Leserpost von Dr. R. Bieber zum Beitrag „Rückgang von Aerosolen und Wolken erhöht die Sonneneinstrahlung in Europa“.
Ich bin seit 1978 Sportpilot. Es ist ganz klar, dass die Flugsichten sich seit 25 Jahren dramatisch verbessert haben!
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Leserbrief Dr. Reinmüller
Vergleich der IDEN: „EU-März und F. Merz“.
In meinem letzten LB „Unheil an den Iden des Merz“ habe ich auf mehrfachen EU-Irrsinn, wie Klimaneutralität, u.a. hingewiesen.
Umso überraschender war dann nachfolgende Mitteilung in den KN vom 14.März: „Am Mittag des 10. März 2026 kam die Meldung, dass Ursula von der Leyen in ihrer Eigenschaft als Präsidentin der EU auf einer Tagung bei Paris von einem strategischen Fehler sprach, aus der Kernkraft auszusteigen und die EU in Zukunft Kernkraft ebenso fördern will wie EE, weil dies in Interesse der Klimaziele sei.“
Dieser Schritt wird jedoch in Deutschland leider nicht verstanden und F. Merz hält heute den Atom-Ausstieg für (subjektiv) irreversibel.
Die Menschen in Deutschland erinnern sich aber, dass F. Merz noch im Wahlkampf versprochen hatte, die Rückholung der stillgelegten Kern-KW prüfen zu wollen. Am 30.Jänner 2026 hatte er auch in Der Welt betont, dass Deutschland die teuerste Energiewende auf der ganzen Welt hätte und der Ausstieg aus der Kernenergie ein schwerer strategischer Fehler gewesen sei. Um diesen zu kompensieren wolle die Bundesregierung nun den Bau neuer Gaskraftwerke als notwendigen Back Up für die Wind- und Solar-KW fördern. Die Rückholung stillgelegter Kern-KW scheint für ihn offenbar im Grünen Energiewendestaat, wegen der grün unterwanderten Institutionen, sowie der gesteuerten Medien derzeit schwer durchführbar zu sein, so dass er auf die teuren Back Up Kraftwerke, die auch wesentlich gefährlicher als Kern-KW sind, zurückgreifen möchte.
Anm.: die diesem Weg zugrunde liegende Problematik wurde von Dr. Bosse in den KN vom 14. März offengelegt, indem er Anna Veronika Wendland, die eine wirkliche Kennerin von Reaktorsicherheit ist, zitierte: „Kernenergie verursacht pro erzeugter Terawattstunde sehr geringe Treibhausgasemissionen und eine deutlich niedrigere Todesrate als Kohle, Öl oder Gas – also jene Stromerzeugungsformen, die in Deutschland unhinterfragt weiterhin als Backup eingesetzt werden.“
In Summe müssen wir leider ein starres Festhalten von BK F. Merz an der Sackgasse feststellen. Das ist auch deshalb schwer verständlich, weil von ihm eine Gasversorgung aus Russland abgelehnt wird und durch teures LNG-Gas die deutsche Wirtschaft weiter geschwächt wird.
In den KN vom 12.06.2025 hatte Herr Prof. Dr. Vahrenholt wiederholt auf die Nachteile des Ausbaus der Erneuerbaren Energien hingewiesen und bereits am 13.03.2025, an den Iden des März 2025 festgestellt, dass innerhalb von 2 bis 5 Jahren sechs bis neun Kern-KW zurückgeholt werden könnten. Also Vorschläge, wie Deutschland wieder auf den Weg des Erfolges zurückkommen könnte, gibt es genug, die Regierung müsste sich nur getrauen diese Vorschläge anzunehmen und aus der Sackgasse umzukehren.
Gestatten Sie mir eine Bemerkung zur EU: Auch wenn viele Fachleute die derzeitige politische Entwicklung der EU für eine Sackgasse halten, aus der man ehest umkehren müsste, so ist die Entscheidung bei der Kernenergie ein kleiner Hoffnungsschimmer, dass auch ein starrer, lernresistenter Körper wie die EU-Bürokratie unter gewissen Voraussetzungen auch aus einer Sackgasse umkehren könnte.
Dies sollte doch für F. Merz Motivation sein und auch eine Verpflichtung darstellen für Deutschland einen Weg aus der Sackgasse zu suchen, um auf diese Weise Unheil an den Iden des Merz zu vermeiden.
Mit den besten Wünschen und herzlichen Grüßen
Dr. Gerhard Reinmüller
Quito & Baden.
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Nicola Scafetta hat ein neues Buch veröffentlicht:
“The Frontier of Climate Science: Solar variability, natural cycles and model uncertainty”.

Aus der Amazon-Beschreibung:
How well do we truly understand Earth’s climate?
