Don’t let the sun go down on me

Europa, der Kontinent, in dem die Sonne niemals untergeht! Glauben Sie nicht? Laut Michael Sterner, der einen Kommentar über die Energiewende im Focus schrieb, über den wir berichtet haben, ist das aber so. Vergessen Sie alles, was sie jemals über Zeitzonen in Europa gelernt oder gewusst haben. Vergessen Sie außerdem Tag und Nacht. 

“Die Folge: Halb Europa war für wenige Stunden ohne Strom. Einerseits wird das Problem der Wetterabhängigkeit durch einen großen Verbund der Regionen in Europa gelöst, da immer irgendwo etwas Wind weht und über die Zeitzonen hinweg Solarstrom da ist.” 

Wind, so können wir auch lernen, weht immer in Europa. Jetzt muss sich nur noch die Natur an die Thesen von Michael Sterner halten. Dann sind eigentlich alle Probleme gelöst. 

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Die Grünen im Vereinigten Königreich vollziehen gerade einen Perspektivwechsel. Der Guardian berichtet über den Wandel beim Thema Kernenergie. Grüne aus Finnland und den Niederlanden scheinen das Vorbild zu sein. 

“In a video fronted by the environmental campaigner and Guardian columnist George Monbiot they have entreated the public to go vegan, calling for animal products to be replaced by fats and proteins grown in genetically modified microbial soup. In Germany they are campaigning for the government to end its phase out of nuclear power and in Finland and the Netherlands they have helped guarantee the industry’s future. At the EU level they successfully argued that nuclear should be included in its taxonomy of green energy sources, while at the same time campaigning against the bloc’s organic farming targets and longstanding ban on genetically modified crops.” 

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Roger Pielke Jr. beschäftigt sich auf seinem Blog mit dem Einfluss der Landnutzung auf das Klima. Er macht seine Erkenntnisse anhand der USA fest. 

“The human effect on climate is significant and multi-dimensional. Changes in land use can affect regional climate as well as the climates of regions far removed from where the land use occurs. The complexities of the human influences on climate challenge simple assertions of attribution for observed changes and create significant obstacles to the skillful projection of how regional climates might change in the future.” 

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Wenig bekannt ist, dass der Deutsche Wetterdienst DWD ein Vetorecht beim Bau von Windkraftanlagen hat, wenn diese zu dicht an Wetterradarstationen gebaut werden sollen. Die Abstände sollen nun verringert werden, wie Motelnews berichtet. 

“Der DWD wolle künftig nur noch bei dem geplanten Bau von Windrädern im Umkreis einer Schutzzone von 5 km um Wetterradarstandorte und Windprofiler einschreiten, so die Offenbacher Behörde. „Bisher wurde der nationale Wetterdienst bei jeder Windkraftanlage im Umkreis von 15 km um ein Radar beteiligt“, schrieb der DWD. Betroffen seien 18 vorhandene und vier geplante DWD-Messtandorte, in deren Umkreis durch die Änderung eine Fläche von rund 16.000 Quadratkilometern für den Windkraftausbau nutzbar würde. Die Behörde setzt im Gegenzug auf die Kooperationsbereitschaft der Windkraftbranche, die anonymisierte Betriebs- und Wetterdaten schicken, womit die Wetterüberwachung und die Unwetterwarnung gestärkt werden könnte.” 

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Ein Gastkommentar von Guiseppe Gracia im Focus über Klima-Aktivismus. 

“Ich persönlich fliege selten. Ich besitze kein Auto und pendle seit 20 Jahren mit dem Zug. Ich betrachte mit Sorge unsere verkehrsverstopften Metropolen. Am liebsten hätte ich überall Fußgängerzonen und betrachte unsere Wegwerf-Kultur als zivilisatorisches Armutszeugnis. In diesen Fragen bin ich ein Grüner. 

Aber ich kann den religiösen Eifer nicht nachvollziehen, mit dem politische Gruppen die Klimadiskussion dominieren, um Andersdenkende als Klimaleugner oder schlechte Menschen zu diffamieren. Das verhindert eine offene Debatte. Eine Debatte, die wir brauchen, um gute Lösungen zu finden. 

