Das Energie-Potential von Nordafrika

Enformer, der Energieblog von RWE mit einem Artikel zur Zukunft des Nordens von Afrika bei der Energieerzeugung. 

“Im ersten Schritt der Studie wurden 17 MENA-Staaten in kleine Flächen aufgeteilt, in denen mittels hochauflösender Satellitenbilder das Potenzial der Energieerzeugung aus Windkraft, Photovoltaik und Solarthermie ermittelt wurde. Das Resultat: Theoretisch könnte die Region jährlich rund 413.000 Terawattstunden Strom aus Erneuerbaren erzeugen, vor allem durch die Nutzung von Solarenergie und -thermie. 

Anschließend wurde die gesamte Synfuel-Produktionskette inklusive Speicher für Energie und Wasserstoff, die technologischen und ökonomischen Aspekte sowie die jeweiligen Länderrisiken, beispielsweise durch politische Instabilität, unter die Lupe genommen. Auf dieser Basis wurden drei Ausbau-Entwicklungsszenarien modelliert – negativ, konservativ, positiv.” 

Auch das Thema Synfuels wird behandelt: 

“Je nach Entwicklungsszenario der Studie wären Exporte von Synfuels möglich, die den deutschen Bedarf um das 60- (negativ) bis 1.200-fache (positiv) übertreffen und dabei vergleichsweise niedrige Gestehungskosten aufweisen. Unter den günstigsten Bedingungen könnte der Liter Synfuel 2030 in der Produktion zwischen 1,92 und 2,65 Euro pro Liter kosten, 2050 betrüge der Literpreis laut den Prognosen zwischen 1,22 und 1,65 Euro. Insgesamt könnten 2050 zwischen 28.000 TWh (negatives Szenario) und 50.000 TWh (positives Szenario) Synfuels produziert werden, die weniger als zwei Euro pro Liter kosten. Preise, die für Importeure wie Deutschland von großem Interesse wären.” 

Diese Zahlen stehen im kompletten Widerspruch zu einer Studie des Potsdam Institut für Klimafolgenforschung PIK, von der die Tagesschau berichtet. 

„Wir haben festgestellt, dass es sehr wahrscheinlich ist, dass die E-Fuels, die wir 2035 global zur Verfügung haben, nicht ausreichen, um die unverzichtbaren Nachfragen in Deutschland zu decken“, erklärt Falko Ueckerdt vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. „Mit unverzichtbaren Nachfragen meine ich im Flugverkehr, im Schiffsverkehr und in der Chemie.“ Denn in diesen Bereichen ließen sich die benötigten hohen Energiedichten nicht elektrifizieren.  

2019 machten diese Anwendungen etwa 40 Prozent der gesamten Nachfrage nach flüssigen Kohlenwasserstoffen in Deutschland aus, heißt es in der Analyse. Aufgrund der Corona-Pandemie liegen noch keine Zahlen aus den vergangenen Jahren vor. In dieser Berechnung ist nicht berücksichtigt, dass etwa der Flugverkehr noch zunehmen könnte.” 

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Hart aber fair 

Wahrscheinlich war die Lebenspartnerin des Moderators Louis Klammroth, Luisa Neubauer, zufrieden nach diesem Abend. Die Sendung vom 20.03.2023 hatte den Titel:  

“Öko-Umbau mit der Brechstange?” 

Die Welt hat sich die Sendung angesehen und Klammroths Taktik gut beschrieben. Der würgte die Diskussion schnell ab und wechselte das Thema, wenn es spannend wurde. 

“Göring-Eckardt setzte wieder zum Angriff an: „Alle wissen, es spart CO₂. Alle wissen, es kostet nichts. Es ist doch verrückt, die einfachste, kostenfreiste, sinnvollste Maßnahme nicht zu machen!“ Und wieder versprach die Debatte, hitzig zu werden: „Fünfmal so viel, wie ein Tempolimit bringt, liebe Katrin Göring-Eckardt, ist, dass wir nicht in einem Monat drei Kernkraftwerke abschalten“, konterte Vogel. Doch plötzlich stand Klamroth vor ihnen: Er wolle jetzt keine Atomdiskussion führen.” 

Der Focus moniert ebenfalls das hektische Hüpfen von Thema zu Thema in der Sendung. 

