Gift für die Energiewende

Der Tagesschau Podcast 11KM beschäftigt sich mit PFAS (per- und polyfluorierte Chemikalien). Das Umweltbundesamt über diese Chemikalien. 

“PFAS werden in kurzkettige und langkettige PFAS unterteilt. Kurzkettige PFAS sind extrem langlebig und verteilen sich in der Umwelt in kürzester Zeit besonders über das Wasser. Als kurzkettige PFAS gelten Verbindungen mit weniger als sieben perfluorierten Kohlenstoffatomen. Langkettige PFAS sind in der Umwelt und in Lebewesen ebenfalls sehr langlebig und einige PFAS reichern sich in verschiedenen Organismen bis hin zum Menschen an. PFAS reichern sich aufgrund ihrer Langlebigkeit und Nicht-Rückholbarkeit fortwährend weiter an. Unser Wissen über ihre Wirkung ist bislang zwar noch begrenzt. Allerdings wurden in den letzten Jahren bei bestimmten PFAS neben Wirkungen in der Umwelt auch gesundheitsschädliche Wirkungen nachgewiesen, was in Kombination mit der Langlebigkeit besonders bedenklich ist. Weitere Informationen zu PFAS in der Umwelt befinden sich auf der BMUV-Seite: Belastung von Böden durch PFAS. Das Umweltbundesamt hat ein Portal mit umfangreichen Informationen zu PFAS eingerichtet. Auch auf der Website des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) finden Sie weiterführende Informationen und Veröffentlichungen zu PFAS.” 

Im Podcast 11Km wird das Dilemma beschrieben, dass diese Chemikalien einen festen Platz bei der Energiewende haben. 

“PFAS sind Wundermittel der Chemie-Industrie und sie sind überall: auf vielen Pfannen, Verpackungen von Lebensmitteln oder auch wasserabweisenden Jacken. Nur PFAS sind giftig. Die Stoffe stehen im Verdacht, Krebs zu verursachen, unfruchtbar zu machen und das Immunsystem zu schwächen. Gleichzeitig sind PFAS wichtig für den Ausstieg aus fossilen Energien. Sie sind in Elektromotoren und auf Windrädern – und auch die Energiewende ist zentral für uns und die Zukunft. Wir stecken also mittendrin, im großen PFAS-Dilemma. In dieser 11KM-Folge erzählt Roland Schenke, wie wir da wieder rauskommen können. Er hat für ARD Wissen dazu recherchiert.” 

+++ 

Welche Auswirkungen werden Emissionsreduzierungen auf das Klima haben. Ein Artikel aus 2021 bei Carbon Brief beschäftigt sich mit dem Szenario. 

“The finding that temperatures would stabilise after emissions reach zero results from two different factors working in the opposite direction. The Earth is currently out of thermal equilibrium, meaning more energy from the sun is being trapped by the greenhouse gases in the atmosphere than is escaping back to space. Over 90% of this extra heat is going into warming the oceans. However, as the oceans continue to warm, they will take up less heat from the atmosphere and global average surface temperatures will rise further. At the same time, the land and ocean are absorbing about half of the CO2 that humans emit each year. If emissions go to zero, these “carbon sinks” continue to take up some of the extra CO2 that was emitted in the past – quickly at first and then more slowly over time as they move toward a new equilibrium. This reduces the levels of CO2 in the atmosphere and, thus, the warming it causes. By chance, these two factors cancel each other out. The additional surface warming from the oceans continuing to heat up is balanced by the cooling from falling atmospheric CO2. […] New results published over the past year offer much stronger evidence of the effect of net-zero CO2 emissions on temperatures. These results come from a set of modern climate models that include carbon cycle dynamics, called Earth system models (ESMs).” 

+++ 

Die Energie der Zukunft könnte aus der Kernfusion stammen. In Japan ging der weltgrößte Versuchsreaktor in Betrieb. Spektrum.de:  

“Bislang ist es nur in einer Anlage gelungen, mehr Energie zu erzeugen, als für das Zünden des Plasmas benötigt wird. Im Dezember des vergangenen Jahres hatte die National Ignition Facility (NIF) im kalifornischen Livermore einen »Netto-Energiegewinn« bei Versuchen vermeldet. Die US-Anlage nutzt allerdings eine andere Technologie als der neue japanische Reaktor und ITER – die so genannte Trägheitsfusion. Dort werden knapp 200 Laser eingesetzt, um Energie auf einen erbsengroßen Goldzylinder zu übertragen, der ein gefrorenes Pellet der Wasserstoffisotope Deuterium und Tritium enthält. Die Kernfusion konnte jedoch nur für Bruchteile einer Sekunde aufrechterhalten werden – zur Stromerzeugung wären eher Stunden nötig. […] Auch deutsche Politiker und die Forschungsministerin Bettina Stark-Watzinger höchstselbst haben in den zurückliegenden Monaten zusätzliches Geld für die Fusionsforschung zugesagt.” 

