Wege in eine glänzende und schöne Zukunft

Björn Lomborg hat vor Kurzem eine Grafik veröffentlicht, die auf einen Blick erkennen lässt, dass Deutschland das Netto-Null-Ziel bis 2045 niemals erreichen wird: Der Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen müsste 41-mal schneller vorankommen, als dies heute der Fall ist. Alex Reichmuth vom Nebelspalter wollte wissen, wie es denn in der Schweiz für die angestrebte Klimaneutralität (bis 2050) aussieht – und erstellte eine analoge Grafik. Das Resultat: Auch hier ist das Netto-Null-Ziel sehr ambitioniert, aber bei Weitem nicht derart ausser Reichweite wie in Deutschland: https://www.nebelspalter.ch/themen/2026/10/eine-grafik-zeigt-wie-unmoeglich-das-deutsche-klimaziel-zu-erreichen-ist

Klimapolitik
Eine Grafik zeigt, wie unmöglich das deutsche Klimaziel zu erreichen ist

Die Fakten: Wenn Deutschland das Netto-Null-Ziel wie angekündigt bis 2045 erreichen will, müsste es den Verbrauch fossiler Brennstoff um Faktor 41 schneller reduzieren als bisher. Für die Schweiz reicht hingegen eine Beschleunigung der Reduktion der Klimagase um rund 50 Prozent, damit das Land bis 2050 klimaneutral ist.

Warum das wichtig ist: Eine Grafik sagt mehr als tausend Worte. An einer bildlichen Darstellung ist zu erkennen, dass Deutschland sein Klimaziel praktisch unmöglich erreichen kann. Der federführende Umweltminister Carsten Schneider steht vor einer «Mission Impossible». Die Schweiz ist dagegen mit ihrer Klimapolitik einigermassen gut unterwegs.

Den ganzen Artikel kann man hier nachlesen: https://www.nebelspalter.ch/themen/2026/10/eine-grafik-zeigt-wie-unmoeglich-das-deutsche-klimaziel-zu-erreichen-ist

Den Newsletter „Klima und Energie“ von Alex Reichmuth gibt es hier zum Abonnieren: https://www.nebelspalter.ch/newsletter/klima-energie

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Leserbrief von Dr. Reinmüller:

Wege in eine glänzende und schöne Zukunft

Seit mehr als einem Jahr bemühe ich mich in meinen Leserbriefen (LBn) die „Deutsche Energiewende, die technisch und ökonomisch gescheitert ist, als Gefahr für die Zukunft des Landes darzustellen.-

Vgl. dazu: LB  21.Okt.2025 „Ende des Energiewendestaates und Greenout“  /   LB 25.01.26 „Der Irrsinn hat das Land erfasst“ bzw. LB 10.02.26 „Der Irrsinn schreitet im Februar fort“  /  LB 3.03.-26 „Unheil an den Iden des Merz“ / LB  21.03.26 Vergleich der Iden „EU-März und F. Merz“.   Am 3.August 26 war ich „Der Verzweiflung nahe“ und am 2.Sept.26 rief ich „Schluss mit De-Industrialisierung und auf zu neuen Wegen mit dem Deutschlandplan Kernenergie“.

In Erwartung des Buches von Prof. Vahrenholt und Björn Peters machte ich mir Gedanken, um die Streitschrift bestens zu unterstützen, denn ebenso wie B.Peters war ich überzeugt, dass die Aufzeigung von Fehlern und Schwachpunkten der Energiewende mit den beweisbaren Nachteilen von Wind- und Solarenergie wenig nützen würde, wenn nicht eine tragfähige Lösung als Alternative für die Zukunft angeboten würde.

Wie schon mehrfach betont wird es sicher notwendig sein, die unverantwortliche Vorgangsweise der deutschen Politiker, beginnend bei Angela Merkel, die einen zukunftsweisenden Weg mit der Kernenergie zerstörten und ein energiepolitisches Groß Experiment im Stile von Hasardeuren starteten, ohne dass das notwendige Fachwissen aufgebaut wurde, zu analysieren und dann bessere Lösungen zu präsentieren. 

Wenn die Energiewende oft als Blindflug bezeichnet wurde, so stellte sich die Frage, wie kann ein Herr BK Friedrich Merz, der ja ein erfahrener Pilot mit Instrumentenflugberechtigung ist, das noch mit ansehen?

Genauso wie bei einem Flug außer einer entsprechenden Ausbildung auch eine mit den notwendigen Instrumenten ausgerüstete Maschine, sowie eine gute Flugvorbereitung benötigt wird, um außerhalb von Sichtflugbedingungen sicher zu fliegen, hätte BK Merz die Energiewende vom ersten Tag an als unverantwortlichen Leichtsinn ablehnen und einen verantwortbaren Weg für die Zukunft des Landes suchen müssen.

Sehr geehrter Herr BK Friedrich Merz „warum wenden Sie in der Politik nicht die gleiche Sorgfalt und das gleiche Verantwortungsbewusstsein an, wie Sie es als Pilot gewohnt sind und wie es dort gefordert wird?

Die Menschen in Deutschland erinnern sich sicher daran, dass F.Merz noch im Wahlkampf versprochen hatte, die Rückholung  stillgelegter Kern-KW prüfen zu wollen. Am 30. Jänner 2026 hatte er auch in Der Welt betont, dass Deutschland die teuerste Energiewende auf der ganzen Welt hätte und der Ausstieg aus der Kernenergie ein schwerer strategischer Fehler gewesen sei.

Der erfahrene Pilot weiss natürlich, dass die Instrumentierung des Flugzeuges Deutschland nicht geeignet ist, um das angestrebte Ziel sicher zu erreichen.

Warum Herr BK machen Sie keine Kurskorrektur, sondern fliegen BLIND in den Morgenthau ?

Bei Beachtung des seit Jahrzehnten aufgebauten Planes zur Zerstörung der deutschen Wirtschaft und dem ausgeklügelten Plan zur Förderung der sog. „Soft Energies“ ist es sicher notwendig die Nachteile der Energiewende, die zu Versorgungsengpässen, hohen Strompreisen und der Abhängigkeit von importiertem Atomstrom, um den Bedarf zu decken und die Netzsicherheit zu gewährleisten, ganz genau zu beleuchten und auch die von oben vorgegebene Denkweise zu hinterfragen. Das Ziel muss aber sein „einen Weg in die Zukunft zu finden und genau zu beschreiben, wie diese aussehen soll“.

Dieser Weg in die Zukunft ist wohl fachlich ganz klar gegeben, es werden aber eine Reihe von Voraussetzungen zu schaffen sein, die wohl nur mit Unterstützung einer großen Mehrheit in der Bevölkerung durchgesetzt werden könnten. Auch wenn heute schon eine Mehrheit der Bevölkerung die Energiewende ablehnt, oder auch kritisch betrachtet so ist im Bundestag noch keine Mehrheit gegeben denn, wie schon früher festgestellt haben 2/3 der Abgeordneten in Wind-Energien investiert. Aus dem bisherigen Verhalten ist daher zu befürchten, dass sie ohne Rücksicht auf das Land auch im Rest der Legislaturperiode an ihre Investitionen denken werden. 

Der Weg für Deutschland wäre in Anlehnung an Vahrenholt/Peters folgender: 

Es müsste erstens das Atomgesetz geändert werden, um die friedliche Nutzung der Kernenergie in Deutschland wieder zu ermöglichen und dann ein überragendes öffentliches Interesse wieder auf Anlagen der Kernenergie übertragen werden. Letzteres wurde vor kurzem auch von Ursula von der Leyen/ EU (s.u.) betont.

Das überragende öffentliche Interesse ist vor allem deshalb notwendig, um die Genehmigungsverfahren zu beschleunigen.   

«Es war ein strategischer Fehler für Europa, sich von einer verlässlichen, erschwinglichen Quelle emissionsarmer Energie abzuwenden.» (Ursula von der Leyen zur Atomkraft in der EU, Nuclear Energy Summit in Paris, März 2026)                  

1990 trug die Atomkraft noch rund ein Drittel zur Stromversorgung der EU bei. Heute sind es nur noch 15 Prozent.  Wäre diese Entwicklung umgekehrt verlaufen, hätte Europa heute einige Energiesorgen weniger. 

Bei Deutschland sieht es leider noch drastischer aus:

Während der gesamten Ära der Kernkraftnutzung (seit 1961) betrieben die deutschen Kernkraftwerke insgesamt 37 Reaktoren und erzeugten fast 5.600 Terawattstunden (TWh) elektrischen Strom. Diese Menge entspricht in etwa dem Zehnfachen des jährlichen Gesamtverbrauchs in Deutschland (ca. 550 TWh im Jahr 2022).

Die  Kernkraftwerke der Bundesrepublik , insbesondere die auf Leichtwasser-Reaktoren basierenden Anlagen, genossen international einen guten Ruf in Bezug auf ihre (sicherheits-)technische Auslegung.

Die drei in Deutschland bis zuletzt betriebenen Konvoi-Anlagen erzielten Verfügbarkeiten von über 90 Prozent, während der internationale Durchschnitt bei 80 bis 85 Prozent lag.

Einige Länder übernahmen deutsche Designs für ihre eigenen Kernkraftwerke. Dies umfasst Anlagen in Argentinien, Brasilien, der Schweiz, Spanien und den Niederlanden. 

Daraus folgt, dass Deutschland auf bestem Wege war und heute eine Vorbildfunktion bei der Energieversorgung einnehmen könnte.

Am Weg zurück wird es notwendig sein das Standortauswahlgesetz für Endlager an deutlich kürzere Endlagerzeiträume anzupassen und das ALARA Prinzip, ebenso wie in den USA, als Optimierungsprinzip anzuwenden.

Ein harter Brocken werden die Staatlichen Institutionen sein, denn sämtliche nachgeordnete Behörden müssen auf einen neuen Errichtungszweck ausgerichtet werden, auf die Ermöglichung kerntechnischer Nutzung.

Zur Bündelung aller energiepolitischen Kompetenzen wird dann ein „Energieministerium mit Schwerpunkt Kernenergie“ geschaffen werden müssen. 

Damit wären wir dann wieder auf ähnlichem Stand wie !959.  Im Oktober 1955 wurde von Bundeskanzler Konrad Adenauer das Bundesministerium für Atomfragen gegründet. Nach Ausarbeitung eines komplexen gesetzlichen Rahmens zum Umgang mit der Kernenergie und dem parlamentarischen Gesetzgebungsverfahren wurde dann im Dezember 1959 das Gesetz über die friedliche Verwendung der Kernenergie und den Schutz gegen ihre Gefahren (Atomgesetz) verabschiedet. Der erste Bundesminister für Atomfragen war Franz Josef Strauß, der eine entscheidende Rolle bei der Ausarbeitung des Atomgesetzes spielte. Franz Josef Strauß war, wie ich aus Pilotenkreisen hörte, auch ein erfahrener Pilot.

Was damals mühsam erarbeitet werden musste liegt aber heute auf Grund der jahrelangen erfolgreichen Praxis schon vor.

Wofür ich Herrn Peters besonders danken möchte, ist die Gründung der Debattierschule Energiepolitik, mit der es möglich sein sollte vielen jungen Menschen , Fachleuten, Politikern und politisch Engagierten beizubringen, wie man energiepolitische Konfliktthemen lebensbejahend, sachlich, datenbasiert und gleichzeitig verständlich diskutiert. Dazu wird es notwendig, schädliche “grüne“ Narrative zu erkennen, zu dekonstruieren und durch bessere zu ersetzen.

Durch eine neue Erzählung darüber was ökologisch und ökonomisch tragfähig ist, sollen falsche Narrative ausgeschaltet werden und der wirtschaftliche Niedergang des Landes gestoppt werden.

Damit ist ein wertvoller Beitrag für die Schaffung der gesellschaftlichen Voraussetzungen zur Re-Industrialisierung, Versorgungssicherheit, Wiedereinstieg in Kerntechnik und geopolitische Souveränität gegeben.    

In Summe wird eine alle Lebensbereiche und Altersklassen umfassende Kampagne zu Gunsten der Kernenergie notwendig sein, um die Möglichkeiten zu nutzen und verlorenes Terrain wieder aufzuholen. Hier könnte sicher auf die umfassenden Erfahrungen der PR-Agenturen aufgebaut werden.

Erste Errichtungs-Schritte wären, bestehende Kern-KW wieder zurück in den Leistungsbetrieb zu führen und vorhandene KKW-Standorte für den Bau neuer Groß Reaktoren zu nutzen. Parallel dazu sollten Small-Modular-Reaktors (SMRs) und Projekte der 4.Generation gezielt gefördert werden, um schließlich auf den Standorten ehemaliger Kohle-KW und großer Industriebetriebe errichtet zu werden.

Einen besonderen Platz könnte hier der Dual-Fluid-Reaktor einnehmen., zu dem ich in Ergänzung zu früheren Ausführungen noch feststellen darf: Obwohl der seit 2023 in Ruanda geplante Demonstrator noch nicht realisiert werden konnte, weil es nicht möglich war eine private Finanzierung zu schaffen, stellt der DFR technisch eines der ambitioniertesten und potentiell leistungsfähigsten Konzepte des gesamten Gebietes dar. Wenn man die derzeit darbende Hochleistungsindustrie in Deutschland betrachtet, egal ob Mercedes Benz, Volkswagen oder Siemens, um nur einige Beispiele zu nennen, so könnte eine Rückkehr des DFR nach Deutschland möglich und wünschenswert sein.

Mit entsprechender Kompetenz in Materialforschung und Fertigungstechnik sollte das Projekt bald weiterentwickelt und zur Demonstrationsreife geführt werden. Mit Erntefaktoren von 1800 und mehr, könnte das im Uran steckende Energiepotential als Flüssigbrennstoff zu 99% genutzt werden und auch der vorhandene Atommüll (abgebrannte Brennstäbe die heute endgelagert werden müssen), als Brennstoff  verwendet werden.

Der DFR ist wirklich ein Konzept dem die Zukunft gehört. Die Brennstoffzyklen betragen rd. 20 Jahre und die zu erwartenden Energiekosten werden 2,5 Cent pro KWh betragen.

Mit dem in Deutschland vorhandenen Fachwissen, was Materialforschung und Fertigungstechniken betrifft, sollte es möglich sein zu Beginn 2030 oder bald danach einen Prototyp in Betrieb zu nehmen und bis 2040 in Serienproduktion zu gehen. Damit könnte der DFR bis 2050, in der von Vahrenholt/Peters angenommenen Phase der Hyperskalierung, ein Schlüsselprojekt bilden, welches mitwirken würde, Energie nicht mehr als komplementären Faktor, dessen Ausfall Stillstand bedeutet, sondern als Commodity ( was ein austauschbares Produkt darstellt) zu sehen und einen wesentlichen Beitrag für weltweiten Wohlstand zu leisten.

Mit der Hoffnung, dass der Weg über Kernkraft erfolgreich wird und Deutschland zu neuem Erfolg und Wohlstand kommen wird,

verbleibe ich mit vielen herzlichen Grüßen
Dr. Gerhard Reinmüller

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