What natural forces remain beyond our grasp?
Is Net Zero the only viable path forward?
The Frontier of Climate Science explores climate dynamics through physics, complex systems, and astronomy, synthesizing several decades of peer‑reviewed research.The book critically reviews the scientific foundations of modern climate theory, the evolution of IPCC assessments, and the limits of global climate models (GCMs) when confronted with observations. It investigates natural variability across multiple timescales, including oceanic oscillations, solar variability, and astronomical cycles driving both solar and climate variability, integrating satellite data, paleoclimate reconstructions, and empirical modeling approaches.
From this evidence emerges a balanced view of climate risk, favoring pragmatic adaptation over narrowly defined policy pathways such as Net Zero. Rich in insights and analytical approaches, the book helps readers understand climate variability, assess risks, think critically, and explore key open questions in climate science.
Endorsed by the International Association for Gondwana Research (IAGR) and by the „Centro di Ricerca Previsione, Prevenzione e Controllo dei Rischi Geologici“ (CERI), Sapienza University of Rome.
This work synthesizes findings from more than 650 peer‑reviewed scientific papers at the frontier of climate science.
Selected Quotes from the Forewords:
Prof. M. Santosh
„This book offers an excellent window into the deep realms of climatology, complex systems physics, and astronomy in addressing three major aspects: how well do we truly understand Earth’s climate? what natural forces remain beyond our grasp? is Net-Zero the only viable path forward?“
„From an authoritative analysis, the author formulates insightful perspectives that demystify the exclusive attribution of global warming in the last century to human activities, and places more importance on the dynamic interplay of terrestrial and cosmic forces.“
„This work is an excellent window into climatology as a dynamic science, and calls for adaptive strategies grounded in economic sustainability and social equity to address climate change issues.“
Prof. Alberto Prestininzi
„In The Frontier of Climate Science, Scafetta constructs a theoretical and didactic journey that guides the reader through the multiple dimensions of the climate system. The book is conceived as a critical dialogue in which the processes that govern Earth’s climate – many of which remain poorly understood or underestimated – are examined in depth.“
„The goal is to distinguish facts from rhetoric, restoring to science its role as a pluralistic, iterative, and non-dogmatic inquiry.“
„Scafetta’s work fits fully within this long trajectory of scientific inquiry, but with a theoretical and systemic perspective… The Frontier of Climate Science is thus a work that invites reflection, verification, and debate.“
Prof. Judith Curry
„The seminal contribution of The Frontier of Climate Science is a new scientific paradigm that provides a broader interpretive framework capable of resolving the inconsistencies of the current anthropogenic climate change model.“
„Solar variability and its role in climate change remain among the most profound and unresolved issues in contemporary climate science. Scafetta makes a compelling argument that it is time to bring the Sun back to the center of climate discourse.“
„A healthy scientific culture embraces pluralism, methodological rigor, and open dialogue. Only through this lens can climate science remain credible, adaptive, and truly informative… Scafetta’s framework offers a valuable opportunity for engagement.“
Das Buch ist u.a. bei Amazon erhältlich.
Eine Zusammenfassung zum Buch gibt es bei Judith Curry
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An den Schweizer Universitäten führen Studenten auch dieses Jahr eine sogenannte Nachhaltigkeitswoche durch. Was dort alles im Programm steht, hat Alex Reichmuth im Nebelspalter als „Klima-Klimabim“ bezeichnet (https://www.nebelspalter.ch/themen/2026/03/oeffentliches-geld-fuer-klima-klimbim-von-studenten).
Nachhaltigkeitswochen an den Universitäten
Öffentliches Geld für Klima-Klimbim von StudentenDie Fakten: Studentische Organisationen organisieren in diesem Frühling erneut eine sogenannte Nachhaltigkeitswoche. Was dort angeboten wird, um vermeintlich die Umwelt zu schonen und das Klima zu schützen, hat einiges an humoristischem Potenzial.
Warum das wichtig ist: Diese Nachhaltigkeitswoche wird von den Universitäten mitfinanziert. Es fliesst also auf indirektem Weg öffentliches Geld in die Veranstaltung.
Das Zitat: «Besonders cool finde ich unseren Start-Event: ein Smoothiebike. An diesem ist ein Mixer angebracht, der durchs Treten aktiviert wird und aus geretteten Früchten Smoothies macht.» (Statement eines Mitglieds des Organisationsteams der Nachhaltigkeitswoche 2026 in Basel, siehe hier)
Lesen Sie den ganzen Beitrag im Nebelspalter: https://www.nebelspalter.ch/themen/2026/03/oeffentliches-geld-fuer-klima-klimbim-von-studenten
Den Newsletter „Klima und Energie“ von Alex Reichmuth kann man hier abonnieren: https://www.nebelspalter.ch/newsletter/klima-energie
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Kernkraft neu gedacht – absolut sicher, echt günstig und jederzeit verfügbar – dürfen die das überhaupt?
