Schweizer Energiekonzern kann sich Bau von neuen Kernkraftwerken vorstellen

In der Schweiz wird die Option neuer Kernkraftwerke immer wahrscheinlicher. Nachdem sich letztes Jahr schon die Regierung dafür ausgesprochen, das gesetzliche Verbot für den Bau neuer KKW zu streichen, vollzieht nun auch die Axpo einen Richtungswechsel: Der grösse Energiekonzern des Landes bezeichnet neue Kernkraftwerke wieder als mögliche Option, sofern der Staat das finanzielle Risiko trägt. Noch bis vor kurzem hat das Stromunternehmen nichts mehr wissen wollen von neuen Atomkraftwerken.

Alex Reichmuth hat für den Nebelspalter alles Wissenswerte zu diesem Strategiewechsel festegehalten: https://www.nebelspalter.ch/themen/2026/03/die-axpo-kann-sich-neue-atomkraftwerke-vorstellen

Zudem hat Reichmuth Axpo-Chef Christoph Brand im Interview nach den Beweggründen für die neue Position gefragt: https://www.nebelspalter.ch/themen/2026/03/christoph-brand-neue-kernkraftwerke-sind-technologisch-und-finanziell-machbar

Stromversorgung
Die Axpo kann sich neue Atomkraftwerke vorstellen

Die Fakten: Die Axpo als grösster Schweizer Energiekonzern ist bereit für den Bau neuer Kernkraftwerke in der Schweiz – sofern sich das Volk klar dafür entscheidet und der Staat die finanziellen Risiken trägt. 

Warum das wichtig ist: Das ist ein Gamechanger. Bisher hiess es von der Axpo und den weiteren grossen Energieunternehmen stets, neue AKW in der Schweiz kämen nicht in Frage (siehe hier). Offenbar hat die drohende Stromlücke im Winter die Axpo dazu gebracht, ihre Haltung zu revidieren. 

Das Zitat: «Sollte sich der Souverän (…) für ein Szenario mit neuen Kernkraftwerken und umfassender Risikoübernahme durch den Staat entschliessen, steht Axo bereit, die Umsetzung dieses Szenarios nach Kräften zu unterstützen – vorausgesetzt, ihre Eigentümer stimmen zu.» (Axpo in der Medienmitteilung von heute Dienstag, siehe hier)

Energieversorgung
Christoph Brand: «Neue Kernkraftwerke sind technologisch und finanziell machbar»

Die Axpo hat am Dienstag zwei Szenarien präsentiert, wie die drohende Stromlücke im Winter gestopft werden kann (siehe hier und hier). Im ersten Szenario ist eine forcierter Ausbau von erneuerbarer Energie vorgesehen, insbesondere von Windenergie. Im zweiten Szenario schlägt die Axpo aber den Bau von zwei neuen Kernkraftwerken als Ersatz für die bestehenden Werke Gösgen und Leibstadt vor. Bis jetzt hat das Energieunternehmen neue KKW immer kategorisch ausgeschlossen. Warum dieser Wechsel? Alex Reichmuth hat mit Axpo-Chef Christoph Brand gesprochen.

Hier geht es zu den vollständigen Beiträgen: 

https://www.nebelspalter.ch/themen/2026/03/die-axpo-kann-sich-neue-atomkraftwerke-vorstellen

https://www.nebelspalter.ch/themen/2026/03/christoph-brand-neue-kernkraftwerke-sind-technologisch-und-finanziell-machbar

Den wöchentlichen Newsletter „Klima und Energie“ von Alex Reichmuth kann man hier abonnieren: https://www.nebelspalter.ch/newsletter/klima-energie

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Leserpost von Dr. Gerhard Reinmüller:

Schluss mit Freiheitsbeschränkungen

Zu den in den KN vom26.03.26 von Dr. B. Fleischmann gemachten Feststellungen über das relative Gewicht der Freiheitsbetätigung erlaube ich mir ein paar Ergänzungen einzubringen. Über die Aussagen und die Einordnung des Potsdam Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) habe ich in früheren Leserbriefen (LBn), wie z. B. am 10.02.2026 „der Irrsinn schreitet im Februar weiter fort“ und am 3.03.2026 „ Unheil an den Iden des Merz“ ausführlich geschrieben.

Zusammenfassend konnte ich dort die Frage stellen: „Wann ist die politische Kaste bereit aus dem gescheiterten „Großversuch mit ausschließlich Erneuerbarer Energie“, der in Deutschland seit Merkel versucht wird und der seit 2019 rd. 500 Mrd. Euro verschlang, endlich zu lernen?“

An klaren Warnungen fehlte es wohl nicht: „In den KlimaNachrichten vom 2. Jänner 2026 wurde auch das Geheimnis hinter dem Niedergang der deutschen Industrie behandelt [vgl. das Buch von Dr. Schatten „Hexenmeister oder Zauberlehrling?]. Was in der technischen Entwicklung normal ist, nämlich dass bei einer neuen Technologie oder einem neuen Produkt nach genauen Forschungen und Berechnungen zuerst ein Prototyp gebaut wird, um Schwachstellen zu erkennen und diese dann Schritt für Schritt auszuschalten, wurde in Deutschland sträflich vernachlässigt und stattdessen ein nur auf Modellrechnungen aufbauender Großversuch durchgeführt.

Bei diesem wurde das verlässlich funktionierende deutsche Energiesystem mit sicherer und preiswerter Stromversorgung durch die sog. Energiewende in unprofessioneller Weise ersetzt. Die in Jahrzehnten aufgebaute Infrastruktur mit ihrer Expertise, die sowohl theoretisches als auch praktisches Wissen beinhaltete, wurde einfach weggelegt und eine auf politischem Wunschdenken aufbauende Energiewende durchgepeitscht, wobei aber die grundlegendsten Entwicklungs- und Führungsanforderungen missachtet wurden.

Wie schon in meinen LB vom 21.Okt.25 und 25.Januar 26 hingewiesen, stellt die Energiewende einen gefährlichen Unsinn dar, der das Land und die Bevölkerung schädigt. Die Aussagen von Prof. Rahmstorf über die Abwärme Thermischer Kraftwerke und dem daraus für das Klima folgenden Erwärmungsproblem entbehren ebenso wie die Kipppunkte von Prof. Schellnhuber jeder seriösen fachlichen Grundlage. Die fachliche Einstufung des IPCC und des Pariser Klimaabkommens sind auch aus früheren KlimaNachrichten klar ersichtlich.

Wie schon in meinem Leserbrief vom 26.04.2025 festgestellt, wurden im Jahre 1977 auf der IIASA-Tagung in Laxenburg die sog. Erneuerbaren Energien als politische Waffe für einen Systemwechsel ausgewählt und im Jahre 1988 dann von privaten Gruppen der IPCC mit dem Ziel gegründet, CO2 als alleinigen Verursacher des Klimawandels zu betrachten und dies politisch durchzusetzen. IPCC wurde bei der UNO angesiedelt, um einen seriösen Eindruck zu erwecken. Durch den Austritt der USA aus dem IPCC (vgl. KN vom 16.01.2025) wurde dem IPCC die tarnende Maske heruntergerissen und auch seine wissenschaftliche Fragwürdigkeit offengelegt. Das Pariser Klimaabkommen wurde von Ländern mit den höchsten CO2-Emissionen, wie USA, China, Russland und Indien nicht unterzeichnet.

Bei den geplanten, gegen Deutschland gerichteten Freiheitsbeschränkungen müsste meiner Ansicht nach doch nach den rechtlichen Grundlagen eines vom „Bundesverfassungsgericht“ erlassenen Beschluss gefragt werden, denn Deutschland hat 71 Jahre nach Kriegsende noch keinen Friedensvertrag und keine darauf aufbauende Verfassung. Das „Grundgesetz“ wurde im Mai 1949 durch Billigung der westlichen Alliierten geschaffen und wahrscheinlich an Stelle von Besatzungstruppen, durch Eingliederung der BRD in die NATO ein Schutzschild geschaffen, weshalb man doch fragen könnte, ob die Bundesrepublik Deutschland jemals wirklich frei war? Durch Angliederung der DDR an die BRD gelangten nun beide Teile in den Einflussbereich westlicher Organisationen. Ob ein Grundgesetz als Grundlage für einen Verfassungsgerichtshof gelten kann, sollte wahrscheinlich von Fachleuten geprüft werden?

Über die heute vielleicht gegebene Unerwünschtheit eines starken Landes auf deutschem Boden, habe ich auch ausführlich in meinem letzten LB vom 3. März 2026 „Unheil an den Iden des Merz“ geschrieben. Bei der derzeitigen, seit Merkel verfolgten Politik in Deutschland darf man sich nicht wundern, wenn kritische Gedanken, wie die folgenden, aufkommen können: „Nachdem heute ein starkes Deutschland nicht mehr benötigt wird, wie dies zu Zeiten des Kalten Krieges und der Sowjetunion der Fall war, sollte nun doch der Morgenthau-Plan mit Zerstörung des Wirtschaftsstandortes umgesetzt werden“.  

In solch ein Schema würden genau die Grüne Energiewende und der Ausstieg aus der Kernenergie passen. Der Großversuch mit ausschließlich Erneuerbarer Energie wirkte sich sehr nachteilig und zerstörerisch auf Deutschland aus. Mit dem Ausstieg aus der Kernenergie wurde der Schritt zurück ins Mittelalter eingeleitet, denn letztere hatte eine moderne verlässliche, kostengünstige Stromversorgung dargestellt, bei welcher Deutschland zu den führenden Ländern gehörte.Die Frage, die sich viele oft stellen ist wohl:“ warum muss niemand für den angerichteten Schaden eine Verantwortung übernehmen?“  Ist Deutschland so unfrei und ferngesteuert, dass niemand zur Verantwortung gezogen werden könnte? Daher meine ich, dass bevor jemand es wagen dürfte an Freiheitsbeschränkungen der Bevölkerung zu denken, man zumindest trachten müsste im Lande Lösungen zu finden, um einen solchen Schritt zu vermeiden!.

Eine Lösungsmöglichkeit darf ich nachfolgend wieder einmal nennen:

Deutschland hatte die Möglichkeit auf Grund seiner erstklassigen Physiker die Kernkraft hochwirksam zu nutzen. Abgesehen von Kernkraftwerken die inkl. Fachpersonal nach China verschenkt wurden, gab es in Berlin am Institut für Festkörper Kernphysik das Projekt des „Dual Fluid Reaktors“ (DFR), einem Kernreaktor der vierten Generation. Dieser wäre nicht nur inhärent sicher, sondern könnte auch die abgebrannten Uranbrennstäbe von Atomkraftwerken der dritten Generation, welche heute endgelagert werden müssen, als Brennstoff verwenden und somit eine Lösung zum Abbau der Endlager bieten. Dazu erschien am 20.Sept. 2023 im BILD ein Artikel “Endlagerproblem gelöst? Deutsche Forscher bauen Atommüll Vernichter“.

In dem Artikel wurden die Leser informiert, dass von dem nach Kanada ausgewanderten DFR derzeit ein Prototyp mit 300 MW, in Rwanda/Ostafrika gebaut wird, der 2028 fertig sein soll. Der DFR wird – wie schon seit langem bekannt – eine Lösung zum Abbau der Endlagerstätten darstellen. Mit dem DFR wären daher sowohl eine günstige Stromerzeugung, als auch eine Lösung des Endlagerproblems möglich. (Details siehe meinen LB vom 15.12.2025). Als Nebeneffekt könnte auch der CO2-Anteil des Landes stark gesenkt werden. Lösungen gibt es wohl genug, dem Land fehlen nur Politiker die imstande wären diese Lösungen zum Wohle des Landes und seiner Bevölkerung umzusetzen. Mit den besten Wünschen für die Zukunft.

Dr. Gerhard Reinmüller
Quito & Baden.

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