Zaubershow bei Markus Lanz

Wie schade, Markus Lanz war offenbar nicht gut vorbereitet, als er den Ministerpräsidenten von Niedersachsen Stefan Weil in seine Sendung am 20.04.2023 einlud. Es kam natürlich auf das Thema Energie und Energiepreise. Zunächst frohlockte Weil, dass mit dem Abschalten des letzten Kernkraftwerks Emsland endlich nichts mehr die Leitungen verstopft. Er übernahm damit völlig unkritisch ein grünes Narrativ. Klar, er ist ja auch in einer Koalition mit den Grünen in seinem Bundesland. Laut Weil würden die Beseitigung der Verstopfung 1 Mrd. Euro einsparen. Wie er auf die Zahl kommt, hat er leider nicht erläutert. Beweis durch Behauptung also. Schauen wir daher einmal auf die Zahlen seit dem Abschalten der letzten drei Kernkraftwerke laut Agorameter. 

(Abbildung: Screenshot Agora Energiewende)  

Zu keinem Zeitpunkt konnten die Erneuerbaren den Strombedarf in diesem Zeitraum komplett decken, obwohl sie doch nicht mehr gebremst wurden. Erstaunlich. Selbst wenn die Kernkraftwerke geliefert hätten, wäre es zu keinem Überschuss gekommen. Kohle übernimmt gerade den Part von Kernenergie, wir haben aber gelernt, dass Kohlestrom die Netze nicht verstopft. Jedenfalls wird Kohlestrom stillschweigend hingenommen, auch von Weil. 

Aber dann wurde es interessant. Stefan Weil machte sich bei Lanz nämlich große Sorgen um die deutsche Industrie, insbesondere um die energieintensive Industrie. Er hatte aber auch gleich eine gute Idee. In Deutschland müsse ein Industriestrompreis von 7 Cent pro Kilowattstunde gelten. Ein Blick auf die Industriestrompreisentwicklung in Deutschland laut Statista: 

(Abbildung: Screenshot Statista)  

Deutschland ist also meilenweit von 7 Cent entfernt. Das ist auch nicht wirklich verwunderlich. Allein für Windstrom beträgt die garantierte Vergütung 7,35 Cent bei Dach-Solar liegt sie bei 11,25 Cent laut Bundesnetzagentur. Jeder Kaufmann würde hier schon graue Haare bekommen, wenn er Waren günstiger verkauft als er sie einkauft, denn Entgelte und Steuern sind in dieser Betrachtung noch gar nicht enthalten. So ein Verlustgeschäft wäre der Ruin eines jeden Kaufmanns. Es grenzt also etwas an Zauberei, was Weil da vorschwebte.  

So ganz nebenbei bemerkten Lanz und Weil, dass man das dann wohl mit Subventionen machen müsste. Wie auch sonst? Zauberei funktioniert in der Wirklichkeit nicht. Das Problem mit solchen Subventionen ist allerdings, dass sie am Ende des Tages irgendjemand bezahlen muss. Vermutlich sind es die Privatstromkunden, die aber zukünftig elektrisch heizen sollen mittels Wärmepumpen. Sie sollen auch elektrisch Auto fahren. Beides wird den Bedarf erhöhen und beides wird zwangsweise teurer für den normalen Strom-Kunden mit steigenden Preisen. 

Das vergaß Lanz allerdings nachzufragen, genauso wenig fragte er, was Weil denn veranlasst zu glauben, dass der Strom in einigen Jahren von allein wieder günstiger wird. Hatte Weil da im Kopf, dass der Wind und die Sonne keine Rechnung schicken? Nun, das macht Uran auch nicht und auch Kohle schickt keine, das machen die Versorger. Vielleicht war das aber auch Kalkül, denn wenn dieser Zeitpunkt eingetreten ist, dürfte Stefan Weil schon lange seine Rente genießen und an seine Prophezeiungen wird sich ohnehin niemand mehr erinnern. Markus Lanz hätte hier richtig Punkte machen können und auf die Diskrepanz aufmerksam machen können. Das hat er leider verpasst. Die Sendung ist noch bis zum 20.04.2025 in der ZDF-Mediathek zu sehen. 