Von Bernhard Windbichler
Im Land des Atomsperrgesetzes im Verfassungsrang ist es zweifellos ein kühner Gedanke, aber ein Blick über drei Kontinente und auf die fantastischen Fähigkeiten des Menschen sei gewagt
Auch wenn mittlerweile in Deutschland die Zahl der Professuren für Gender Studies die der Atomforschung mehr als das zwanzigfache übersteigt, ist es doch einer Gruppe von hochkarätigen Forschern gelungen ein grundlegend neues Design zur optimalen Verwendung des bei weitem energiereichsten Rohstoffes der Welt, dem Uran zu erdenken und auch zu patentieren.
Die heute gängigen Atomkraftwerke sind trotz ihrer bekannten Risiken die leistungsfähigste Art der Stromerzeugung die momentan zur Verfügung steht. Der Erntefaktor, die Messung der Energieeffizienz auf Erzeugerseite beträgt 1:100, im Vergleich dazu erreichen Wind- und Solarenergie aufgrund der nötigen, teuren Backups bestenfalls 1:5, Strom aus großen Laufwasserkraftwerken liegt bei respektablen 1:50.
Ein komplett neuer Ansatz ermöglicht (im Gegensatz zur Kernfusion) mit heute zur Verfügung stehenden Technologien Erntefaktoren von mindestens 1:800 bis 1:5000! Wie denn bitte?
Das Prinzip DUAL FLUID
Im Gegensatz zu herkömmlichen Leichtwasser Reaktoren („Tauchsieder“ – Brennstäbe mit Uran in Pelletsform), die nur ca. 5% der im Uran steckenden Energie nützen, ermöglicht Uran als Flüssigbrennstoff die Nutzung von 99% des gewaltigen Energiepotentials von Uran. Durch den weitestgehenden Abbrand gibt es auch keinen nennenswerten Atommüll, ja sogar vorhandener Atommüll kann aufgrund seines hohen Brennstoffpotentials verwendet werden. Eine Neubeladung eines Dual-Fluid Reaktors ist nur alle 25 Jahre nötig, da eben aus dem Uran alles „herausgekitzelt“ wird. Der winzige Rest ist leicht beherrschbar und in 300 Jahren abgeklungen.
Die zweite Flüssigkeit ist ein Kühlmantel aus Blei, das sich aufgrund der hohen Temperaturen erhitzt und verflüssigt. An dem Punkt kann Wasserdampf zum Antrieb eines Stromgenerators oder auch mittels katalytischer Thermolyse Wasserstoff für eine Vielfalt von Anwendungen erzeugt werden.
Wenn keine Wärme abgenommen wird, reguliert sich der Reaktor selbst, durch die Erhitzung des flüssigen Brennstoffes sinkt die Spaltrate automatisch. Zudem herrscht im System kein relevanter Druck, somit kann es auch aus diesem Grund nicht zu einer Explosion kommen. Das Thema Korrosion als Schwachpunkt von Flüssigbrennstoffreaktoren aus den 60er Jahren ist mit den mittlerweile gemachten Fortschritten der Materialwissenschaften kein Thema mehr. Zudem der Grund warum die Leichtwasserraktoren vor 60 Jahren das Rennen gemacht haben ein ganz anderer ist, diese eignen sich nämlich viel besser für die Produktion von waffenfähigem Plutonium.
Das Konzept ist bestechend, durchgedacht und patentiert, doch die Gesetzeslage in Deutschland hat die Erfinder dazu veranlasst, eine Firma nach kanadischem Recht zu gründen. Der erste Prototyp wird in Ruanda gebaut. Vielleicht ist es angebracht, darüber nicht zu lächeln, denn damit wird Europa nur minimal an dieser zukünftigen Schlüsseltechnologie Anteil haben.
Damit wäre Energie zu Kosten von ca. 2,5 Cent und weniger pro KWh ganzjährig, emissionsfrei und verbrauchsorientert weltweit verfügbar, was der Autor im Gegensatz zu den Vertretern der grünen Degrowth Bewegung für wünschenswert hält. Die dort hinter hehren Motiven tatsächlich vorgeschlagene Rückkehr in die Höhle ans Lagerfeuer halte ich für nicht erstrebenswert, obwohl ich ein Camper bin und Lagerfeuer schätze.
Nähere Informationen im Whitepaper unter
https://dual-fluid.com/wp-content/uploads/2022/03/Dual-Fluid_Whitepaper_DE_screen.pdf