“Am Montagabend ging es bei „Hart aber fair“ um den „Öko-Umbau mit der Brechstange“. Klamroth begann im Einzelgespräch mit Bestseller-Autor Frank Schätzing. Nach wenigen Minuten ging er an den großen Tisch mit allen Gästen. Wiederum nach ein paar Minuten tauchte er bei Sidekick Brigitte Büscher auf, die Fälle aus dem echten Leben präsentierte. 

Wieder zum Tisch. Einspieler hier. Wieder zu Büscher mit ihren Einzelfällen dort. Einspieler da. Großer Tisch. Einzelgespräch mit einer Expertin. Und als wäre das nicht alles genug Gehüpfe, wurde auch noch wild durch die Themen gedreht. Heizungen. Autos. Klima-Kosten. Klima-Prognosen. Heizungen. Schulden. Einzelfälle. Keine Einzelfälle. Tempolimit. Verbotsbashing. CSU-Bashing. Sanierungszwang. EU. Grünen-Schelte. Teilweise wurden in zwei Minuten fünf Themen besprochen.” 

So ganz nebenbei durften Vermieter dann noch erfahren, dass nur sie die Kosten der energetischen Sanierung eines Objekts zu stemmen haben. Göring-Eckardt versuchte das eigene Wahlvolk bei Laune zu halten und versicherte, dass Mieter nichts zu befürchten hätten. Dafür wolle man ja einen Mietpreisdeckel. Aha. 

Göring-Eckardt machte dann noch Beratung für einen Nutzer einer Ölheizung. Der liebäugelt in einem Einspieler mit der Anschaffung einer neuen Öl-Heizung, weil ihm das Geld für eine Wärmepumpe fehlt. Das rechne sich nicht, meinte sie, denn die Ölheizung hat ja wieder nur eine begrenzte Lebensdauer, von den Kosten für Öl mal abgesehen. Beim Ölpreis hat sie möglicherweise Recht, aber sie verschwieg dem Mann besser, dass die Wärmepumpe eine geschätzte Lebensdauer von 10-15 Jahre hat. Sie ist also keine einmalige Anschaffung, auch wenn das immer so klingt. Glänzen konnte auch der Bestseller-Autor Frank Schätzing (der Schwarm) in der Sendung. Er brachte mehrmals E-fueles und Bio-fuels durcheinander. Madrid oder Mailand? Hauptsache Italien! Unrühmlicher Höhepunkt von Klammroth in der Sendung war aber das absichtliche Missverstehen von Verkehrsminister Wissing. Der Moderator fand es halt lustig. Na dann. Die Sendung ist noch bis 20.03.2023 in der ARD-Mediathek zu sehen. 

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Frankfurt-Live über das neue Buch von Fritz Vahrenholt. 

“Die Photovoltaik hat darüber hinaus zwei oft übersehene strukturelle Nachteile. Die Anlagen sind energie- und materialintensiv. Man steckt eine Energieeinheit in die Herstellung und über die Lebensdauer erntet man die fünf- bis zehnfache Energiemenge. Das ist eine schlechte Relation, die zu wenig Energieerzeugungseffizienz bietet, um eine Welt mit wachsenden Energiehunger zu befriedigen. Man muss 20 Jahre warten, bis man die fünffache Menge an Energie wieder herausbekommt. Oder anders ausgedrückt: Erst nach zwei bis vier Jahren wird mehr Energie erzeugt als hineingesteckt wurde. Bei Kohlekraftwerken liegt die Relation bei 1:30 und bei Kernkraftwerken bei 1:100. Selbst Windkraftwerke liegen mit 1:30 deutlich besser. Nach vier bis sechs Monaten ist das Windkraftwerk im Plus, beim Kernkraftwerk passiert das nach zwei bis drei Monaten. 

