Leserpost von Leser M. Rosemeyer zum Blogartikel „Uni Leipzig: Sedimente der Ahr zeugen von wiederkehrenden, extremen Hochwasserereignissen“
Unnütz Geld ausgegeben!!!
Heimatjahrbuch Kreis Ahrweiler 2015: Historische Hochwasser der Ahr
https://www.grafbruehl.com/wp-content/uploads/historische-Hochwasser-Ahr.pdfHistorische Hochwassermarken
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Leserpost von Peter Schewe:
Betreff: Gasfüllstände
Ich hörte gerade auf BR2, dass nach Auskunft der Bundesnetzagentur den Gasspeichern nicht mehr die Bedeutung zukommt, seit dem das Gas (LNG) per Schiff angeliefert wird. Gasspeicher wären für die Lieferung per Pipelines wichtig gewesen. Welch ein hahnebüchner Unsinn wird da verbreitet. Keine Gaslieferung ist so sicher und kontinuierlich, wie durch Pipelines. Schiffe können untergehen oder im Eis stecken bleiben. Der Greifswalder Bodden ist schon am zufrieren.
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Leserbrief Dr. Gerhard Reinmüller:
Der IRRSINN hat das Land erfasst.
In den KlimaNachrichten vom 2. Jänner 2026 wurde auch das Geheimnis hinter dem Niedergang der deutschen Industrie behandelt und auch auf das Buch von Dr. Schatten „Hexenmeister oder Zauberlehrling?“ hingewiesen (vgl. Anhang1). Was in der technischen Entwicklung normal ist, nämlich dass bei einer neuen Technologie oder einem neuen Produkt nach genauen Forschungen und Berechnungen zuerst ein Prototyp gebaut wird, um Schwachstellen zu erkennen und diese dann Schritt für Schritt auszuschalten, um ein hochwertiges Produkt zu erhalten, wurde wenn es um ein Wirtschaftssystem geht, in verantwortungsloser Weise total vernachlässigt.
Die Veränderung des verlässlich funktionierenden deutschen Energiesystems mit sicherer und preiswerter Stromversorgung durch die sog. Energiewende wurde in solch unprofessioneller Weise durchgeführt, wie man sie sonst nur in Entwicklungs- Ländern findet. Ohne auf die in Jahrzehnten aufgebaute Infrastruktur mit ihrer Expertise aufzubauen, die sowohl theoretisches als auch praktisches Wissen beinhaltete, wurde im Stile eines Hasardeurs eine auf politisch gewünschten Ergebnissen aufbauende Energie-Wende durchgepeitscht und dabei die grundlegendsten Entwicklungs- und Führungsanforderungen missachtet.
Ein Land mit einem funktionierenden stabilen Energiesystem, konkurrenzfähigen Strompreisen und den modernsten sichersten Kernkraftwerken wurde durch verantwortungslose Politiker in ein Chaos gestürzt, wie ich bereits in meinen Leserbriefen vom 21.Okt. 2025 „Ende des Energiewendestaates und Green Out“ und vom 3. Dezember 2025 „Brain Notstand bei deutscher Klimapolitik“ feststellen musste.
In den KlimaNachrichten vom 12.06.2025, hatte Herr Prof. Dr. Vahrenholt zum wiederholten Male auf die Nachteile des Ausbaus der Erneuerbaren Energien hingewiesen, wie De-industrialisierung, Wohlstandsverluste, Zerstörung der Landschaft und Lebensräume, Überforderung der Staatshaushalte (die Gesamtkosten der Energiewende bis 2045 werden von Frontier Economics mit 4800 bis 5400 Milliarden beziffert – ein Irrsinn!), sowie die Nicht-Gewährleistung einer gesicherten, frequenzstabilen Stromversorgung und weiters betont, dass sie auch an der Knappheit kritischer Metalle scheitern wird, wie dies schon von Simon Machaux vom Finnischen Geologischen Dienst klar berechnet wurde.
