Ozonloch schrumpft 2025 auf eine der kleinsten Ausdehnungen seit Jahrzehnten

Quelle: Phys.org – https://phys.org/news/2026-09-ozone-hole-shrunk-smallest-sizes.html, World Meteorological Organization (WMO), 18. September 2026

Das Ozonloch über der Antarktis war im Jahr 2025 eines der kleinsten seit mehreren Jahrzehnten. Nach Angaben der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) belegte es den viert- oder fünftkleinsten Platz seit 1992, als die ausgeprägte Zerstörung der Ozonschicht systematisch beobachtet wurde. Damit setzte sich eine positive Entwicklung fort: Bereits 2024 war das Ozonloch vergleichsweise klein gewesen. Auch die Stärke des Ozonabbaus lag in beiden Jahren deutlich unter dem Durchschnitt des Zeitraums von 1990 bis 2010.

Die Entwicklung gilt als Beleg für die Wirksamkeit internationaler Maßnahmen zum Schutz der Ozonschicht. Insbesondere das 1987 verabschiedete Montrealer Protokoll hat wesentlich dazu beigetragen, den Ausstoß ozonzerstörender Substanzen zu verringern. Zu diesen Stoffen gehören vor allem Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW), die früher in großem Umfang unter anderem als Kältemittel in Kühlschränken und Klimaanlagen sowie bei der Herstellung von Schaumstoffen eingesetzt wurden.

Die Ozonschicht befindet sich seit der Jahrtausendwende in einer langfristigen Erholungsphase. Nach Einschätzung der WMO könnte sie sich im Laufe der kommenden Jahrzehnte vollständig regenerieren. Die Entwicklung des Ozonlochs zeigt jedoch auch, dass die jährlichen Schwankungen weiterhin erheblich sind und die Erholung nicht gleichmäßig verläuft.

Die Ozonschicht schützt das Leben vor gefährlicher UV-Strahlung

Ozon ist ein aus drei Sauerstoffatomen bestehendes Molekül, das in der Atmosphäre eine wichtige Schutzfunktion erfüllt. Rund 90 Prozent des atmosphärischen Ozons befinden sich in der Stratosphäre, einer Atmosphärenschicht in etwa 10 bis 50 Kilometern Höhe.

Würde man das gesamte Ozon der Atmosphäre auf die Erdoberfläche bringen und gleichmäßig verteilen, entstünde eine reine Ozonschicht von lediglich etwa drei Millimetern Dicke. Trotz dieser geringen Menge absorbiert die Ozonschicht einen Großteil der schädlichen ultravioletten Strahlung der Sonne, insbesondere die UV-B-Strahlung.

Eine starke Ausdünnung der Ozonschicht führt dazu, dass mehr UV-Strahlung die Erdoberfläche erreicht. Dies erhöht unter anderem das Risiko für Hautkrebs, Augenschäden und weitere gesundheitliche Beeinträchtigungen. Auch Pflanzen, Phytoplankton und andere Organismen können durch eine erhöhte UV-Belastung geschädigt werden.

Das Ozonloch entsteht vor allem während des antarktischen Frühlings. In den besonders kalten Wintermonaten bilden sich über der Antarktis spezielle polare Stratosphärenwolken. Auf deren Oberflächen laufen chemische Reaktionen ab, durch die Chlorverbindungen aus FCKW in besonders reaktive Formen umgewandelt werden. Sobald im Frühling die Sonneneinstrahlung zurückkehrt, können diese Verbindungen Ozonmoleküle in großen Mengen zerstören.

Die Größe und Intensität des Ozonlochs hängen allerdings nicht ausschließlich von der Konzentration ozonzerstörender Substanzen ab. Auch die meteorologischen Bedingungen in der Stratosphäre, insbesondere die Temperaturen und die atmosphärische Zirkulation, beeinflussen den jährlichen Ozonabbau erheblich.

Das Montrealer Protokoll zeigt langfristige Wirkung

Das 1987 verabschiedete Montrealer Protokoll gilt als eines der bedeutendsten internationalen Umweltabkommen. Es verpflichtete die Unterzeichnerstaaten dazu, die Produktion und Verwendung zahlreicher ozonzerstörender Substanzen schrittweise einzustellen. Die Maßnahmen haben zu einem deutlichen Rückgang der Konzentrationen dieser Stoffe in der Atmosphäre geführt. Messungen über die vergangenen vier Jahrzehnte bestätigen, dass die Mengen vieler regulierter ozonzerstörender Chemikalien erheblich gesunken sind.