Geo.de zum gleichen Thema: 

“Aufgabe des 15,5 Meter hohen japanischen Reaktors ist es allerdings nicht, Energie zu liefern. Er soll vielmehr wichtige Fragen für den Bau und Betrieb von „Iter“ klären, jenem gigantischen Forschungsreaktor, der seit 2010 in Frankreich entsteht. Das internationale Mammutprojekt ist der Lackmus-Test für die Tokamak-Technologie. Iter soll zeigen, dass es technisch und wirtschaftlich möglich ist, Kernfusion als Energiequelle zu nutzen. Neben der EU sind an dem Milliardenprojekt unter anderem China, die USA, Indien und Russland beteiligt. 2025 sollte der Reaktor nach letztem Stand der Planung erstmals Plasma erzeugen. Ab 2035 wollte das Betreiber-Konsortium schwere Wasserstoffkerne (Deuterium und Tritium) verschmelzen. Doch die Corona-Pandemie sowie technische Schwierigkeiten führten zu Verzögerungen. Ein neuer Zeitplan steht noch nicht fest.” 

+++ 

In der Schweiz ist die sogenannte Blackout-Initiative eingereicht worden, die wieder neue Kernkraftwerke zulassen will. Möglicherweise streicht das Parlament in Bern das gesetzliche Verbot neuer Kernanlagen aber schon vor der Abstimmung. Alex Reichmuth hat im Nebelspalter (https://www.nebelspalter.ch/themen/2024/02/hebt-das-parlament-das-akw-verbot-schon-vor-der-abstimmung-auf) berichtet.

Energiepolitik
Hebt das Parlament das AKW-Verbot schon vor der Abstimmung auf?

Die Fakten: Am Freitag wurde in Bern die sogenannte Blackout-Initiative mit fast 130’000 beglaubigten Unterschriften eingereicht. Die Initianten verlangen, dass künftig alle klimaschonenden Arten der Stromerzeugung zulässig sind. Das würde bedeuten, dass auch neue Atomkraftwerke wieder möglich sind. 

Warum das wichtig ist:

  • In der Schweiz gibt es ein Tauziehen in der Strompolitik. Das Volk hat 2017 im Rahmen des Energiegesetzes beschlossen, dass in der Schweiz keine neuen Kernkraftwerke mehr gebaut werden dürfen. Doch wegen der befürchteten Stromengpässe kommt die Atom-Option wieder ins Spiel.
  • Die Initianten der Blackout-Initiative wollen das Neubau-Verbot mit einem Verfassungsartikel zum Verschwinden bringen.
  • Eventuell kommt ihnen aber das Parlament zuvor und beschliesst von sich aus, dass neue AKW wieder zulässig sind.

Die Initiative im Wortlaut: Die Blackout-Initiative verlangt, dass diese beiden Punkte in der Verfassung stehen:

  • «Die Stromversorgung muss jederzeit sichergestellt sein. Der Bund legt dafür die Verantwortlichkeiten fest.»
  • «Die Stromproduktion hat umwelt- und klimaschonend zu erfolgen. Alle klimaschonenden Arten der Stromerzeugung sind zulässig.»

Weiterlesen im Nebelspalter (https://www.nebelspalter.ch/themen/2024/02/hebt-das-parlament-das-akw-verbot-schon-vor-der-abstimmung-auf). Der Artikel kann nach 20 Sekunden Werbung freigeschaltet werden.

+++

Die Uni Bonn kam in einer Studie zu einem hochinteressanten Ergebnis, das den Forschern sicher nicht gefallen hat:

Biegen sich Leugner des Klimawandels die Fakten zurecht, um ihr klimaschädliches Verhalten nicht ändern zu müssen? Eine neue Studie findet für diese These keine Anhaltspunkte.

+++

Berliner Zeitung am 18.11.2023:

Auf seiner Webseite erläutert Philipp Lengsfeld die Pläne im Detail. Lengsfeld setzt sich sehr für eine realistische Sichtweise des Klimawandels ein.

+++

AUF1:

Klimaforscher Dr. Stefan Kröpelin: „Die Wüste schrumpft und wächst nicht“

Glaubt man den Systemmedien, dann wird es auf der Erde nicht nur wärmer, sondern auch trockener. So sollen sich auch die Wüsten aufgrund vermeintlichen Mangels an Niederschlag ausdehnen. Durch seine Arbeit vor Ort kommt der Geologe Dr. Kröpelin, der zu den führenden deutschen Wüstenexperten zählt, allerdings zu ganz anderen Ergebnissen. „Die Wüste schrumpft“, sagt er. Isabelle Janotka hat sich mit ihm darüber unterhalten.

Das Video mit dem Interview gibt es bei AUF1.

Teilen: