Quelle: https://phys.org/news/2026-02-satellite-boreal-forests-shifted-north.html, Autor: Madeleine Gregory, veröffentlicht am 9. Februar 2026
Satellitenaufzeichnungen zeigen: Boreale Wälder haben sich seit 1985 nach Norden verschoben und ausgedehnt
Der boreale Wald – das größte terrestrische Biom der Erde – erwärmt sich schneller als jeder andere Waldtyp. Um die Veränderungen besser zu verstehen, analysierten Forschende den Zeitraum von 1985 bis 2020 mithilfe der bislang längsten und hochauflösendsten Satellitenzeitreihe zur Baumdeckung. Die Studie bestätigt, dass sich die borealen Wälder in den letzten vier Jahrzehnten nach Norden verschoben haben. Die Analyse zeigt, dass die Wälder sowohl an Fläche gewonnen als auch ihre Lage verändert haben. Insgesamt nahmen sie um etwa 0,844 Millionen Quadratkilometer zu, was einem Wachstum von rund 12 % entspricht. Gleichzeitig verschob sich der durchschnittliche Breitengrad der Wälder um etwa 0,29 Grad nach Norden. Die größten Zuwächse wurden in Breiten zwischen 64°N und 68°N festgestellt, wo neue Waldflächen entstanden sind. Die Untersuchung zeigt außerdem, dass junge Wälder eine wichtige Rolle als Kohlenstoffsenke spielen können. Junge boreale Wälder (bis zu 36 Jahre alt) speichern schätzungsweise zwischen 1,1 und 5,9 Petagramm Kohlenstoff. Wenn diese Wälder weiter wachsen, könnten sie zusätzlich 2,3 bis 3,8 Petagramm Kohlenstoff binden. Darüber hinaus zeigt die Studie, dass sich die Baumgrenze in vielen Regionen weiter nach Norden verschiebt. Dies steht im Zusammenhang mit steigenden Temperaturen und längeren Vegetationsperioden. In einigen südlichen Bereichen der borealen Wälder wurden jedoch auch Verluste festgestellt, die durch Trockenheit, Brände und Schädlingsbefall verursacht werden. Die Veränderungen verlaufen daher regional unterschiedlich. Insgesamt zeigt sich jedoch ein klarer Trend zur Ausdehnung in höhere Breiten. Die Ergebnisse unterstreichen die hohe Dynamik dieses Ökosystems. Gleichzeitig wird deutlich, dass boreale Wälder eine wichtige Rolle im globalen Kohlenstoffkreislauf spielen. Die zunehmende Ausbreitung könnte kurzfristig zusätzliche Kohlenstoffsenken schaffen. Langfristig hängt die Entwicklung jedoch stark von weiteren klimatischen Veränderungen ab. Die Studie liefert eine wichtige Grundlage für zukünftige Modellierungen und Klimaprognosen. Sie zeigt, wie empfindlich große Waldsysteme auf Umweltveränderungen reagieren.
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Quelle: https://phys.org/news/2026-02-global-breakdown-major-greenhouse-gas.html, Autor: nicht angegeben, veröffentlicht am 3. Februar 2026
Globale Erwärmung beschleunigt den Abbau eines wichtigen Treibhausgases
Wissenschaftler der University of California, Irvine haben herausgefunden, dass der Klimawandel den Abbau von Lachgas (N₂O) in der Atmosphäre beschleunigt. Dieses Gas ist ein starkes Treibhausgas und trägt auch zum Ozonabbau bei. Die Ergebnisse zeigen, dass dadurch zusätzliche Unsicherheiten in Klimaprognosen für das 21. Jahrhundert entstehen. Bislang konzentrierte sich die Forschung vor allem auf Emissionen, während Veränderungen im Abbauprozess weniger beachtet wurden. Die Studie zeigt nun, dass sich der Lebenszyklus von Lachgas in der Atmosphäre verändert. Insbesondere wird das Gas in der Stratosphäre schneller zerstört als bisher angenommen. Dieser Effekt stellt einen wichtigen, bislang unterschätzten Rückkopplungsmechanismus im Klimasystem dar. Die Forscher betonen, dass dieser Prozess künftig in Klimamodellen berücksichtigt werden muss. Messungen deuten darauf hin, dass sich die Lebensdauer von Lachgas bereits verkürzt. Dies könnte teilweise die zukünftige Erwärmung beeinflussen. Gleichzeitig bleibt Lachgas aufgrund seiner hohen Klimawirkung ein bedeutender Faktor. Veränderungen im Abbau können die Gesamtbilanz jedoch verschieben. Die Studie zeigt, dass chemische Prozesse in der Atmosphäre stärker in den Fokus rücken müssen. Neben Emissionen gewinnen Rückkopplungen zunehmend an Bedeutung. Dies gilt insbesondere für langlebige Treibhausgase. Die Ergebnisse liefern wichtige Hinweise für die Weiterentwicklung von Klimamodellen. Sie verdeutlichen die Komplexität des Klimasystems. Künftige Forschung wird sich verstärkt mit diesen Wechselwirkungen beschäftigen müssen.
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Quelle: https://phys.org/news/2026-01-tropical-weather-linked-faster-arctic.html, Autor: nicht angegeben, veröffentlicht am 1. Februar 2026
Tropische Wettermuster stehen in Verbindung mit schnellerem Eisverlust in der Arktis
Eine neue Studie zeigt, dass tropische Wetterzyklen eng mit dem beschleunigten Rückgang des arktischen Meereises verknüpft sind. Im Mittelpunkt steht die El-Niño-Südliche Oszillation (ENSO), ein zentrales Klimaphänomen im Pazifik. Seit etwa dem Jahr 2000 verlaufen die Übergänge zwischen ENSO-Phasen deutlich schneller als zuvor. Diese schnelleren Wechsel verändern die großräumigen atmosphärischen Zirkulationsmuster. Dabei entstehen Windmuster, die warme Luft und Feuchtigkeit in Richtung Arktis transportieren. Dies geschieht insbesondere im Herbst, wenn sich das Meereis normalerweise neu bildet. Die zusätzliche Wärme behindert jedoch die Eisbildung, wodurch der Eisverlust verstärkt wird. Die Studie zeigt, dass insbesondere Regionen wie die Laptewsee und die Ostsibirische See betroffen sind. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass tropische Prozesse weitreichende Auswirkungen haben können. Sie beeinflussen auch entfernte Regionen wie die Arktis. Die Kopplung zwischen verschiedenen Klimazonen wird dadurch besonders deutlich. Veränderungen im Pazifik können somit direkte Folgen für das Polargebiet haben. Die Studie hebt die Bedeutung großräumiger atmosphärischer Verbindungen hervor. Diese sogenannten Telekonnektionen spielen eine wichtige Rolle im Klimasystem. Die Erkenntnisse helfen, zukünftige Entwicklungen besser zu verstehen. Sie zeigen auch, wie empfindlich das arktische System auf externe Einflüsse reagiert. Insgesamt wird die globale Vernetzung des Klimasystems erneut bestätigt.
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