Die „Erneuerbaren Energien“ und die Wirtschaft 

Von Frank Bosse

Das gibt Schlagzeilen: Die Wirtschaftsministerin hat eine Arbeitsgruppe eingesetzt und plant nun Handlungen („Netzpaket“). Die „Grünen“ haben eilig eine Pressekonferenz einberufen mit dem Titel: „Katharina Reiche zerstört die Energiewende“.   

Worüber ereifert sich die Partei? Man findet hier erste Anhaltspunkte (Bezahlschranke).  

Kurz gefasst der Inhalt dessen, was die Arbeitsgruppe plant: 

 – Neue EE- Anlagen schnell nur da, wo der Netzausbau auch in überschaubaren Zeiträumen gesichert werden kann.  

– Keine Bezahlung an EE-Betreiber für nicht eingespeisten Strom. Bisher gab es auch für „Geisterstrom“ durch Abregelung bei viel PV-Strom aka „Energiewendekannibalismus“ etc. die vollen Einspeisegebühren 

– Betreiber sollen einen Zuschuss zum Netzausbau für ihre Anlagen leisten.  

– Ob es weiter Vorrang für EE- Anlagen bei Netzanschlüssen geben soll, ist unklar.  

Was jeder Sachverständige recht schnell als logisch und geboten erkennt, das bezeichnen andere als „Zerstörung der Energiewende“. Ist die letztere also zwingend unlogisch?  

Wir wollen hier einige zusätzliche Anhaltspunkte dafür liefern, warum nun auch die Regierung zum Einschreiten objektiv gezwungen war, und wollen einige Aspekte der Windenergie in Deutschland beleuchten.  

In Deutschland waren in 2025 fast 30.000 Windkraftanlagen (WKA) mit einer installierten Leistung von 65 GW operativ. In den ersten Wochen des Jahres 2026 lieferten diese zwischen 42 (in windfreundlichen Zeiten) und 10 GW, im Mittel 19,7 GW, also nur 30% der installierten Leistung.  
Bei mangelndem Wind gab es jedoch auch bisher keine Einspeisevergütung.  

Wie entwickelte sich der Anteil der Windenergie am Gesamtstromverbrauch in Monatsmitteln seit 2012?  

Gezeigt sind die Monatswerte und ein 48-monatiger Tiefpass. Das wilde Zacken der Erzeugung kann leider nur mathematisch (hier mit einem Loess-Filter) geglättet werden, reale physische Speicher in der benötigten Größenordnung gibt es nicht.  

Unschwer zu erkennen, dass bei mehr als 20% Anteil nach 2019 die ansteigende Dynamik ab 2012 sehr deutlich nachließ. Im Januar 2026 gab es im Mittel 27% Windstrom im Strommix bei den Verbrauchern, dafür noch immer 60% (!) aus CO2-erzeugenden Technologien mit im Mittel 416 g CO2/kWh (Daten: „Agora“).Frankreich produzierte gleichzeitig um den Faktor 8 CO2-ärmer.   

Die nur scheinbar logische Folge: Um diesen Anteil weiter zügig zu erhöhen braucht es mehr Windräder!  

Über die Anzahl der Installationen erfährt man hier Näheres. Der Zubau ging ab 2018 zwar zurück, ins Stocken kam er jedoch nie, zumal auch Altanlagen ersetzt wurden.  

Die Frage war ja, wie die Anzahl der Turbinen pro Jahr insgesamt den Anteil des Windstroms am Verbrauch bestimmt. Das überraschende Ergebnis für Jahresmittel ab 2017:  

Ob da 28.000 oder fast 30.000 Anlagen werkeln, ist herzlich egal, die Streuung ihrer Anzahl bestimmt nur zu 1% (das R²) die Streuung des Anteils am Strommix!  
Dann sind zu 99% andere Einflüsse bestimmend, NICHT die Anzahl der WKA.  