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Im Zweifel war es der Klimawandel. Nicht nur mehr Homeruns beim Baseball (wir berichteten), nun auch mehr Randale in Freibädern in Berlin durch den Klimawandel. Die Berliner Zeitung über einen Beitrag im WDR. 

“Die massiven Ausschreitungen in den Berliner Freibädern im vergangenen Sommer haben laut einem WDR-Beitrag auch mit dem Klimawandel zu tun. Die Schlägereien seien auch „ein Effekt des heißen Sommers“. Der Beitrag stellt die Frage, ob „wir uns im Zusammenhang mit dem Klimawandel und den steigenden Temperaturen auf mehr Aggressionen einstellen müssen“.” 

Die NZZ nimmt sich des gleichen Berichts an, kommt aber zu anderen Schlüssen. 

“So ist es reichlich gewagt, die Randale in den Schwimmbädern mit dem Klimawandel zu erklären. Denn die Gewalt geht massgeblich von Gruppen junger Männer aus, die nicht klimabedingt in Streit «geraten», sondern temperaturunabhängig Streit suchen. Dies, indem sie, wie es die «Süddeutsche Zeitung» einmal ausdrückte, «die Anweisungen des Bäderpersonals ignorierten, rumpöbelten oder sonst wie für Ärger sorgten». Studien, wonach mehr Hitze zu mehr Gewalt, Mord und Totschlag führt, existieren zwar. Allerdings sind sie umstritten. Die Frage, weshalb sich die Leute im sonnigen Spanien und Italien gemäss Statistiken weniger gegenseitig nach dem Leben trachten als im kühlen Norwegen oder im regnerischen Grossbritannien, können sie jedenfalls nicht beantworten. Bei der ARD wird sie gar nicht erst gestellt. Die Zuschauer erfahren auch nicht, dass das Phänomen eher mit wenig integrationswilligen Zuwanderern zusammenhängen dürfte als mit dem von der ARD beschworenen «Hot-long-summer-Effekt». Dies zumindest legen Videoaufnahmen und Aussagen von Bademeistern, Polizisten und Politikerinnen nahe. Bei den Randalen in Düsseldorf war von Tätern mit «nordafrikanischem Migrationshintergrund» die Rede. Was Berlin betrifft, erklärte die deutsche Innenministerin Nancy Faeser im letzten Sommer, es gehe «ganz offensichtlich um Gewalt aus migrantischen Milieus». Der Psychologe Ahmad Mansour sprach von einem «Ausdruck gescheiterter Integration». Schiebt man die Ursachen der Gewalt wie «Planet Wissen» auf den Klimawandel, braucht man nicht über Integration und Integrationsbereitschaft zu reden, sondern einzig über Massnahmen gegen den Klimawandel.” 

Ob der WDR-Mitarbeiter Jürgen Döschner an dem Beitrag mitgearbeitet hat, ließ sich nicht recherchieren. 

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Dank Kohle, Öl und Gas sterben weniger Kinder. Das meint Martin Schlumpf in seinem Artikel

Vielleicht irritiert Sie dieser Titel: Wie kann es sein, dass mit der Anwendung fossiler Energie etwas Gutes bewirkt werden kann? Überall wird uns doch eingetrichtert, dass die CO2-Emissionen aus der Verbrennung fossiler Energien eine Klimakatastrophe herbeiführen werden, weil die Folgen der Erderwärmung, die so verursacht wird, nicht mehr beherrschbar seien. 