Da einige dieser Substanzen eine sehr lange atmosphärische Lebensdauer besitzen, reagieren die Konzentrationen in der Stratosphäre allerdings nur langsam auf die reduzierten Emissionen. Die Ozonschicht benötigt deshalb mehrere Jahrzehnte, um sich von den Folgen der früheren Belastung zu erholen. Die WMO geht davon aus, dass sich die Ozonschicht bei anhaltender Umsetzung des Montrealer Protokolls innerhalb der kommenden Jahrzehnte weitgehend regenerieren kann. Die Erholung wird jedoch regional unterschiedlich verlaufen und hängt auch von den klimatischen Bedingungen ab. Die WMO-Generalsekretärin Celeste Saulo bezeichnete die Entwicklung als einen Erfolg internationaler Umweltpolitik. Seit dem Jahr 2000 sei eine Erholung der Ozonschicht zu beobachten, und innerhalb mehrerer Jahrzehnte könne eine vollständige Regeneration erreicht werden.

Jährliche Schwankungen beeinflussen die Größe des Ozonlochs

Obwohl die langfristige Entwicklung positiv ist, schwankt die Ausdehnung des Ozonlochs von Jahr zu Jahr. Diese Unterschiede werden wesentlich durch die atmosphärische Zirkulation und die meteorologischen Bedingungen über der Antarktis beeinflusst. Ein besonders wichtiger Faktor ist der sogenannte Polarwirbel. Dabei handelt es sich um ein großräumiges System starker Westwinde, das sich während des antarktischen Winters um den Südpol bildet. Es hält die kalte Luft über der Antarktis weitgehend isoliert.

Ist der Polarwirbel besonders stabil und sind die Temperaturen in der Stratosphäre sehr niedrig, können sich vermehrt polare Stratosphärenwolken bilden. Dies begünstigt die chemischen Prozesse, die zum Ozonabbau führen. Ein starker und langlebiger Polarwirbel kann deshalb die Entstehung eines besonders großen und lang anhaltenden Ozonlochs begünstigen. Verändern sich dagegen die atmosphärischen Strömungen, kann wärmere Luft in die Stratosphäre über der Antarktis gelangen. Die höheren Temperaturen begrenzen die Bildung polarer Stratosphärenwolken und können den Ozonabbau deutlich reduzieren. Die vergleichsweise geringe Ausdehnung des Ozonlochs im Jahr 2025 ist daher nicht allein auf den Rückgang ozonzerstörender Chemikalien zurückzuführen. Auch die jeweiligen atmosphärischen Bedingungen haben einen Einfluss auf das jährliche Ausmaß der Ozonzerstörung.

Auch auf der Nordhalbkugel gibt es regionale Veränderungen

Während sich das Ozonloch über der Antarktis langfristig verkleinert, zeigen die Messungen auf der Nordhalbkugel ein differenzierteres Bild. Im Jahr 2025 lagen die Gesamtozonwerte in einer ausgedehnten Region der Nordhalbkugel unter dem Durchschnitt. Das betraf Gebiete von Grönland und Europa über Zentralasien bis nach Nordjapan und zur russischen Halbinsel Kamtschatka.

Solche Abweichungen sind Ausdruck der natürlichen Schwankungen der atmosphärischen Zirkulation und der damit verbundenen Verteilung des Ozons. Sie stehen nicht zwangsläufig im Widerspruch zum langfristigen Erholungstrend der Ozonschicht. Während über der Antarktis jedes Jahr ein ausgeprägter saisonaler Ozonabbau auftritt, kommt es auf der Nordhalbkugel nur in größeren zeitlichen Abständen zu vergleichbaren Ereignissen. Die Unterschiede hängen unter anderem mit den jeweiligen Temperaturen und der Stabilität der polaren Wirbel zusammen. Die WMO betont deshalb die Bedeutung kontinuierlicher Messungen, um kurzfristige atmosphärische Schwankungen von langfristigen Veränderungen der Ozonschicht unterscheiden zu können.

Zunehmende UV-Strahlung trotz Erholung der Ozonschicht

Trotz der positiven Entwicklung der Ozonschicht weisen die Messungen auf einen anderen Trend hin: In den vergangenen Jahrzehnten hat die Zahl der Tage mit hohen UV-Indexwerten in verschiedenen Regionen zugenommen. Seit Mitte der 1990er-Jahre wurde in einigen Teilen Europas ein Anstieg der UV-Strahlung um bis zu 20 Prozent festgestellt. Nach den bodengestützten Messungen ist diese Entwicklung hauptsächlich auf eine Abnahme der Bewölkung und eine damit verbundene Zunahme der jährlichen Sonnenscheindauer zurückzuführen.

Die zunehmende UV-Strahlung ist deshalb nicht automatisch ein Zeichen für eine erneute Verschlechterung der Ozonschicht. Auch Veränderungen der Bewölkung, der atmosphärischen Aerosole und der Sonneneinstrahlung können die Menge der UV-Strahlung beeinflussen, die den Erdboden erreicht. Eine erhöhte UV-Belastung kann das Risiko für Hautkrebs und andere UV-bedingte Erkrankungen steigern. Die WMO hebt deshalb hervor, dass auch bei einer langfristigen Erholung der Ozonschicht gezielte Maßnahmen zum UV-Schutz weiterhin erforderlich sind. Der UV-Index dient dabei als internationaler Standard zur Einschätzung der sonnenbedingten UV-Belastung und unterstützt die Bevölkerung bei der Beurteilung des persönlichen Schutzbedarfs.

