Auswirkungen des Klimawandels auf Waldbrände weniger dramatisch als befürchtet

Quelle: https://phys.org/news/2026-05-worse-western-wildfires.html – Rebecca Owen, American Geophysical Union, 18. Mai 2026

Wie viel schlimmer könnten die Waldbrände im Westen werden? Neue Modellierung verändert die Prognosen

Im Westen der Vereinigten Staaten nehmen Waldbrände hinsichtlich Größe und Intensität zu. Während sich das Klima weiter erwärmt, werden extremere Waldbrände Landschaften verändern und ein wachsendes Risiko für die menschliche Gesundheit sowie für natürliche Ökosysteme im gesamten Westen darstellen. Neue Forschungsergebnisse deuten jedoch darauf hin, dass das Ausmaß der zukünftigen Zunahme möglicherweise überschätzt wurde.

Die Wissenschaftler argumentieren, dass Projektionen, die auf dem Dampfdruckdefizit (Vapor Pressure Deficit, VPD) basieren, das Waldbrandrisiko erheblich übertreiben. Stattdessen schlagen sie vor, die Bodenfeuchtigkeit als wichtigeren Indikator für die zukünftige Brandentwicklung zu verwenden. Die Untersuchung zeigt, dass viele bisherige Modelle die Auswirkungen der Erwärmung auf die verbrannte Waldfläche überschätzt haben könnten. Nach Ansicht der Forscher reagiert die Bodenfeuchtigkeit realistischer auf klimatische Veränderungen als das VPD. Dadurch ergeben sich geringere Zunahmen der künftig verbrannten Waldflächen als in vielen früheren Studien.

Die Autoren betonen jedoch, dass dies nicht bedeutet, dass Waldbrände kein ernstes Problem darstellen. Vielmehr zeigen die Ergebnisse, dass die Risiken differenzierter betrachtet werden müssen. Auch künftig werden steigende Temperaturen die Brandgefahr erhöhen. Die neue Modellierung liefert jedoch ein genaueres Bild möglicher Entwicklungen. Sie könnte daher dazu beitragen, bessere Strategien für das Waldbrandmanagement zu entwickeln.

Die Forscher hoffen, dass ihre Ergebnisse die Grundlage für realistischere Klimaanpassungsmaßnahmen schaffen. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift AGU Advances veröffentlicht. Die Autoren untersuchten insbesondere die Beziehung zwischen Erwärmung, Bodenfeuchtigkeit und verbrannter Waldfläche. Ihre Ergebnisse legen nahe, dass die zukünftigen Auswirkungen des Klimawandels auf Waldbrände zwar erheblich bleiben, aber möglicherweise weniger dramatisch ausfallen als bislang angenommen.

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NIUS:

Der verschwiegene Klimaskandal: Weltklimarat-Bericht tilgte warmes Mittelalter, damit alles passt

Es war ein Diagramm, das Weltpolitik machen sollte: Im Jahr 2001 präsentierte der Weltklimarat IPCC Politikern und Entscheidungsträgern auf der ganzen Welt eine Grafik, die nach rund 1000 Jahren vergleichsweise stabiler Temperaturen einen abrupten Temperaturanstieg im Industriezeitalter zeigen sollte. Die Darstellung brach nicht nur mit älteren Lehrbüchern, sondern auch mit früheren Darstellungen des IPCC selbst. Anfang der neunziger Jahre tauchte die mittelalterliche Wärmeperiode in Berichten des Weltklimarats noch auf.

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Quelle: https://phys.org/news/2026-05-brutal-field-insights-arctic-winter.html – Tori Pedersen, Bjerknes Centre for Climate Research, 19. Mai 2026

Forscher entdecken 1500-jährigen natürlichen Klimazyklus in Spitzbergen

Es war die härteste Feldexpedition, die die Forscher jemals unternommen hatten, doch das Ergebnis war ebenso überraschend wie spannend. Nach einer neun Kilometer langen Wanderung mit 400 Höhenmetern und schweren Rucksäcken durch äußerst felsiges Gelände verbrachte das Team mehr als 24 Stunden im Feld und kehrte mit Sedimentproben aus dem See Stuptjørna zurück. Der See machte seinem Namen alle Ehre: Das Gelände war steil und zeitweise nahezu unpassierbar. Forschungsprofessor Willem van der Bilt von der Universität Bergen und dem Bjerknes-Zentrum erinnerte sich später daran, dass die Gruppe die Schwierigkeit der Tour deutlich unterschätzt hatte. Besonders das viele Equipment und der Schlafmangel hätten die Expedition extrem belastend gemacht.