Ganz ausser Acht gelassen wird dabei aber, dass seit dem Beginn der weltweiten Verbreitung fossiler Energieträger um 1850 eine Entwicklung der Lebensbedingungen der Menschheit eingesetzt hat, die ohne Beispiel ist: Die Lebenserwartung bei Geburt ist heute doppelt so hoch, der materielle Wohlstand ist enorm gewachsen, Hungersnöte sind verschwunden, das Bildungsangebot und die medizinische Betreuung sind viel besser, et cetera – und all das hat dazu geführt, dass heute etwa sechsmal mehr Menschen auf dieser Erde leben. 

Was wichtig ist: 

– Die Kindersterblichkeit hat in den letzten 170 Jahren um 90 Prozent abgenommen. 
– Davor starb im Schnitt jedes zweite Kind, bevor es erwachsen wurde – praktisch überall. 
– Dieses grauenhafte Schicksal konnte erst mithilfe des Einsatzes von Kohle, Öl und Gas überwunden werden, die aber für einen stark steigenden CO2-Ausstoss verantwortlich sind. 

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Leserpost von Dipl. Ing. Martin Krohn:

Betreff: 2022 im Vergkeich, Psychische Belastungen durch Klimawandel

Sehr geehrte Damen und Herren,

einige Anmerkungen zum Blog vom 21. 04. 23. Ein Artikel berichtet über Daten vom Klimabeobachtungsdienst Kopernikus. Danach war der Sommer 2022 um 1,4° wärmer als der Schnitt der Periode 1991 – 2020. Außerdem sei der Durchschnitt der letzten 5 Jahre um 2,2° wärmer gewesen als in vorindustrieller Zeit.

Zum einen wird der Sommer eines einzelnen Jahres mit dem Durchschnitt von 30 Jahren verglichen. Der Durchschnitt bedeutet, dass es kältere und wärmere Sommer gab. Wie war den die Differenz zu dem wärmsten Sommer in den 30 Jahren? Mit Sicherheit deutlich geringer. Der Vergleich der letzten 5 Jahre zur vorindustriellen Zeit ist nun völlig unsinnig. Sicherlich waren die letzten 5 Jahre recht warm. Die vorindustrielle Zeit lag jedoch in der kleinen Eiszeit. Natürlich liegt jetzt eine Klima-Warmphase vor. Und natürlich ist es dann wärmer als in einer vorhergehenden Kaltphase. Die Angaben werden so zurechtgestrickt, dass diese möglichst bedrohlich erscheinen.

Ein weiterer Bericht im Blog verweist auf einen Artikel in der „Pharmazeutischen Zeitung“. Darin wird berichtet, dass laut WHO angeblich der Klimawandel die größte Gesundheitsgefahr für die Menschheit sei. Eine immer stärkere Wirkung komme auch den Psychischen Problemen durch den Klimawandel zu.

Ich habe den Eindruck, dass die zunehmende psychische Belastung (welche sicherlich vorhanden sein mag) nicht durch den Klimawandel an sich hervorgerufen wird, sondern durch die ständigen dramatischen Berichte aus Politik und Medien über den angeblich bedrohlichen Klimawandel.

Jedes besondere Wetterereignis wird sofort dem Klimawandel zugeschrieben. Dabei sind die Wetterereignisse im normalen Bereich. Es hat schon immer Extremwetter gegeben – sowohl in Warm- als auch in Kaltphasen. Eine Zunahme ist jedoch nicht festzustellen. Sollte Klima-Warmphasen mehr Extremwetter hervorbringen, müssten massenhaft Berichte aus dem Mittelalter über solche Extremwetter vorliegen – das ist jedoch nicht der Fall. Und wie konnten die Römer ein Weltreich errichten, wenn sie ständig von Extremwettern bedroht worden wären?

In den Medien wurde behauptet, dass die Atmosphäre durch die Erwärmung mehr Energie enthält, welche sich dann in Extremwetterereignissen entlädt. So einfach ist die Sache jedoch nicht. Wenn das so wäre, würden die Tropen von ständigen Extremwettern heimgesucht werden, während die Arktis und Antarktis stets ruhig wären. Eins „Schneesturm“ wäre dann von sich aus schon ein Widerspruch. Extremwetter entstehen durch Luftdruckunterschiede, bzw. durch unterschiedliche Temperaturen, nicht jedoch durch gleichmäßig wärmere Temperaturen. Außerdem ist zu bedenken, dass die aktuelle Warmzeit in etwa noch mit der mittelalterlichen Warmzeit vergleichbar ist, vorhergehende Warmzeiten (nach der letzten Eiszeit) waren deutlich wärmer.

Auch die Behauptung, dass Dürren ein klares Zeichen des Klimawandels seien ist nicht haltbar. Dürrephasen hat es zu allen Zeiten gegeben, in Kalt- und in Warmphasen. Auf der anderen Seite werden Flutereignisse, wie die Aarflut dem Klimawandel zugeschrieben. Überflutung und Dürre sind jedoch entgegengesetzte Ereignisse.

Deshalb sollten Politik und Medien endlich Schluss machen mit der Panikmache. Dadurch werden – viele Menschen – völlig überflüssig psychisch belastet. Die Verantwortlichen sollten sich einmal ihr fahrlässiges Handeln bewusst machen.

Viele Grüße
Dipl. Ing. Martin Krohn

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Leserpost von Detlef Dechant zum Blogbeitrag vom 16.04.23 „Dann soll die Industrie doch auswandern!“:

Sehr geehrte Redaktion,

der Staatssekretär im Wirtschaftsministerium sagte in einem Interview, wenn der Industrie die Energiepreise zu hoch seien, dann sollte sie halt mit ihren Arbeitsplätzen auswandern.

Hier spricht ein Politologe, der von Ökonomie keine Ahnung hat und formal im Wirtschaftsministerium eine Fehlbesetzung wäre, wenn nicht durch den Minister die ganze Zielrichtung dieses Ministeriums ideologisch links-grün neu ausgerichtet worden wäre. Die links-grüne politische Welt ist heute eine Welt der Gefühle, nicht der Argumente.

Und die Dummheit der Rede von Graichen zeigt sich am Mangel des Wissens um ökonomische Prozesse, da ist er ganz in der Tradition seines Ministers. Das zeigt sich am besten bei der Finanzierung unserer Sozialsysteme, die darauf beruhen, dass viele Gutverdienende, vornehmlich eben aus der Industrie, die Graichen zum Auswandern auffordert, viel einzahlen, damit wenigen Bedürftigen durch Umverteilung gut geholfen werden kann. Und nun wäre es für einen Ökonomen ein leichtes, auszurechnen, wer mehr Geld in diese Umverteilungskassen einzahlt: der gut bezahlte angestellte Industriearbeiter (der ja ruhig gehen kann) oder die vielen kleinen Selbständigen mit ihren 450 € Kräften in den woken kleinen Läden in den grün-linken Ghettos der Großstädte? Die Beiträge der Angestellten aus dem staatlich alimentierten Sektor der Behörden und NGOs sind hier bewusst nicht einzubeziehen, da deren Gehalt komplett aus den Steuern der produktiven Wirtschaft gezahlt werden und somit deren Steuern und Sozialabgaben nur eine Rückzahlung zu viel gezahlter Zuwendungen sind. Besser wäre also, die Bürokratie massiv abzubauen, diese freiwerdenden Kräfte als Facharbeiter der produktiven Wirtschaft zuzuführen und so den Fachkräftemangel zu beheben und gleichzeitig durch deren zusätzliche Abgaben den Spielraum der Regierung für Umverteilung ohne zusätzliche Schulden zu erhöhen. Aber genau das ist nicht gewollt, ginge doch dem links-grünen Milieu in Politik, Bildung und Medien der Nachwuchs verloren, der in Geisteswissenschaften, NGOs, Parteien und Stiftungen staatlich alimentiert die Freiheit hat, die eigene Ideologie von Weltanschauung, Political Correctness, Wokeness, Gender und Cancel culture über Wikipedia, Social Media, ÖRR u.a. zu verbreiten.

Herzliche Grüße
Detlef Dechant

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