Wie schon in mehreren Leserbriefen betont, wurden im Jahre 1977 auf der IIASA-Tagung in Laxenburg die sog. Erneuerbaren Energien als politische Waffe für einen Systemwechsel ausgewählt. (vgl. meinen LB vom 26.04.2025) und im Jahre 1988 dann von privaten Gruppen der IPCC mit dem politischen Ziel gegründet, CO2 als alleinigen Verursacher des Klimawandels zu betrachten und dies politisch durchzusetzen. IPCC wurde bei der UNO angesiedelt, um einen seriösen Eindruck zu erwecken.
Durch den Austritt der USA aus dem IPCC (vgl. KN vom 16.01.2025) wurde dem IPCC die tarnende Maske heruntergerissen und auch seine wissenschaftliche Fragwürdigkeit offengelegt.
Der fragwürdige, ja gefährliche Dilettantismus, mit dem in Deutschland Energiepolitik betrieben wird, zeigen neben der sog. Energiewende auch einige in den KN vom 17.01.2026 dargestellten Projektbeispiele:
Erlanger Wasserstoff-Pionier Hydrogenious streicht Stellen: Wasserstoff gilt als wichtige Zukunftstechnologie. Doch nun ist der Erlanger Wasserstoff-Pionier Hydrogenious in Schieflage geraten und muss Stellen abbauen. Die Wirtschaftsweise Grimm sieht ein gesamtdeutsches Problem bei der Wasserstoffwirtschaft.
BZ Berlin: Kein Wasserstoff: Busse stehen rum, weil es keine Tanke gibtPotsdam/Cottbus – Brandenburgs Großstädte schaffen die Umstellung ihrer Öffis auf moderne Antriebe nicht. Potsdam wartet vergeblich auf die bestellten Elektro-Busse. Der Cottbuser Wasserstoff-Flotte fehlt eine Tankstelle. Dicht an dicht stehen 46 neue Wasserstoff-Busse auf dem Betriebshof von „Cottbusverkehr“. 650.000 Euro hat jedes einzelne Fahrzeug gekostet, gefördert mit viel Steuergeld. Doch fahren können die Busse nicht – es fehlt der Wasserstoff.
Der Gasnetzbetreiber Gascade hat hunderte Millionen Euro investiert, um eine rund 400km lange frühere Erdgasleitung umzurüsten und mit Wasserstoff zu befüllen. Die Leitung liegt aber still, denn noch fehlen die Kunden, weil Wasserstoff zu teuer und heute nicht wettbewerbsfähig ist. Die seit Feber 2024 im Aufsichtsrat von Siemens Energy sitzende Frau Prof. Dr. Grimm, die jetzt Expertin für Wasserstoffwirtschaft ist, stellte fest, dass die Wasserstoffwirtschaft in Deutschland massiven Nachholbedarf hat. Laut Bundesnetzagentur sollen in 7 Jahren 9040 km Leitungen für Wasserstoff in Deutschland stehen und das sogenannte Wasserstoffkernnetz 18,9 Mrd. Euro kosten.
Wie auch bei anderen Bereichen wird aus politischen Gründen auf bewährte kostengünstige Lösungen verzichtet und blind vorgegangen. Nord Stream 1 & 2 waren ja wirtschaftlich gerechtfertigt und technisch in der Lage Deutschland ausreichend mit Erdgas zu versorgen.
Nach dem unsinnigen Ausstieg aus der Kernenergie und der Hinwendung zur fluktuierenden Energie-Versorgung aus Wind und Sonne, für welche Back Up Gas-Kraftwerke benötigt werden und dafür Nord Stream 1&2 gebaut worden waren, wird aus politischen Gründen auf Erdgas verzichtet und mit Wasserstoff eine weitere unerprobte, schlecht vorbereitete und wirtschaftlich derzeit nicht gerechtfertigte Lösung der Bevölkerung aufgezwungen.
Eine weitere unverständliche Maßnahme konnte ich am 20.Jänner in den KN lesen: Reiche scheitert: EU genehmigt nur 12 Gigawatt bei Gaskraftwerken.
Deutschland darf 12 Gigawatt an neuen Gaskraftwerken bauen, um die Abschaltung der Kohlekraftwerke zu kompensieren. Die Bundesregierung bekommt von Brüssel die Erlaubnis, bis 2031 zwölf Gigawatt an neuen Gaskraftkapazitäten zu bauen.
