Quelle: https://phys.org/news/2026-01-cleaner-ship-fuel-clouds-climate.html – Autor: Robert Egan – veröffentlicht am 29. Januar 2026
Sauberer Schiffstreibstoff veränderte Wolken – aber nicht ihre Klimawirkung
Um die Luftverschmutzung durch den Seeverkehr zu verringern, verschärfte die Internationale Seeschifffahrtsorganisation die Grenzwerte für den Schwefelgehalt in Schiffstreibstoffen. Dadurch gingen die Emissionen bis 2020 um rund 80 % zurück. Diese Veränderung führte unbeabsichtigt zu einem realen Großexperiment darüber, wie vom Menschen verursachte Aerosole die Wolkenbildung über den Ozeanen beeinflussen.
Ein Team von Atmosphärenforschern unter der Leitung des University-of-Utah-Professors Gerald „Jay“ Mace nutzte diese seltene Gelegenheit, um die Auswirkungen der reduzierten Emissionen auf Wolken in der marinen Grenzschicht über dem östlichen Nordatlantik zu untersuchen.
Die Wissenschaftler stellten fest, dass sich die innere Struktur der Wolken veränderte. Es bildeten sich weniger, dafür größere Wassertröpfchen. Überraschenderweise blieb jedoch die Fähigkeit der Wolken, Sonnenlicht zu reflektieren, nahezu unverändert.
„Man könnte so etwas nicht planen“, sagte Mace. „Der Schiffsverkehr auf der ganzen Welt stellte praktisch über Nacht von einem Treibstoff auf einen anderen um – und das hatte weltweit messbare Auswirkungen auf Wolken.“
Solche „Schiffsspuren“ – Wolkenstreifen, die durch Partikel aus Schiffsabgasen entstehen – waren zuvor häufig auf Satellitenbildern zu sehen. Nach der Umstellung auf schwefelärmere Treibstoffe verschwanden sie in vielen Regionen nahezu vollständig.
Die Partikel aus den Abgasen wirken normalerweise als Kondensationskerne, an denen sich Wassertröpfchen bilden. Wenn weniger solcher Partikel vorhanden sind, entstehen weniger, dafür größere Tropfen.
Diese Veränderung beeinflusst zwar die Mikrostruktur der Wolken, führte in der Studie jedoch nicht zu einer messbaren Änderung ihres Gesamteffekts auf den Strahlungshaushalt der Erde.
Die Ergebnisse helfen Forschern, besser zu verstehen, wie Aerosole und Wolken zusammenwirken – ein Bereich, der bislang zu den größten Unsicherheiten in Klimamodellen zählt.
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Quelle: https://phys.org/news/2026-01-tsunami-bristol-channel-centuries-revisiting.html – Autor: Simon Haslett – veröffentlicht am 29. Januar 2026
Traf vor vier Jahrhunderten ein Tsunami den Bristolkanal? Eine Neubetrachtung der großen Flut von 1607
Die Menschen an den flachen Küsten des Bristolkanals und der Severn-Mündung begannen den 30. Januar 1607 wie jeden anderen Tag. Das Wetter war ruhig, der Himmel klar.
Dann stieg das Meer plötzlich und ohne Vorwarnung an. Wassermassen strömten ins Landesinnere, rissen über Felder und durch Dörfer, zerstörten Häuser, töteten Vieh und Menschen.
Am Ende des Tages standen Tausende Hektar Land unter Wasser. Bis zu 2.000 Menschen könnten ums Leben gekommen sein – möglicherweise die tödlichste plötzliche Naturkatastrophe in Großbritannien seit 500 Jahren.
Mehr als vier Jahrhunderte später stellt sich noch immer die Frage: Was genau verursachte diese Flut?
Frühe Erklärungen gingen von einer außergewöhnlichen Sturmflut aus. Doch als Forscher im Jahr 2002 historische Quellen erneut untersuchten, kamen Zweifel auf, ob ein Sturm allein die Ereignisse erklären kann.
Zeitgenössische Berichte schildern, dass das Wasser in gewaltigen Wellen kam, obwohl das Wetter ruhig gewesen sei – ein Detail, das eher an Beschreibungen von Tsunamis erinnert.
Die Flut traf Küstengemeinden in Südwales, Somerset, Gloucestershire und Devon und drang in einigen Regionen mehrere Kilometer ins Landesinnere vor. Kirchen wurden überflutet, ganze Dörfer verschwanden und landwirtschaftliche Flächen wurden durch Salzwasser zerstört.
