Es ist ein wirklich kluger Plan, den China da verfolgt.
Das Land unterstützt viele NGOs aus dem Klimabereich und betreibt so die perfekte Promotion für seine eigenen Produkte: Windkraftanlagen, PV-Anlagen oder seltene Erden.
Man schafft sich so seinen eigene Markt.
Der Standard hat einen interessanten Artikel dazu.
Im Mittelpunkt steht die Energy Foundation China (EFC), eine Stiftung mit Sitz in San Francisco, offiziell dem Klimaschutz verpflichtet. Laut Dokumenten, die im US-Senat diskutiert wurden, flossen allein im Jahr 2023 mehr als 497 Millionen Dollar an 14 führende US-Umweltorganisationen – alle mit politischem Einfluss auf die amerikanische Klimagesetzgebung.
Diese Gruppen fordern strengere Klimagesetze – Maßnahmen, die gleichzeitig die Nachfrage nach chinesischer Technologie und Rohstoffen massiv steigern. Unter den Begünstigten: Nicholas Stern, Autor des berüchtigten Stern-Reports, und die London School of Economics, die großzügige chinesische Förderungen offen ausweist.
Erstaunlicherweise jubeln momentan sehr viele Grüne über China.
Ein Beispiel die klimapolitische Sprecherin Lisa Badum.

(Abbildung: Screenshot X)
Was sie besser verschweigt: Ab dem zweiten Halbjahr hat China die Subventionen für PV gekappt hat. PV muss sich nun selbst tragen in dem Land.
Diese Entwicklung war schon letztes Jahr klar und es gibt Vorzieh-Effekte.
Der Ausbau hat sich seit Juli 2025 deutlich verlangsamt.

Aber auch andere jubeln China zu. Ob der Solarpapst den Anteil von Kohle am Strom-Mix in China kennt? Vermutlich nicht, denn dann wüsste der Solarpapst, dass China keineswegs die Welt rettet, sondern für 1/3 der weltweilten CO2-Emissionen steht.

