Quelle: https://phys.org/news/2026-03-sediment-core-reveals-years-precipitation.html, Autor: Jan Voelkel (Universität Köln), veröffentlicht: 26. März 2026
Sedimentkern enthüllt 10.800 Jahre Niederschlagsgeschichte in der Sahara
Die Analyse eines Sedimentkerns aus einem Oasensee im Tschad liefert neue Einblicke in die Niederschlagsgeschichte der Sahara. Die Studie zeigt, dass eine lange Feuchtphase, die von vor etwa 14.800 bis 5.500 Jahren andauerte, durch kurzfristige Dürren unterbrochen wurde. Solche Dürreereignisse könnten auch in Zukunft in ähnlicher Weise auftreten. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Nature veröffentlicht und basieren auf internationalen Forschungskooperationen. In den 1970er und 1980er Jahren erlebten die Sahara und die angrenzende Sahelzone eine schwere Dürre mit verheerenden Hungersnöten. In den folgenden Jahrzehnten nahm der Niederschlag wieder zu, was unter anderem mit der globalen Erwärmung und einer Verschiebung des westafrikanischen Monsuns erklärt wird. Dies führte zu einer zunehmenden Begrünung der Sahara.
Eine grüne Sahara trat in der Erdgeschichte wiederholt auf, wenn Veränderungen der Erdumlaufbahn stärkere Sonneneinstrahlung auf der Nordhalbkugel bewirkten. Die letzte dieser Feuchtphasen fand zwischen etwa 14.800 und 5.500 Jahren vor heute statt. Geologische und archäologische Daten zeigen, dass damals Savannen, Seen, Flüsse und vielfältige Tierwelt existierten. Allerdings war bislang unklar, wie stabil diese Feuchtphase tatsächlich war. Diese Frage konnte nun mithilfe eines 16 Meter langen Sedimentkerns aus dem Yoa-See beantwortet werden. Der See existiert trotz extremer Trockenheit bis heute, da er kontinuierlich von Grundwasser gespeist wird. Dadurch konnte sich eine durchgehende Sedimentabfolge bilden, die ein hochauflösendes Klimaarchiv darstellt. Die Analyse zeigt erstmals, dass die Feuchtphase mindestens dreimal durch Dürreperioden unterbrochen wurde, etwa vor 9.300, 8.200 und 6.300 Jahren. Diese Ereignisse fallen teilweise mit archäologischen Hinweisen auf verschlechterte Lebensbedingungen zusammen.
Eine besonders detaillierte Untersuchung des Ereignisses vor etwa 8.200 Jahren ergab eine Dauer von rund 77 Jahren. Klimamodelle zeigen, dass dieses Ereignis mit einer Abkühlung im Nordatlantik zusammenhing. Diese Abkühlung wurde durch große Süßwassereinträge aus Nordamerika verursacht, die die ozeanische Zirkulation abschwächten. Auch heute gibt es Hinweise darauf, dass sich die Atlantikzirkulation abschwächt. Ursache ist vermutlich das verstärkte Abschmelzen von Eismassen auf Grönland infolge des menschengemachten Klimawandels. Dennoch sind die damaligen Bedingungen nicht direkt mit der heutigen Situation vergleichbar. Die Ergebnisse zeigen jedoch, wie stark Veränderungen im Atlantik das Niederschlagsmuster in Nordafrika beeinflussen können. Die Wissenschaftler betonen daher die Notwendigkeit weiterer Forschung zur besseren Vorhersage zukünftiger Entwicklungen.
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Quelle: https://phys.org/news/2026-03-ancient-climate-reveal-wetter-levant.html, Autor: Phys.org Redaktion, veröffentlicht: 18. März 2026
Antike Klimadaten zeigen: Der Levante war deutlich feuchter – mögliche Schlüsselrolle für menschliche Migration
Während der letzten Warmzeit vor etwa 129.000 bis 116.000 Jahren herrschten weltweit höhere Temperaturen und Meeresspiegel als heute. Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass die Levante in dieser Zeit nicht nur eine trockene Landbrücke war, sondern deutlich feuchtere Bedingungen aufwies. Diese feuchteren Phasen wurden durch intensive, lokal begrenzte Niederschläge verursacht. Solche Bedingungen könnten entscheidend für die Ausbreitung früher Menschen aus Afrika gewesen sein. Geologische Hinweise aus Sedimentkernen des Toten Meeres und aus Höhlenformationen in der Negev-Wüste belegen wiederkehrende feuchte Episoden.