Beim spezifischen Materialeinsatz sieht die Solarenergie ebenfalls nicht gut aus. Sie verschlingt pro produzierte kWH ein Vielfaches an Kupfer, Stahl und seltenen Erden im Vergleich zu den konventionellen Energien. Und fast 90 Prozent des weltweiten Bedarfs an Silizium stammt aus China. Seltene Erden sind Elemente wie Neodym, Praseodym und Dysprosium, von denen man zwar im Chemiestudium beiläufig etwas erfährt und dann schnell vergisst. Aber sie sind unverzichtbar zur Herstellung von Permanentmagneten, die nicht nur in fast jedem Elektromotor, sondern auch in Windkraftanlagen Verwendung finden. Die Magneten in Generatoren und Elektromotoren sind zu 30 Prozent aus Neodym und den anderen Seltenen Erden. Und 90 Prozent des Neodyms stammen aus China. Diese Abhängigkeit besteht nicht nur bei Windkraftanlagen: Nur fünf Prozent des Neodyms geht dahin, der Rest in andere Anwendungen wie Elektromotoren.“” 

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Gründen Aktivisten der “Letzten Generation” eine eigene Partei? Laut Welt (Bezahlartikel) könnte das tatsächlich passieren. 

“Was hier besprochen wird, sollte eigentlich nicht öffentlich werden – das digitale Treffen findet im vertraulichen Rahmen statt. Doch WELT erhielt Videoaufnahmen der digitalen Zusammenkunft. Diese zeigen, dass die „Letzte Generation“ künftig nicht mehr als reine Aktivistengruppe in Erscheinung treten will: Angesprochen auf die weiteren Pläne, sagte Caris Connell: „Jetzt bemühen wir uns, eine politische Partei zu gründen.“ Der Name sei noch nicht klar, „Letzte Generation“ solle es nicht sein, „sondern irgendetwas anderes“.  

Der Grund für die angedachte Weiterentwicklung: Parteien seien im deutschen Recht sehr gut gestellt, so Connell. Die Aktivisten versprechen sich mit der Gründung offenbar, noch effektiver Spendeneinnahmen generieren zu können. Die Fragen von WELT, wann die neue Partei gegründet werden und welchen Namen sie tragen solle, beantwortete die Gruppe nicht.” 

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Volkswagen baut ein neues Werk – in den USA. Die Zeit

“Volkswagen erhält massive Subventionen vom US-Bundesstaat South Carolina für klimaschonende Investitionen. Der geplante zwei Milliarden Dollar teure Bau eines Werks für die Geländewagenmarke Scout werde mit 1,29 Milliarden Dollar bezuschusst, teilte der Gouverneur von South Carolina, Henry McMaster, mit. Das Projekt könne außerdem bis zu 180 Millionen Dollar an Steuergutschriften für die Entwicklung von Arbeitsplätzen erhalten, die von der Zahl der Einstellungen abhingen, sagte der Handelsminister von South Carolina, Harry Lightsey.” 

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Eine ganz neue Wortwahl beim Klima ist Michael Sterner eingefallen. Der Mann, der nach eigenen Angaben die etwa 130 Jahre alte Entwicklung der Herstellung von Gas mittels Stroms (PtG) erfunden haben will (wir berichteten) bringt nun Klimasärge ins Spiel. Illustriert mit einem Foto, dass den Transport von Särgen in Italien zeigt zum Höhepunkt der Corona-Welle. 

(Abbildung: Screenshot Twitter)  

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Die Weizenbiene flog nur kurz. 

Das ZDF hat den Beitrag mit den Bienen, die Getreide bestäuben (wir berichteten) aus dem Programm genommen. Angeblich wurde für die Sendung sogar recherchiert. 

(Abbildung: Screenshot Twitter)  

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Leserpost von Dipl. Ing. Martin Krohn:

Betreff: Witwe allein im Haus

Sehr geehrte Damen und Herren,

einige Anmerkungen zum Blog vom 20. 03. 23. Darin wird über Meldungen von Stefan Holzheu berichtet. Er vertritt danach die Meinung, dass ältere Menschen ihre Wohnung abgeben und in eine kleinere Wohnung umziehen sollten. Auch sollte eine Witwe nicht mehr in ihrem Haus wohnen dürfen, welches für mehr Personen ausgelegt ist. Tolle Ideen, einfach den Menschen ihre „angemessene“ Wohnung zuzuweisen. Ob jemand einen großen Teil seines Lebens dort verbracht hat, spielt keine Rolle. Vielleicht könnten ja auch andere Dinge im Leben der Menschen vorgeschrieben werden. So könnte den Menschen der auszuübende Beruf zugewiesen werden. Oder das Hobby wird vorgegeben. Auch ob und wohin jemand in den Urlaub reisen darf wäre doch eine Vorgabe wert.

In was für eine Welt steuern wir eigentlich hin?

Viele Grüße
Dipl. Ing. Martin Krohn

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