Drei Ideen zur Kohlenstoff-Speicherung

Drei Ideen zur Kohlenstoff-Speicherung. So lautet der Titel eines Podcasts vom NDR. Er beschäftigt sich mit verschiedenen Aspekten der Abscheidung bis hin zur Wiederverwendung von abgeschiedenem Kohlenstoff, da dieser ein Rohstoff ist, der z. B. für synthetische Kraftstoffe oder Autoreifen eingesetzt werden kann. Es ist ohnehin erstaunlich, dass in diesem Bereich in Deutschland geforscht wird, nachdem die Speicherung von CO2 bei uns gesetzlich verboten ist. Norwegen ist da schon viel weiter und speichert bereits unter der Nordsee seit Jahren. Aus dem Ankündigungstext:

“Eine der Hauptursachen für den gegenwärtigen Klimawandel ist freigesetztes Kohlendioxid. Es entsteht bei der Verbrennung fossiler Energieträger und bei Industrieprozessen. In der Atmosphäre wirkt es als Treibhausgas. Um diese Entwicklung zu stoppen, sollen langfristig fossile Energieträger durch erneuerbare Energien ersetzt werden. Eine andere Möglichkeit: Das Kohlendioxid kann abgefangen und gespeichert werden: „Carbon Capture and Storage“ (CCS) ist der Fachbegriff dafür. Seit längerem wird erforscht, wie das CO2 abgeschieden, aufbereitet, komprimiert und transportiert werden kann. Wir stellen noch weitere sinnvolle Anwendungen vor, bei denen Kohlendioxid sogar zum Hightech-Rohstoff wird, „Carbon Capture and Usage“ (CCU).”

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Thematisch dicht dran ist eine Folge des Podcasts von 11Km, den die Tagesschau veröffentlicht. Spanien wollte sich ein Stück vom Wasserstoff-Kuchen abschneiden. Eine Testanlage sollte schon im Mai 2023 in Betrieb gehen. Sie produziert bis heute nicht. Ein Problem ist dabei das Wasser, denn das wird benötigt. Weiter scheint demnach Algerien zu sein, wobei der Podcast nicht auf das Thema Wasser in dem Land eingeht. Immerhin hätte das Land eine Pipelineverbindung nach Europa und sogar bis nach Deutschland. Es zeichnet sich immer mehr ab, dass die großen Mengen an Wasserstoff, die Deutschland benötigt, nicht oder nur zu einem kleinen Teil vor Ort produziert werden. Der Grund ist einfach, es ist sehr teuer, das hier zu machen.

“Wer Energiewende sagt, sagt auch Wasserstoff. Und schaut dann erstmal, wo der herkommen soll. Deutschland träumt von Flugzeugen, Industrie und Schiffen, die nicht weiter die Umwelt verpesten – und gleichzeitig hapert es in hier schon an genug Sonnenenergie, um Wasserstoff im großen Stil herzustellen. Also blickt die Politik in den Süden und dahin nimmt uns ARD-Madrid-Korrespondent Sebastian Kisters in dieser 11KM-Folge mit – zu einem Pilotprojekt auf Mallorca und in ein Land, das der Gamechanger sein könnte für die schnelle deutsche Energiewende. Ein Gamechanger mit Haken.”

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Das Wort Strombettler ging letztes Jahr durch die Medien. Ob Deutschland ein Strombettler ist, das hat Florian Blümm in seinem Blog (Tech-For-Future.de) untersucht. Er zeigt dabei schön auf, wie der Importmix bei Strom im Jahr 2023 war und dass das Narrativ vom Strom aus Kernenergie, der die Leitungen verstopft, ziemlicher Unsinn ist. Auch der Jubel über die vielen Windkraftimporte aus Dänemark ist fragwürdig, Dänmark leitet in erster Linie aus Norwegen und Schweden durch nach Deutschland.

(Abbildung: Screenshot Tech- For-Future.de)

“Überraschend ist die Windkraft als unser zweitgrößter Import (fast 2/3 davon Onshore Wind). Bezogen auf die Gesamtstromerzeugung ist Deutschland bei der Onshore Windkraft ja selbst weit vorne. Wenn in unseren Nachbarländern genug Wind weht, um ihn zu exportieren, dann auch bei uns. Vermutlich ist in diesem Strommix von Agora Energiewende nicht berücksichtigt, dass Importe aus Dänemark größtenteils Transits aus Norwegen und Schweden sind. Das heißt der Anteil von Wasserkraft und Kernkraft müsste eigentlich noch viel höher sein und der von Windkraft deutlich niedriger. Immerhin ist der Stromimportmix sehr klimafreundlich und zwar deutlich klimafreundlicher als der deutsche Strommix. Tatsächlich müsste man aber auf den Importstrom das Marginalstromprinzip anwenden. Dann würden fossile Brennstoffe und skandinavische Wasserkraft eine weit größere Rolle spielen.”