Das ist für mich ähnlich, als wenn eine Instanz, die keinerlei wirtschaftliche Verantwortung trägt, einem Unternehmen vorschreibt, welche Investitionen es vorzunehmen hat.
Wird die EU die Schäden welche eine Störung – Blackout u.ä. – verursachen könnte dann tragen oder die hohen Strompreise übernehmen? Auf die Fragwürdigkeit der energiepolitischen Handlungen der EU-Bürokraten habe ich schon vor Jahren beim Beispiel der EU-Klimaneutralität hingewiesen (vgl. mein Schreiben an Frau Prof. Dr. Grimm vom 21.Sept. 2023) und die Wirkungslosigkeit betont, weil die weltgrößten CO2-Emittenten USA, China, Russland und Indien an keinen Klima-Konferenzen teilnehmen und keine Abkommen unterzeichneten. Vgl. dazu auch meine LB vom 2.April, 26.April, 26.August und 3.Dezember 2025.
Anstatt jedoch an die eigene Bevölkerung zu denken und dies zur Grundlage der Regierungs-Politik zu machen, wurden von den bisherigen deutschen Regierungen auch die unsinnigsten EU-Vorhaben übernommen, ohne Rücksicht auf wahrscheinliche Nachteile für die eigene Bevölkerung.
Dazu passt auch die Feststellung von Dieter Nuhr (vgl. KN vom 25. 12.2022): „Wenn die Realität sich nicht an die Ideologie hält, dann ist die Realität falsch“
Wenn Herr Prof. Dr. Vahrenholt mit Bezug auf die rechtliche Verankerung der Klimaneutralität feststellte „Der Wahnsinn hat Verfassungsrang“, so darf ich unter Bezug auf die deutsche Energiepolitik und in Fortsetzung meines LB vom 3.Dezember 2025 „Der Irrsinn der deutschen Energiepolitik“ heute feststellen:
„Der Irrsinn hat das ganze Land erfasst“.
Abschließend darf ich ehrlich hoffen, dass Energie Investitionen von zukünftigen, verantwortungsbewussten Regierungen für die „Neu-Orientierung des Landes mit Schwerpunkt Kernenergie“ verwendet werden.
Preisgünstige, verlässliche Stromerzeugung ist doch die wesentlichste Voraussetzung für ein Industrieland, sowie für E-Mobilität und autonomes Fahren, für neue Heizungssysteme, egal ob Elektroheizung oder Wärmepumpe und für vielfältige Anwendungen von KI.
Mit besten Grüßen und ehrlichen Hoffnungen
Dr. Gerhard Reinmüller
Quito & Baden
Anhang 1) Gastbeitrag von Alexander Schatten bei Axel Bojanowski:
Das überraschende Geheimnis hinter dem Niedergang der deutschen Industrie
Darin wird vorgestellt und klar ausgedrückt, dass jede funktionierende technische Infrastruktur – sei es das Stromnetz, die Eisenbahn oder die Wasserversorgung – das Ergebnis eines jahrzehntelangen evolutionären Prozesses ist. Was einmal als spielerische Innovation begann, wurde ernst, wenn es von der Gesellschaft angenommen und als nützlich erachtet wird. Dann skaliert es und wird schließlich zur kritischen Infrastruktur, die nicht nur ein ganzes Land trägt, sondern auch die Basis neuer Innovationen bildet. Digitalisierung baut auf funktionierender Stromversorgung auf, ebenso Krisenschutz, Mobilität und Kommunikation. Fällt eine dieser Säulen aus, kollabiert auch der Rest des Gebäudes. Die Energieversorgung einer Nation ist ein geradezu fundamentales Beispiel für solche lange und evolutionär gewachsene Infrastruktur. Ein wesentlicher Aspekt solcher Entwicklung wird aber gerne übersehen: Auf diesem langen Weg wird enorm viel Expertise aufgebaut: nicht nur theoretisches Wissen, sondern vor allem praktisches, oft stilles (tacit) Wissen darüber, wie man ein derart komplexes System zuverlässig betreibt, wartet, repariert und behutsam weiterentwickelt. Wer versucht, ein solches gewachsenes System kurzfristig und radikal durch ein völlig anderes ersetzen zu wollen, begibt sich auf extrem riskantes Terrain.