Heute bringen ein best-of-best von Blackout News der letzten zwei Monate.
Blackout News, 28.1.2026:
Innsbruck: E-Busse scheitern an der Steigung – Fahrgäste müssen aussteigen und zu Fuß gehen
In Innsbruck schaffen E-Busse auf der Linie 502 die steile Passage am Schusterbergweg nicht zuverlässig. Deshalb müssen Fahrgäste zeitweise immer wieder aussteigen, damit das Fahrzeug den Anstieg bewältigen kann. Der Vorfall belastet den öffentlichen Verkehr, den E-Bus-Betrieb und den Stadtverkehr gleichermaßen. Gerade in Innsbruck, wo Steigungen bekannt und planbar sind, wirkt diese Situation besonders grotesk (krone: 24.01.26)
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China bringt 52 neue Kohlekraftwerke ans Netz – 2025 größter Zubau seit einem Jahrzehnt
China trieb 2025 den Zubau der Kohlekraft voran und nahm 52 Großblöcke (je ≥1 GW) in Betrieb. Das zeigt der CREA/Global Energy Monitor-Bericht. Es ist der höchste Wert seit zehn Jahren, in denen jeweils weniger als 20 solcher Großblöcke ans Netz gingen. Auslöser waren die Stromengpässe in den Jahren 2021 und 2022, als Fabriken die Produktion drosseln mussten und eine Stadt rollierende Abschaltungen einführte. Peking proirisierte deshalb die Versorgungssicherheit, durch den massiven Ausbau an Kohlekraftwerken. Die Folgen reichen von stabilerem Industriestrom bis zu höheren Klimarisiken, weil neue Kohleblöcke später hohe Laufzeiten erlangen.
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Deutsche Stahlindustrie legt grüne Transformation auf Eis
In Deutschland haben große Stahlkonzerne seit 2025 zentrale Projekte zur grünen Transformation gestoppt oder vertagt: ArcelorMittal legte den klimaneutral geplanten Umbau am Standort Hamburg auf Eis, Salzgitter bremst bis mindestens 2028/2029 und Thyssenkrupp koppelt Investitionen an ein Sparprogramm. Auslöser sind fehlender und teurer grüner Wasserstoff, volatile und teils hohe Strompreise, sowie Preis- und Nachfragedruck im Markt. Außerdem verschärfen US-Strafzölle die Lage, weil Exporte in die USA seit März 2025 mit 50 Prozent Zusatzabgaben belastet sind. Dadurch geraten rund 80.000 Arbeitsplätze in der Branche in Gefahr, während Deutschlands Klimaziele bis 2030 und die Klimaneutralität 2045 schwieriger erreichbar werden (deutschlandfunkkultur: 17.02.26).
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Blackout News, 20.2.2026:
Brand eines Elektroautos löst Kettenreaktion aus und reißt Wohnmobil, Häuser und Autos mit
Am Montagmorgen kam es im baden-württembergischen Schwaigern bei Heilbronn zu einer Kettenreaktion, nachdem ein an einer Ladesäule angeschlossenes Elektroauto in Brand geraten war. Die Flammen griffen auf ein Wohnmobil über, in dem Gasflaschen lagerten, die durch die Hitze explodierten. Dadurch wurden mehrere weitere, in der Nähe abgestellte Autos beschädigt, zudem kam es zu Schäden an einem angrenzenden Wohnhaus sowie einem Gebäude auf der gegenüberliegenden Straßenseite (swr: 16.02.26).
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NRW-Finanzminister wechselt vom Elektroauto auf Diesel um und betätigt E-Auto-Skeptiker
In Nordrhein-Westfalen sorgt Finanzminister Marcus Optendrenk für Ärger, denn er gibt seinen elektrischen BMW i7 ab und fährt wieder Diesel. Als Grund nennt er lange Strecken und einen engen Terminkalender, weil Laden und Reichweite mit einem E-Auto im Flächenland aus seiner Sicht nicht zuverlässig genug passen. Genau das kollidiert mit der Linie vieler Politiker, die den Bürgern den Umstieg auf E-Autos nahelegen. Seit wenigen Tagen sitzt Optendrenk deshalb in einem Audi A8 L 50 TDI quattro (ntv: 14.02.26).
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Abrechnung mit der deutschen Energiewende – viel gebaut, wenig geliefert, teuer bezahlt
Deutschland meldet Rekorde bei Wind und Solar, jedoch bleibt die Wirkung im Gesamtsystem klein – und genau hier beginnt die Abrechnung mit der Realität der Energiewende. „Viel gebaut, wenig geliefert“ trifft die Lage besser als jede Jubelmeldung, denn der Ausbau allein löst keine Versorgungsfrage. Gleichzeitig steigen Noteingriffe ins Netz und Zuschüsse aus dem Bundeshaushalt, sodass die Kosten für Haushalte und Industrie weiter nach oben drücken.
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Umfrage belegt: Klimaschutz und Energiewende verlieren Rückhalt in der Bevölkerung
Eine repräsentative Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag der BMW Foundation Herbert Quandt registriert weniger Rückhalt für Klimaschutz und Energiewende. Viele Haushalte erleben einen gesunkenen Lebensstandard, weil die Preise stark gestiegen sind und zugleich wächst die Angst um Arbeitsplätze durch den wirtschaftlichen Abschwung. Außerdem lässt die Sorge um eine gesicherte und bezahlbare Energieversorgung die Stimmung kippen, weil die Versorgungssicherheit für viele wieder eine höhere Priorität hat (bmw-foundation: 11.02.26).
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ACC stoppt Gigafactory in Kaiserslautern – Batterie-Joint-Venture zieht endgültig den Stecker
Der Batteriehersteller ACC, ein Gemeinschaftsunternehmen der Auto- und Energiekonzerne Stellantis, Mercedes-Benz und TotalEnergies, begräbt die Pläne für eine Gigafactory in Kaiserslautern endgültig. Gleichzeitig streicht das Konsortium auch die Batteriefabrik im italienischen Termoli. Damit kippt in Kaiserslautern ein Projekt, das vor Ort als industrieller Impuls und als Jobmotor eingeplant war (handelsblatt: 07.02.26).