Blümm kritisiert die Methodik von Instituten wie dem Fraunhofer-Institut ISE.

“Das Portal Energy-Charts ist durch Themenauswahl und öffentliche Äußerungen politisch grün gefärbt. Allein, dass dort keine CO2-Intensitäten gezeigt werden, widerspricht dem selbst gesteckten Ziel die Energiewende-Diskussion zu versachlichen. Aber jene Zahlen, die gezeigt werden, sind normalerweise solide und transparent. Mit den blockscharfen Daten und der Berücksichtigung von Industriestrom, ist Energy-Charts sogar die beste Quelle für Stromerzeugungsdaten. Um so schockierender sind die bei Energy-Charts gezeigten Import- und Exportpreise. Überraschenderweise sind dort Import- und Exportpreise in jedem Monat gleich! Mit der üblichen Methodik zur Außenhandels-Bilanzierung werden stündliche oder gar viertelstündliche Marktpreise berücksichtigt. Energy-Charts bildet hingegen einen monatlichen Durchschnitt und setzt somit die monatlichen Importpreise und Exportpreise willkürlich gleich. Auf diesen Fehler aufmerksam gemacht, verweist Bruno Burger auf die Geo Arbitrage und Engpasserlöse. In den europäischen Strommarktzonen gibt es zum selben Zeitpunkt verschiedene Preise. Das ist aber ein völlig anderes Thema und hat fast nichts mit der unterschiedlichen Höhe unserer Import- und Exportpreise zu tun. Der Grund, warum Deutschland hohe Preise für Stromimporte zahlt und nur wenig Vergütung für Stromexporte erhält, ist nicht Geo Arbitrage, sondern zeitliche Arbitrage. Wir importieren hauptsächlich dann, wenn die Preise in allen Zonen hoch sind und exportieren dann, wenn die Preise in allen Zonen niedrig sind.

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Welche Rolle spielt der Mars bei unserem Klima? Der Standard:

“Denn je exzentrischer die Erde ist, desto näher und ferner kann sie der Sonne stehen. Daher sind in den Phasen starker Ellipsen der Umlaufbahn die Jahreszeiten extremer. Dann sind sich auch Mars und Erde relativ nah, der Einfluss des Mars auf die Erde ist dann maximal, erklärt Müller. In einer anderen Studie wurde die Folge für die Temperatur und das Klima auf der Erde berechnet: Dann ist es um durchschnittlich 1,75 Grad Celsius wärmer, als wenn die Erde auf einer sehr runden Bahn unterwegs ist.”

Auch auf das Kippen des Golfstroms geht der Artikel ein.

“Meeresströmungen waren jüngst in den Schlagzeilen, weil Wissenschafterinnen und Wissenschafter in einer Studie Hinweise auf ein mögliches „Kippen“ des Golfstroms fanden. Fachleute sprechen von der atlantischen meridionalen Umwälzzirkulation (AMOC). Wird diese Strömung auch im Zuge der globalen Erwärmung langsamer, hätte dies etwa zur Folge, dass es im Nordwesten Europas kälter werden würde. Die Effekte eines AMOC-Kollapses könnten die Tiefseeströmungen womöglich zum Teil abfangen, vermuten Müller und sein Team. „Wir wissen, dass es mindestens zwei verschiedene Mechanismen gibt, die zur Stärke der Tiefseewassermischung in den Ozeanen beitragen“, sagt der Geophysiker. „Die AMOC ist einer davon, aber die Tiefenwasserwirbel scheinen in warmen Klimazonen eine wichtige Rolle für die Belüftung des Ozeans zu spielen.“ Die Daten machen deutlich: Wärmere Ozeane haben stärkere Tiefseeströmungen. „Dies wird möglicherweise verhindern, dass der Ozean stagniert, selbst wenn sich die atlantische meridionale Umwälzzirkulation verlangsamt oder ganz aufhört“, sagt Erstautorin Adriana Dutkiewicz.”