Die Sorge um die Umwelt sowie die Entwicklung des Weltklimas ist zu wichtig, um sie totalitären Apokalyptikern und Angstmachern zu überlassen. Es ist entscheidend zu erkennen, dass eine Politik der Angst aus der Freiheit heraus in den Totalitarismus führen kann. Deshalb sollte man der Sorge um die Natur mit Augenmaß und Vernunft begegnen – und mit dem Glauben an die Kreativität und das Potential einer freiheitlichen Kultur. 

Gerade heute brauchen wir nicht noch mehr Pessismus, sondern wieder den Optimismus der Aufklärung. Die Aufklärer haben an den Menschen geglaubt, an die Kraft seines Verstandes und seiner Fähigkeit, herauszutreten aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit. Sie haben an Freiheit und Kreativität geglaubt, wichtige kulturelle Kräfte, um auch grosse Probleme zu lösen.” 

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Ein Geothermie-Projekt in der Nähe von München erhält eine Förderung in Höhe von fast 92 Millionen Euro aus dem Europäischen Innovationsfond, wie Finanznachrichten berichtet. 

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Haben Kernkraftwerke einen Platz in der Zukunft? Simeon Preuß von Nuklearia erklärt in einem ca. 30-minütigen Video welche Denkfehler weit verbreitetet sind und warum Atomgegner gern zu Framing greifen. 

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Bundesumweltministerin Lembke will laut Spiegel eine neue Wasserstrategie. In Deutschland fällt der Niederschlag sehr unterschiedlich. 

“Umweltministerin Steffi Lemke hat sich das Thema der Wasserversorgung auf ihre Agenda gesetzt. Sie will künftig unter anderem vermehrt mit Verbundnetzen und Fernleitungen Wasser aus nassen Regionen Deutschlands in trockene Gegenden bringen. »Die vergangenen Dürrejahre haben deutliche Spuren in unseren Wäldern, Seen und Flüssen und in der Landwirtschaft hinterlassen«, sagte die Grünen-Politikerin. Als Teil einer nationalen Wasserstrategie will das Umweltministerium gemeinsam mit den Ländern evaluieren, wo Verbundnetze und Fernleitungen nötig sind, um regionale Unterschiede in der Wasserverfügbarkeit auszugleichen. Erste Fernleitungen gibt es bereits, beispielsweise in Stuttgart oder Hessen. Lemke will dies nun mit der Wasserstrategie bündeln.” 

Der Osten leidet besonders unter zu wenig Niederschlag, das hat mit natürlichen Hindernissen wie z. B. Gebirgen wie dem Harz und dem Regenschatten dahinter zu tun. Es gibt aber auch Hinweise darauf, dass die zahlreichen Windkraftanlagen einen Einfluss auf Niederschläge haben können. Ein Video von Professor Dr. Gerd Ganteför klärte zu diesem Thema erst kürzlich auf. 

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Was ist beim Focus los? Dort kommt die Redaktion zu dem Schluss, dass die Atomkraft in Japan am Ende ist. 

“Zwölf Jahre nach Fukushima stehen Japans Atom-Träume vor dem Aus”. 

Die Frage ist, war der Bericht lediglich die Faulheit eine Recherche zu betreiben oder schlichte Unwissenheit? Japan steigt nachweislich wieder in die Kernenergie ein, wie z. B. die FAZ zu berichten weiß. Im Grunde besagt der Artikel das komplette Gegenteil vom Focus-Bericht. 
Wie kann einer Redaktion so etwas passieren? 

“Derzeit sind 10 von 33 Reaktoren in Japan zugelassen und im Grundsatz am Netz. Die Regierung will bis zum kommenden Sommer weitere sieben Reaktoren sicherheitstechnisch ertüchtigt wieder am Laufen haben. Erwogen wird auch, die Laufzeit von Reaktoren von 40 ab 60 Jahren heraufzusetzen. 