(Abbildung: Screenshot X)
Aber die Linie der Grünen ist ohnehin ambivalent. Bei fossilen Brennstoffen wird unablässig vor Abhängigkeiten gewarnt. Bei Solar scheint das keine Rolle zu spielen. Fast 90% Marktanteil von China bei PV beunruhigen keinen Grünen.
Auch die technische Möglichkeit Wechselrichter fernzusteuern aus China wird konsequent weggelächelt.
Und wenn man dann den Einfluss der Chinesen auf NGOs über sehr viel Geld sieht, dann kann man sich über so viel Blindheit nicht wundern. Die NGOs leisten ganze Arbeit für China.
Das Thema Klima lenkt nebenbei sehr gut von so lästigen Dingen wie Menschenrechten in China ab. Wen interessieren schon die Uiguren, die PV-Module per Zwangsarbeit zusammenbauen dürfen?
Bei dem ganzen Jubel über China und PV wird zudem wie gesagt gern vergessen, dass das Land immer noch ein Kohleland ist mit immensen Anteilen bei der Stromherstellung und weiter Kohlekraftwerke gebaut werden. Was China aber definitiv anders macht als Deutschland: Es baut das, was gebraucht wird und nicht das, was ideologisch erwünscht ist. Und es hat einen Plan, der in diesem Fall aufgeht.
Es schafft sich lästige Konkurrenz vom Leib aus Europa und den USA.
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Ambivalent ist auch das Verhalten von Markus Söder, Ministerpräsident von Bayern.
Kaum sind die Kühltürme des Kernkraftwerks Gundremmingen gesprengt, meldet er sich in Sachen Kernenergie zu Wort.
Nun gut, Söder ist bekannt als Fähnlein im Wind, egal ob es um Kernenergie oder E-Autos oder jetzt die Wärmepumpe geht, denen er an den Kragen will.
Er spricht von einer Übersubvention.
Aber statt von neuen Small Modular Reactors zu phantasieren, hätte er im eigenen Bundesland reichlich Gelegenheit gehabt, sehr günstig Strom zu produzieren.
Die Chance ließ er verstreichen. Er könnte seine Aussagen auch einfach nicht ernst gemeint haben. Wie so oft.
Heute.de
In Bezug auf den Ausbau der Erneuerbaren Energien müsse man sich aber ehrlich machen, fordert er. Natürlich gehöre dieser weiter auf die Tagesordnung, aber auch die Kernenergie müsse im Blick behalten werden. Es gebe mittlerweile „neue Generationen von kleineren Reaktoren, mit einer günstigen, billigen und vor allem CO2-freien Energieerzeugung“, sagt Söder. Wenn man diese Variante nicht mit einbeziehe, „dann werden wir auf Dauer die Klimaziele, die wir wollen, nicht erreichen.
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Die Industrie und die Energie waren das Hauptthema beim Presse-Club.
Erstaunlich waren dabei die Aussagen von Petra Pinzler von der Zeit.
Der war die energie-intensive Industrie in Deutschland herzlich egal.
Das wären alles nur Phantom-Schmerzen.
Wenn die Industrie weg ist, dann kommen halt andere Arbeitsplätze.
Nur welche das sind, verschwieg sie leider.
Man kann nur froh sein, dass die drei anderen Teilnehmer der Diskussionsrunde nicht ganz so industrie-feindlich waren wie Pinzler.
Ob es, wie Pinzler lapidar vermutet, nur Phantomschmerzen sind?
Das Ifo-Institut zur Situation der chemischen Industrie in Deutschland.
Die Stimmung in der deutschen Chemieindustrie hat sich im Oktober stark verschlechtert. Das Geschäftsklima fiel auf -19,4 Punkte, nach -12,0* Punkten im September. Die Unternehmen blicken deutlich pessimistischer in die Zukunft: Ihre Erwartungen sanken von -3,7* auf -13,3 Punkte. Auch die aktuelle Lage bewerten sie deutlich negativer – der Wert rutschte von -19,8* auf -25,3 Punkte.
„Die Entlastungsmaßnahmen der Bundesregierung reichen in der aktuellen Konjunkturlage nicht aus, um eine Trendwende einzuleiten“, sagt ifo-Branchenexpertin Anna Wolf.Der gestiegene Wettbewerbsdruck aus dem Ausland zwingt viele Betriebe, ihre Preise zu senken: Der Indikator für die Preispläne drehte kräftig ins Minus (auf -10,6 Punkte nach +0,6* Punkten). Gleichzeitig bleibt die Auftragslage sehr schwach.
Auch aus dem Ausland erwarten die Unternehmen keine Impulse. In der Folge rutschte die Beurteilung des Auftragsbestands mit -68,9 Punkten auf den tiefsten Wert seit mehr als drei Jahrzehnten. Die Kapazitätsauslastung sank auf nur 71% und liegt damit deutlich unter dem langfristigen Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre von 81%.
„Die Kombination aus mangelnder Wettbewerbsfähigkeit, sinkenden Verkaufspreisen bei gleichzeitig hohen Kosten und schwachen Aufträgen zwingt die Betriebe, Investitionen zu drosseln und Personal weiter abzubauen“, sagt Wolf.
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Leserpost von Dipl. Ing. Martin Krohn:
Betreff: Probleme bei Wärmepumpen
Sehr geehrte Damen und Herren,
einige Anmerkungen zum Blog vom 09. 11. 25. Von der Politik wird der Einsatz von Wärmepumpen vorangetrieben. Doch ich könnte mir vorstellen, dass dabei zu einige Problemen auftreten und ich weiß nicht, ob das ausreichend untersucht wurde.
Die Wärmepumpen kühlen die Außenluft ab, um das Innere der Gebäude zu erwärmen. Soll die Luft in den Innenräumen um z. B. 10° erwärmt werden, muss etwa die gleiche Luftmenge um 10° oder die 10-fache Luftmenge um 1° abgekühlt werden. Auf dem Land, wo die Gebäude in weitem Abstand zueinander liegen stelle ich mir das ziemlich problemlos vor. Doch in den Innenstädten, wenn dicht beieinander viele Wärmepumpen eingesetzt werden könnte ich mir vorstellen, dass zu einer starken Abkühlung kommt.
Wenn dabei warme Luft aus den Gebäuden entweicht, z. B. durch das Öffnen von Fenstern oder Türen, wird diese wärmere Luft nach oben entweichen. Die kalte Luft sammelt sich dann unten an. Damit könnten die Innenstädte im Winter zu „Kälteinseln“ werden, was zur Heizung wieder einen höheren Stromverbrauch erfordert.
Apropos Stromverbrauch: Gerade im Winter ist die Stromerzeugung aus Photovoltaik und oft auch aus Windstrom ziemlich gering. Auch das kann zu weiteren Problemen führen.
Ich habe den Eindruck, auch hier wurde wieder einmal nicht zu Ende gedacht.
Viele Grüße
Dipl. Ing. Martin Krohn
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Die Schweiz hat mit dem Bau riesiger Freiflächen-Anlagen in den Alpen begonnen. So soll genügend Strom für den Winter bereitsgestellt werden. Welche Landschaftszerstörung mit solchen Anlagen einhergeht, hat Alex Reichmuth für den Nebelspalter dokumentiert. Er ist 800 Meter zur Anlage „Madrisa Solar“ im Kanton Graubünden aufgestiegen und hat dort Bilder gemacht und Videos gedreht. Die Anlage soll sich über eine Fläche von 22 Fussballfelder erstrecken, wenn sie in etwa 2-3 Jahren fertiggestellt ist. https://www.nebelspalter.ch/themen/2025/10/alpine-solaranlagen-landschaftszerstoerung-im-namen-der-umwelt
Stromversorgung
Alpine Solaranlagen: Landschaftszerstörung im Namen der UmweltDie Fakten: Ende September ist «Madrisa Solar» im Kanton Graubünden als erste alpine Freiflächen-Solaranlage der Schweiz ans Netz gegangen (siehe hier). Der «Nebelspalter» hat einen Augenschein genommen.
Warum das wichtig ist: Ursprünglich sollten laut den Plänen im Rahmen des gesetzlichen «Solarexpresses» bis Ende dieses Jahres viele alpine Solaranlagen in Betrieb gehen (siehe hier und hier). «Madrisa Solar» ist eine der wenigen Projekte, welche diese Limite geschafft haben.
Hier geht es zur ganzen Reportage: https://www.nebelspalter.ch/themen/2025/10/alpine-solaranlagen-landschaftszerstoerung-im-namen-der-umwelt
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Vortrag EEG – Wirtschaftlichkeit der wetterabhängigen Energien von Dr Thomas Mock: