Neues Klima-Lieblingswort: Mafia 

Norwegen wird immer wieder als Musterland in Sachen Wärme genannt. Die FAZ (Bezahlartikel) hat sich die Situation in dem Land angesehen und die unterscheidet sich merklich von der in Deutschland. Eine Gasversorgung wie in Deutschland mit einem ausgebauten Netz wäre in dem dünn besiedelten Land eigentlich kaum möglich. Norwegen ist einfach sehr groß und hat nur 5,4 Millionen Einwohner. Seine Fläche ist sogar größer als die von Deutschland. Zwar haben die Preise für Strom in dem Land mittlerweile zugelegt, liegen aber immer noch weit unter denen von Deutschland. Man kann dort also auch mit Strom heizen. Ein Vergleich mit Norwegen ist also immer mit großer Vorsicht zu genießen. 

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Alles spricht von Wasserstoff. Hat Deutschland überhaupt genügend Speicher? Nach diesem Artikel bei der Tagesschau kann man Bedenken haben. 

“Die unterirdischen Erdgas-Speicher in Deutschland reichen nach Einschätzung der Betreiber bei weitem nicht aus für den in Zukunft erwarteten Wasserstoff-Speicherbedarf. „Unsere Studien haben ergeben, dass aus dem heutigen Bestand an Gasspeichern eine Wasserstoffspeicherkapazität in Höhe von 32 Terawattstunden bereitgestellt werden kann“, sagte der Geschäftsführer des Branchenverbandes Initiative Energien Speichern (Ines), Sebastian Bleschke. 

Langfristszenarien des Bundeswirtschaftsministeriums gingen jedoch davon aus, dass zur Umsetzung der Energiewende bis 2045 Wasserstoffspeicher mit einer Kapazität von 72 bis 74 Terawattstunden gebraucht würden. Zur Umsetzung der Energiewende gemäß den Langfristszenarien bedürfe es daher mehr als einer Verdoppelung der aktuell für Wasserstoff nutzbaren Speicherpotenziale.  

„Angesichts der Tatsache, dass wir in Deutschland bereits die mit Abstand größten Gasspeicherkapazitäten der EU haben, ist sowohl die Umwidmung als auch der Speicherneubau eine große Herausforderung“, sagte Bleschke.” 

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Professor Gerd Ganteför war 1 Stunde und 40 Minuten zu Gast bei “Ungeskriptet”. Er stellt in einem Video-Interview noch einmal seine Ansicht zum Klima dar und arbeitet den Shitstorm auf, der ihn ereilte, weil er eine Theorie zur maximalen Leistung von Wind und Windkraft in Deutschland aufstellte. Wir berichteten darüber. Statt sich mit der Berechnung auseinanderzusetzen wurden Belege bei Wikipedia “gefunden”, dass Ganteför nur ein Agent der “fossilen Mafia” gewesen sein kann und noch ist. Was natürlich kompletter Quatsch ist, er forschte vor langer Zeit an Nanopartikeln in den USA.  

Stichwort Mafia, man kann Professor Claudia Kemfert und ihren Fans auf Twitter in Echtzeit bei der Radikalisierung zusehen. Sie ließ über einen alternativen Buchtitel ihres letzten Werks abstimmen. Ob Kemfert weiß, was die Mafia ist? Offenbar nicht, ansonsten hätte sie auf den Tweet verzichtet. 

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Neues aus der Eiskugelfabrik. Eine neue Studie sieht vor, dass Deutschland bis 2030 bei 100% Strom aus Wind, Sonne und Batterie ist. Bis 2035 ist das ganze Land komplett weg von fossilen Brennstoffen. 

“Applying the tool to Germany, whose current electricity demand fluctuates around 500 terawatt-hours (TWh), the RethinkX team found that Germany could meet all of this demand with solar, wind and batteries (SWB) within the next 10 years at a total cost of just $36.7 billion a year. That’s less than 1% of Germany’s GDP (and less than its current annual fossil fuel subsidies). 

And that’s just the beginning. In this, our most modest scenario, Germany’s new clean electricity system based on SWB would generate a super power surplus of 130 TWh each year. But if Germany mobilized investments of just 20% higher than the most modest scenario, the amount of super power generated in addition to existing demand would be 615 TWh. The overall electricity system would generate, in other words, a total of 1,115 TWh, more than double existing electricity demand. 

This clean energy superabundance would save huge costs for German industry and manufacturing, and open up new opportunities for electrification of diverse services like water desalination and treatment, waste processing and recycling, metal smelting and refining, chemical processing and manufacturing, cryptocurrency mining, distributed computing and communications, and carbon removal — and beyond.” 

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Die gerade etwas strauchelnde Wärmewende muss von den Grünen irgendwie gerettet werden. Also nimmt man Wetterereignisse wie den starken Niederschlag im Norden von Italien. Ein schönes Beispiel für Instrumentalisierung von Wetter ist die Grüne Britta Hasselmann. Der Grünen Logik folgend könnte man auch sagen, dass das Abschalten der letzten deutschen Kernkraftwerke den Starkregen erst möglich gemacht hat, was selbstverständlich Blödsinn ist. 

(Abbildung: Screenshot Twitter)  

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Frankreich ist wieder Netto-Exporteur von Strom wie Euractiv berichtet. 

“Die Exporte Frankreichs lassen allerdings sich vor allem durch die Wiederinbetriebnahme mehrerer Kernreaktoren erklären. 

Nach Angaben des inoffiziellen Aggregators von RTE-Daten, energygraph.info, sind von den 56 Kernreaktoren des Landes 44 Reaktoren (73,4 Prozent der Flotte) in Betrieb. 

Mit 44,1 Gigawatt in Betrieb befindlicher Kapazität ist Frankreich seinem Ziel einer Verfügbarkeit von 45 Gigawatt bis Mitte Januar sehr nahe gekommen. 

Seit Anfang Januar sind auch die CO2-Emissionen der französischen Stromflotte deutlich gesunken und erreichten am 5. Januar einen Höchstwert von 51 spezifische CO₂-Emissionen pro Kilowattstunde, nachdem sie am 2. Dezember 2022 einen Spitzenwert von 114 erreicht hatten.” 

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Wer auf deutschen Autobahnen schneller als 130 km/h fährt, der ist im Geiste ein Nazi. Klingt absurd, aber so hat es die taz veröffentlicht. Eine ganz neue Nazikeule. 

“Dass es in Deutschland kein Tempolimit gibt, geht auf die 1930er Jahre zurück. James J. Flink deutet in seinem Buch „Automobilzeitalter“ aus dem Jahr 1990 an, dass Hitler besessen von Autos und Geschwindigkeit gewesen sei. Laut Studie setzt sich diese Haltung bis heute fort: In Deutschland findet die größte Automobilmesse statt, fünf erfolgreiche Autobauer sitzen hier. „Die Rechte der Fahrer dürfen nicht eingeschränkt werden“, laute das Credo der Autolobby, so die Autor:innen.” 

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Wieder mal ein Durchbruch bei der Batterieforschung? Laut Handelsblatt haben niederländische Forscher eine Neuerung erfunden, die das Laden schneller machen soll. 

“Das niederländische Startup E-Magy könnte nun einer Lösung einen entscheidenden Schritt näher gekommen sein. Schon seit einigen Jahren experimentieren Forscherinnen und Hersteller mit Silizium statt Grafit auf der Anodenseite. Silizium ist deutlich leichter als Grafit, „und man braucht wesentlich weniger Silizium-Atome, um die ladungstragenden Lithium-Ionen einzulagern, als Kohlenstoff-Atome beim Grafit“, so Batterieforscher Sauer. „Ein Silizium-Gitter kann mit 32 Silizium-Atomen 28 ladungstragende Lithium-Ionen einlagern; bei Grafit braucht man 72 Kohlenstoffteilchen für 7“, erklärt Sauer. „Dadurch wird die Batterie nicht nur viel leichter pro gespeicherter Kilowattstunde Strom, sie lässt sich auch viel schneller laden.“” 

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Pressemitteilung der Beratungsstelle für Nachhaltige Entwicklung und Change Management:

