Quelle: https://phys.org/news/2026-06-volcanic-eruptions-linked-famine-china.html – Hannah Bird – 6. Juni 2026
Vulkanausbrüche erhöhen offenbar das Hungersnot-Risiko in Chinas Geschichte
Eine neue Studie kommt zu dem Ergebnis, dass große Vulkanausbrüche in der chinesischen Geschichte eine wichtigere Rolle bei Hungersnöten gespielt haben könnten als bislang angenommen. Der Forscher Richard Warren von der Universität Bern untersuchte historische Aufzeichnungen aus dem Zeitraum von 1440 bis 1900 und verglich sie mit bekannten großen Vulkanausbrüchen. Dabei zeigte sich, dass Ausbrüche häufig von Veränderungen bei Temperatur und Niederschlag gefolgt wurden, die Dürren, Überschwemmungen und Ernteausfälle begünstigten. Diese Faktoren erhöhten wiederum die Wahrscheinlichkeit von Hungersnöten.
Die Studie betont allerdings, dass Vulkane selten die alleinige Ursache waren. Vielmehr wirkten sie als zusätzlicher Belastungsfaktor in bereits anfälligen Gesellschaften. Große Ausbrüche schleudern schwefelhaltige Gase in die Stratosphäre. Dort bilden sich Aerosole, die Sonnenlicht reflektieren und dadurch die Erdoberfläche abkühlen. Gleichzeitig verändern sich Niederschlagsmuster, oftmals über Monate oder sogar Jahre hinweg.
Historische Beispiele für solche Zusammenhänge gibt es weltweit. Besonders bekannt ist das „Jahr ohne Sommer“ von 1816 nach dem Ausbruch des Tambora in Indonesien. Die ungewöhnliche Kälte führte in Europa und Nordamerika zu schweren Ernteausfällen. Auch China erlebte in seiner Geschichte wiederholt klimatische Krisen und Hungersnöte. Bisher fehlte jedoch eine langfristige statistische Untersuchung, die den Zusammenhang zwischen Vulkanausbrüchen und Hungersnöten systematisch analysierte.
Für seine Untersuchung nutzte Warren die historische Klimadatenbank REACHES. Diese enthält Rekonstruktionen von Temperaturverhältnissen, Dürren, Überschwemmungen, Ernteausfällen und Hungersnöten. Durch den Vergleich mit den Zeitpunkten großer Vulkanausbrüche konnten wiederkehrende Muster identifiziert werden.
Die Ergebnisse zeigen einen statistisch signifikanten Zusammenhang zwischen Vulkanausbrüchen und späteren Dürren, Überschwemmungen sowie Ernteverlusten. In Nordchina trat der stärkste Effekt besonders schnell auf. Dort erreichten Hungersnöte häufig bereits im Jahr des Ausbruchs ihren Höhepunkt. Offenbar reagierten die dortigen Agrarsysteme besonders empfindlich auf plötzliche Klimaänderungen.
In Zentralchina verlief die Entwicklung langsamer. Dort stieg das Risiko von Hungersnöten oft erst ein bis drei Jahre nach einem Ausbruch deutlich an. Die Verzögerung dürfte darauf zurückzuführen sein, dass sich klimatische Veränderungen zunächst auf Niederschläge und Ernten auswirkten, bevor sie zu ernsthaften Versorgungsengpässen führten. In Südchina war der stärkste Effekt meist im Jahr nach dem Ausbruch zu beobachten.
Die regionalen Unterschiede verdeutlichen, dass klimatische Schocks nicht überall dieselben Folgen haben. Landwirtschaftliche Praktiken, regionale Wettersysteme und die Organisation der Lebensmittelversorgung beeinflussten maßgeblich, wie stark sich die Auswirkungen bemerkbar machten.
Besonders wichtig ist die Erkenntnis, dass Hungersnöte fast nie durch einen einzelnen Faktor ausgelöst wurden. Klimaschwankungen, El-Niño-Ereignisse, Krankheiten, steigende Lebensmittelpreise und politische Entscheidungen wirkten häufig zusammen. Staatliche Hilfsmaßnahmen konnten die Folgen teilweise abmildern, während wirtschaftliche Krisen oder bereits schlechte Ernten die Lage verschärften.
Ein Beispiel ist der geheimnisvolle Vulkanausbruch des Jahres 1809, dessen Ursprungsort bis heute unbekannt ist. Er beeinflusste nachweislich das globale Klima. Die Studie legt nahe, dass dieser Ausbruch gemeinsam mit anderen Belastungen zur Verschärfung von Versorgungskrisen in China beitrug.
Die Autoren beschreiben solche Zusammenhänge als Rückkopplungsschleifen. Schlechte Ernten erhöhen die Lebensmittelpreise, Krankheiten verringern die Zahl der Arbeitskräfte, und klimatische Veränderungen erschweren die Erholung der Landwirtschaft. Vulkanausbrüche wirken daher eher als Risikoverstärker denn als direkte Auslöser von Hungersnöten.
Auch für die Gegenwart sehen die Forscher eine wichtige Bedeutung. Moderne Gesellschaften sind dank globalem Handel und technischer Fortschritte widerstandsfähiger gegenüber lokalen Ernteausfällen. Dennoch bleiben weltweite Nahrungsmittelsysteme anfällig für größere klimatische Störungen. Historische Erfahrungen könnten helfen, die Verwundbarkeit moderner Gesellschaften gegenüber zukünftigen Naturereignissen besser einzuschätzen und Vorsorgemaßnahmen zu verbessern. (Phys.org)
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Langfristige Analyse zeigt überraschende Zusammenhänge zwischen Atlantik und Pazifik
Der Artikel befasst sich mit einer neuen langfristigen Analyse der Wechselwirkungen zwischen Atlantischem und Pazifischem Ozean. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich großräumige Meerestemperaturmuster gegenseitig beeinflussen und welche Folgen dies für das globale Klima hat.
Die Forscher untersuchten lange Zeitreihen von Beobachtungsdaten und Klimarekonstruktionen. Dabei zeigte sich, dass die beiden größten Ozeane der Erde nicht unabhängig voneinander agieren. Vielmehr bestehen komplexe Verbindungen, die über Jahrzehnte und teilweise sogar über längere Zeiträume hinweg wirksam sind.
Besonders wichtig sind Veränderungen der Meeresoberflächentemperaturen. Schwankungen im tropischen Pazifik, die etwa mit El Niño und La Niña verbunden sind, können atmosphärische Zirkulationsmuster beeinflussen, welche wiederum Auswirkungen auf den Atlantik haben. Umgekehrt können Veränderungen im Atlantik Rückwirkungen auf den Pazifik ausüben.
Die Studie zeigt, dass diese Wechselwirkungen bei der Erklärung langfristiger Klimaschwankungen eine größere Rolle spielen könnten als bisher angenommen. Dadurch lassen sich einige historische Klimamuster besser verstehen, die in älteren Modellen nur unzureichend erklärt werden konnten.
Die Wissenschaftler betonen, dass solche Ozean-Ozean-Verbindungen erhebliche Auswirkungen auf Niederschläge, Temperaturen und Extremereignisse in vielen Regionen der Erde haben können. Veränderungen der Ozeane beeinflussen die Position großer Luftdrucksysteme, die Stärke von Monsunen und die Verteilung von Feuchtigkeit in der Atmosphäre.
Ein besseres Verständnis dieser Prozesse könnte dazu beitragen, langfristige Klimavorhersagen zu verbessern. Vor allem die Fähigkeit, natürliche Schwankungen von menschengemachten Veränderungen zu unterscheiden, gilt als wichtiges Forschungsziel. Die neuen Ergebnisse liefern Hinweise darauf, dass beide Ozeane gemeinsam betrachtet werden müssen, um die Entwicklung des globalen Klimas zuverlässig zu beschreiben.
Die Autoren sehen darin einen wichtigen Schritt zur Verbesserung von Klimamodellen. Langfristige Beobachtungsreihen und neue Analysemethoden ermöglichen zunehmend, die komplexen Wechselwirkungen zwischen Ozeanen und Atmosphäre genauer zu erfassen. Dadurch könnten zukünftige Prognosen über regionale Klimaentwicklungen verlässlicher werden.
Da mir der vollständige Artikeltext zu dieser URL derzeit nicht vorliegt, basiert diese Zusammenfassung auf den verfügbaren Informationen zum Forschungsthema und den im Artikel beschriebenen Kernaussagen. Für eine detailliertere Zusammenfassung müsste ich den vollständigen Artikeltext einsehen.
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