Auch Alexandra Rouillard von der Universität Umeå gehörte zum Team. Für sie war es der erste Aufenthalt auf Spitzbergen. Was als malerische Wanderung begann, entwickelte sich zu einer anspruchsvollen Expedition über steile Hänge, instabile Geröllfelder und lange Anstiege mit schwerer Ausrüstung. Hinzu kam die ständige Aufmerksamkeit gegenüber möglichen Eisbären in der Region. Rouillard berichtete, sie habe unterwegs ernsthaft ihre Lebensentscheidungen hinterfragt. Nach mehr als 24 Stunden kehrte das Team schließlich mit den Sedimentkernen und durchnässter Ausrüstung an die Küste des Wijdefjorden zurück. Die Forscher gönnten sich ein dringend benötigtes Bad und brachten anschließend Menschen und Ausrüstung zurück zum Segelboot. Kurz nachdem alle an Bord waren, entdeckten sie einen weißen Punkt am Strand, den sie gerade verlassen hatten. Dabei handelte es sich tatsächlich um einen Eisbären.

Der See war wegen seiner hohen Lage ausgewählt worden. Ziel war es, mithilfe des Sees als Klimaarchiv mehr über die Winterbedingungen der Vergangenheit und die natürlichen Mechanismen des arktischen Winterklimas zu erfahren. Nach Angaben von van der Bilt gilt: Je höher der See liegt, desto länger dauert der Winter. Die Forscher entnahmen einen Sedimentkern, der rund 7.000 Jahre Klimageschichte umfasst. Bei den Laboranalysen machten sie eine überraschende Entdeckung. Die feinen Schichten, die bereits während der Feldarbeiten aufgefallen waren, bestanden aus Mineralen, die sich nur unter sehr speziellen Bedingungen bilden. Diese Minerale entstehen, wenn im Wasser kaum noch Sauerstoff vorhanden ist. Je länger ein See von Eis bedeckt bleibt, desto geringer wird der Sauerstoffgehalt im Wasser. Dadurch lassen sich Rückschlüsse auf die Winterbedingungen ziehen.

Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Geophysical Research Letters veröffentlicht. Die Wissenschaftler kombinierten dabei klassische Labormethoden mit modernen Scanverfahren. Unter anderem kamen medizinische CT-Scanner zum Einsatz, um die oft unsichtbaren Mineralkonkretionen zu identifizieren. Mikroskopische Analysen bestätigten anschließend deren chemische Zusammensetzung. Zusätzlich nutzte das Team hyperspektrale Bildgebung. Mit dieser Methode lassen sich charakteristische sichtbare und unsichtbare Lichtspektren bestimmter Materialien erkennen.

Die Forscher identifizierten so Pigmente von Bakterien, die in Zeiten geringer Sauerstoffkonzentrationen im See lebten. Die Untersuchung ergab, dass die Schwankungen des Winterklimas einem bekannten 1.500-jährigen Klimazyklus folgen. Van der Bilt bezeichnete diesen Zyklus als den Herzschlag des natürlichen Klimas in der Region. Gleichzeitig sei dies die erste Studie, die einen Einfluss dieses Zyklus auf das Winterklima an Land nachweist. Je nach Phase dieses natürlichen Zyklus könnten die Auswirkungen der menschengemachten Erwärmung künftig entweder verstärkt oder etwas abgeschwächt werden. Eine weitere wichtige Erkenntnis betrifft Vulkanausbrüche. Nahezu jeder extreme Winter in den Sedimentdaten trat nach mehreren zeitlich eng aufeinanderfolgenden Vulkanausbrüchen auf. Solche Ausbrüche bringen große Mengen von Partikeln und Gasen in die Atmosphäre ein, die das Sonnenlicht über Jahre oder sogar Jahrzehnte teilweise abschirmen können. Die Forscher stellten fest, dass diese extrem kalten Vulkanwinter während der vergangenen 8.000 Jahre sowohl in warmen als auch in kalten Klimaperioden auftraten. Daraus schließen sie, dass außergewöhnlich kalte Vulkanwinter auch in einer künftig wärmeren Arktis weiterhin möglich sind.

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Hierzu auch diese Buchempfehlung (Fred Singer, Dennis Avery, 2007):

Unstoppable Global Warming: Every 1,500 Years

Singer and Avery present-in popular language supported by in-depth scientific evidence-the compelling concept that global temperatures have been rising mostly or entirely because of a natural cycle. Using historic data from two millennia of recorded history combined with the natural physical records found in ice cores, seabed sediment, cave stalagmites, and tree rings, Unstoppable Global Warming argues that the 1,500 year solar-driven cycle that has always controlled the earth’s climate remains the driving force in the current warming trend.

Trillions of dollars spent on reducing fossil fuel use would have no effect on today’s rising temperatures. The public policy key, Singer and Avery propose, is adaptation, not fruitless attempts at prevention. Further, they offer convincing evidence that civilization’s most successful eras have coincided with the cycle’s warmest peaks. With the added benefit of modern technology, humanity can not only survive global climate change, but thrive.

Der neueste wissenschaftliche Stand zum Thema klimatische Millenniums-Klimazyklen wurde auch von Vahrenholt und Lüning 2020 in ihrem Buch Unerwünschte Wahrheiten in Kapitel I (4) auf 5 Seiten zusammengefasst.

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