Ein X für ein U

Deutschland spielt bei der Produktion für Batterien, die in der E-Mobilität gebraucht werden, keine große Rolle.
Im Gegenteil, der Bund und das Land Schleswig-Holstein bangen um sehr viel Geld, das man dem Unternehmen Northvolt gegeben hat.

Die Zukunft des geplanten Werks in Heide steht auf der Kippe, wie der NDR in einem 30 Minuten TV-Bericht zeigt. Ein Besuch im schwedischen Stammwerk brachte dem Drehteam kaum neue Erkenntnisse. Niemand wollte ins Mikro sprechen.Anders als in Deutschland hat Schweden Nortvolt keine Subventionen gewährt.
Der ehemalige Wirtschaftsminister von Schleswig-Holstein Buchholz gibt zu, dass auf die technische Seite zu wenig geachtet wurde. Die Schweden haben den Deutschen ein X für ein U vorgemacht. 

Stichwort: Batterien

Wie man es vom Redakteur Dirk Arsendorpf vom SWR gewohnt ist, gibt es einen guten Abriss über die Forschung an neuen Batteriezellen. Der Podcast stellt sie vor und das ist durchaus spannend. 

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Erst kein Glück, dann auch noch Pech dazu.

Eine schwimmende Solaranlage im Ostsee bei Cottbus wurde ober von Unwettern zerstört.
Teile der Solarpanele liegen nun auf dem Grund des Sees.

Agrarheute:

Die Solaranlage auf dem Cottbuser Ostsee wurde im Sommer 2024 am Ufer der gefluteten Braunkohlegrube zusammengebaut. Jetzt sind etliche Moduleverrutscht und im Cottbuser Ostsee versunken. Einige der losgelösten Schwimmkörper wurden bereits aus dem Wasser rausgeholt. Laut dem Energiekonzert LEAG ist vor allem ein Sturmereignis die Ursache für die Schäden an der Anlage. Dominique Guillou, CEO von der Firma LEAG Renewables GmbH, sagt: Bei technischen Anlagen ist es immer so, dass man trotz sorgfältiger Vorbereitung Naturgewalten nie vollständig abschätzen kann. Insofern haben wir jetzt leider mit dem Schaden zutun und versuchen, diesen so gut wie möglich in den Griff zu kriegen.

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Eisbären sind Symbolbilder.
Immerhin schafft es die Tagesschau in einem Artikel die Eisbären nicht bereits vor der Ausrottung zu sehen.

Der Tenor des Artikels ist dennoch erwartet düster. Die Bären werden dünner und kleiner und irgendwann sind sie weg. 

Die Weltnaturschutzorganisation IUCN schätzt, dass es in der ganzen Arktis zwischen 22.000 und 31.000 Polarbären gibt. Niemand konnte all diese weit verstreut lebenden Tiere bisher genau erfassen. Die Eisbären-Experten-Gruppe der IUCN listet in ihrem jüngsten Bericht 20 Teilpopulationen zwischen Nordsibirien, Spitzbergen, Grönland, dem nördlichen Alaska und Nordkanada auf.

Einige dieser Bestände schrumpfen nachweislich, andere bisher nicht. Für viele fehlen auch belastbare Daten. Trotzdem gehen manche Forschende davon aus, dass die Eisbären bis Ende dieses Jahrtausends aussterben könnten, wenn der Klimawandel ungebremst weitergeht.

Andererseits haben Wissenschaftler festgestellt, dass manche Eisbären an Land gezwungenermaßen auf andere Nahrungsquellen ausweichen. Das Karupelv-Valley-Project hat beobachtet, dass Eisbären im Sommer die Eier von Gänsen, Enten oder Seeschwalben fressen. Ähnliche Berichte gibt es von der norwegischen Insel Spitzbergen. „Das traurige an dieser ganzen Geschichte ist: Das ist nicht nur schlecht für die Vögel, die ihre Brut verlieren“, sagt Biologe Johannes Lang. „Auch dem Eisbären hilft es nicht sehr viel weiter. Noch so viele Eier können die Robben als Energielieferanten nicht ersetzen.

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Vorsichtiges Zurückrudern beim Spiegel in Sachen Golfstrom.

Warum der Golfstrom womöglich doch nicht kollabiert, titelt man dort.

Es fängt sogar ganz hoffnungsfroh an:

Eine am Mittwoch veröffentlichte Studie auf der Basis von Modellrechnungen zeigt nun, dass die Nordatlantikströmung, zu der auch der Golfstrom gezählt wird, widerstandsfähiger sein könnte als bisher angenommen. Die Arbeit wurde im Fachjournal »Nature« veröffentlicht  und gibt zumindest teilweise Entwarnung: Das Strömungssystem könnte sich bis 2100 deutlich abschwächen, die Forschenden fanden jedoch keine Hinweise auf einen vollständigen Kollaps. Stattdessen führe der windgetriebene Aufstieg von Tiefenwasser im Südlichen Ozean dazu, dass die AMOC weiter zirkuliert.

Aber dann doch wieder das alte Lied.

Forschende sind sich einig, dass die Klimakrise die AMOC destabilisiert. Denn der Atlantik erwärmt sich und in den nördlichen Regionen schmilzt das Eis. Durch zusätzliches Süßwasser wird das Verhältnis von Temperatur und Salz im Meerwasser gestört, was wiederum die Stärke der Strömungen verringert. Umstritten ist jedoch, wie stark – und wie schnell sich das beim Wetter und Klima in Europa bemerkbar macht.

Immerhin, am Ende dann doch etwas Trost:

Die Autoren der aktuellen Studie simulierten eine Welt unter extremen Klimabedingungen wie einem viel höheren CO₂-Gehalt in der Atmosphäre und einem massiven Zustrom von Schmelzwasser, etwa aus der Arktis. Die Meeresströmungen schwächten sich unter diesen Bedingungen erwartungsgemäß ab – aber sie kollabierten nicht.

Die Tagesschau zum gleichen Thema und dort ist Stefan Rahmstorf erwartungsgemäß frustriert. Kein Wunder, die neue Studie zerstört gerade seine Lieblingserzählung.

Einer, der sich die Studie angesehen hat, ist Niklas Boers, Professor für Erdsystemmodellierung an der Technische Universität München (TUM). Gegenüber dem ARD-Kompetenzcenter Klima erklärt er: „Diese Modelle sind wirklich die Crème de la Crème der Klimamodelle.“ Auch der Weltklimarat (IPCC) nutze sie für seine Sachstandsberichte.  

Jochem Marotzke, Direktor der Forschungsabteilung Klimavariabilität am Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg sagt, die Studie zeichne sich durch die differenzierte Herangehensweise aus. Das sei in den zuletzt erscheinenden Studien häufig nicht der Fall gewesen.  

Beliebte Forschung: Kippt die AMOC?

Ein möglicher Kollaps der AMOC wird in der Forschung immer wieder mit vielen Unsicherheiten diskutiert. Stefan Rahmstorf erforscht bereits seit mehr als 30 Jahren das Ozean-Strömungssystem. Der Leiter des Forschungsbereiches Erdsystemanalyse, Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) erklärt: „Ich bin skeptisch, dass wir jemals eine zuverlässige Frühwarnung bekommen, im Sinne von einem Kipppunkt in 20 Jahren.“

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