Viele der historischen Informationen stammen aus sogenannten „Chapbooks“, einfachen gedruckten Broschüren des frühen 17. Jahrhunderts, die dramatische Augenzeugenberichte über die Geschwindigkeit und Wucht der Wassermassen enthalten.
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Quelle: https://phys.org/news/2026-01-america-colossal-winter-storm.html – Autor: Issam Ahmed – veröffentlicht am 27. Januar 2026
Was man über Amerikas gewaltigen Wintersturm wissen sollte
Eine extreme Kältewelle hat große Teile der Vereinigten Staaten erfasst, nachdem ein gewaltiger Wintersturm Dutzende Menschenleben forderte, Hunderttausende Haushalte ohne Strom ließ und den Flugverkehr ins Chaos stürzte.
Eine weitere arktische Kaltfront wurde für das folgende Wochenende erwartet und könnte Rekordtiefstwerte bringen sowie einen weiteren schweren Sturm auslösen – während viele Städte noch damit beschäftigt waren, große Mengen Schnee und Eis zu beseitigen.
Der Sturm wurde mit mindestens 31 Todesfällen in Verbindung gebracht, basierend auf Berichten von Behörden und lokalen Medien. Zu den Ursachen zählen Unterkühlung sowie Unfälle im Straßenverkehr, beim Rodeln, mit Geländefahrzeugen oder Schneeräumfahrzeugen.
Die Zahl der Opfer könnte noch steigen. Der Bürgermeister von New York erklärte, dass mindestens zehn Menschen im Freien tot aufgefunden wurden, auch wenn noch nicht endgültig feststeht, ob alle Todesfälle direkt auf Unterkühlung zurückzuführen sind.
Im Bundesstaat Maine starben sieben Menschen, als ein kleines Flugzeug während eines Schneesturms beim Startversuch abstürzte.
Besonders stark betroffen waren Tennessee, Texas, Mississippi und Louisiana. Dort waren zeitweise mehr als 550.000 Stromkunden ohne Elektrizität.
Auch der Flugverkehr wurde massiv beeinträchtigt: Mehr als 9.000 Flüge mussten an einem Sonntag gestrichen werden – so viele wie an keinem Tag seit der COVID-19-Pandemie.
Der heftigste Schneefall wurde mit rund 31 Zoll (etwa 79 cm) im Ort Bonito Falls in New Mexico gemessen. Kurz dahinter lag East Napanoch im Bundesstaat New York mit etwa 30 Zoll Schnee.
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Quelle: https://phys.org/news/2026-01-spectacular-ice-blocks-clog-germany.html – Autor: AFP / Redaktion Andrew Zinin – veröffentlicht am 19. Januar 2026
Spektakuläre Eisblöcke verstopfen die Elbe in Deutschland
Menschen in Norddeutschland strömten am Montag an die Elbe, um riesige, arktisch anmutende Eisschollen zu bestaunen, die einen Abschnitt des Flusses blockieren. Das Naturschauspiel bereitet der Schifffahrt Probleme, lockt aber zugleich zahlreiche Besucher an.
Das Eis hatte sich in den vergangenen Wochen flussaufwärts während einer Kälteperiode gebildet, bei der die Temperaturen auf etwa minus 15 Grad Celsius gefallen waren.
Eisbrecher zerschlugen die Eisdecke anschließend, wodurch große Schollen flussabwärts trieben. Diese stauten sich schließlich an einem Wehr bei Geesthacht nahe dem Hafen von Hamburg.
In den vergangenen Tagen haben sich die Schollen dort übereinandergeschoben und gezackte Eisformationen gebildet, die stellenweise bis zu zehn Meter hoch sind – ein Ausmaß, das laut Behörden seit etwa zehn Jahren nicht mehr beobachtet wurde.
Die Elbe ist mehr als 1.000 Kilometer lang. Sie entspringt in den Bergen der Tschechischen Republik, fließt durch Deutschland und mündet bei Cuxhaven in die Nordsee.
Ein Fotograf beobachtete vor Ort Dutzende neugierige Besucher, die das sonnige Wetter nutzten, um zwischen den an das Ufer gespülten Eisblöcken zu spazieren.
Nach Angaben der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung ist das Aufbrechen der Eisblöcke in diesem Abschnitt besonders schwierig. Dies gelingt nur, wenn die Strömung des Flusses stärker ist als die Tide, die salzhaltiges Wasser von der Nordsee flussaufwärts drückt.
Die Behörden erklärten zudem, dass derzeit schwer vorherzusagen sei, wann der Fluss wieder vollständig schiffbar sein wird, da die Temperaturen erneut unter den Gefrierpunkt fallen könnten.
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