Quelle: https://phys.org/news/2026-02-north-sea-sandstone-carbon-dioxide.html, veröffentlicht am 2. Februar 2026
Sandstein unter der Nordsee könnte zur Speicherung von Kohlendioxid genutzt werden
Sandstein unter der Nordsee könnte zur Speicherung von Kohlendioxid genutzt werden, wie eine Studie nahelegt. Ein Bericht des British Geological Survey (BGS) zeigt, wie Sandstein unter der Nordsee die Pläne des Vereinigten Königreichs für CO₂-Abscheidung und -Speicherung unterstützen könnte. CO₂-Abscheidung und -Speicherung umfasst eine Reihe von Technologien, die darauf abzielen, Emissionen aus großen Industriequellen deutlich zu reduzieren. Dazu zählen beispielsweise Stahlwerke, Zementfabriken und Wärmekraftwerke. Das Verfahren funktioniert, indem Kohlendioxid direkt an der Quelle abgeschieden wird. Anschließend wird es transportiert und in geeignete Gesteinsformationen injiziert. Diese liegen tief unter der Erdoberfläche. Typischerweise befinden sich solche Formationen in Tiefen von mehr als 800 Metern.
Geologen des BGS arbeiten daran, die Geologie unter dem zentralen Teil der Nordsee besser zu verstehen. Dabei untersuchen sie insbesondere die Eignung für die Speicherung von Kohlendioxid aus großen Industriequellen. Die Eigenschaften des Sandsteins spielen dabei eine zentrale Rolle. Porosität und Durchlässigkeit bestimmen, wie viel CO₂ aufgenommen werden kann. Auch die Stabilität der darüberliegenden Deckschichten ist entscheidend. Diese verhindern, dass das Gas wieder entweicht. Die Studie zeigt, dass große Speicherkapazitäten vorhanden sein könnten. Dies könnte helfen, die Klimaziele des Vereinigten Königreichs zu erreichen. Besonders wichtig ist dies für schwer zu dekarbonisierende Industrien. Die Nordsee bietet dabei einen geografischen Vorteil. Viele Industriezentren liegen relativ nahe an möglichen Speicherstätten. Dies reduziert Transportkosten und Infrastrukturbedarf.
Frühere Öl- und Gasfelder könnten ebenfalls genutzt werden. Sie verfügen bereits über umfangreiche geologische Daten. Auch bestehende Infrastruktur könnte teilweise weiterverwendet werden. Dennoch sind weitere Untersuchungen notwendig. Insbesondere müssen langfristige Sicherheit und Dichtigkeit gewährleistet werden. Die Überwachung gespeicherten CO₂ ist ein weiterer wichtiger Aspekt. Hierzu werden verschiedene Mess- und Modellierungsverfahren entwickelt. Ziel ist es, mögliche Leckagen frühzeitig zu erkennen. Die Forschung ist Teil umfassender Bemühungen zur Reduktion von Treibhausgasen. Dabei gilt CCS als ein wichtiger Baustein im Klimaschutz.
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Quelle: https://phys.org/news/2026-02-weathering-reliable-climate.html, Autor: Katrin Schiedung, veröffentlicht am 1. März 2026
Verbesserte Gesteinsverwitterung ist noch keine verlässliche Klimaschutzmaßnahme, sagen Forscher
Verbesserte Gesteinsverwitterung ist noch keine verlässliche Klimaschutzmaßnahme, sagen Forscher. Viele Länder werden Klimaneutralität nicht allein durch Emissionsreduktionen erreichen. Zusätzliche Kohlenstoffsenken sind notwendig, um unvermeidbare Emissionen auszugleichen. Wissenschaftler diskutieren technische Lösungen wie das Ausbringen von silikatischem Gesteinsmehl auf Ackerflächen. Dieser Prozess wird als verbesserte Gesteinsverwitterung bezeichnet. Dabei kann Kohlendioxid aus der Atmosphäre gebunden werden. Der Prozess basiert auf natürlichen geochemischen Vorgängen. Atmosphärisches CO₂ bildet Kohlensäure. Diese greift silikatische Mineralien an. Dabei werden Elemente wie Kalzium, Magnesium und Natrium freigesetzt. Das Kohlendioxid wird in Verwitterungsprodukte umgewandelt. Diese gelangen über Flüsse und Bäche in die Ozeane. Dort bilden sie stabile Karbonate. So wird das CO₂ langfristig im Meer gebunden.
Der Mechanismus entspricht der natürlichen Gesteinsverwitterung. Allerdings läuft dieser Prozess normalerweise über geologische Zeiträume ab. Durch das Zerkleinern des Gesteins wird die Reaktion beschleunigt. Dennoch gibt es erhebliche Unsicherheiten. Es ist unklar, ob ausreichend geeignetes Gestein verfügbar ist. Gesteine mit hoher CO₂-Bindungskapazität enthalten oft giftige Elemente. Dazu zählen Nickel und Chrom. Gleichzeitig wird derzeit zu wenig geeignetes Gesteinsmehl produziert. Ein massiver Ausbau des Bergbaus wäre notwendig. Dies hätte erhebliche Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft. Auch der Einsatz in der Landwirtschaft wirft Fragen auf. Für wirksame Effekte müssten große Mengen ausgebracht werden. Schätzungen liegen bei 40 bis 100 Tonnen pro Hektar. Dies liegt deutlich über heutigen landwirtschaftlichen Anwendungen. Die Auswirkungen solcher Mengen sind kaum erforscht. Es bestehen Risiken für Böden, Pflanzen und Gewässer. Zudem ist unklar, wie stabil das gebundene CO₂ tatsächlich ist. Auch mögliche Rückfreisetzungen sind nicht ausreichend verstanden. Daher lässt sich derzeit nicht genau bestimmen, wie viel CO₂ tatsächlich gespeichert wird. Diese Unsicherheiten sprechen gegen einen großflächigen Einsatz.
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