Das Vorhaben, mehr Atomkraft setzen, findet in der Wirtschaft ein positives Echo. Der mächtige Wirtschaftsverband Keidanren hält es für unabdingbar, dass Japan mehr Atomkraft nutzt, weil es bis 2050 das Ziel der Kohlenstoffneutralität erreichen möchte. Nach den Berechnungen des Keidanren braucht Japan 27 Atomkraftwerke am Netz bis 2030 und 40 Atomkraftwerke bis 2050, um das Umweltziel zu erreichen.” 

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Leserpost von Dipl. Ing. Martin Krohn:

Betreff: Niedrigwasser im Rhein

Sehr geehrte Damen und Herren,

eine Anmerkung zum Blog vom 07. 03. 23. Ein Artikel berichtet über das aktuelle Niedrigwasser im Rhein und das dafür selbstverständlich der Klimawandel verantwortlich ist. Am Ende des Artikels wird erwähnt angemerkt, dass erhebliche, in Kürze zu erwartende Regenmengen, zu Hochwasser führen könnten und das natürlich wieder dem Klimawandel zugeschrieben werden wird.

Eigentlich ist das ja schon ein alter Hut. Als es 2018 eine länger anhaltende Trockenperiode gab, wurde vehement, von allen Seiten, der Klimawandel dafür verantwortlich gemacht. Als es 2021 zur Aarflut kam, wurde ebenfalls der Klimawandel als Schuldiger ausgemacht. Es wurde sogar begründet, dass die wärmere Luft mehr Wasser aufnehmen kann und dieses sich dann abregnet. Es gibt weitere Beispiele in ähnlicher Form.

Ich frage mich, wann die Menschen endlich einmal merken, dass die „Klimahysteriker“ alle Ereignisse stets dem Klimawandel zuordnen, wie unsinnig oder gegenteilig die Argumente auch sein mögen. Kürzlich habe ich eine Meldung gehört, dass für Kinderarmut in Deutschland ebenfalls der Klimawandel mit verantwortlich gemacht wird. Wann wird eigentlich das Erdbeben in der Türkei / Syrien auch dem Klimawandel zugeschrieben?

Viele Grüße
Dipl. Ing. Martin Krohn

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Leserpost von Peter Schewe:

Forscher der Max-Planck-Gesellschaft haben festgestellt, dass bei Maulwürfen und Spitzmäusen das Gehirn im Winter schrumpft, um Energie zu sparen. Es sei nicht auszuschließen, dass dies auch bei anderen Lebewesen so sein könnte. Manchmal könnte man meinen, dass es auch einigen Menschen schon gelingt.

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Deutschland möchte immer mehr Wärmepumpen und Elektrofahrzeuge. Gleichzeitig fehlt der Strom, und das Netz kann nicht schnell genug ausgebaut werden. Energieminister Robert Habeck arbeitet darum nun ein Gesetz aus, mit dem die Netzbetreiber die Möglichkeit erhalten, die Stromversorgung für Wärmepumpen und Elektrofahrzeuge zeitlich unbegrenzt zu stoppen. Alex Reichmuth hat darüber im Nebelspalter berichtet:

Deutschland plant Stromabschaltungen für Wärmepumpen und E-Mobile

Man stelle sich vor, in einer kalten Wohnung zu sitzen, weil die Wärmepumpe nicht läuft. Wegfahren kann man auch nicht, weil die Batterie des Elektrofahrzeugs nicht geladen ist. Das könnte in Deutschland bald Realität sein.

Der deutsche Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) plant ein Gesetz, mit dem die Netzbetreiber das Recht bekommen, die Versorgung von Wärmepumpen und E-Mobilen mit Strom zu kappen – und zwar zeitlich unbegrenzt.

Der Grund ist, dass die Stromverteilnetze immer öfter an ihre Grenzen stossen. Wegen des rasanten Zubaus an Wärmepumpen und der Installation von immer mehr Ladestationen drohen Netzzusammenbrüche. Denn die Betreiber der Netze kommen mit dem notwendigen Ausbau kaum nach.

Weiterlesen im Nebelspalter.

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