Das Kigali-Abkommen erweitert den internationalen Klimaschutz

Im Zusammenhang mit dem Montrealer Protokoll verweist die WMO auch auf das 2016 beschlossene Kigali-Abkommen. Dieses erweitert die internationalen Maßnahmen auf teilfluorierte Kohlenwasserstoffe (HFKW), die als Ersatzstoffe für viele ozonzerstörende Chemikalien eingeführt wurden.

HFKW greifen die Ozonschicht zwar nicht an, besitzen jedoch teilweise ein sehr hohes Treibhauspotenzial. Einige dieser Stoffe können über einen bestimmten Zeitraum betrachtet mehrere Tausend Mal stärker zur Erwärmung der Atmosphäre beitragen als die gleiche Menge Kohlendioxid.

HFKW werden unter anderem in Kühlschränken, Klimaanlagen, Isolierschäumen sowie in bestimmten medizinischen und industriellen Anwendungen eingesetzt.

Das Kigali-Abkommen sieht deshalb eine schrittweise Verringerung ihrer Verwendung vor. Damit wird das ursprüngliche Ziel des Montrealer Protokolls, die Ozonschicht zu schützen, um einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz ergänzt.

Die WMO weist darauf hin, dass die Reduzierung dieser Treibhausgase einen zusätzlichen Nutzen für das globale Klima haben kann, ohne dass damit ein direkter Effekt auf den Ozonabbau verbunden ist.

Kontinuierliche Messungen bleiben unverzichtbar

Für die zuverlässige Überwachung der Ozonschicht ist ein weltweites Netz von Messstationen erforderlich. Die WMO betreibt im Rahmen ihres Programms Global Atmosphere Watch ein internationales Beobachtungsnetz, das hochwertige bodengestützte Messungen der Gesamtozonmenge bereitstellt.

Traditionell kommen dabei vor allem sogenannte Dobson- und Brewer-Spektrophotometer zum Einsatz. Diese Instrumente messen die Menge des Ozons in der gesamten atmosphärischen Säule über einem bestimmten Standort.

Die Zahl der aktiven Messstationen ist allerdings rückläufig. Während Anfang der 2000er-Jahre noch etwa 130 Stationen in Betrieb waren, sind es inzwischen nur noch rund 110. Besonders problematisch ist, dass einige Stationen in Regionen geschlossen wurden, in denen ohnehin nur wenige Messdaten verfügbar sind.

Zwar werden zunehmend moderne Array-Spektrometer eingesetzt, doch konzentrieren sich diese häufig auf die Messung der Luftqualität und nicht auf die langfristige Überwachung des stratosphärischen Ozons.

Darüber hinaus gab es in der Vergangenheit unerwartete Emissionen ozonzerstörender Substanzen. Ein Beispiel ist FCKW-11, dessen nicht gemeldete Emissionen bis 2018 festgestellt wurden. Auch das Treibhausgas HFKW-23 wurde als problematische Emissionsquelle identifiziert.

Die WMO betont deshalb, dass die langfristige Erholung der Ozonschicht weiterhin eine umfassende atmosphärische Überwachung erfordert. Nur durch zuverlässige Messungen lassen sich unerwartete Emissionen frühzeitig erkennen und geeignete regulatorische Maßnahmen einleiten.

Fazit

Die vergleichsweise geringe Ausdehnung des antarktischen Ozonlochs im Jahr 2025 ist ein weiterer Hinweis auf die langfristige Erholung der Ozonschicht. Der deutliche Rückgang ozonzerstörender Chemikalien infolge des Montrealer Protokolls zeigt, dass international koordinierte Umweltmaßnahmen messbare Ergebnisse erzielen können.

Gleichzeitig verdeutlichen die jährlichen Schwankungen des Ozonlochs, dass die Entwicklung weiterhin von natürlichen meteorologischen Bedingungen beeinflusst wird. Zudem bedeutet die Erholung der Ozonschicht nicht, dass die UV-Belastung überall zurückgeht. Veränderungen der Bewölkung und der Sonnenscheindauer können regional zu einer höheren UV-Strahlung führen.

Die WMO sieht deshalb weiterhin einen erheblichen Bedarf an internationaler Zusammenarbeit, zuverlässiger atmosphärischer Überwachung und wirksamem UV-Schutz. Die langfristige Entwicklung der Ozonschicht ist ein Beispiel dafür, wie globale Umweltprobleme durch verbindliche Vereinbarungen und deren konsequente Umsetzung eingedämmt werden können.

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