Ändern Windparks das lokale Klima?

Ändern Windparks das lokale Klima? Prof. Dr. Gerd Ganteför hat ein 40 Minuten-Video zu dem Thema erstellt.

(Abbildung: Screenshot YouTube)

Er hat sich verschiedene Veröffentlichungen angesehen, die sowohl Messungen als auch Modelle als Grundlage hatten. Ganteför hält es für möglich, dass Windparks in der Nordsee oder an der Küste Auswirkungen auf die Niederschläge und Temperatur in Ostdeutschland haben können. Allerdings betont er auch, dass die Datenlage bisher noch sehr dünn ist.

(Abbildung: Screenshot YouTube)

Das ist insbesondere vor den Planungen für eine massive Ausweitung der Windkraftanlagen in der Nordsee sehr spannend. Weitere Forschung scheint dringend geboten.

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Es hätte zeitlich nicht besser passen können. Gerade erst berichteten wir vom Spiegel-Kolumnisten Christian Stöcker und seinen Verbindungen zu THE NEW INSTITUTE, da schneit auch schon die nächste Kolumne herein. Der Verfasser Christian Stöcker preist erneut die Erneuerbaren Energien an, diesmal in den USA in den höchsten Tönen, das man fast auf den Gedanken kommen könnte, der Sponsor von THE NEW INSTITUTE, der Reeder Rickmers, wäre auch in Windkraft in den USA investiert. In erster Linie geht es um Subventionen, die die USA ausschütten. Dem Abgreifen der lukrativen US-Subventionen könnte die geplante Batterie-Fabrik von Northvolt an der Westküste von Schleswig-Holstein zum Opfer fallen. Neben mehr Beihilfen sind auch die Strompreise ein Faktor, wir berichteten. So wagt Christian Stöcker am Ende auch einen Ausblick auf Europa.

“Prognose: Die EU wird sich entschließen, beim Subventionswettrüsten mitzumachen. Die Wirtschaftsminister von Deutschland und Frankreich haben das schon angekündigt , Kommissionspräsidentin von der Leyen hat es in Davos in Aussicht gestellt .

Am Ende bezahlt natürlich auch das wieder die Allgemeinheit.

In jedem Fall aber führt so ein Wettbewerb um die beste Förderung dazu, dass endlich passiert, was bitter nötig ist: Große Summen fließen in den zwangsläufigen Umbau unserer Energieversorgung. Das wird sich schnell lohnen.

Immer her mit der Subventionsschlacht. Wir haben es nämlich eilig.”

Was ist besser als Subventionen? Noch mehr Subventionen! So ganz passt das Herbeischreiben von noch mehr Unterstützung aber dann doch nicht in die frühere Linie von Christian Stöcker. Der behauptete stets, dass Klimaschutz hochrentabel sei. Warum braucht es dann Subventionen und das auch schon seit Jahrzenten?

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Europa kettet sich in Sachen LNG auf Jahrzehnte an die USA. Das meint ein Artikel im Focus.

“Eine Analyse von „ Investigate Europe “ zeigt das Ausmaß der neuen europäischen Flüssiggas-Abhängigkeit von den USA. Demnach haben europäische Unternehmen in den vergangenen zehn Jahren mindestens 33 Verträge für US-amerikanisches LNG unterzeichnet, zehn davon alleine 2022. Die meisten Vereinbarungen haben eine Vertragslaufzeit von 20 Jahren. Insgesamt stieg der LNG-Import der EU im vergangenen Jahr um rund 150 Prozent.”

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Dringend gesucht: Wärme und Strom. So lautet der Titel einer Dokumentation in der ARD aus dem Oktober 2022. Die ist durchaus sehenswert, weil sie verschiedene Menschen und ihre Perspektiven betrachtet. Das ist zwar alles immer durch die Brille der Erneuerbaren Energien betrachtet, aber es zeigt dennoch sehr gut, wie die Energie bzw. deren Preise das Leben eines Gärtners oder eines Bäckers konkret beeinflusst. Einprägsam, als ein Energieberater einem Ehepaar erklärt, dass die energetische Sanierung ihres Hauses eine Investition von 100.000 Euro erfordert. Die beiden sagten es nicht in die Kamera, aber sie dürften das Geld schlicht nicht haben.

Aufhorchen lässt auch der Betreiber einer Biogas-Anlage, der meinte, dass er ohne technische Umrüstung mehr Strom und auch mehr Wärme produzieren könne – er darf es gesetzlich aber nicht. Die danach befragte NRW-Wirtschaftsministerin Neubauer stotterte sich leider nur etwas zusammen. Man müsse halt die Gesetze ändern.

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Eine Energiesparmaßnahme führte in Pakistan zu einem Blackout. Die Tagesschau berichtete.

“Schwankungen im Stromnetz haben die Energieversorgung in ganz Pakistan lahmgelegt. Grund war nach ersten Erkenntnissen eine misslungene Energiesparmaßnahme der Regierung. Derzeit laufen Arbeiten, um die Stromversorgung wiederherzustellen.

In Pakistan ist am frühen Morgen im ganzen Land die Stromversorgung zusammengebrochen. Auslöser war offenbar eine fehlgeschlagene Energiesparmaßnahme der Regierung: Der Strom war während der Nacht abgeschaltet worden. Bei Tagesanbruch gelang es den Ingenieuren dann aber nicht, das System wieder hochzufahren, wie die Behörden mitteilten. Sie riefen die Bevölkerung dazu auf, nicht in Panik zu verfallen.”

Wie wahrscheinlich sind Blackouts in Deutschland? Ein Artikel bei elektrotechnik meint, dass die Gefahr gering sei und beruft sich auf Studien. Regionale Ausfälle sind aber dennoch denkbar.

“Deutschland muss sich aktuell vor keinem Blackout fürchten. Zu diesem Schluss kommen mehrere Wissenschaftsakademien in ihrem Impulspapier „Sind Blackouts in Deutschland wahrscheinlich?“ Laut einer Mitteilung können die Netzbetreiber Situationen, in denen eine Unterversorgung droht, erkennen und mit entsprechenden Gegenmaßnahmen die Kontrolle über das Netz behalten. Im schlimmsten Fall treten kurzfristige regionale Stromausfälle auf. Unter einem Blackout verstehen die Wissenschaftler einen großflächigen Stromausfall, der nicht durch angrenzende Gebiete eingedämmt werden kann. Dieser Ausfall dauere so lange, dass gravierende gesellschaftliche und ökonomische Folgen verursacht werden. Bisher sei dies in Nachkriegsdeutschland noch nicht geschehen.”

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Umweltschützer ziehen mal wieder vor das Gericht. Laut Tagesschau klagt der BUND vor dem Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg.

“Deutschland hatte sein Ziel, bis 2020 insgesamt 40 Prozent an Treibhausgasen einzusparen im Vergleich zu 1990, nicht erreicht – und zwar auch 2021 nicht. Nach vorläufigen Berechnungen der Denkfabrik Agora Energiewende ist dies 2022 ebenfalls nicht gelungen.

Insbesondere in den Bereichen Verkehr und Gebäude klafft eine Lücke, worauf schon der Expertenrat der Bundesregierung hingewiesen hatte. Das Klimaschutzprogramm der Bundesregierung, das dies adressieren soll, steht immer noch aus.

„Wir können nicht weiter zusehen, wie Teile der Bundesregierung die eigenen Klimaschutzziele ignorieren und wirksame Maßnahmen bei Verkehr und Gebäuden verweigern“, erklärte der BUND-Vorsitzende Olaf Bandt. „Es braucht jetzt die politische Entscheidung, wirksame Maßnahmen für den Klimaschutz zu schaffen. Wenn die Regierung von Olaf Scholz dazu politisch nicht fähig oder willens ist, muss sie gerichtlich dazu verpflichtet werden.””

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Leserpost von Dipl. Ing. Martin Krohn:

Betreff: E-Auto Verbot auf Fähren, Solarpflicht

Sehr geehrte Damen und Herren,

einige Anmerkungen zum Blog vom 24. 01. 23. Ein Artikel berichtet von einem Verbot für E-Autos auf den Fähren einer Rederei. Das Verbot kam nachdem vor etwa einem Jahr eine Fahrzeugfähre mit vielen E-Autos in Brand geraten und gesunken ist. Es steht die Vermutung, dass der Brand durch ein E-Auto ausgelöst wurde. Deshalb das Verbot der Beförderung von E-Autos. Das Löschen solcher Fahrzeuge ist sehr komplex und es besteht Gefahr für die ganze Fähre und die Passagiere. Ich könnte mir vorstellen, dass weitere Redereien dem Beispiel folgen werden. Auch in vielen Parkhäusern sind die E-Autos bereits verboten, weil ein Brand erhebliche Schäden an der Bausubstanz erzeugen könnte.

