema optimaler Wasserstand
FR:
Das Ergebnis fällt überraschend eindeutig aus. Der klimafreundlichste Zustand lag im Mittel bei einem Wasserstand von etwa zehn Zentimetern unter der Bodenoberfläche. In diesem Bereich hielten sich Methan- und Kohlendioxid-Emissionen insgesamt am niedrigsten.
„Auf Basis unserer Daten sehen wir, dass ein stabiler Wasserstand knapp unter der Oberfläche die beste Gesamtbilanz liefert“, sagt Studienleiter Bo Elberling. Je nach Moor könne dieser Wert variieren, meist zwischen fünf und 20 Zentimetern. Entscheidend bleibe jedoch die Stabilität.
+++
Ein Ritt auf der Rasierklinge. Es wird kälter, weil es wärmer wird.
Der mdr zur Kältewelle.
„Und wenn man das weiterdenkt, wenn Regen und auch Hitzeereignisse länger über einer Region verharren, dann wird auch die Wahrscheinlichkeit höher, dass diese Ereignisse immer extremer werden – durch Rückkopplungsmechanismen.“ So erklärte das Kai Kornhuber, der an der Columbia Climate School in New York und am Internationalen Institut für angewandte Systemanalyse (IISA) in Laxenburg bei Wien forscht, in einem früheren Gespräch über den Trend zu mehr Extremwettern bei MDR WISSEN.
Mit Blick auf das aktuelle Geschehen in Deutschland sei so eine Zweiteilung der Wetterlage nicht ungewöhnlich, erklärt Walter wiederum. „Das kommt häufiger vor.“ Fast 20 Grad Unterschied seien allerdings viel – und auch die lange Dauer sei besonders. Eine direkt verfügbare Statistik zur Häufigkeit solcher Wetterlagen gebe es aktuell nicht. In den vergangenen Tagen hatte das stationäre Hochdruckgebiet „Daniel“ für Dauerfrost im Nordosten gesorgt. Der Südwesten wurde von atlantischen Tiefdruck-Ausläufern geprägt, die milde und feuchte Luft aus Südwesten heranführten, wie Walter erklärte.
+++
Mehr Windkraftanlage, weniger Ertrag.
Das Jahr 2025 verdeutlicht, dass Windkraft dem Willen des Wetters unterliegt.
Obwohl es mehr Anlagen gab, sank der Ertrag an Strom.
Boltwise:
Im Jahr 2025 erlebte Deutschland eine paradoxe Entwicklung im Bereich der Windenergie: Trotz eines erheblichen Ausbaus der Windkraftanlagen sank die Stromproduktion im Vergleich zum Vorjahr. Laut vorläufigen Daten wurden insgesamt 132,6 Terawattstunden (TWh) Windstrom erzeugt, was einem Rückgang von 5,7 TWh gegenüber 2024 entspricht. Diese Entwicklung ist vor allem auf ungünstige Wetterbedingungen zurückzuführen, die die erwartete Stromausbeute beeinträchtigten.
Besonders betroffen waren die Windkraftanlagen an Land, wo im Jahr 2025 nur ein durchschnittlich laues Lüftchen wehte. Unter normalen Umständen hätte der Ausbau der Windkraftanlagen zu einer deutlich höheren Stromproduktion führen sollen. Der Netzbetreiber 50Hertz, zuständig für die Ostsee, bestätigte, dass das Jahr 2023 das stärkste Windjahr seit über zwei Jahrzehnten war, während 2024 im langjährigen Mittel lag.
+++
Wirtschaftsministerin Reiche will neue Regeln bei der Energiewende.
Tagesschau:
Bereits im vergangenen September hatte Wirtschafts- und Energieministerin Katherina Reiche nach einem Monitoringbericht „Schlüsselmaßnahmen“ angekündigt, um die Energiewende besser bezahlbar zu machen. Denn aktuell kommt es immer wieder zur sogenannten Abregelung von Wind- und Solaranlagen – dann wird deren Leistung gedrosselt oder abgeschaltet, um Netzengpässe zu vermeiden. Die Eingriffe werden Redispatch genannt. Betreibern stehen für solche Fälle Entschädigungen zu, die jedes Jahr Milliarden kosten. Das Ministerium plant nun einen sogenannten „Redispatchvorbehalt“. Besonders belastete Netzgebiete sollen als „kapazitätslimitiert“ ausgewiesen werden können – im Fall von Abregelungen soll dann an den entsprechenden Standorten für Neuanschlüsse keine Entschädigung mehr gezahlt werden. Wer also in einer Region Wind- oder Solaranlagen baut, obwohl es bereits vorher zu Abregelungen kam, wird bei diesen nicht mehr entschädigt.
Damit würden die Redispatchkosten gesenkt, und so auch die Netzentgelte und der Strompreis für Endkunden, wie es im Gesetzentwurf heißt. Obwohl es Fortschritte beim Ausbautempo gebe, könne der Netzausbau nämlich immer noch nicht mit dem Anlagenzubau Schritt halten – so würden zum Teil Solar- und Windkraftanlagen gebaut, obwohl das Stromnetz nicht darauf ausgelegt sei. Im Zuge der Energiewende müssen Tausende Kilometer neue Stromleitungen gebaut werden, damit der vor allem im Norden produzierte Windstrom in große Verbrauchszentren im Süden gelangen kann.
+++