Mit anderen Worten: alles, was 2017-2025 neu gebaut wurde oder ersetzt an alten Anlagen, hatte praktisch null Auswirkung auf das Ergebnis. Die Zahl dieser WKA beträgt jedoch 6676.  
Der Spaß kostete (bei ca. 10.000.000 Euro/Anlage, Zahl von hier)  ca. 66,8 Mrd. Euro insgesamt.  
Diese Investitionen bekommen die Bertreiber plus fette Gewinne von den Kunden zurück, denn: „Die Kosten amortisieren sich“.  Selbst bei praktisch null Auswirkung auf die Zielerreichung (vgl. Scatterplot oben) amortisieren sich im Betrieb auch die fast 70 Mrd. Euro nur für die Errichtung der WKA!  
Von wem kommt das Geld? Vom Stromkunden immer direkt oder indirekt über Steuern und „Umlagen“ aus dem Staatshaushalt und der wiederum wird auch von der Person gespeist, die Sie früh im Spiegel ansieht. 

Erhebt sich die Frage, warum die reine Anzahl der WKA einen Einfluss von praktisch null auf das Ergebnis hat. Nicht genug oder zu instabiler Wind? Wo hat man ab 2017 viel gebaut?  

In dieser Quelle  findet man alle Anlagen, die 2017-2025 erbaut wurden:  

Einige „windgünstig“ in Küstennähe in Schleswig- Holstein, dort dürften jedoch viele Standorte schon „besetzt“ gewesen sein. Wer jemals an den Küsten von Nordfriesland oder Dithmarschen war, wird es bestätigen: Es reiht sich jetzt (und bereits damals) ein Windrad ans nächste.  
Man sieht jedoch auch sehr viele Anlagen, die gemäß dem „Windatlas“ eher an „windunfreundlichen“ Plätzens (weder dunkel-noch hellrot) errichtet wurden:  


Darunter fallen auch die vielen Anlagen westlich des Ruhrgebiets/südlich Hannover, tief im Süden – ohne jede Frage. Die Erträge schwanken mit der dritten Potenz der Wind-Differenzen.  

Ginge es betriebswirtschaftlicher zu bei der „Energiewende“, käme kein Betreiber bei den hohen Errichtungskosten auf die Idee, da Wind „zu schürfen“ wo bekanntermaßen schon immer wenig zu holen war. Dass es da also so wenig betriebswirtschaftlich zugeht, ist ein Zustand der dringend abgestellt gehört. Die übrige Wirtschaft wird so auch von Zuwendungen abgeschnitten, weil derartig große Geldmengen in Form von Förderungen in die „Energiewende“ gesteckt werden, ohne dass die insgesamt dem eigentlichen Ziel- die Reduktion von CO2-Emissionen– seit 2019 signifikant näherkommt; 

Der Trend des Emissionsfaktors zwischen Januar 2020 und Januar 2026 ist nur lächerlich gering (um 0,5 g CO2/kWh und Monat) fallend und weit weg von statistischer Signifikanz.  

Hier der Hinweis also an die „Grünen“: Vielleicht sind die Schritte des Wirtschaftsministeriums eine längst fällig gewordene Kurskorrektur gegen die „Oasen“ der Betreiber von EE-Anlagen bei außerdem erwiesener sehr mangelhaften Zielerreichung der „Energiewende“?  
Oder anders: Hat sich die „Energiewende“ in den letzten Jahren nicht schon selbst genug „zerstört“ und Frau Reiche ist nur die Überbringerin der schlechten Botschaft:  

“Zu langes politisches An-Regieren gegen jede Ökonomie kann keine Politik.” 
Dann ginge die harsche ad hominem- Kritik der „Grünen“ an der Ursache selbst vorbei.  
Das allerdings ist ein lang bekanntes Phänomen nachgewiesener Sachargumentlosigkeit, an den Fakten ändert es nichts.  

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