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Interessantes Interview mit Knalleffekt:

Disgusting BBC Reporter Put in His Place By Guyana Leader

Das Video gibt es hier bei X (unbedingt anschauen, dauert nur 2:20 min)

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Eigentlich sollten Wärmepumpen derzeit boomen. Doch letztes Jahr ist ihr Verkauf in Europa sogar zurückgegangen – um 5 Prozent. So wird das nichts mit der Energiewende im Heizungsbereich, stellt Alex Reichmuth im Nebelspalter (https://www.nebelspalter.ch/themen/2024/03/die-zahl-der-verkauften-waermepumpen-in-europa-geht-zurueck) fest.

Energiewende: Die Zahl der verkauften Wärmepumpen in Europa geht zurück

Die Fakten: Letztes Jahr wurden in den wichtigsten 14 europäischen Ländern insgesamt fast fünf Prozent weniger Wärmepumpen abgesetzt. Das hat die Europäische Vereinigung für Wärmepumpen (EHPA) mitgeteilt (siehe hier).

Warum das wichtig ist: Der Ersatz fossiler Heizungen durch Wärmepumpen ist entscheidend, wenn Europa bis 2050 klimaneutral werden will. Um das Netto-Null-Ziel zu erreichen, müsste der Absatz von Wärmepumpen jetzt steil nach oben gehen. Dass das Gegenteil der Fall ist, ist für die angestrebte Dekarbonisierung im Wärmebereich ein verheerendes Zeichen.

Das Zitat: «Die Wärmepumpen-Branche ist mit stürmischem Wetter konfrontiert, und es braucht alle Hände an Deck.» (Thomas Nowak, Generalsekretär der European Heat Pump Association)

Weiterlesen im Nebelspalter (https://www.nebelspalter.ch/themen/2024/03/die-zahl-der-verkauften-waermepumpen-in-europa-geht-zurueck). Der Artikel kann nach 20 Sekunden Werbung freigeschaltet werden.

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Martin Schlumpf berichtet am 18. März 2024 im Nebelspalter: 

Die falschen Klimaängste einer deutschen Journalistin – Schlumpfs Grafik 105

Ich ärgere mich jedes Mal, wenn ich lese oder höre, dass wir in Kürze eine globale Klimakatastrophe erleben werden, die nicht mehr zu stoppen ist – es sei denn, wir würden radikale Gegenmassnahmen ergreifen. Und besonders ärgerlich ist, dass entsprechende Forderungen immer als «alternativlos» bezeichnet werden, womit jede Diskussion von vornherein abgeblockt wird. Einen derart extremen Standpunkt halte ich für einen der gefährlichsten Irrtümer unserer Zeit.

Besonders krass erscheint dieser Klimakatastrophismus im Bestseller-Buch «Das Ende des Kapitalismus» der deutschen Wirtschafts-Journalistin Ulrike Herrmann (siehe hier). Und zwar deshalb, weil sie im ersten Teil ihres Buches das System des Kapitalismus als Quelle einer beispiellosen Wohlstandsentwicklung seit dem 19. Jahrhundert durchaus voll anerkennt. In der Folge aber kommt sie zum Schluss sie, dass der Kapitalismus keine Zukunft mehr habe. Und zwar deshalb, weil er nur funktionieren könne, wenn er immer weiter wachse. Das aber führe zu steigendem Energiekonsum mit immer mehr Treibhausgas-Emissionen, was schliesslich in der unvermeidbaren Klimakrise ende.

Was wichtig ist:

– Die deutsche Journalistin Ulrike Herrmann behauptet in ihrem Buch «Das Ende des Kapitalismus», dass das gegenwärtige Wirtschaftssystem wegen des Klimawandels zu einem Ende kommen müsse.

– Tatsächlich ist aber die Zahl der Todesopfer wegen Extremwetter in den letzten hundert Jahren weltweit um 99 Prozent gesunken.

– Zudem hat die Zahl der Unwetter-Ereignisse seit dem Jahr 2000 global gesehen abgenommen.

– Bei den wirtschaftlichen Schäden wegen klimabedingter Unwettern ist anteilsmässig gesehen kein Trend zu erkennen.

Nun hat der Kapitalismus aber in seiner Entwicklung, die auch von Ulrike Herrmann als positiv beschriebenen wird, bis heute schon viele Krisen erlebt – und vor allem überlebt. Warum also meint Ulrike Herrmann, dass die Klimakrise eine total andere Kategorie der Bedrohung darstellt, die zur Folge hat, dass es daraus keinen Ausweg mehr gibt? Leider findet man in ihrem Buch auf diese Frage keine spezifische Antwort.

Weiterlesen im Nebelspalter. Auch verfügbar auf schlumpf-argumente.ch.

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