Das Winterwetter 2026

Von Frank Bosse

Erinnern Sie sich an den Beitrag vom 27.12.2025? Wir hatten eine kältere erste Januarhälfte 2026 angekündigt als im langjährigen Mittel. Das benutzte Modell (ECMWF mit KI-Unterstützung) lag sehr ordentlich, wie eine Verifizierung zeigt. Am 25.12. sagte es für den 6.1.26 diese Temperaturen (links) und Wind (rechts) voraus:

Die Quelle war damals Kachelmannwetter. Was eintrat in Deutschland war das:

In weiten Teilen des Landes herrschte Dauerfrost, im Binnenland wurden nur vereinzelte Windböen über 25 km/h gemessen. Entsprechend hoch war der CO2-Ausstoß der Energieproduktion, bis zu 572 g CO2/kWh. Solar ist im Winter praktisch nicht beteiligt und Windkraft, welch Überraschung, hängt sehr vom Wind ab. Vom 1. bis zum 12.Januar wurde denn auch nur ein Temperaturmittel für Deutschland gefunden, das um 2,1 °C UNTER dem Mittel 1961-1990 lag (Quelle).

Damit ist nun erstmal Schluss, die Blockade des Atlantiks durch Hochdruckgebiete ist beendet und für eine gewisse Zeit kann er milde Luftmassen gen Osten schaufeln und die Energieversorgung etwas entlasten, weil auch der Wind auffrischen wird.

Ist der Winter damit vorbei? Das ist wie üblich schwer zu beantworten, wir vertrauen also weiter auf das bewährte Wettermodell und schauen auf den 21. Januar 2026:

Was sehen wir? Wieder Dauerfrost, wenig Wind aus östlichen Richtungen! Der Atlantik soll wieder „blockiert“ sein und der Winter schlägt zurück. Für die Energieversorgung brechen also recht wahrscheinlich wieder „lausige“ Zeiten an. Besonders der Gasspeicherstand muss besorgen. Ein Blick auf die Zahlen bis 10.1.26:

In blau das langjährige Mittel, in rot der aktuelle Stand. Quelle

Am 24.12.25 waren die Speicher noch zu 60,3 % gefüllt, aktuell sieht man 48%. Die kalte und windarme Zeit nagt an den Reserven, die dann mit ca. 1% pro Tag abnehmen. Das kann nicht verwundern, wird mit dem Gas ja nicht nur geheizt, es wird auch viel verstromt. Überhaupt musste die fossile Verstromung in der kalten Zeit alles geben nach „Agora“:

„Klimaschutz“ wurde sehr, sehr klein geschrieben! Deutschland produzierte im Mittel des Januar Faktor 6,5mal so viel CO2/kWh als Frankreich. Ein weiterer Beleg für die These:

Wer Kernkraft abschaltet und gleichzeitig über Klimaschutz redet, der redet nur aber tut das Gegenteil.

Die Kurven oben werden sich ob des Wetters zunächst etwas stabilisieren, in der dritten Monatsdekade wird es dann wohl weiter steil bergab gehen. Ob gewisse Verantwortliche auch so gebannt auf das Winterwetter schauen? Können sie noch ruhig schlafen? Wer die Versorgungssicherheit derart an das Wetter bindet und damit zum Spielball der Druckgebilde auf dem Nordatlantik macht mit ihren Zufällen, sollte in der Tat sehr unruhig sein. Oder sind sich de facto Zuständige ihrer Verantwortung überhaupt nicht bewusst? Für das Resultat ist das nebensächlich.    

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