Die Forscher nutzten moderne Klimamodelle, um die damaligen Wetterprozesse zu simulieren. Dabei konzentrierten sie sich auf zwei zentrale Wettersysteme: die winterlichen Tiefdrucksysteme aus dem Mittelmeerraum und die sogenannten Red-Sea-Trough-Systeme. Letztere transportieren feuchte Luft aus den Tropen und sind heute meist schwächer ausgeprägt. Während der Warmzeit waren diese Systeme deutlich intensiver. Die Modelle zeigen, dass die Niederschlagsmenge um etwa 20 % höher war als heute. Besonders auffällig ist, dass der Süden der Levante stark von verstärkten Red-Sea-Trough-Systemen profitierte. Diese führten nicht unbedingt häufiger, aber intensiver zu Niederschlägen. Ein wärmeres Klima erhöhte die Fähigkeit der Atmosphäre, Wasserdampf zu speichern. Dadurch konnten stärkere Regenereignisse entstehen. Dies verwandelte zeitweise trockene Regionen in lebensfreundlichere Landschaften.
Solche Umweltbedingungen könnten Wanderbewegungen von Menschen erleichtert haben. Wasserverfügbarkeit war ein entscheidender Faktor für das Überleben. Die Studie liefert somit eine plausible Erklärung für frühere Migrationsrouten. Gleichzeitig zeigt sie, wie empfindlich regionale Klimasysteme auf globale Veränderungen reagieren. Die Ergebnisse helfen, vergangene Klimaentwicklungen besser zu verstehen. Sie liefern auch wichtige Hinweise für zukünftige Klimamodelle. Die Kombination aus geologischen Daten und Simulationen eröffnet neue Perspektiven. Sie zeigt, dass selbst aride Regionen unter bestimmten Bedingungen deutlich feuchter werden können.
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Quelle: https://phys.org/news/2026-03-north-sea-lost-world-habitable.html, Autor: University of Warwick (Gaby Clark), veröffentlicht: 11. März 2026
Versunkene Welt der Nordsee: Wälder machten Doggerland bereits in der Eiszeit bewohnbar
Wälder wuchsen auf dem heute überfluteten Landgebiet Doggerland deutlich früher als bisher angenommen. Eine neue Studie auf Basis von sedimentärer alter DNA zeigt, dass dort bereits vor mehr als 16.000 Jahren temperierte Baumarten existierten. Dazu zählen Eichen, Ulmen und Haselsträucher. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Doggerland ein überraschend lebensfreundlicher Lebensraum für Pflanzen, Tiere und möglicherweise auch Menschen war. Die Studie wurde im Fachjournal Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlicht. Besonders bemerkenswert ist der Nachweis einer Baumgattung, die in der Region eigentlich seit 400.000 Jahren als ausgestorben galt. Zudem zeigen die Daten, dass Teile Doggerlands große Überflutungsereignisse überstanden. Selbst nach dem Storegga-Tsunami vor etwa 8.150 Jahren blieben noch Landflächen erhalten.
Einige Gebiete existierten sogar bis vor etwa 7.000 Jahren über dem Meeresspiegel. Doggerland verband einst Großbritannien mit dem europäischen Festland. Lange Zeit galt es lediglich als Landbrücke für Migrationen. Die neuen Ergebnisse zeigen jedoch, dass es ein eigenständiger Lebensraum mit vielfältigen Ökosystemen war. Die Forscher analysierten 252 Sedimentproben aus marinen Bohrkernen. Diese erlaubten eine detaillierte Rekonstruktion der Umweltentwicklung über mehrere Jahrtausende. Die Daten zeigen, dass Wälder dort deutlich früher entstanden als auf dem britischen Festland. Auch wärmeliebende Baumarten waren früher vorhanden als bisher angenommen. Dies deutet auf sogenannte Mikrorefugien hin, in denen Pflanzen die Eiszeit überdauern konnten. Diese Erkenntnisse helfen, die schnelle Wiederbewaldung Europas nach der Eiszeit besser zu verstehen. Zudem liefern sie Hinweise auf mögliche Lebensräume früher Menschen. Die Region könnte wichtige Ressourcen geboten haben, darunter Nahrung und Schutz. Dies erklärt möglicherweise, warum archäologische Spuren auf dem britischen Festland vergleichsweise selten sind. Die Studie verändert damit das Bild der europäischen Eiszeitlandschaften grundlegend. Sie zeigt, dass selbst in kalten Phasen lokal günstige Bedingungen herrschen konnten.
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