Damit ist die Nutzung der E-Autos weiter eingeschränkt. Bereits die verhältnismäßig geringe Reichweite und die langen Ladezeiten sind ein Faktor, der gegen E-Autos spricht. Die Parksituation und jetzt das Fährverbot aufgrund der Brandgefahr, stellen eine weitere Hürde für die Nutzung von E-Autos dar. Gerade nach der Corona-Pandemie sind Campingurlaube sehr in Mode gekommen. Doch um unbeschwert einen Campingurlaub zu genießen und sein Ziel spontan nach Gefallen auszusuchen, sind ein Ausschluß Kriterium für das E-Auto.

In einem weiteren Bericht wird über Solarpflicht in der Schweiz berichtet. Auch in Deutschland will die Politik die Ausbreitung von Solar ausweiten. Ich habe Solarflächen auf dem Land gesehen, was ich für eine absolute Verschwendung halte. Die Flächen sollten lieber als Agrarflächen genutzt werden, statt diese mit Photovoltaikanlagen vollzubauen. Außerdem will die Politik auch Solaranlagen auf denkmalgeschützten Bauwerken errichten. Das halte ich für ein Unding. Denkmalgeschützten Objekten sollte doch etwas Respekt entgegengebracht werden. Doch es gibt Politiker, denen das völlig egal ist.

Viele Grüße
Dipl. Ing. Martin Krohn

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Leserpost von Reinhard Storz:

Liebes Klimanachrichten Team,

in der DURCHFÜHRUNGSVERORDNUNG (EU) 2023/5 DER KOMMISSION (Siehe Anhang) wird aus Brüssel genehmigt, dass in Zukunft beispielsweise dem Mehl für unser Brot und die Brötchen Insekten in Pulverform beigemischt werden dürfen. Eine entsprechende Kennzeichnung der so veränderten Lebensmittel, zu denen auch Müsliriegel und Frikadellen gehören, so habe ich verstanden, ist vorgesehen. Man erwartet, so vermute ich, verursacht durch den Klimawandel, eine immense Vermehrung der Grillen.

Da frage ich mich, wie das im Detail ausgeführt werden soll. Allergische Reaktionen bei Konsumenten sind offensichtlich absehbar. Wie sollen Allergiker nun erkennen welche Produkte sie meiden müssen? Wird nun jedes Brötchen, wie die Äpfel im Supermarkt, mit einem Aufkleber versehen oder werden die Bäcker verpflichtet den Broten und Brötchen, die pulverisierte Insekten enthalten, die Form einer Heuschrecke zu geben?

Herzliche Grüße
Reinhard Storz

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Martin Schlumpf berichtete am 23. Januar 2023 im Nebelspalter: 

Schweizer Kernkraftwerke steigern ihre Leistung – Schlumpfs Grafik 64

In einer Medienmitteilung vom 12. Januar 2023 gab das Kernkraftwerk Leibstadt bekannt, mit seiner Stromproduktion im Betriebsjahr 2022 eine neue Rekordmarke erreicht zu haben: Mit 9’753 Gigawattstunden (GWh) wurde der bisherige Höchststand von 2013 um 62 GWh übertroffen. Dieses Plus gegenüber dem früheren Rekord entspricht zwei Mal der gesamten Jahresstromproduktion aus Gondosolar – der im Wallis geplanten hochalpinen Solaranlage, die eine Fläche von 100’000 Quadratmetern benötigt.

Was wichtig ist:

– Die Schweizer Kernkraftwerk-Betreiber optimieren die Betriebssicherheit ihrer Anlagen ständig.

– Dabei konnten sie auch die Leistung ihrer Werke erhöhen.

– Die Leistungssteigerungen aller Schweizer Kernkraftwerke entsprechen mehr als der Kapazität des Kernkraftwerks Beznau 1.

Wie ist es zu diesem Rekord bei der Stromerzeugung im Kernkraftwerk Leibstadt gekommen? Zwei Faktoren haben dazu beigetragen: Einerseits eine weitere Leistungserhöhung. Andererseits eine optimale Arbeitsauslastung.

Weiterlesen im Nebelspalter. Auch verfügbar auf schlumpf-argumente.ch.

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