„Wenn wir belehren, steigt die Gefahr, dass die Motivation zu nachhaltigem Verhalten sinkt!“

Beratungsstelle warnt vor Bevormundung gegenüber dem mündigen Bürger und der Wirtschaft

„Eigentlich müssten wir aus der Corona-Pandemie gelernt haben, dass wir das Denken und Verhalten der Menschen nicht positiv beeinflussen können, wenn wir sie ständig ermahnen, belehren und bevormunden!“ – Mit dieser Feststellung macht der Leiter der überregionalen Beratungsstelle für Nachhaltige Entwicklung, Dennis Riehle (Konstanz), dieser Tage auf die zunehmenden, vielleicht gutgemeinten Ratschläge aus Politik und Wirtschaft hin, die die Bürger und Unternehmen zu sparsamem Verhalten zugunsten des Umweltschutzes anhalten sollen: „Das hat noch nie funktioniert, in einer Demokratie mit dem erhobenen Zeigefinger zu agieren und Verbote und Gesetze zu erlassen, die die mündige Entscheidung des Einzelnen in bestimmte Bahnen lenken und beeinflussen sollen“, erklärt der Psychologische Berater vom Bodensee. „Viel eher müssen wir die Selbstbestimmung des Individuums durch sachliche Information und Aufklärung fördern. Niemand braucht in Deutschland Handlungsanweisungen und Erinnerungen, wie man sich im Angesicht von Energiekrise und Klimawandel zu benehmen hat. Ich denke, die große Mehrheit ist sich der Herausforderungen der Zeit sehr wohl bewusst und bedarf diesbezüglich keine Vorhaltungen“, so der 37-jährige Dennis Riehle, der auch als Berater für Change Management zertifiziert ist und betont: „Veränderung geschieht am ehesten durch eigene Einsicht und Freiwilligkeit. Im Gegensatz dazu können monotone Phrasen von Ministern, Beamten oder Gelehrten in Werbespots und Interviews sogar bewirken, dass jegliche Motivation zu einem Umdenken verlorengeht und Frustration steigt oder Abneigung steigt. Damit ist also nichts gewonnen worden!“.

Riehle unterstreicht, dass die Menschen dazu befähigt werden sollten, sich über ein nachhaltiges Dasein möglichst niederschwellig kundig machen zu können und dann selbst entscheiden, wie sie ihren Lebensstil anpassen, um einen Beitrag für mehr Nachhaltigkeit und das Schonen von Ressourcen zu leisten: „Es braucht unabhängige, leicht zugängliche Quellen, die uns bewertungsfrei Alternativen zu unserem bisherigen, eher verschwenderischen Existieren schmackhaft machen. Dabei geht es nicht um den alleinigen Verzicht auf Liebgewonnenes oder Bewährtes, sondern um einen Ersatz und eine Veränderung, die gerade nicht einen Abstrich bedeuten müssen, sondern lediglich einen innovativeren, anderen Alltag möglich machen. Wir sind Gewohnheitstiere, weshalb solche Wandlungen sehr lange dauern können. Deshalb ist es notwendig und sinnvoll, die Bürger und die Betriebe an den vielen fortschrittlichen Gedanken für ein zukunftsfähiges Bewirtschaften der Welt teilhaben zu lassen. Denn nicht immer liegt es an der Trägheit von Menschen, dass wir in Sachen Nachhaltigkeit nicht vorankommen. Viel eher sind vielen von uns Angebote und Wahlmöglichkeiten nicht bekannt, obwohl sie schon lange auf dem Tisch liegen, aber nicht praktiziert und umgesetzt werden“, befindet Dennis Riehle in seiner Stellungnahme dazu und ermutigt Verantwortliche, weniger auf Fristen und Paragrafen zu setzen, sondern auf Bildung und Sensibilisierung: „Das sind die Schlüssel für einen Bewusstseinswandel der Gesellschaft, nicht das Eintrichtern von Schamgefühlen. Wer ständig nur Vorwürfe hört, für den Weltuntergang schuldig zu sein, verliert jeglichen Anreiz, seine Haltung und sein Agieren kritisch zu hinterfragen“, so Riehle.

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