Quelle: https://phys.org/news/2026-01-balkan-wild-rivers-steady-decline.html – Autor: Andrew Zinin (Hrsg.) / AFP – Veröffentlichungsdatum: 21. Januar 2026
Tausende Kilometer balkanischer Flüsse sind in den vergangenen Jahren geschädigt worden. Das zeigt eine am Mittwoch veröffentlichte Studie. Hauptursachen seien der Ausbau der Wasserkraft, Staudämme und die Entnahme von Sedimenten, die zusammen zu einer „stetigen Erosion“ einiger der letzten weitgehend unberührten Flusssysteme Europas führen.
Weiterlesen (auf englisch): https://phys.org/news/2026-01-balkan-wild-rivers-steady-decline.html
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IEA-Chef Birol nennt den deutschen Atomausstieg „historischen Fehler“
Fatih Birol hält Deutschlands Doppelstrategie für riskant, denn das Land steigt aus Kohle und Kernenergie aus, will aber Industriestandort bleiben. Der Chef der Internationalen Energieagentur spricht von einem „historischen Fehler“. Gleichzeitig setzt er auf einen Kurswechsel unter Kanzler Friedrich Merz, weil Merz den Atomausstieg als „schweren strategischen Fehler“ bezeichnet hat. Birol sagt dazu: „Ich habe mich sehr gefreut, diese Worte vom Kanzler zu hören“ (welt: 05.02.26).
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Dänemark prüft Mini-Atomreaktoren – Atomkraftverbot von 1985 wackelt erstmals offiziell
Dänemark nimmt Mini-Atomreaktoren erstmals offiziell in eine staatliche Prüfung auf und stellt damit das seit 1985 geltende Atomkraftverbot zur Disposition. Die Regierung will mit dem Kurswechsel die langfristige Energieversorgung stabiler machen und sie setzt dafür auf einen neuen Bewertungsrahmen. Eine Entscheidung über den Bau fällt damit noch nicht, aber der Prozess startet (ntv: 22.01.26).
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Fehlschlüsse der Atomkraftgegner – wie falsche Prämissen die öffentliche Meinung beeinflussen
In Deutschland und Europa wirken energiepolitische Entscheidungen bis heute nach, weil Regierungen Kernkraftwerke stillgelegt oder Neubauten verworfen haben, obwohl der Strombedarf durch Industrie, Elektromobilität und Wärmeanwendungen steigt. Maßgeblich waren dabei oft Fehlschlüsse über angeblich unbezahlbare Kosten, dauerhaft ungelöste Endlagerfragen und Sicherheitsrisiken, die Atomkraftgegner ohne klare Trennung zwischen alten Unfällen und heutiger Technik vorgetragen haben. Der entscheidende Risikofaktor liegt deshalb in Beschlüssen, die gesicherte Leistung aus dem System nehmen, während Wind und Sonne nicht jederzeit verlässlich einspeisen. Die Folgen sind höhere Systemkosten, wachsender Bedarf an Reservekapazitäten und steigende Importabhängigkeit. In Deutschland wurde Kernenergie 2023 vollständig beendet, während der Bedarf an stabiler Stromerzeugung bestehen bleibt.
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Fernwärme aus Mini-Reaktoren – Start-up nutzt Spielraum im deutschen Atomgesetz
In Deutschland treibt die Fermi Deutsche Industriekraft GmbH seit März 2026 gemeinsam mit dem finnischen Entwickler Steady Energy ein Vorhaben voran, das die Debatte über Kernkraft neu belebt. Anlass ist eine Besonderheit im Atomgesetz, den darin ist ausdrücklich nur die gewerbliche Stromerzeugung aus Kernspaltung verboten, die reine Wärmeproduktion wird jedoch nicht explizit genannt. Das Konsortium will deshalb kleine Reaktoren für Fernwärme und Industrieanlagen nach Deutschland bringen. Als größtes Risiko gelten nicht Technik oder Wirtschaftlichkeit allein, sondern vor allem Genehmigungen, politischer Widerstand und langwierige Verfahren. Zugleich locken die Initiatoren mit deutlich niedrigeren Wärmekosten und stellen einen ersten Einsatz noch in diesem Jahrzehnt in Aussicht (epochtimes: 25.03.36).
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Französische Atomkraftwerke zur Stützung des deutschen Stromnetzes immer wichtiger
Französische Atomkraftwerke haben 2025 weiter an Gewicht für die Stabilität des deutschen Stromnetzes gewonnen. Kernenergie stellte erneut den größten Anteil an den deutschen Stromimporten. Die Übertragungsnetzbetreiber setzten sie gezielt für den sogenannten Crossborder-Redispatch ein. Auslöser waren starke Schwankungen bei Wind- und Solarstrom, die zeitweise Überlastungen oder Engpässe im Netz verursachten. Nach Angaben der Bundesnetzagentur lag das Volumen der Redispatch-Maßnahmen mit ausländischen Kernkraftwerken von Januar bis September 2025 bei rund 77 Gigawattstunden. Im gleichen Vorjahreszeitraum waren es etwa 69 Gigawattstunden. Das entspricht einem Anstieg um rund 11,6 Prozent. Die Kosten dieser Eingriffe entstehen aus Gründen der Systemsicherheit und landen deshalb über die Netzentgelte bei Haushalten und Unternehmen in Deutschland (welt: 21.03.26).
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Deep Fission startet 2 Kilometer tiefe Bohrung für unterirdischen SMR in Kansas
In Parsons im US-Bundesstaat Kansas hat das Startup Deep Fission eine erste Tiefenbohrung für ein unterirdisches Mini-Atomkraftwerk begonnen. Die Bohrung soll bis auf 6.000 Fuß reichen, also knapp zwei Kilometer tief, und gehört zu einem Projekt mit insgesamt drei Erkundungsbohrungen. Auslöser ist der Plan, einen Small Modular Reactor (SMR) tief im Erdreich zu betreiben, weil dort Strahlung besser abgeschirmt und der Reaktor kompakter ausgelegt werden könnte. Entscheidend bleibt jedoch, ob der Untergrund geologisch stabil genug ist und wie sich Grundwasser, Temperatur und Druck in dieser Tiefe verhalten. Genau davon hängt die technische Machbarkeit ab. Zugleich bleiben große Risiken offen, weil Betrieb, Kritikalität und spätere Entnahme spaltbarer Materialien aus der Tiefe ferngesteuert erfolgen müssten (golem: 13.03.26).