Das Deutschland Wetter im Dezember 2025 und das komplette Jahr

Von Frank Bosse

Der DWD hat die Daten veröffentlicht hier und hier.

Zunächst die Betrachtungen (jeweils für die letzten 100 Jahre) für den Dezember:

Vermerkt sind jeweils Messwerte und ein 30-jähriger Tiefpass (Loess), so ähnlich macht es auch der DWD. Er stellt fest für die Temperaturen:

„Im Vergleich zur aktuellen und wärmeren Periode 1991 bis 2020 (1,8 °C) betrug die Abweichung 1,3 Grad.“

Das ist zutreffend nur was bedeutet es? Besonders warm war es nicht, in 17 der letzten 100 Dezembermonate war es wärmer, davon 6 auch vor 1980. Das ist etwa der Zeitpunkt, an dem auch in Deutschland sich der Klimawandel manifestierte, es wurde geglättet um ca. 2°C wärmer seitdem. Erst in dieser Kurve sieht man es deutlich.

Bei den Niederschlägen ist da völlige Fehlanzeige, es geht in dieser Kurve ein wenig auf und ab, die einzelnen Monate sind hoch variabel. Der Dezember 2025 war in der Tat recht trocken (22 mm), nur bedeutet das offensichtlich nicht viel.

Nun zu den Daten für das gesamte Jahr 2025:

Es ist ein ähnliches Bild wie beim Monat Dezember: Bei weitem nicht besonders warm, in 7 Jahren war es noch wärmer ab 2010. Die Entwicklung sieht man allerdings klar: Nach 1980 wurden die Jahre auch im Deutschlandmittel um 2°C wärmer.

Beim Niederschlag ist nichts dergleichen zu vermelden. Der DWD hält es für angemessen, dazu auszuführen:

Gegenüber der Referenzperiode 1961-1990 (789 l/m²) entsprach dies einer Abweichung von -17 Prozent. Im Vergleich zur Periode 1991-2020 (791 l/m²) war es ebenfalls mit -17 Prozent deutlich zu trocken.“

Was heißt „deutlich zu trocken“? In der Statistik ist es üblich, diese Zuschreibung mit dem Mittelwert (hier 1991-2020) und der zugehörigen Standardabweichung („Sigma“) zu untersetzen. Beträgt diese Abweichung mehr als die doppelte Standardabweichung (zu 95% sicher), so könnte man zu dem Schluss kommen: “Deutlich zu trocken“. Das trifft für das aktuelle Jahr nicht zu (- 1,32 *Sigma), für 2018 schon, ebenso wie für 1959 (-2,3*Sigma). In 2002 sahen wir +2,3 *Sigma, es war wirklich „deutlich zu feucht“. Im Vorjahr waren es +1, 07 und in 2024 gar + 1,62 *Sigma. Das führt am Ende zu dem Nahe-Null Trend beim Jahresniederschlag, er ist sehr variabel, die normale Schwankungsbreite ist recht hoch.

Immer wieder liest man auch in offiziellen Dokumenten solche Hinweise auf „zunehmende Trockenheit in Deutschland“. Nur hält das einer Überprüfung nicht stand. Schade, weil das leider auch die Glaubwürdigkeit erschüttert.     

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