Ein Mensch und seine Energiewende

Ein Mensch, der glaubt an Wind und Licht, hält Zahlen hoch – versteht sie nicht.
Ein paar Prozent sind ihm genug,
der Strom für lau – doch Lug und Trug.
Der Rest entschwindet ihm ganz leis’,
erzählt uns was – von Kugel Eis.

Er spricht: „Der Strom wird billig sein!“ und rechnet sich die Zukunft fein.
Doch was er leis’ beiseite schiebt,
was Wärme und Verkehr ergibt.

Mal weht der Wind, mal bleibt er stehn,
mal ist die Sonne kaum zu sehn.
Mal gibt es Strom im Überfluss,
dann bleibt er weg – nun Überdruss!
Die Leitung ist schon fast verstopft,
und dieser auf den Ausbau hofft.

Dann wieder herrscht, man ahnt es schon, die große Flaute – ohne Lohn.
Da hilft kein Mittel, noch so klug,
auch nicht des Netzes Ausbauwut.

„Man speichert’s halt!“ – spricht er sodann, als wär’s ganz leicht und nebenan.
„Die Speicher ham’ wir noch und nöcher!“ – ruft Kempfert froh aus ihrem Köcher.
Doch merkt man bald, bei Licht besehen:
So einfach wird’s wohl nie geschehen.
Die Kosten steigen eklatant,
die Wende läuft schon vor die Wand.

Und drum erkennt, wer ehrlich misst,
dass Wunsch nicht ganz die Wahrheit ist.
Der Mensch bleibt stehn, kratzt sich ganz sacht – und hat sich’s einfacher gedacht.

(Michael L., frei nach Eugen Roth)

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